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„Viae romanae“ in Germanien und ihre Bedeutung für die Erhaltung und Ausweitung der Macht Roms

Title: „Viae romanae“  in Germanien und ihre Bedeutung für die Erhaltung und Ausweitung der Macht Roms

Term Paper (Advanced seminar) , 2009 , 37 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Benjamin Faust (Author)

World History - Early and Ancient History
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Das gesamte römische Straßensystem mit seiner immensen Ausdehnung von etwa 80.000 bis 100.000 Kilometern ist keine unbedeutende Episode der Historie, sondern muss als Grundlage unseres heutigen Straßen- und Wegenetzes gesehen werden. Viele unserer heutigen Fernstraßen, Straßen und Wegen verlaufen immer noch entlang oder sogar auf diesen antiken römischen Wegen. Ein Netz an Fernstraßen, welches im Umfang und in der Qualität mit dem antiken Römischen vergleichbar war und ist, war in Europa erst im 18. Jahrhundert wieder vorhanden. Die Römer sind keineswegs die Erfinder der Straße an sich, haben jedoch konsequent dieses Straßennetz oder -system, auch nach jeder weiteren Eroberung einer Provinz, ausgebaut und erweitert.
Diese Straßen waren für Rom ein Instrument, welches garantierte das Reich zu regieren. Militärisch war somit eine ständige Verbindung zu Rom gewährleistet. Die Möglichkeit römische Truppen relativ schnell an die Reichsgrenzen oder in Krisengebiete zu verlegen wurde dadurch garantiert. Weiter bildeten die Straßen die Grundlage für Handel und Wirtschaft. Dies beeinflusste naturgemäß die geographische Lage von Städten und förderte ebenso die Verbreitung der römischen Kultur. Dieser letzte Aspekt der Verbreitung der römischen Kultur, also der Romanisierung anhand von Straßen und Verkehrswegen, soll in dieser Arbeit betrachtet werden. Ein Wege- und Straßennetz war in Germanien, vor den Römern, zwar vorhanden, aber für Fremde, bzw. für die römischen Eroberer schwer zu finden und von den Einheimischen leicht zu verbergen. „Wenn es gerade Wege dorthin gäbe, aber durch die Unebenheiten, Sümpfe und Wälder sind große Umwege nötig“(Strabo, 292).
„Die Germanen […] hielten die Wege und die besten Möglichkeiten zur Versorgung mit Nahrung und anderen (notwendigen Gütern) verborgen“ (Strabo 1,10).
Dieses Wegesystem der Germanen wurde den Römern erst durch Tätigkeiten ihrer Händler in Germanien, im grenznahen rechtsrheinischen Gebiet, bekannt. Ein Vordringen römischer Händler bis in das germanische Hinterland ist jedoch nicht bekannt. Die meisten und gesichertsten Informationen über Verkehrs- und Wegeverhältnisse in Germanien stammten aus militärischen Erkundungen. Diese schlechten Wegeverhältnisse sind Ausdruck des niedrigeren Zivilisationsniveaus der Germanen im Vergleich zu den Römern.

Excerpt


Gliederung

I. Einleitung

a. Darstellung des Themas

b. Forschungsstand

II. Das römische Ideal der Straße

a. Verlauf

b. Technische Aspekte römischer Straßen

III. Gründe für den Straßenbau und deren Nutzung

a. Militärisch

i. Kastelle und Kastellvici

ii. Bewohner der Vici

iii. Straßenposten

b. Zivil

i. Rastplätze für Händler und Reisende

ii. Kastellunabhängige Siedlungen

iii. „Villae rusticae“

IV. Schlussfolgerung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die strategische und kulturelle Bedeutung des römischen Straßennetzes in Germanien als Instrument zur Sicherung und Ausweitung der römischen Macht sowie als treibende Kraft der Romanisierung.

  • Militärische Funktion des Straßenbaus zur Truppenverlegung und Reichssicherung.
  • Technische Standards und logistische Planung römischer Straßen.
  • Entwicklung von Kastelldörfern (Vici) als zivile Siedlungskerne.
  • Wirtschaftliche Bedeutung von Straßen für Handel und die Versorgung des Militärs.
  • Rolle der „Villae rusticae“ als landwirtschaftliche Produktionszentren.

Auszug aus dem Buch

a. Militärisch

„(Varus) befand sich schon in schwer passierbaren Wäldern…und da zeigten sich auf einmal (die Germanen) als Feinde statt als Untertanen…Das Gebirge war schluchtenreich und uneben, und die Bäume standen dicht und riesig hoch, so dass die Römer, schon bevor die Feinde sie angriffen, schwer bedrängt wurden, weil sie Bäume fällen, Wege bahnen, notfalls Brücken schlagen mussten. Auch führten sie viele Wagen und Lasttiere mit sich wie im Frieden; nicht wenige Sklaven und Weiber und der übrige mächtige Tross zogen mit ihnen, so dass sie auch deswegen eine aufgelöste Marschordnung befolgten. Und dabei brachen Regen und Sturm über sie herein und brachten sie noch weiter auseinander. Der Erdboden wurde um die Wurzeln und Stämme schlüpfrig und ließ sie nur ganz unsicher marschieren; zerschmetterte und niederstürzende Baumkronen brachten sie in Verwirrung…“(Cassius Dio 56,19,5-20,3).

