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Eine Auseinandersetzung mit den Strukturen von Geschlechtermodellen im Sport und ihrer Alternativen

Title: Eine Auseinandersetzung mit den Strukturen von Geschlechtermodellen im Sport und ihrer Alternativen

Bachelor Thesis , 2023 , 46 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Anton Spieker (Author)

Sport - Sport Sociology
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Summary Excerpt Details

Welche Problemstellungen erwachsen aus dem binären System des Sports, wie werden diese Problematiken durch alternative Geschlechtermodelle adressiert und inwiefern verändern sie die Konditionen, unter denen Menschen mit unterschiedlichen Geschlechtsidentitäten am Sport teilhaben können?

Im Verlauf der Arbeit werden vier alternative Modelle vorgestellt, wie ein Wettkampf im Sport mit aussehen könnte, der sich nicht alleine an den Strukturen des binären Geschlechtermodells orientiert.

Der Anspruch des Sports ist es, eine faire Plattform zu schaffen, auf deren Basis Athlet*innen sportlich miteinander konkurrieren und interagieren können. In der aktuellen Sportwelt wird diese Fairness vor allem über die Geschlechtertrennung nach dem binären Geschlechtsmodell geschaffen, welches aufgrund der Annahme eingeführt wurde, dass Personen mit biologisch männlichem Geschlecht einen Vorteil gegenüber Personen mit biologisch weiblichem Geschlecht hätten. Wollen Sportler*innen mit Geschlechtervarianten wie Intergeschlechtliche, Nicht-Binäre und Transgender am Sport teilhaben, kann es mit der Zeit zum Konflikt zwischen deren Lebenswelt und der Welt des Sports kommen. Stimmt nämlich die Geschlechtsidentität von Athlet*innen nicht mit den binären Kategorien des Sportsystems überein, werden sie häufig mit dem Verweis auf mangelnde Fairness von Wettkämpfen ausgeschlossen.

Die Sportverbände werden aufgrund der Regularien des diskriminierenden Handelns gegenüber Sportler*innen diverser Geschlechteridentitäten bezichtigt, da sie deren Teilhabe am Sport mit Hürden versehen. Während auf internationaler Ebene diskutiert wird, wie Sportler*innen mit Geschlechtervarianten im binären Sportsystem integriert werden können, kann generell ein Austausch darüber geführt werden, ob nicht alternative Geschlechtermodelle zum binären Geschlechtersystem des Sports ausgearbeitet werden sollten, um die Inklusion von Menschen mit Geschlechtervarianten niederschwelliger zu gestalten. Die Auseinandersetzung mit der Thematik ist außerordentlich relevant, weil das Thema der Geschlechtervielfalt immer mehr ins Zentrum liberal orientierter Gesellschaft wandert und die Sportwelt nach den zahlreichen Kontroversen im Umgang mit Athlet*innen diverser Geschlechteridentitäten überlegen müsste, wie zukünftig mit dem Thema umgegangen werden sollte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definitionen relevanter Termini

2.1. Die Begriffe sex und gender

2.2. Cis-Gender, Transgender und Nicht-Binär

2.3. Intergeschlechtlichkeit

3. Das binäre System des Sports

3.1. Die Entwicklung von Geschlecht als Leistungsklasse

3.2. Die Historie der Geschlechterverifikationen

3.2.1. Visuelle Verifikation der Geschlechtszugehörigkeit

3.2.2. Chromosomale Verifikation der Geschlechtszugehörigkeit

3.2.3. Hormonelle Verifikation der Geschlechterzugehörigkeit

3.3. Kontroversen der Geschlechterzugehörigkeit

4. Problemstellungen des binären Systems im Sport

4.1 Die Entwicklung der Geschlechterdifferenz im Sport

4.2 Eine Frage der Fairness – Physiologische Entwicklung männlicher und weiblicher Körper

4.3 Der Fall Caster Semenya – Mediale Darstellung und Diskussionen

4.4 Das Problem der Inklusion von Geschlechterdiversität

5. Eine Darstellung alternativer Geschlechtermodelle im Sport

5.1. Move-Up Kategorie

5.2. Delimited/Denaturalized Kategorie

5.3. Athletic Gender Kategorie

5.4. Mixed-Gender und Unisex Kategorie

6. Ausblick

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Probleme, die sich aus dem binären Geschlechtersystem im Leistungssport ergeben und analysiert, inwiefern alternative Geschlechtermodelle diese Problematiken adressieren und die inklusive Teilhabe von Menschen mit unterschiedlichen Geschlechtsidentitäten ermöglichen können.

