Die Digitalisierung stellt neue Herausforderungen an das Personal in der Erwachsenenbildung. Diese Bachelorarbeit untersucht die Anerkennungsverfahren für Kompetenzen in der Erwachsenenbildung, um festzustellen, ob diese Verfahren ausreichen und welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten auf nationaler und internationaler Ebene bestehen. Zunächst werden die theoretischen Grundlagen und Schlüsselbegriffe wie Professionalität, Kompetenzentwicklung und die verschiedenen Formen des Lernens definiert. Anschließend erfolgt eine Dokumentenanalyse der Verfahren „GRETA“, „KOMPASS“ und „ProfilPASS“. Die Untersuchung zeigt, inwieweit diese Verfahren die Kompetenzen des Personals adäquat erfassen und welche Unterschiede zwischen den Verfahren bestehen. Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse, einer Reflexion und einem Ausblick auf zukünftige Forschungsansätze.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretischer Rahmen
2.1 Professionalität, Profession und Professionalisierung
2.2 Der Kompetenzbegriff
2.3 Die Kompetenzentwicklung
2.4 Das formale, nicht-formale und informelle Lernen
2.5 Die Kompetenzerfassung
2.6 Die Arten und Methoden der Kompetenzerfassung
3 Methodisches Vorgehen
3.1 Forschungsfrage und Annahmen
3.2 Dokumentenanalyse
3.3 Ausgewählte Literatur
3.4 Bisheriger Forschungsstand
3.5 Die Qualifikationsrahmen für erworbene Kompetenzen
3.5.1 Exkurs: Der EQR (Europäischer Qualifikationsrahmen) und DQR (Deutscher Qualifikationsrahmen) - Ein Überblick
3.6 Sample- Die Anerkennungsverfahren von Kompetenzen
3.7 Das GRETA-Kompetenzmodell- Eine Definition
3.7.1 Die Entstehung „GRETAS“ und das Personal in der Erwachsenen- und Weiterbildung
3.7.2 Exkurs: Die Personallage in der Erwachsenen- und Weiterbildung
3.7.3 Das GRETA-Kompetenzmodell- Aufbau und Kompetenzen
3.7.4 Berufspraktisches Wissen und Können
3.7.5 Fach- und feldspezifisches Wissen
3.7.6 Professionelle Werthaltungen und Überzeugungen
3.7.7 Professionelle Selbststeuerung
3.7.8 Die Funktionsweise von GRETA
3.7.9 Der Nutzen des GRETA-Kompetenzmodells
3.8 Der KOMPASS
3.8.1 Der Aufbau und Nutzen des KOMPASS
3.8.2 Die Funktionsweise des KOMPASS
3.9 Der ProfilPASS
3.9.1 Die Funktionsweise des ProfilPASS
3.9.2 Der ProfilPASS auf internationaler Ebene
4 Diskussion
5 Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die Eignung bestehender Anerkennungsverfahren zur Erfassung von Kompetenzen des Personals in der Erwachsenen- und Weiterbildung. Ziel ist es, Unterschiede und Gemeinsamkeiten dieser Verfahren auf nationaler und internationaler Ebene zu identifizieren, um zu bewerten, inwieweit sie den aktuellen Anforderungen an die berufliche Weiterentwicklung und Qualitätssicherung gerecht werden.
- Analyse und Vergleich der Anerkennungsverfahren „GRETA“, „KOMPASS“ und „ProfilPASS“.
- Untersuchung der Professionalitätsdebatte und des Kompetenzbegriffs in der Erwachsenenbildung.
- Evaluierung der Qualifikationsrahmen EQR und DQR als politische Rahmung.
- Reflexion über die Bedeutung von non-formal und informell erworbenen Kompetenzen.
- Identifikation digitaler Kompetenzen als zukünftige Herausforderung in den Verfahren.
Auszug aus dem Buch
3.7.4 Berufspraktisches Wissen und Können
Der Kompetenzaspekt „Berufspraktisches Wissen und Können“ ist eingeteilt in die Kompetenzbereiche „Organisation“, „Beratung“, „Kommunikation und Interaktion“, „Didaktik und Methodik“ sowie „Fachdidaktik“ (vgl. Strauch/Lencer/Bosche et al., 2019, S. 6; siehe Abbildung 4). Zunächst der Kompetenzbereich Fachdidaktik, dieser ist feldspezifisch zu definieren und wird deshalb im Modell nicht weiter aufgeführt. Der nächste Bereich Didaktik und Methodik beschäftigt sich mit der Frage: Was wird wie gelehrt? Didaktik und Methodik stellen unter berufspraktischem Wissen und Können die Schlüsselelemente da. Unter Didaktik wird verstanden, was gelehrt wird und beschreibt damit die Konzeption und Planung von Lehr- und Lernvorhaben. Ebenso gilt unter Didaktik die Annahme, dass bloße Wissensvermittlung für die Lernenden nicht ausreicht. Vielmehr müssen Lernprozesse genauso gestaltet werden und müssen stetig den Ergebnissen angepasst werden. Zu beachten bei der Lernprozessgestaltung sind neben der Zielgruppe ebenfalls die Lerninhalte, die Lernziele, die Konzeption, die Durchführung als auch die anschließende Evaluation. Die Methodik beschäftigt sich mit dem „wie“ also wie gelehrt wird. Das bedeutet, dass in der Methodik Verfahren eingesetzt werden, die zur planmäßigen Erreichung der festgesetzten Lernziele führen sollen (vgl. Schüßler, 2011, S. 450). Die Methodik baut demnach auf alle Verfahren und Hilfsmittel, die zur Erreichung der Lernziele der Lernenden beitragen können (vgl. Strauch/Lencer/Bosche et al., 2019, S. 16).
