Veränderte Kindheit und Konsequenzen für den Schulsport


Hausarbeit (Hauptseminar), 2009
14 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Kindheit in den 50er und 60er Jahren
2.1 Familiäre Lebenswelt in den 50er und 60er Jahren
2.3 Konsequenzen und Folgen früher

3 Kindheit heute
3.1 Familiäre Lebenswelt
3.2 Bewegungswelt
3.3 Konsequenzen und Folgen heute

4 Thesen und Untersuchungen zu Einflussfaktoren
4.1 Zur These: „Medien machen fett“
4.2 Untersuchung zur motorischen Leistungsfähigkeit

5 Konsequenzen für den Schulsport

6 Fazit

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Schaut man in den Sportunterricht von heute, so erkennt man schnell, dass Übergewicht, Haltungsschäden, mangelnde koordinative und konditionelle Fähigkeiten, Herzkreislaufschwächen und schwach ausgebildete motorische Fähigkeiten den Alltag prägen. Der Anteil von übergewichtigen und unsportlichen Kindern im Vergleich zu normal gewichtigen Kindern nahm in den letzten Jahren stetig zu. Einfachste motorische Bewegungen wie beispielsweise das Rückwärtslaufen stellt für die Mehrheit der Kinder eine große Herausforderung dar. Das Robert-Koch-Institut hat ermittelt, dass das Übergewicht bei Kindern bis 17 Jahren innerhalb der letzten 20 Jahre um mehr als 50% zugenommen hat. Fast zwei Millionen Kinder sind laut dieser Studie zu dick. Dazu kommt außerdem, dass die Kinder und Jugendlichen zunehmend an Aufmerksamkeitsstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten, Unruhe und Aggressivität leiden, da ihnen schlichtweg der sportliche Ausgleich fehlt. Auch in den Medien finden diese Auffälligkeiten immer mehr Beachtung, beschäftigen sich doch Jugendpsychologen im Nachmittagsprogramm vermehrt mit dieser Thematik. Nicht allein diese Tatsache macht deutlich, dass es dringend notwendiger Maßnahmen bedarf. Aber was ist der Auslöser für diesen Missstand? Bei unserem heutigen Wissensstand über Ernährung und gesunde Lebensweise, fragt man sich, warum es zu so einer Negativentwicklung kommen konnte. Welche Rolle spielt hierbei die Bewegungswelt der Kinder? Die weiteren Seiten beschäftigen sich mit der Kindheit der 50er und 60er Jahre im Vergleich zur Heutigen, finden eine Antwort auf die die Frage nach der Veränderung der Kindheit und zeigen die Konsequenzen für den Schulsport auf.

2 Kindheit in den 50er und 60er Jahren

2.1 Familiäre Lebenswelt in den 50er und 60er Jahren

Die Familienstruktur in den 50er und 60er Jahren lässt sich wie folgt beschreiben. Sind es heute eher Kleinfamilien, bestehend aus drei bis vier Familienmitgliedern, so waren es damals Großfamilien mit bis zu sieben Personen (Rolff & Zimmermann, 1997). Nicht selten waren mehrere Generationen in einem Haushalt untergebracht, sodass das Familienleben von einem gemeinschaftlichen Miteinander geprägt war. Die Aufgabenverteilung in den Familien würde man heutzutage als traditionell bezeichnen. Hierbei war die Mutter sowohl für die Erziehung der Kinder als auch den alltäglichen Haushalt zuständig und der Vater als Hauptversorger für die Ernährung und den Unterhalt. Die Männer waren die Familienoberhäupter und die Frauen ordneten sich dem allgemeinen Wohl in der Familie unter. Die berufliche Selbstverwirklichung der Frauen hatte damals einen recht geringen Stellenwert, da das gemeinsame Familienleben an erster Stelle stand. Daraus resultierte eine sehr niedrige Scheidungsrate. Nicht zuletzt ergaben sich aus der stark autoritären Rolle des Vaters die damaligen Erziehungsziele und –normen (Schmidt, 1997). Die Kinder sollten sich leise und diszipliniert verhalten, wie es im damaligen Familienleben üblich war, denn dies war aufgrund der einfachen und klar strukturierten Verhältnisse von Ruhe und Gelassenheit geprägt. Selbstverständlich waren dabei auch Autorität, Disziplin, Gehorsam, Ordentlichkeit, Sparsamkeit und Fleiß unerlässliche Verhaltensmerkmale. Um diese Normen durchzusetzen, wurden nicht selten harte Strafen angedroht.