Aus diesem Zitat wird deutlich wie wichtig und von welch fundamentaler Bedeutung ein umfassendes Netz von Verkehrswegen in allen Reichsteilen sowie die damit verbundenen Wegeverhältnisse, für die römische Okkupation war. Für die Eroberung und auch der anschließenden Behauptung der eroberten Gebiete waren gute verkehrstechnische Voraussetzungen unabdingbar, um die Hauptaufgaben, die Bewahrung der äußeren und inneren Sicherheit des Reiches zu gewährleisten. Strategische und logistische Anforderungen eines Eroberers, in diesem Falle Roms, an eine verkehrsmäßige Erschließung eines Landes, auch zur Behauptung und Sicherung, werden in folgendem Zitat deutlich:

„Nach dem Sieg […] verteilte Drusus zum Schutze der Provinz überall Besatzungen und Wachposten, an Maas, Elbe und Weser; am Rheinufer aber errichtete er fünfzig Kastelle. Bona und Gesoriacum verband er durch Brücken und sicherte sie durch Flotten. Den bis dahin nicht gesehenen und nicht betretenen hercynischen Wald erschloss er“(Florus 2,30,25-27).

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Definiert das Thema der römischen Straßen in Germanien und erläutert den aktuellen Forschungsstand anhand zentraler Fachliteratur.

II. Das römische Ideal der Straße: Analysiert die architektonischen und geographischen Anforderungen an den Straßenbau sowie die technische Umsetzung der Trassierung.

III. Gründe für den Straßenbau und deren Nutzung: Erläutert die militärischen und zivilen Beweggründe für die Erschließung durch Straßen und beschreibt die daraus resultierenden Siedlungsformen wie Vici und Villae rusticae.

IV. Schlussfolgerung: Fasst die Bedeutung des Straßennetzes als Instrument römischer Machtpolitik und als Grundlage für die Romanisierung Germaniens zusammen.

Schlüsselwörter

Römisches Reich, Germanien, Straßenbau, Romanisierung, Via Militaris, Viae Publicae, Kastell, Kastellvicus, Villa Rustica, Infrastruktur, Tabula Peutingeriana, Itinerarium Antonini, Logistik, Meilensteine, Siedlungswesen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit behandelt das römische Straßensystem in Germanien und dessen Funktion bei der Festigung und Ausweitung der römischen Herrschaft.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit beleuchtet die militärischen Notwendigkeiten der Erschließung, technische Aspekte des Straßenbaus sowie die zivile und wirtschaftliche Entwicklung, die durch diese Verkehrswege angestoßen wurde.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie das Straßennetz als Instrument der Romanisierung und zur Sicherung der Reichsgrenzen in Germanien fungierte.

Welche wissenschaftlichen Quellen und Methoden werden verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf archäologische Funde, epigraphische Quellen wie die Tabula Peutingeriana und das Itinerarium Antonini sowie eine Analyse der einschlägigen Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Bauweise römischer Straßen, die militärische Nutzung durch Kastelle und Straßenposten sowie die zivile Nachnutzung durch Handelsstationen und landwirtschaftliche Gehöfte (Villae rusticae).

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Romanisierung, Fernstraßen, Kastelldörfer, Limes und infrastrukturelle Erschließung.

Welche Rolle spielten die Villae rusticae in diesem Kontext?

Sie dienten als landwirtschaftliche Produktionszentren, die nicht nur der Eigenversorgung dienten, sondern auch die Versorgung der benachbarten Militärstützpunkte und Siedlungen sicherstellten.

Warum waren die Vici für die römische Verwaltung wichtig?

Die Kastelldörfer entwickelten sich oft zu lokalen Handels- und Verwaltungszentren, die zum wirtschaftlichen Aufschwung der Region beitrugen und die Integration in das römische Reich förderten.

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Details

Title
„Viae romanae“ in Germanien und ihre Bedeutung für die Erhaltung und Ausweitung der Macht Roms
College
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg
Course
Romanisierung
Grade
1,0
Author
Benjamin Faust (Author)
Publication Year
2009
Pages
37
Catalog Number
V148841
ISBN (eBook)
9783640593118
ISBN (Book)
9783640593170
Language
German
Tags
Germanien Rom Wege Straßen Wegenetz Straßennetz Straßensystem Romanisierung Machterhalt
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Benjamin Faust (Author), 2009, „Viae romanae“ in Germanien und ihre Bedeutung für die Erhaltung und Ausweitung der Macht Roms , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/148841
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