Der nächste Kompetenzbereich, die Kommunikation und Interaktion, beschäftigt sich mit dem Lehrhandeln. Dabei geht es im Kern um die soziale Interaktion mit den Lernenden. Diese kann auch im Rahmen einer Gruppe erfolgen, dabei ist es wichtig für den Zusammenhalt der Gruppe zu sorgen und ein Gefühl von Zugehörigkeit zu erzeugen. Die Lehrenden müssen demnach in der Lage sein, durch Kommunikations und Interaktionsprozesse zu die Zusammenarbeit zu steuern, zu moderieren oder zu begleiten. Ebenso ist es notwendig, sich an den Lernenden zu orientieren, um auf deren Bedarfe einzugehen. Auch die Vielfalt der Lernenden muss dabei von den Lehrenden berücksichtigt werden, um möglichst allen Teilnehmenden gerecht zu werden (ebd. S. 19). Der vierte Kompetenzbereich ist die Beratung, bei der die Lehrenden die Lernenden nicht nur bei auftretenden Problemen beraten. Vielmehr geht es darum, die Lernenden in Hinblick auf die Entfaltung ihres Lernpotenzials zu beraten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Relevanz der Professionalisierung in der Erwachsenenbildung und die Notwendigkeit, informelle Kompetenzen sichtbar zu machen.
2 Theoretischer Rahmen: Definition der zentralen Begriffe wie Professionalität, Kompetenz, Kompetenzerfassung und Abgrenzung unterschiedlicher Lernformen.
3 Methodisches Vorgehen: Begründung der Literaturarbeit (Sekundärforschung) und Vorstellung der ausgewählten Anerkennungsverfahren sowie politischer Rahmenbedingungen.
4 Diskussion: Komparative Analyse der gewählten Verfahren anhand von Zielgruppen, Kompetenzmodellen, Funktionsweisen und Nutzen sowie deren kritische Würdigung.
5 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Forschungsfrage und Ausblick auf zukünftige Entwicklungen, insbesondere bezüglich digitaler Kompetenzen.
Schlüsselwörter
Erwachsenenbildung, Weiterbildung, Kompetenzerfassung, GRETA, KOMPASS, ProfilPASS, Professionalität, Professionalisierung, Validierung, informelles Lernen, Kompetenzbilanz, Handlungskompetenz, Qualifikationsrahmen, DQR, EQR
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Anerkennung von Kompetenzen des Personals in der Erwachsenen- und Weiterbildung. Dabei wird untersucht, wie Lehrkräfte ihre informell erworbenen Fähigkeiten sichtbar machen können.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Arbeit thematisiert Professionalisierungsdebatten, Qualifikationsrahmen wie EQR und DQR sowie die methodische Erfassung von Kompetenzprofilen im pädagogischen Kontext.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, zu ermitteln, ob existierende Anerkennungsverfahren ausreichend sind, um die Kompetenzen von Lehrenden in der Erwachsenenbildung transparent und vergleichbar abzubilden.
Welche wissenschaftliche Methode wird für die Arbeit verwendet?
Die Autorin nutzt eine Sekundärforschung in Form einer Dokumentenanalyse, um drei spezifische Anerkennungsverfahren theoretisch und komparativ zu untersuchen.
Was wird im Hauptteil der Untersuchung explizit behandelt?
Im Hauptteil werden das GRETA-Kompetenzmodell, der KOMPASS der TU Dresden und der ProfilPASS im Detail vorgestellt, differenziert betrachtet und auf ihre Eignung geprüft.
Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?
Kernbegriffe sind Erwachsenenbildung, Kompetenzerfassung, GRETA, KOMPASS, ProfilPASS, Professionalität und Lebenslanges Lernen.
Inwiefern beeinflusst das GRETA-Modell die Professionalisierung?
GRETA dient als Referenzmodell, das durch die Dokumentation und Reflexion von Kompetenzen dazu beitragen soll, die Qualität der Lehre zu erhöhen und den professionellen Status der Lehrenden zu festigen.
Wie unterscheidet sich der ProfilPASS in seiner Zielsetzung?
Im Gegensatz zu GRETA und KOMPASS, die gezielt auf Lehrende in der Erwachsenenbildung fokussieren, ist der ProfilPASS als breiteres Instrument für verschiedene Zielgruppen zur beruflichen Neu- oder Erstorientierung konzipiert.
Welche Rolle spielt die Digitalisierung laut der Schlussfolgerung?
Die Arbeit identifiziert die Digitalisierung als aktuelle Herausforderung und Schwachstelle der untersuchten Verfahren, da digitale Kompetenzen in den Modellen derzeit noch nicht explizit genug abgebildet sind.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2021, Anerkennung von Kompetenzen in der Erwachsenenbildung. Analyse und Vergleich nationaler und internationaler Verfahren, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1489635