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Die Wundertätigkeiten des heiligen Georg bei Reinbot von Durne

Funktion und Bedeutung innerhalb der christlichen Heiligkeitskonzeption

Titre: Die Wundertätigkeiten des heiligen Georg bei Reinbot von Durne

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2020 , 15 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Anonym (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Ancienne, Littérature Médiévale
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Die Fähigkeit, Wunder bewirken zu können, spielt in der Heiligkeitskonzeption des Christentums eine wichtige Rolle. Im Mittelalter glaubten die Menschen besonders stark an Wunder und interpretierten unerklärliche Begebenheiten als Zeichen Gottes. In diesem Zuge wurden auch Heilige und Märtyrer in höchster Form idealisiert, was sich letztendlich in einer kultischen Verehrung niederschlug. Diese Heiligen verfügten häufig auch über supranaturale Fähigkeiten und ließen außergewöhnliche Wunder geschehen, weshalb sie von der Bevölkerung zu Gottesmenschen erhoben wurden. Neben vielen anderen Charakteren stellt besonders der heilige Georg eine legendäre frühchristliche Persönlichkeit dar. Noch heute wird jährlich am Georgstag an ihn erinnert. Daneben existieren auch zahlreiche Erzählungen und Legenden, die ihn als Märtyrer und Drachentöter präsentieren. Auch Reinbot von Durne widmete sich der Lebensgeschichte des Heiligen und dokumentierte sie in seinem Georgsroman. Das Werk entstand zwischen 1235 und 1253 im Auftrag des Herzogs Otto II. von Bayern und wurde von Reinbot im höfischen Stil verfasst.
In der vorliegenden Arbeit soll der heilige Georg als Wundertäter genauer in den Fokus geraten. Die Grundlage hierfür bildet Reinbots Erzählung. Im Vordergrund steht dabei die Frage, in welcher Verbindung die Wunderhandlungen zu Gott stehen und welche Funktionen sie erfüllen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Rolle von Wundern in der Heiligkeitskonzeption

3. Die Wunder des heiligen Georg im Reinbot-Roman

3.1 Im Haus der Witwe

3.2 Die Sargprobe

3.3 Das Stuhlwunder

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Funktion und Bedeutung der Wunderhandlungen des heiligen Georg im Georgsroman von Reinbot von Durne im Kontext der mittelalterlichen Heiligkeitskonzeption. Dabei wird analysiert, in welcher Verbindung die Mirakel zu Gott stehen und welche spezifischen Rollen sie – sowohl transzendent als auch höfisch – im Narrativ einnehmen.

  • Die Rolle der Mirakel in der christlichen Heiligkeitskonzeption des Mittelalters
  • Die thaumaturgischen Fähigkeiten Georgs als Ausdruck göttlicher virtus
  • Wunder als Instrumente der Missionierung und Machtdemonstration Gottes
  • Die höfische Motivierung und Funktion der Wunderhandlung
  • Der Kontrast zwischen christlichem Glauben und heidnischer Gottheit (Apollo)

Auszug aus dem Buch

3.2 Die Sargprobe

Inmitten dieses Kampfszenarios soll Georg nun „ein Spiel machen“ (V. 5080), also ein Wunder vollbringen, welches den Menschen am Hof zum Zeitvertreib dienen soll. Dacian führt Georg zu einem Sarg, dessen Inschrift es aber jedem verbietet ihn aufzubrechen. Falls Georg das Öffnen des Sarges dennoch gelingen sollte, dann würde Dacian zugeben, dass er ein küener man (V. 5089) sei. Die Aussicht auf Ehrerweisung ist wiederum ein höfisches Motiv für die Wunderhandlung, da sie Georgs Ansehen in der adligen Gesellschaft erheblich steigern würde. Aus diesem Grund nimmt Georg die Herausforderung an und beschwört den Sarg, bis er schließlich von ein ander gie (V. 5106) und die Gebeine toter Menschen zum Vorschein bringt.

Daraufhin fordert Dacian Georg auf, mit einem zweiten Wunder die Toten im Sarg wiederzubeleben. Sollte er dabei Erfolg haben, so wolle sich Dacian sogar taufen lassen. Somit übernimmt die Wunderhandlung neben der höfischen nun auch eine transzendente Funktion, da sie die Hoffnung auf missionarische Erfolge weckt. Die Bekehrung des Königs würde die Überlegenheit der christlichen Religion endgültig bestätigen. Hierbei zeigt sich wiederum die Relevanz des Wunders für die Heiligkeitskonzeption, denn Dacian würde den Christengott erst anerkennen, wenn Georg die Totenerweckung gelingt. Die Überwindung des Todes stellt demnach selbst für Dacian den ultimativen Beweis für die Allmacht des christlichen Gottes dar und muss zwangsläufig auf dessen Kräfte rekurrieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Wundertätigkeiten bei Reinbot von Durne ein, definiert das Forschungsinteresse und erläutert die methodische sowie literarische Grundlage der Arbeit.

