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Kreolistik als Bereich soziolinguistischer Forschung

Am Beispiel spanisch basierter Kreolsprachen

Title: Kreolistik als Bereich soziolinguistischer Forschung

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 24 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Ralf Beckendorf (Author)

Romance Studies - Spanish Studies
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Aus der Perspektive der heutigen Linguistik, ist es selbstverständlich, dass Sprachkontakte und sich daraus entwickelnde Mischsprachen bereits solange existieren, wie das Phänomen der Sprache als solches und das es aus diesem Grund in allen Teilen der Welt und zu verschiedensten Zeiten zur Bildung von Kreolidiomen gekommen ist. Um die Aufgabe dieser Untersuchung gezielt zu verfolgen und den begrenzten Rahmen effektiv zu nutzen, konzentriert sich die Arbeit auf jene Kreolsprachen, welche sich vor allem durch die Spanier und die Portugiesen im Zuge des Kolonisierungsprozesses, auf dem südamerikanischen Kontinent und in der Karibik haben bilden können. Da jedoch auch eine Begrenzung auf diesen Bereich noch immer einen sehr großen Umfang aufweisen würde und die Gefahr besteht, sich bei den Erläuterungen in einer substanzlosen Weite des Gegenstandes zu verlieren, oder sich an Aspekten aufzuhalten, die für die vorliegende Untersuchung als Marginalien gewertet werden müssten, sollen hier nur die spanisch basierten Kreolsprachen als Exempel der Untersuchung dienen. Es lassen sich bei den Sprechern spanisch basierter Kreolsprachen zudem einige Phänomene feststellen, wenn diese Spanisch sprechen, was wiederum Rückschlüsse auf die Entwicklung und die Struktur ihrer eigenen Kreolsprache ermöglicht und die an dieser Stelle noch kurz erwähnt werden sollen. Bei Kreolsprachlern, die Spanisch sprechen lässt sich häufig eine gedoppelte Verneinung feststellen, die sowohl vor- als auch nachgestellt wird: „No hablo inglés no.“ Des Weiteren kann man oftmals eine Reduzierung des Plurals; „Las hija tuya.“, sowie einen extrem hohen Gebrauch der Subjektpronomen feststellen. Einige weitere Merkmale sind ein reduzierter Gebrauch von Artikeln, das Fehlen einer Einleitung des Nebensatzes durch die Konjunktion que, das häufige Fehlen von Reflexiv- und Passivkonstruktionen oder das Fehlen von Kopulaverben. Im Vergleich zu anderen Kreolsprachen, die auf europäischen Sprachen, wie beispielsweise Französisch oder Niederländisch basieren, hat das Spanische nur sehr wenig Kreolsprachen hervorgebracht: das Papiamentu, das Palenquero, und das Chabacano, wobei das Palenquero als eine der bedeutendsten Quellen zur Erforschung von alten Kreols gilt, da es etwa zweihundert Jahre lang in Kolumbien isoliert bestand und daher lange Zeit frei von weiteren Einflüssen anderer Sprachen blieb. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG

1.1 SPANISCH – BASIERTE KREOLSPRACHEN

1.2 PAPIAMENTU

2 EINFÜHRUNG IN DIE TERMINOLOGIE

2.1 PIDGIN – UND KREOLSPRACHEN

2.11 Pidgin

2.12 Kreol

2.13 Jargon

2.2 DIE ENTSTEHUNG VON KREOLSPRACHEN

2.21 Baby- und Foreignertalk

3 VON DER LINGUISTIK ZUR KREOLISTIK

3.1 DER PERSPEKTIVENWECHSEL IN DER LINGUISTIK

3.2 DIE BILDUNG DER KREOLISTIK

4 KREOLISTIK ALS BEREICH SOZIOLINGUISTISCHER FORSCHUNG

4.1 SOZIOLINGUISTIK

4.2 KREOLISITK

4.21 Die frühesten Forschungsansätze

4.22 Die aktuellen Forschungsansätze

5 SCHLUSSBETRACHTUNGEN

6 QUELLENANGABEN

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit zielt darauf ab, eine Einführung in die Erforschung von Kreolsprachen zu geben und die Kreolistik als festen Bereich innerhalb der Soziolinguistik zu etablieren, wobei der Fokus exemplarisch auf spanisch basierten Kreolsprachen wie dem Papiamentu liegt.