  • Strukturanalyse des binären Geschlechtersystems im Sport
  • Die Historie und Problematik von Geschlechterverifikationstests
  • Mediale und diskursive Auseinandersetzung anhand prominenter Fallbeispiele
  • Vorstellung und Bewertung alternativer Kategorien wie Move-Up, Athletic Gender und Unisex-Modelle
  • Diskussion von Fairness-Konzepten im Kontext von Geschlechtervielfalt

Auszug aus dem Buch

3.2.2. Chromosomale Verifikation der Geschlechtszugehörigkeit

Als Antwort auf die massiven Kritiken führten das IOC und IAAF im Jahr 1967 ein neues Testverfahren ein, welches ein höheres Maß an Wissenschaftlichkeit versprechen sollte. Der Barr-Body-Test wurd zur Bestimmung des chromosomalen Geschlechts herangezogen und versuchte, das inaktive X-Chromosom aufzusuchen, welches überwiegend bei Frauen in der Chromosomenpaarung XX gefunden wird. Bei Männer hingegen ist überwiegend die Chromosomenpaarung XY anzufinden. Eine Person wird demnach als Frau klassifiziert, wenn das zweite (inaktive) X-Chromosom durch den Barr-Body-Test nachgewiesen wird.

Ebenso wie bei der binären Einordnung in Mann und Frau anhand des genitalen Geschlechtes mangelt es dem Barr-Body-Test an Aussagekraft: „the test for chromosomal sex does not necessarily map on to physiological or phenotypic sex.“ Eine binäre Einordnung des chromosomalen Geschlechts in die Norm, XX = Frau und XY = Mann kann zwar gelingen, doch kommt es nicht selten zu Abweichungen von der Norm (Anomalien). Das chromosale Geschlecht lässt nicht zwingend Schlussfolgerungen auf physiologische Körpereigenschaften wie das genitale oder gonadale Geschlecht zu.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Konflikt zwischen dem binären Geschlechtermodell im Sport und dem Inklusionsanspruch für Athlet*innen mit Geschlechtervarianten.

2. Definitionen relevanter Termini: Dieses Kapitel klärt die begrifflichen Unterscheidungen zwischen sex und gender sowie die Definitionen von Cis-Gender, Transgender, Nicht-Binär und Intergeschlechtlichkeit.

3. Das binäre System des Sports: Es erfolgt eine Darstellung der historischen Entwicklung von Geschlecht als Leistungsklasse und die damit verbundenen, oft problematischen Verifikationsmethoden.

4. Problemstellungen des binären Systems im Sport: Hier werden die Entstehung der Geschlechterdifferenz und die Probleme der Fairness-Definitionen sowie der Umgang mit prominenten Fällen wie Caster Semenya diskutiert.

5. Eine Darstellung alternativer Geschlechtermodelle im Sport: Die Arbeit analysiert verschiedene alternative Ansätze wie die Move-Up, Delimited/Denaturalized, Athletic Gender sowie Mixed-Gender und Unisex Kategorien.

6. Ausblick: Der Ausblick thematisiert, wie geschlechtergemischte Settings das Verständnis von Weiblichkeit und Männlichkeit beeinflussen und den Zugang zu sportlichen Grundvorteilen verbessern könnten.

7. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass alternative Modelle das binäre System zwar nicht vollständig ablösen, aber notwendige Ansätze bieten, um Diskriminierung zu reduzieren und Inklusion zu institutionalisieren.