2. Die Rolle von Wundern in der Heiligkeitskonzeption: Hier werden die theoretischen Grundlagen der mittelalterlichen Mirakeldarstellung dargelegt, insbesondere die Bedeutung von göttlicher virtus und die Unterscheidung zwischen miracula und mirabilia.

3. Die Wunder des heiligen Georg im Reinbot-Roman: Das Hauptkapitel analysiert detailliert die Wunderhandlungen im Haus der Witwe, das Sargwunder sowie das Stuhlwunder und untersucht deren je spezifische Funktion.

3.1 Im Haus der Witwe: In diesem Teil wird das „Maiwunder“ sowie das „Speisenwunder“ untersucht, welche sowohl Georgs adlige Reputation restaurieren als auch die Überlegenheit des christlichen Gottes demonstrieren.

3.2 Die Sargprobe: Dieses Kapitel behandelt die Totenerweckung im königlichen Machtzentrum, welche als transzendenter Beweis der göttlichen Macht dient und missionarische Ziele verfolgt.

3.3 Das Stuhlwunder: Der Fokus liegt hier auf der Ergrünung der Thronstühle, welche als Instrument der höfischen Unterhaltung und als Katalysator für die anschließende Massentaufe fungiert.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass Georgs Wunder primär der Machtdemonstration Gottes und der Missionierung dienen, während sie gleichzeitig höfischen Konventionen entsprechen.

Schlüsselwörter

Heiliger Georg, Reinbot von Durne, Wunder, Heiligkeitskonzeption, Mirakel, virtus, Mittelalter, christliche Missionierung, höfische Literatur, Thaumaturgie, Gott, Dacian, Totenerweckung, Maiwunder, Stuhlwunder.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Wundererzählungen im „Georgsroman“ von Reinbot von Durne und deren Bedeutung innerhalb der christlichen Konzeption von Heiligkeit im Mittelalter.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit fokussiert sich auf die Verbindung zwischen den Wundertaten, der göttlichen Kraft (virtus) und der Funktion dieser Wunder für die Missionierung sowie für die höfische Darstellung Georgs.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist aufzuklären, in welcher Beziehung die Wunderhandlungen zu Gott stehen und welche spezifischen Aufgaben sie im narrativen Kontext des Romans erfüllen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung basiert auf einer literaturwissenschaftlichen Analyse, die an bestehende Monographien (u.a. von Eberhard Demm, Stephanie Seidl und Klaus Brinker) anknüpft und diese auf Reinbots Werk anwendet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert konkret die Wunder im „Haus der Witwe“, die „Sargprobe“ und das „Stuhlwunder“ hinsichtlich ihrer theologischen und höfischen Bedeutung.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Mirakel, göttliche virtus, Heiligkeitskonzeption, Missionierung, höfische Ritterlichkeit und der Gegensatz zwischen Gott und heidnischen Einflüssen.

Warum fungiert das „Maiwunder“ nicht nur als religiöses, sondern auch als höfisches Element?

Das Wunder stellt Georgs in der Armut verletzte Adelsehre wieder her und integriert ihn durch die demonstrative Veränderung seiner Umwelt zurück in den höfischen Raum.

Inwiefern unterscheidet sich die Reaktion von Dacian zu der des Königs von Mayedon auf die Wunder?

Dacian verweigert trotz der Wunder die Bekehrung und deutet diese als Zauberei, während der König von Mayedon die Wunder als Beweis der göttlichen Macht anerkennt und sich taufen lässt.

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Résumé des informations

Titre
Die Wundertätigkeiten des heiligen Georg bei Reinbot von Durne
Sous-titre
Funktion und Bedeutung innerhalb der christlichen Heiligkeitskonzeption
Université
Dresden Technical University  (Institut für Germanistik)
Cours
Aventiuren des Heils und heilige Aventiuren
Note
1,0
Auteur
Anonym (Auteur)
Année de publication
2020
Pages
15
N° de catalogue
V1490239
ISBN (PDF)
9783389047125
ISBN (Livre)
9783389047132
Langue
allemand
mots-clé
Reinbot von Durne Heiliger Georg Aventiuren Heilige Märtyrer Wunder Christentum
Sécurité des produits
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Citation du texte
Anonym (Auteur), 2020, Die Wundertätigkeiten des heiligen Georg bei Reinbot von Durne, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1490239
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Extrait de  15  pages
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