  • Grundlegende Terminologie von Pidgin- und Kreolsprachen
  • Entstehungsprozesse von Kreolsprachen im kolonialen Kontext
  • Historischer Perspektivenwechsel in der Linguistik
  • Verortung der Kreolistik in der Soziolinguistik
  • Diskussion aktueller und historischer Forschungsansätze

Auszug aus dem Buch

2.11 Pidgin

Die Herkunft der Bezeichnung Pidgin ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Die bekannteste Auffassung ist jene, dass es sich bei dem Wort Pidgin um eine Variante des englischen Wortes buisness handelt, ausgesprochen in einer englisch – chinesischen Pidginsprache. Eine andere These zur Etymologie des Wortes Pidgin, vermutet dessen Herkunft in dem hebräischen Wort „pidjom“ , welches ebenfalls, wie auch das englische buisness, die Bedeutung von „Handel“ und „Austausch“ inne hat. Unabhängig davon, ob die wahre Herkunft des Begriffes Pidgin in der Zukunft noch geklärt werden kann, wird an diesen beiden etymologischen Beispielen deutlich, in welchem Milieu Pidginsprachen vorwiegend verortet werden können: im Bereich wirtschaftlicher Beziehungen zwischen verschiedensprachigen Volksgruppen.

Der Bereich des Handels zwischen verschieden sprachigen, ethnischen Gruppen, stellt zwar eine der wichtigsten Grundlagen für die Herausbildung von Pidginsprachen dar, ist jedoch nicht die Einzige. Aus diesem Grund kann dieser Bereich noch nicht für eine allgemeine Definition von Pidginsprachen ausreichen. Dennoch muss an dieser Stelle eine allgemeine Definition des Begriffes gemacht werden, da sie für den weiteren Verlauf der Arbeit von essentieller Bedeutung ist.

Unter einem Pidgin, oder einer Pidginsprache, versteht man eine Mischsprache, die sich aus einem intensiven Sprachkontakt zwischen verschiedensprachigen, heterogenen Volksgruppen gebildet hat: „A Pidgin is a reduced language that results from extended contact between groups of people with no language in common […]“.

Zusammenfassung der Kapitel

EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die Erforschung von Mischidiomen ein und erläutert die Zielsetzung, die Kreolistik als soziolinguistisches Teilgebiet zu konstituieren.

1.1 SPANISCH – BASIERTE KREOLSPRACHEN: Dieses Kapitel fokussiert sich auf durch spanische Kolonisation entstandene Kreolsprachen und deren sprachliche Merkmale.

1.2 PAPIAMENTU: Hier wird das Papiamentu als zentrales Fallbeispiel hinsichtlich seiner Entstehung und sprachlichen Einflüsse analysiert.

2 EINFÜHRUNG IN DIE TERMINOLOGIE: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Pidgin, Kreol und Jargon, um eine theoretische Grundlage für die weiterführende Analyse zu schaffen.

2.1 PIDGIN – UND KREOLSPRACHEN: Dieser Abschnitt behandelt die grundlegenden Charakteristika und Unterschiede zwischen Pidgin- und Kreolsprachen.

2.11 Pidgin: Dieses Kapitel widmet sich der Etymologie und der Definition von Pidginsprachen als Resultat ausgedehnter Sprachkontakte.

2.12 Kreol: Hier wird der Begriff Kreol etymologisch hergeleitet und die Kreolsprache als autonome Muttersprache charakterisiert.

2.13 Jargon: Dieser Abschnitt grenzt den Begriff Jargon von Pidgin- und Kreolsprachen ab.

2.2 DIE ENTSTEHUNG VON KREOLSPRACHEN: Dieses Kapitel beleuchtet den Prozess der Kreolisierung von der ersten Pidginphase bis zur Etablierung als Muttersprache.

2.21 Baby- und Foreignertalk: Hier wird das Konzept des Foreignertalks als möglicher Auslöser für die Vereinfachung von Sprache in Kontakt-Situationen untersucht.

3 VON DER LINGUISTIK ZUR KREOLISTIK: Dieses Kapitel beschreibt den historischen Wandel innerhalb der Linguistik, der die Entstehung der Kreolistik erst ermöglichte.

