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Die "Küchenmeisterei"

Das Kochbuch im Medienwechsel

Titre: Die "Küchenmeisterei"

Thèse de Bachelor , 2009 , 79 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Marco Heiles (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Ancienne, Littérature Médiévale
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Wenn man sich mit der (Fach-) Literatur im Übergang vom Spätmittelalter zur Frühen Neuzeit beschäftigt, so kommt man an einer Bewertung des vermeintlichen Epochenmarkers Buchdruck nicht vorbei. Ohne Zweifel ist die Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern durch Gutenberg von enormer kulturhistorischer Bedeutung, auch wenn man sie heute nicht mehr als singuläres Ereignis, sondernals Teil einer längeren Entwicklung sieht.
Dennoch ist man sich in der Bewertung des Buchdruckes nicht einig und kommt zu unterschiedlichen Ergebnissen, je nachdem aus welcher Perspektive man dieses Ereignis betrachtet. Dies zeigen schon die Titel der zwei großen Habilitationsschriften der jüngsten Vergangenheit zu diesem Thema. Während Michael Giesecke „die Durchsetzung neuer Informations- und Kommunikationstechnologien“ durch den Buchdruck untersucht und damit die Folgen der Erfindung des Buchdruckes betrachtet, geht Uwe Neddermeyer den umgekehrten Weg „[v]on der Handschrift zum gedruckten Buch“ und nimmt verstärkt die Voraussetzungen für die Erfindung des Buchdruckes in den Blick.

Diese Arbeit nun will den Versuch wagen, die Entwicklung einer ganzen Textgattung, die des Kochbuches, in der Zeit vor und nach der Erfindung des Buchdruckes zu beschreiben und damit eine Fallstudie zu dieser Diskussion zu liefern. Kochbücher sind nicht nur deshalb besonders zu einer solchen Studie geeignet, weil das Korpus der deutschsprachigen Kochbücher des 14.-16. Jahrhunderts recht überschaubar ist, sonder sie bieten auch deshalb ein interessantes Forschungsobjekt, weil sie sich erst im Spätmittelalter aus einer Tradition der mündlichen Wissensvermittlung heraus entwickeln und für den modernen Forscher nie ganz fassbar werden, weil ihre Rezension immer im Spannungsverhältnis zwischen der Vermittlung von Fachwissen an die Benutzer der Kochbücher, die vermutlich weitgehend professionelle Köche und Küchenmeister waren, und den Repräsentationszwecken der hochstehenden Kochbuchbesitzer, die nie selbst ein Rezept gekocht werden haben, steht.
Im Mittelpunkt der Untersuchung steht dabei die Frage, ob und wie sich die Kochbücher durch den Medienwechsel ins gedruckte Buch wandeln und, welche Rückschlüsse dadurch auf ihren Rezeptionsmodus gezogen werden können. Dabei soll untersucht werden, ob diese Veränderungen auch tatsächlich auf den Buchdruck zurückzuführen sind, oder, ob sich nur Entwicklungstendenzen, die schon im Manuskriptzeitalter begonnen haben, jetzt im Buchdruck fortgeführt werden.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kochbücher im Mittelalter

3. Daz buoch von guoter spise

3.1 Michael de Leone

3.2 Das Hausbuch des Michael de Leone

3.3 Aufbau und Inhalt

3.4 Die Gerichte

4. Charakteristika der handschriftlichen Kochbuchtradition

4.1 Autoren und Rezipienten

4.2 Verwendung handschriftlicher Kochbücher

4.3 Aufbau und Ordnung

5. Die „Küchenmeisterei“

5.1 Einleitung

5.2 Der Text

5.3 Druckgeschichte

5.4 Die „Küchenmeisterei“ in der Handschrift

5.4.1 Der Codex S 490 der Zentralbibliothek Solothurn

5.4.2 Das „Kölner Kochbuch“

6. Die Küchenmeisterei und die handschriftliche Kochbuchtradition

6.1 Text und Rezipienten

6.2 Ordnungsprinzipien, Flächengliederung und Leserhilfen

6.2.1 Vorrede

6.2.2 Kapiteleinteilung

6.2.3 Register

6.2.4 Seitentitel

6.2.5 Flächengliederung

7. Fazit: Der Kapitalismus bedient sich der Errungenschaften der Scholastik

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den Medienwandel des Kochbuchs vom ausgehenden Mittelalter bis zur Frühen Neuzeit, mit einem Fokus auf dem Übergang von handschriftlichen Traditionen zum gedruckten Buch. Ziel ist es, durch eine Fallstudie zu analysieren, wie sich die Textgattung Kochbuch unter den Bedingungen des Buchdrucks veränderte und welche Rückschlüsse dies auf die Rezeptionsmodi und die soziale Funktion dieser Schriften zulässt.

  • Entwicklung der deutschsprachigen Kochbuchtradition im 14. bis 16. Jahrhundert.
  • Analyse des "Daz buoch von guoter spise" als typischer handschriftlicher Vertreter.
  • Untersuchung der "Küchenmeisterei" als erstes gedrucktes deutschsprachiges Kochbuch.
  • Vergleich von handschriftlichen Vorläufern und gedruckten Ausgaben.
  • Einfluss des Buchmarktes und technologischer Standards auf Textstruktur und Leserhilfen.

