Diese Seminararbeit befasst sich mit den Grundlagen der chinesischen Kultur. Sie werden mit Hilfe des Kultur-Konzeptes nach Edgar Schein entwickelt und dargestellt. Darüber hinaus sollen Verhaltensweisen, Werte und Grundannahmen erklärt werden, welche zu einem erfolgreichen Umgang mit chinesischen Geschäftskunden führen. Ziel ist es, ein Verständnis für die andere Kultur zu entwickeln sowie Missverständnisse und Probleme zwischen westlichen und fernöstlichen Geschäftspartnern zu mindern.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Das Kulturebenen-Modell
3 Dritte Ebene: Grundannahmen
3.4 Zen-Buddhismus:
3.1 Ying und Yang
3.2 Konfuzianismus
3.3 Daoismus
4 Zweite Ebene: Das Gefühl, wie die Dinge sein sollen
4.1 Höflichkeit und Freundlichkeit und die Wahrung des Gesichtes
4.2 Harmonie und Kritik
4.3 Kontakte und Beziehungen und Guanxi
4.4 Zeitverständnis
4.5 Werte und Einstellung zum Unternehmen
4.6 Geld und Gehalt
5 Erste Ebene: Sichtbare Verhaltensweisen, Artefakte und Leitbild
5.1 Hierarchie
5.1 Darstellung des Unternehmens
5.2 Fleiß und Arbeitszeiten
5.3 Vorstellung und Umgang mit Besuchern
5.4 Dresscode
5.5 Sprache und Kommunikation im Unternehmen
5.6 Verhandlungen und Verträge
5.7 Arbeitsweisen und Problemlösungen
5.8 Geschäftsessen, Einladungen und Geschenke
5.9 Chinesische Feiertage:
6 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, ein fundiertes Verständnis für die chinesische Kultur zu entwickeln, um Missverständnisse zwischen westlichen und fernöstlichen Geschäftspartnern zu reduzieren. Durch die Anwendung des Unternehmenskulturmodells von Edgar Schein sollen spezifische Verhaltensweisen, Werte und tiefliegende Grundannahmen analysiert werden, die für eine erfolgreiche Zusammenarbeit essenziell sind.
- Analyse der chinesischen Kultur mittels des Drei-Ebenen-Modells von Schein
- Einfluss von Religion und Philosophie (Konfuzianismus, Daoismus, Buddhismus) auf das Geschäftsleben
- Bedeutung des Guanxi-Netzwerkes und der Harmonieorientierung
- Umgang mit geschäftlichen Herausforderungen, Hierarchien und Verhandlungsführung
Auszug aus dem Buch
4.3 Kontakte, Beziehungen und Guanxi
Nach Guanxi (Chinesisch für Beziehung) entstehen geschäftliche Beziehungen nicht zwischen Institutionen sondern zwischen Personen. Die Meinung der Anderen ist wichtig und Guanxi-Beziehungen prägen eine wohlwollende, zugeneigte und persönliche Verbindung zwischen den Geschäftspartnern. Ohne Guanxi-Beziehung bleibt man ein Fremder, mit dem man keine Geschäfte machen will. Deshalb hat die Entstehung und Pflege persönlicher Beziehungen für das Geschäftsleben einen hohen Stellenwert.
Im Zentrum aller Beziehungen steht immer die Familie. Sie hat als kleinste einheitliche Zelle eine sehr große Bedeutung, welche noch über dem Staat liegt: „Die wahre Autorität liegt bei der Familie“ (Zinzius, 2007). Für geschäftliche Beziehungen ist es daher ratsam, auf die Familie und das Umfeld des Geschäftspartners zu achten. Die Familie des Geschäftspartners spielt eine große Rolle und ist ein geschätztes Thema für einen Smalltalk. Man interessiert sich für ihr Wohlbefinden und selbst sehr persönliche Fragen werden als Interesse und nicht als Neugierde empfunden.
