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Der arabische Einfluss auf die Spanische Sprache

Toponomastik

Title: Der arabische Einfluss auf die Spanische Sprache

Seminar Paper , 2005 , 16 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Ralf Beckendorf (Author)

Romance Studies - Spanish Studies
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Summary Excerpt Details

Nach der römischen Herrschaft auf der iberischen Halbinsel und der damit verbundenen Romanisierung, ist die Eroberung der Halbinsel durch die Araber und der damit verbundene Einfluss der arabischen Sprache auf das Spanische, der deutlichste Einschnitt in der spanischen Sprachentwicklung. Die alten Gliederungen mit ihren sprachlichen und kulturellen Zentren im Süden der Halbinsel, in der damaligen Baetica, wurden überlagert. Es sind zwar sprachliche Elemente des älteren Romanischen durch die Mozaraber erhalten geblieben, diese Unterschieden sich aber deutlich von den neueren Ausprägungen des Romanischen aus dem Norden, wie z.B. des Kastilischen. Das Kastilische hat seine Ausbildung bereits in Altkastilien erfahren, bevor es im Zuge der Reconquista nach Süden getragen wurde. Das Galicische hingegen entwickelte sich erst, mit dem weiteren Voranschreiten der Christen, nach Süden zum Portugiesischen. [...]

Einige der wichtigsten arabischen Städtegründungen, die hier genannt werden sollen, waren das 831 gegründete Mursiya = Murcia, das 855 erbaute Kal´at Rabah = Calatrava, das durch Abd ar-Rahman III. als Hafenstadt gegründete Al-Mariya = Almería und auch die Stadt Granada ist an dieser Stelle zu nennen, als Gründung der ersten Hälfte des 11.Jahrhunderts. „Es wurde nach der hier vorher existierenden Judensiedlung Gharnata Alyejud genannt. Die benachbarte römisch-westgotische Stadt Illiberis (iberisch, „Neustadt“, jetzt Elvira, von arab. Ilbirah) schrumpfte darauf.“ Das Beispiel der Stadt Illiberis zeigt, dass sich unter den spanischen Städtenamen Beispiele für die Arabisierung älterer Städtenamen finden lassen. Städtenamen mit keltischen, griechischen, iberischen, karthagoschen oder römischen Wurzeln haben unter der arabischen Herrschaft eine Wandlung erfahren, dessen heutige Namen sich auf arabisierten Namen zurückführen lassen. Weitere Beispiele für derartig arabisierte Städtenamen sind:
Olisipone = Al-Usbuna = Lisboa; Caesara Augusta = Sarakusta = Zaragoza; Corduba = Kurtuba = Córdoba. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 HISTORISCHE ÜBERSICHT – DIE ARABER AUF DER IBERISCHEN HALBINSEL

3 DAS ARABISCHE KULTURADSTRAT

4 ARABISCHE NAMEN IM LANDSCHAFTSBILD DER IBERISCHEN HALBINSEL

4.1 ARABISCHE TOPONYMIE

4.2 ARABISCHE HYDRONYMIE

5 DER ARABISCHE EINFLUSS AUF DIE SPANISCHE SPRACHE; FAZIT

6 QUELLENANGABEN UND ANHANG

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den historischen und linguistischen Einfluss der arabischen Sprache auf das Spanische unter besonderer Berücksichtigung der Toponomastik und Hydronymie auf der iberischen Halbinsel. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die arabische Herrschaft das Vokabular, insbesondere in den Bereichen Kultur, Technik und Namensgebung, nachhaltig geprägt hat.

  • Historischer Kontext der arabischen Präsenz auf der iberischen Halbinsel
  • Definition und Wirkungsweise des arabischen Kulturadstrats
  • Analyse arabischer Lehnwörter im spanischen Wortschatz
  • Untersuchung von Orts- und Flussnamen als Zeugnisse arabischer Namensgebung
  • Bedeutung des arabischen Einflusses für das heutige Spanisch

Auszug aus dem Buch

4 Arabische Namen im Landschaftsbild der iberischen Halbinsel

Wie bereits erwähnt worden ist war der Einfluss der arabischen Sprache auf das Spanische, nach dem Latein der Römer, der Größte. Allerdings lässt sich, was die arabischen Namen im Landschaftsbild der iberischen Halbinsel angeht, eine starke Tendenz nach Süden abzeichnen. Der Grund dafür liegt auch hier wieder in den historischen Begebenheiten. Die nördlichen Gebiete der iberischen Halbinsel waren nie fest in der Hand der islamischen Invasoren. Schon in den Jahren 718 – 722 wurde das neugotische Königreich Asturien gegründet und auch die portugiesischen Gebiete nördlich des Duoro waren bereits im Jahr 750 wieder in der Hand christlicher Herrscher.