Abschließend bleibt festzuhalten, dass der Grundstein für die Erziehung der Kinder auf eine einfache, klare und behütete Familienstruktur zurückzuführen ist.

2.2 Bewegungswelt in den 50er und 60er Jahren

Aufgrund der eher kleineren Kinderzimmer und der Tatsache, dass sich die Geschwister oft ein Zimmer teilen mussten, wurde die Freizeitgestaltung häufig ins Freie verlegt. Spielen im Freien bedeutete für die Kinder nichts anderes als auf einem großen, uneingezäunten Spielplatz zu toben, sodass die Straße und das nahe Wohnumfeld einen intensiv genutzten Raum darstellten. Künstlich angelegte Spielplätze oder Sportanlagen waren zu dieser Zeit kaum zu finden. Die Kinder nutzten einfach den ihnen gegebenen natürlichen Raum wie beispielsweise Büsche zum Versteckspiel oder auch kleine Plätze zum Ballspielen und wählten somit ihre sportliche Tagesgestaltung frei. So erfolgte der Sportzugang auf natürlichem Wege über das Straßenspielen und den Vereinseintritt in Sportverbände. Anders als heutzutage wurden Wege zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt, was den Kindern zusätzlich unbewusste Bewegungszeit ermöglichte. Laut Rolff und Zimmermann (1997) wurde in dieser Zeit nicht weniger gespielt als heute, jedoch mit weniger vorgefertigten Spielsachen. Die Spielgegenstände wurden von den Kindern nach eigenen Vorstellungen selbst gebaut und genutzt. So veranstaltete man Seifenkistenrennen und nutzte Ruinen zum Versteckspielen, kletterte auf Bäume, baute Baumhäuser oder sprang über Bäche. Die Kinder entdeckten und nutzten ihr unmittelbares Wohnumfeld zum Spielen und regelten ihre Spiele selbst. Zeit zum Spielen war aufgrund der damaligen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Situation genug vorhanden, spielte der Erfolgsdruck für Schule und Beruf doch damals eine geringere Rolle.

2.3 Konsequenzen und Folgen früher

Durch das häufige Spielen mit den Nachbarskindern erlernten die Kinder bereits früh soziale Kompetenzen. Kommunikation, Rücksichtnahme aber auch Durchsetzungsvermögen waren nötig, um sich in eine Gruppe von Spielgefährten einzufügen. So wurden die Kinder recht früh selbständig und verstanden es, Eigenverantwortung zu übernehmen. Eigene Interessen wurden häufig hinten angestellt um auf die Bedürfnisse anderer Rücksicht zu nehmen, was allerdings im nächsten Moment auch umgekehrt der Fall sein konnte – man arrangierte sich eben. Der hohe Eigenanteil an der Freizeitgestaltung ermöglichte somit kreative und spielerische Bewegungserfahrungen, die weit über Springen, Laufen und Werfen hinausgingen. Somit waren körperliche Konsequenzen der Kindheit in den 50er und 60er Jahren die gut ausgeprägten koordinativen, motorischen und konditionellen Fähigkeiten, die bei nahezu allen Kindern gleich gut ausgebildet waren.

Der Anteil an Bewegung in der damaligen Zeit war aufgrund der Wohnsituation und den Erziehungsziele enorm hoch, sodass der Einstieg in Sportvereine oder –verbände lediglich eine Frage der Zeit war. Durch vielfältige selbst erworbene Vorerfahrungen und der damit verbundenen gut ausgebildeten koordinativen und konditionellen Basis konnten die Kinder recht schnell den Zugang zu einer Sportart finden und diese durch spezifisches Training verkörpern.

[...]

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Veränderte Kindheit und Konsequenzen für den Schulsport
Hochschule
Universität Koblenz-Landau  (Sportwissenschaft)
Note
1,3
Autor
Jahr
2009
Seiten
14
Katalognummer
V149059
ISBN (eBook)
9783640606122
ISBN (Buch)
9783640605880
Dateigröße
483 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kindheit, Schule, Schulsport, Sport, Veränderung, Konsequenz, Ändern, Jugendliche, Jugend, Fett, Adipositas, Übergewicht, Ungesund, Krank, Fit, Fitness, Gesundheit, Alltag, Medien, Fernsehn, Agressionen, Gewalt
Arbeit zitieren
Florian Schwarze (Autor), 2009, Veränderte Kindheit und Konsequenzen für den Schulsport, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/149059

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