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Abhängigkeitssyndrom und Borderline-Persönlichkeitsstörung in der Sozialen Arbeit

Titel: Abhängigkeitssyndrom und Borderline-Persönlichkeitsstörung in der Sozialen Arbeit

Bachelorarbeit , 2021 , 67 Seiten , Note: 1,1

Autor:in: Jakob Hönnige (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Zielsetzung dieser Arbeit ist die Heranführung der Sozialen Arbeit an das Krankheitsbild der Doppeldiagnose sowie der Sensibilisierung gegenüber dieser.

Weitergehend ist das Ziel der vorliegenden Arbeit, mögliche sozialarbeiterische Methoden beziehungsweise Handlungsempfehlungen zu erarbeiten, die sich innerhalb der Profession wieder finden. Die Forschungsfrage dieser Arbeit lautet dahingehend: „Welche Handlungsmöglichkeiten bieten sich der Sozialen Arbeit in der Praxis mit Doppeldiagnose Patient*innen die unter einer Borderline-Persönlichkeitsstörung leiden?“

„Herr B., der Mitte der Siebzigerjahre geboren wurde, wuchs als einziges Kind bei seiner Mutter und deren Eltern in Hessen auf. Herr B. hat keine Berufsausbildung absolviert. Er sei nach Schulende zu Hause "rausgeflogen". Danach habe er mehr als ein Jahrzehnt wechselnd auf der Straße, in eigener Wohnung oder in Einrichtungen der Jugendfürsorge verbracht. Später in Süddeutschland habe er teils auf der Straße, teils in Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe, teils in Einrichtungen für Menschen mit psychischen Störungen gelebt. Dabei wurde eine Schizophrenia Simplex diagnostiziert, daneben in der Vorgeschichte Alkohol- und weitere Substanzabhängigkeiten, weiterhin eine antisoziale Persönlichkeitsstörung.“ Der Krankheitsverlauf und die Biografie des Betroffenen B. spiegelt die häufige Lebensrealität von Personen mit einer Doppeldiagnose und deren massiven Auswirkungen auf das Leben der Betroffenen.

Der beschriebene Fall des Betroffenen B. ist dabei charakteristisch für die möglichen Situationen von Doppeldiagnose Patient*innen. Die Problembereiche erstrecken sich in fast alle Lebensbereiche der Betroffenen sowie deren Angehörigen. Die erkrankten Personen weißen oft problematische Beziehungen zu ihrem Umfeld auf und sind von Armut bedroht. In vielen Fällen führt diese Dynamik zu einer gesetzlichen Auffälligkeit der Betroffenen. Durch die häufig starken Konsummuster leidet die Gesundheit der Erkrankten längerfristig.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theorie