Auszug aus dem Buch

Die „Küchenmeisterei“ in der Handschrift

Zur Zeit sind uns zwei mit der „Küchenmeisterei“ verwandte Handschriften bekannt, die beide relativ ausführlich von Trude Ehlert besprochen und zu ihrem Verhältnis zu den Drucken untersucht worden sind. Diese Handschriften sind der Codex S 490 der Zentralbibliothek Solothurn und die Handschrift Best. 7004 (GB 4°) 27 des Historischen Archivs der Stadt Köln.

Leider ist die letztgenannte Handschrift bis heute weder digitalisiert noch ediert und durch den Einsturz des Stadtarchives momentan nicht zugänglich, sodass ich mich hier ganz auf Trude Ehlert und die Handschriftenbeschreibungen des Kataloges von Karl Menne und des Rheinischen Handschriftenzensus verlassen muss. Den Codex S 490 durfte ich mit Genehmigung der Zentralbibliothek Solothurn abphotographieren. Diese Aufnahmen dienen mir als Untersuchungsgrundlage.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die kulturhistorische Bedeutung des Buchdrucks und definiert das Kochbuch als ein interessantes Forschungsobjekt im Übergang zur Frühen Neuzeit.

2. Kochbücher im Mittelalter: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die mittelalterliche Kochbuchtradition, von den antiken Wurzeln bis zur Herausbildung deutschsprachiger Sammlungen im 14. Jahrhundert.

3. Daz buoch von guoter spise: Hier wird das älteste deutschsprachige Kochbuch detailliert beschrieben, wobei insbesondere der Besitzer Michael de Leone und der Aufbau seines "Hausbuches" im Zentrum stehen.

4. Charakteristika der handschriftlichen Kochbuchtradition: Das Kapitel widmet sich der sozialen Einordnung der Autoren und Rezipienten sowie der Verwendung der Handschriften im Kontext von Ökonomie und Repräsentation.

5. Die „Küchenmeisterei“: Diese Sektion analysiert das erste gedruckte deutsche Kochbuch, seine Druckgeschichte, die Struktur des Textes und seine handschriftlichen Vorläufer.

6. Die Küchenmeisterei und die handschriftliche Kochbuchtradition: Hier erfolgt ein systematischer Vergleich zwischen den handschriftlichen Vorläufern und der gedruckten Fassung hinsichtlich der Textgestaltung und der Hilfsmittel für den Leser.

7. Fazit: Der Kapitalismus bedient sich der Errungenschaften der Scholastik: Das Fazit resümiert den Übergang von der Handschrift zum Druck und ordnet die Entwicklung in die Entstehung eines kapitalistischen Buchmarktes ein.

Schlüsselwörter

Kochbuch, Mittelalter, Frühe Neuzeit, Küchenmeisterei, Daz buoch von guoter spise, Buchdruck, Handschrift, Manuskriptkultur, Rezepte, Ernährung, Medienwandel, Buchmarkt, Scholastik, Fachliteratur, Diätetik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelor-Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Wandel der Textgattung "Kochbuch" beim Übergang von der handschriftlichen Überlieferung zum Buchdruck im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit behandelt die Entwicklung des Kochbuchs als Textsorte, die Rolle des Buchmarktes, die soziale Funktion der Rezepte und die technologische Entwicklung des Buchdrucks.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Hauptziel ist es, zu analysieren, ob und wie sich Kochbücher durch den Medienwechsel vom Manuskript zum Druck veränderten und welche Rückschlüsse dies auf die damalige Rezeption zulässt.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich primär um eine philologische und kulturhistorische Fallstudie, die verschiedene Handschriften und frühe Drucke vergleichend analysiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Betrachtung des „Daz buoch von guoter spise“ als handschriftlichem Zeugnis und der „Küchenmeisterei“ als erstem gedrucktem Kochbuch, inklusive ihrer Druckgeschichte und Struktur.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind neben Kochbuch und Mittelalter insbesondere Medienwandel, Manuskriptkultur, Buchdruck, Rezeption und historische Ernährungskultur.

Wie unterscheidet sich die „Küchenmeisterei“ von früheren Kochbüchern?

Die „Küchenmeisterei“ ist das erste gedruckte deutschsprachige Kochbuch und zeichnet sich durch eine systematischere Kapiteleinteilung, ein Register und eine auf potenzielle Käufer zugeschnittene Vorrede aus.

Warum spielt das „Hausbuch des Michael de Leone“ eine zentrale Rolle?

Es dient als Fallbeispiel für die handschriftliche Kochbuchüberlieferung, da es das „Daz buoch von guoter spise“ enthält und durch seine Konzeption als didaktisches Werk für die Familie besonders gut dokumentiert ist.

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Résumé des informations

Titre
Die "Küchenmeisterei"
Sous-titre
Das Kochbuch im Medienwechsel
Université
University of Bonn  (Institut für Germanistik, Vergleichende Literatur und Kulturwissenschaft)
Note
1,0
Auteur
Marco Heiles (Auteur)
Année de publication
2009
Pages
79
N° de catalogue
V148763
ISBN (ebook)
9783640601585
ISBN (Livre)
9783640601493
Langue
allemand
mots-clé
Kochbuch Medienwechsel Buchdruck Fachliteratur Küchenmeisterei Wiegendruck Inkunabeln Enzyklopädik Mittelalter
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Marco Heiles (Auteur), 2009, Die "Küchenmeisterei", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/148763
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Extrait de  79  pages
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