3.1 DER PERSPEKTIVENWECHSEL IN DER LINGUISTIK: Hier wird der Übergang von einer statischen, diachronen Sprachbetrachtung zu einem dynamischen, soziologischen Verständnis von Sprache thematisiert.

3.2 DIE BILDUNG DER KREOLISTIK: Dieses Kapitel dokumentiert die Institutionalisierung der Kreolistik als eigenständigen Forschungsbereich im 20. Jahrhundert.

4 KREOLISTIK ALS BEREICH SOZIOLINGUISTISCHER FORSCHUNG: Dieses Kapitel untersucht die Einordnung der Kreolistik als Teilbereich der Soziolinguistik.

4.1 SOZIOLINGUISTIK: Dieser Abschnitt bestimmt den Gegenstandsbereich und die verschiedenen Strömungen der Soziolinguistik.

4.2 KREOLISITK: Hier werden zentrale Forschungsansätze der Kreolistik vorgestellt.

4.21 Die frühesten Forschungsansätze: Dieser Abschnitt skizziert historische Dokumentationsversuche von Mischsprachen.

4.22 Die aktuellen Forschungsansätze: Hier werden moderne Theorien wie Monogenese und universalistische Erklärungsmodelle diskutiert.

5 SCHLUSSBETRACHTUNGEN: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert die Einbettung der Kreolistik in die soziolinguistische Forschung.

6 QUELLENANGABEN: Das Literaturverzeichnis führt alle in der Arbeit verwendeten Quellen auf.

Schlüsselwörter

Kreolistik, Soziolinguistik, Pidgin, Kreolsprache, Papiamentu, Sprachkontakt, Kolonialismus, Sprachtheorie, Foreignertalk, Monogenese, Universalismus, Sprachwandel, Mischsprache, Sprachsoziologie, Linguistik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit thematisiert die Kreolistik als spezialisierten Forschungsbereich innerhalb der Soziolinguistik und untersucht die Entstehung sowie Entwicklung von Kreolsprachen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Terminologie von Pidgin- und Kreolsprachen, den historischen Entwicklungsstadien dieser Sprachen und der soziolinguistischen Einbettung der Kreolistik.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Hauptziel ist es, eine Einführung in die Erforschung von Kreolsprachen zu geben und die wissenschaftliche Notwendigkeit zu begründen, die Kreolistik als einen Bereich der Soziolinguistik zu führen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretisch-analytische Methode, indem sie bestehende soziolinguistische Theorien auf den Prozess der Kreolisierung anwendet und durch Fallbeispiele, insbesondere das Papiamentu, illustriert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die terminologische Einführung, den historischen Wandel der Linguistik hin zur Soziolinguistik und die detaillierte Untersuchung aktueller Forschungsansätze zur Kreolentstehung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Kreolistik, Soziolinguistik, Sprachkontakt, Kolonialismus und Sprachwandel charakterisieren.

Warum spielt das Papiamentu eine besondere Rolle in dieser Untersuchung?

Das Papiamentu dient als primäres Fallbeispiel, da es die Einflüsse verschiedener europäischer und afrikanischer Sprachen im Zuge der kolonialen Geschichte anschaulich macht.

Wie grenzt die Arbeit Pidgin von Kreolsprachen ab?

Die Arbeit definiert Pidgin als reduzierte Kontaktsprache ohne Muttersprachler, während ein Kreol als stabile Sprache mit einer eigenen Grammatik und Muttersprachlern beschrieben wird.

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Details

Title
Kreolistik als Bereich soziolinguistischer Forschung
Subtitle
Am Beispiel spanisch basierter Kreolsprachen
College
University of Leipzig  (Institut für Romanistik)
Course
Soziolinguisitk des Spanischen in Amerika
Grade
1,7
Author
Ralf Beckendorf (Author)
Publication Year
2007
Pages
24
Catalog Number
V148804
ISBN (eBook)
9783640594207
ISBN (Book)
9783640593842
Language
German
Tags
Linguistik Kreolsprachen Pidgin Wissenschaftstheorie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ralf Beckendorf (Author), 2007, Kreolistik als Bereich soziolinguistischer Forschung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/148804
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