„Fast das Gleiche läßt sich von Galicien sagen. Denn der Zug des Al-Mansur um das Jahr 1000, der bis dorthin führte, war ein völlig ephemeres Ereignis ohne positive Nachwirkung.“ Je weiter man bei der Betrachtung der Gebiete der Halbinsel nach Süden kommt, umso stärker zeichnet sich der Einfluss des arabischen auf die Namensgebung des Landschaftsbildes ab. Die südlichen Gebiete der Halbinsel standen am längsten unter der Herrschaft des Halbmondes, dem islamischen Reich Al-Andalus. Zuletzt fiel das Königreich Granada. Um diese Tatsache besser zu veranschaulichen wurden im Anhang zwei Karten beigefügt, die der Arbeit „Maurische Züge im geographischen Bild der Iberischen Halbinsel“ von Hermann Lautensach entnommen wurden.

„ […] Karte 1 stellt […] die absolute Verbreitung der 2907 ermittelten topographischen Namen durch je einen Punkt dar, und Karte 2 gibt die Dichte der Namen auf 1000 qkm für die 47 spanischen Festlandprovinzen, die 18 portugiesischen Distrikte sowie 4 einzelnen Inseln der Balearen, also für 69 vorwiegend politische Einheiten an.“

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der arabischen Sprachbeeinflussung auf der iberischen Halbinsel und Darlegung des methodischen Vorgehens sowie der Zielsetzung der Arbeit.

2 HISTORISCHE ÜBERSICHT – DIE ARABER AUF DER IBERISCHEN HALBINSEL: Überblick über die historische Situation vor und während der arabischen Eroberung sowie die politischen Rahmenbedingungen der Herrschaftszeit.

3 DAS ARABISCHE KULTURADSTRAT: Theoretische Einordnung des arabischen Einflusses als Kulturadstrat und Untersuchung der sprachlichen Auswirkungen auf das spanische Vokabular.

4 ARABISCHE NAMEN IM LANDSCHAFTSBILD DER IBERISCHEN HALBINSEL: Analyse der topographischen Spuren des Arabischen, unterteilt in allgemeine Ortsnamen sowie spezifische Kategorien der Toponymie und Hydronymie.

4.1 ARABISCHE TOPONYMIE: Untersuchung der arabischen Prägung von Städtenamen und der soziokulturellen Transformation der städtischen Strukturen nach der Eroberung.

4.2 ARABISCHE HYDRONYMIE: Analyse der Fluss- und Gewässernamen, die aufgrund ihrer geographischen Beständigkeit tiefe Einblicke in die frühe arabische Einflussnahme geben.

5 DER ARABISCHE EINFLUSS AUF DIE SPANISCHE SPRACHE; FAZIT: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Bestätigung der signifikanten, bis heute spürbaren Prägung der spanischen Sprache durch das Arabische.

6 QUELLENANGABEN UND ANHANG: Auflistung der verwendeten Fachliteratur und Verweise auf ergänzendes Kartenmaterial.

Schlüsselwörter

Spanische Sprache, Arabisch, Iberische Halbinsel, Kulturadstrat, Reconquista, Toponymie, Hydronymie, Arabismen, Mauren, Sprachwissenschaft, Lehnwörter, Kulturgeschichte, Ortsnamen, Al-Andalus, Linguistik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem sprachlichen Einfluss der arabischen Kultur und Sprache auf das Spanische und andere romanische Sprachen der iberischen Halbinsel.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung der arabischen Herrschaft, der linguistischen Theorie des Kulturadstrats sowie der Analyse von Orts- und Flussnamen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, den umfassenden Einfluss der Araber auf den spanischen Wortschatz zu belegen und zu veranschaulichen, wie sich dieser in der Toponomastik widerspiegelt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine kulturgeographische und linguistische Analyse, gestützt auf die Auswertung einschlägiger Fachliteratur zur spanischen Sprachwissenschaft und zur maurischen Geschichte.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden das historische Umfeld, die Begriffsdefinition des Kulturadstrats und eine detaillierte Untersuchung von arabisch geprägten Toponymen und Hydronymen dargelegt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Arabismen, Kulturadstrat, Reconquista, Toponymie, Hydronymie und Al-Andalus.

Warum wird die Toponymie als zentral angesehen?

Ortsnamen gelten als kulturgeographische Indikatoren, da sie eine hohe Beständigkeit aufweisen und die Geschichte der Besiedlung und sprachlichen Überlagerung sichtbar machen.

Welche Rolle spielt die Reconquista für die Sprachforschung?

Die Reconquista markiert den Rückzug der arabischen Herrschaft und führte zu einer spezifischen Mischung aus arabischen und romanischen Sprachbestandteilen in den eroberten Gebieten.

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Details

Title
Der arabische Einfluss auf die Spanische Sprache
Subtitle
Toponomastik
College
University of Leipzig  (Institut für Romanistik)
Course
Srpachgeschichte/Toponomastik
Grade
1,3
Author
Ralf Beckendorf (Author)
Publication Year
2005
Pages
16
Catalog Number
V148800
ISBN (eBook)
9783640594184
ISBN (Book)
9783640593835
Language
German
Tags
Linguistik Sprachgeschichte Arabisch Spanisch
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ralf Beckendorf (Author), 2005, Der arabische Einfluss auf die Spanische Sprache, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/148800
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