2.1 Abhängigkeitssyndrom

2.1.1 Definition

2.1.1.1 Missbrauch

2.1.2 Klassifikation

2.1.2.1 ICD-10

2.1.2.2 DSM-V

2.1.3 Substanzgebundene Süchte

2.1.4 Substanzungebundene Süchte

2.1.5 Ätiologie

2.1.5.1 Bio-psycho-soziales Modell

2.1.5.2 Lerntheoretisches Modell

2.1.5.3 Kognitive Modelle

2.1.5.4 Neurobiologische Ansätze

2.1.5.5 Genetische Ansätze

2.1.5.6 Psychoanalytische Modellvorstellung

2.2 Borderline-Persönlichkeitsstörung

2.2.1 Störungsbild

2.2.2 Klassifikation

2.2.3 Epidemiologie

2.2.4 Ätiologie Persönlichkeitsstörung

2.2.4.1 Genetik

2.2.4.2 Frühe Einflüsse

2.2.4.3 Familiäre Einflüsse

2.2.4.4 Neurobiologische Korrelate

2.2.5 Ätiologie Borderline Persönlichkeitsstörung

2.2.5.1 Kognitive Theorie

2.2.5.2 Neuropsychologische Defizite

2.2.5.3 Psychodynamisches Modell

2.2.5.4 Neurobehaviorales Modell

2.2.6 Skillstraining

2.2.7 Schwierigkeiten und Probleme

2.3 Doppeldiagnose

2.3.1 Definition

2.3.2 Klassifikation

2.3.3 Epidemiologie

2.3.4 Differenzialdiagnose

2.3.5 Ätiologie

2.3.6 Komorbidität von Borderline-Persönlichkeits- und Substanzstörung

2.3.6.1 Auswirkungen

2.3.7 Lebenssituationen

3 Handlungsweise der Sozialen Arbeit

3.1.1 Geschichte des Case Management

3.1.2 Grundlagen des Case Management

3.1.2.1 Case Manager*in

3.1.2.2 Phasen des Case Managements

3.1.3 Risiken des Case Management

3.1.4 Interprofessionelle Zusammenarbeit

4 Schlussfolgerung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die Situation von Menschen mit einer Doppeldiagnose (Abhängigkeitssyndrom und Borderline-Persönlichkeitsstörung) und untersucht, welche Handlungsmöglichkeiten die Soziale Arbeit besitzt, um diese Zielgruppe effektiv in ihrem Alltag und bei ihrer medizinisch-sozialen Versorgung zu unterstützen.

  • Grundlagen der Abhängigkeitserkrankungen (Ätiologie und Klassifikation)
  • Störungsbild und Ätiologie der Borderline-Persönlichkeitsstörung
  • Doppeldiagnose als komplexe Komorbidität und ihre Auswirkungen auf die Lebenswelt
  • Case Management als sozialarbeiterische Interventionsmethode
  • Interprofessionelle Zusammenarbeit zwischen sozialen und medizinischen Diensten

Auszug aus dem Buch

2.2 Borderline-Persönlichkeitsstörung

„Auf einmal war es ihm klar, dass die Suche der einzige Grund des bisherigen Nichtfindens gewesen war; dass man da draussen in der Welt nicht finden und daher nie haben kann, was man immer schon ist.“ (WATZLAWICK 2011)

Die Borderline Persönlichkeitsstörung steht für chaotische Beziehungen, starke Stimmungsschwankungen und einem instabilen Selbstbild. Erkrankte Personen haben hierbei oft mit großer Angst, Depression und Reizbarkeit zu kämpfen, was bis zu mehreren Tagen anhalten kann. In vielen Fällen geraten die Erkrankten im Rahmen von Wutausbrüchen mit anderen Personen aneinander, da es ihnen schwerfällt, ihre Wut und ihre Emotionen unter Kontrolle zu halten. Die zwischenmenschlichen Beziehungen zeigen sich dabei intensiv, begleitet von einer Unstetigkeit dieser. Zusätzlich sind die Beziehungen sehr wechselhaft und sporadisch, dabei kann die Qualität dieser stark schwanken, von einer großen Opferbereitschaft zugunsten der Beziehung bis hin zu gefühlskalter Gleichgültigkeit gegenüber dieser. Die Erkrankten finden sich oft in destruktivem und selbstschädigendem Verhalten wieder, das in vielen Fällen einen manipulativen Charakter innehat.

Weitergehend fällt es ihnen schwer ihre Impulse ausreichend zu kontrollieren und haben häufig schnell wechselnde Sexualbeziehungen. Viele Erkrankte berichten von einer starken inneren Leere und Tendenzen zur Selbstverletzung. Die Betroffenen Personen leiden unter einer andauernden Identitätsstörung, die sich in dem im Folgenden beschriebenen Bereichen mindestens zweimal abzeichnet. Die Felder bestehen aus den langfristigen Werten, der sexuellen Orientierung sowie dem Selbstbild. Es scheint ihnen nicht möglich zu sein einen normalen Lebensweg zu wählen sowie schrittweise in Beziehungen und Herausforderungen zu reifen. (vgl. OLDHAM/SKODOL 1998, S.206f)

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die prekäre Lebenssituation von Menschen mit Doppeldiagnose anhand eines Fallbeispiels und umreißt die Forschungsfrage nach den Handlungsmöglichkeiten der Sozialen Arbeit.