Die Kontaktaufnahme durch eine dritte Person, die ein erwartungsvolles Guanxi-Netzwerk hat, erleichtert den Kontakt. Dies wird als seriöser und professioneller empfunden als eine Kontaktaufnahme mittels Brief, Telefon oder anonymen Treffen ohne Vorgeschichte. Zudem haften die Kontaktvermittler oft mit ihrem Namen für erfolgreiche Kontaktanbahnungen. Die Nähe zu einflussreichen Personen aus Politik und Wirtschaft wird deshalb gerne gesehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Herausforderungen der interkulturellen Zusammenarbeit mit chinesischen Geschäftspartnern angesichts Chinas rasantem wirtschaftlichen Aufstieg.
2 Das Kulturebenen-Modell: Vorstellung des Modells von Edgar Schein, welches als theoretischer Rahmen zur Strukturierung komplexer kultureller Phänomene dient.
3 Dritte Ebene: Grundannahmen: Untersuchung der tief verwurzelten religiösen und philosophischen Grundlagen Chinas, wie Daoismus, Buddhismus und Konfuzianismus.
4 Zweite Ebene: Das Gefühl, wie die Dinge sein sollen: Analyse von Werten und Normen, inklusive der Bedeutung von Harmonie, Gesichtswahrung und des Guanxi-Netzwerks.
5 Erste Ebene: Sichtbare Verhaltensweisen, Artefakte und Leitbild: Beschreibung beobachtbarer Verhaltensweisen im Geschäftsalltag, wie Hierarchie, Verhandlungsführung und Umgangsformen.
6 Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Erkenntnis, dass kulturelles Verständnis eine unverzichtbare Grundlage für wirtschaftlichen Erfolg in China ist.
Schlüsselwörter
Interkulturelle Kompetenz, China, Unternehmenskultur, Edgar Schein, Guanxi, Konfuzianismus, Harmonie, Gesichtswahrung, Geschäftsbeziehungen, Verhandlungsführung, Hierarchie, Geschäftsetikette, Kulturvergleich, Geschäftserfolg, Management.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die kulturellen Unterschiede im Geschäftsleben zwischen China und westlichen Ländern, um bessere Ansätze für eine erfolgreiche Zusammenarbeit zu finden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder umfassen die Philosophie, die soziale Struktur der Familie, die Bedeutung von Beziehungen (Guanxi) sowie spezifische Verhaltensweisen in geschäftlichen Verhandlungen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Das Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für die chinesische Denkweise zu schaffen, um Missverständnisse zu minimieren und die professionelle Kommunikation zu verbessern.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Analyse basiert auf dem „Kulturebenen-Modell“ von Edgar Schein, welches Kultur in Grundannahmen, Werte und sichtbare Artefakte unterteilt.
Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil ist nach Scheins Modell gegliedert und behandelt tiefgreifende Philosophien, soziale Normen wie das Gesichtswahren sowie sichtbare Praktiken wie Hierarchien und Geschäftsessen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind interkulturelle Kompetenz, Guanxi, Harmonie, Hierarchie und Geschäftsetikette.
Warum ist das "Gesicht wahren" für chinesische Partner so wichtig?
Das Gesicht steht für die persönliche Würde und soziale Anerkennung. Ein Gesichtsverlust wird mit der Verletzung der unantastbaren Menschenwürde gleichgesetzt, weshalb offene Konflikte vermieden werden.
Welche Rolle spielen Dolmetscher bei der Zusammenarbeit?
Sie dienen nicht nur der Übersetzung, sondern fungieren oft als Kulturvermittler, die bei sensiblen Themen schlichten und helfen, das Gesicht der Beteiligten zu wahren.
Warum ist der informelle "Smalltalk" geschäftlich so bedeutend?
Da in China geschäftliche Beziehungen primär zwischen Personen und nicht zwischen Institutionen entstehen, dient Smalltalk dazu, Vertrauen aufzubauen und das notwendige Guanxi-Netzwerk zu stärken.
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- Laura Koechling (Author), 2009, Interkulturelle Kompetenz: Der Umgang mit chinesischen Geschäftspartnern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/148764