Schlüsselwörter

Geschlechterbinarität, Sport, Inklusion, Sex, Gender, Intergeschlechtlichkeit, Transgender, Leistungsklasse, Geschlechterverifikation, Testosteron, Fairness, Geschlechtervielfalt, Wettkampf, Athletinnen, Diskriminierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das binäre Geschlechtersystem im Leistungssport und die daraus resultierenden Herausforderungen für Athlet*innen, die nicht in dieses Modell passen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Der Fokus liegt auf den Themen Geschlechterverifikation, Fairness-Debatten, der Inklusion von Menschen mit Varianten der Geschlechtsentwicklung sowie alternativen Sportmodellen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Problematiken des aktuellen Systems zu identifizieren und zu explorieren, wie alternative Geschlechtermodelle für ein inklusiveres Umfeld sorgen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verfolgt einen literaturbasierten Ansatz, bei dem relevante theoretische Ausarbeitungen und sportwissenschaftliche Diskursanalysen ausgewertet werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Entstehung der Geschlechtertrennung, die Historie der Testverfahren, die Kontroverse um Caster Semenya sowie verschiedene alternative Kategoriensysteme im Sport.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Geschlechterbinarität, Inklusion, soziale Konstruktion von Geschlecht, Fairness und Leistungsklassen.

Wie unterscheidet sich die "Move-Up" Kategorie von klassischen Systemen?

Die Move-Up Kategorie erlaubt Frauen – ähnlich wie beim Gewichtsklassen-System im Boxen – freiwillig gegen Männer anzutreten, um die durch das binäre System zementierte Dominanz des männlichen Geschlechts zu hinterfragen.

Warum kritisieren betroffene Athlet*innen die bisherigen Testmethoden?

Die Tests werden als invasiv, übergriffig und wissenschaftlich ungenau kritisiert, da sie häufig zu schwerwiegenden persönlichen, gesundheitlichen und beruflichen Konsequenzen ohne einen nachweisbaren Leistungsvorteil führten.

Was ist der Kern der "Unisex" Kategorie nach Martínková?

Der Ansatz zielt darauf ab, den Fokus von der binären Geschlechterkategorie auf ein breites Spektrum an Fähigkeiten zu verlagern, sodass Wettkämpfe unabhängig von Geschlechtsidentitäten durchgeführt werden können.

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Details

Title
Eine Auseinandersetzung mit den Strukturen von Geschlechtermodellen im Sport und ihrer Alternativen
College
University of Göttingen  (Institut für Sportwissenschaften)
Grade
1,0
Author
Anton Spieker (Author)
Publication Year
2023
Pages
46
Catalog Number
V1487886
ISBN (PDF)
9783389042083
ISBN (Book)
9783389042090
Language
German
Tags
Gender Semenya Geschlechtermodelle Transgender Intergeschlechtlichkeit Non-binär World Athletics IOC Sport Soziologie Gesellschaft Wettkampf Fairness Leichtathletik Sportsoziologie Sportethik Weltverband Move-Up Kategorie Delimited Kategorie Athletic Gender Kategorie Mixed-Gender Kategorie Unisex Kategorie Gleichberechtigung Inklusion Hormongrenzen Testosteron Binär System Geschlechterverifikation biologisches Geschlecht soziales Geschlecht Sex & Gender Problem Physiologie Körper Diskussion Alternativ Kategorie Kategorisierung Leistungsklasse Bachelorarbeit Struktur Sportwelt Mixed Unisex Olympia Geschlechterbild Körperbild Geschlechterdiversität Diversität Diskurs Stigmatisierung Geschlechterklasse Politik Leistung Druck Sportgeschichte Chromosomen Hormone Geschlechterdifferenz Sozialisation aktuell Stereotypen Gender-Stereotypen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anton Spieker (Author), 2023, Eine Auseinandersetzung mit den Strukturen von Geschlechtermodellen im Sport und ihrer Alternativen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1487886
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