2 Theorie: Dieses Kapitel liefert das theoretische Fundament zu den Krankheitsbildern Abhängigkeitssyndrom, Borderline-Persönlichkeitsstörung sowie deren Kombination als Doppeldiagnose.

3 Handlungsweise der Sozialen Arbeit: Hier werden das Case Management und die interprofessionelle Zusammenarbeit als zentrale sozialarbeiterische Strategien zur Unterstützung von Klient*innen mit Doppeldiagnose detailliert erarbeitet.

4 Schlussfolgerung: Das Fazit reflektiert die Komplexität der Versorgung, betont den enormen Bedarf an spezialisierten Angeboten und fordert eine verstärkte Sensibilisierung der Professionen für das Krankheitsbild der Doppeldiagnose.

Schlüsselwörter

Doppeldiagnose, Abhängigkeitssyndrom, Borderline-Persönlichkeitsstörung, Soziale Arbeit, Case Management, Komorbidität, Sucht, Affektregulation, Hilfesystem, Interprofessionelle Zusammenarbeit, Behandlung, Diagnose, Lebenssituation, psychosoziale Dienstleistungen, psychiatrische Versorgung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit thematisiert die komplexen Anforderungen an die Soziale Arbeit in der Begleitung von Menschen, die gleichzeitig unter einem Abhängigkeitssyndrom und einer Borderline-Persönlichkeitsstörung leiden.

Was sind die zentralen Themenfelder dieser wissenschaftlichen Untersuchung?

Die zentralen Felder sind die medizinischen und psychologischen Grundlagen der beteiligten Störungen sowie die praktischen methodischen Ansätze der Sozialen Arbeit wie das Case Management.

Welches primäre Ziel verfolgt der Autor mit dieser Arbeit?

Das Ziel ist die theoretische Heranführung an das Krankheitsbild der Doppeldiagnose und die Erarbeitung von Handlungsempfehlungen für die Praxis der Sozialen Arbeit.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer literaturbasierten Auseinandersetzung und Recherche wissenschaftlicher Publikationen zu den Entstehungsmodellen und Behandlungsmethoden.

Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Aufarbeitung der Sucht- und Persönlichkeitsstörungen und eine detaillierte Analyse der Handlungsweise der Sozialen Arbeit, insbesondere des Case Managements.

Durch welche Schlüsselbegriffe ist die Arbeit charakterisiert?

Die zentralen Begriffe umfassen Doppeldiagnose, Borderline-Persönlichkeitsstörung, Abhängigkeitssyndrom, Case Management und interprofessionelle Kooperation.

Warum ist die Anwendung von Case Management bei Doppeldiagnosen so relevant?

Aufgrund der komplexen Lebenssituation Betroffener bietet Case Management die Methode, ein stabiles Hilfenetzwerk zu schaffen, das über einzelne Institutionen hinausgeht und die Klient*innen zur Nutzung von Ressourcen befähigt.

Wie gehen Sozialarbeiter*innen mit der Komplexität dieser Störungsbilder um?

Durch Methoden wie das Case Management und eine interprofessionelle Zusammenarbeit wird versucht, die oft isolierte Behandlung zu überwinden und eine koordinierte, ganzheitliche Unterstützung zu gewährleisten.

Ende der Leseprobe aus 67 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Abhängigkeitssyndrom und Borderline-Persönlichkeitsstörung in der Sozialen Arbeit
Hochschule
Duale Hochschule Baden-Württemberg, Stuttgart, früher: Berufsakademie Stuttgart  (Sozialwesen)
Note
1,1
Autor
Jakob Hönnige (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
67
Katalognummer
V1488135
ISBN (PDF)
9783389044537
ISBN (Buch)
9783389044544
Sprache
Deutsch
Schlagworte
abhängigkeitssyndrom borderline-persönlichkeitsstörung sozialen arbeit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jakob Hönnige (Autor:in), 2021, Abhängigkeitssyndrom und Borderline-Persönlichkeitsstörung in der Sozialen Arbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1488135
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Leseprobe aus  67  Seiten
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