Beim Blick auf die Eisenbahnstrecken des Südschwarzwaldes fällt recht schnell die Eisenbahnlinie zwischen Hintschingen und Oberlauchringen mit ihrer eigenwilligen Linienführung und den vielen Schleifen. Nicht umsonst bezeichnet sie der Volksmund auch als „Sauschwänzlebahn“. Die Wutachtalbahn ist eine der wenigen Linien die, entgegen der bis dato üblichen Planung neuer Eisenbahnstrecken, aus rein militärischen Gründen gebaut wurde. In dieser Hausarbeit soll die Entstehung der Wutachtalbahn besonders in Verbindung mit den Plänen des preußishen Generalstabs veranschaulicht ("Schlieffenplan") werden. Dabei sollen ebenfalls die ursprünglichen Absichten der Badischen Staatsbahn berücksichtigt werden. Insgesamt darf die Wutachtalbahn aber nicht isoliert betrachtet werden, denn nur zusammen mit ihren gleichzeitig erbauten strategischen Schwesterlinien Leopoldshöhe–Lörrach, Schopfheim–Säckingen sowie der Rheinbrücke bei Hüningen und der Donautalbahn auf württembergischem Gebiet bilden sie ein Ganzes und damit einen Mosaikstein im Aufmarschplan Moltkes gegen Frankreich.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- 1. Die badische Idee einer Nord-Süd-Bahn
- 2. Militärischer Eisenbahnbau unter Moltke bis 1890
- 3. Der Bau der strategischen Wutachtalbahn
- 4. Schlieffens neue Pläne
- Schlussbetrachtungen
- Anhang
- Abbildungen
- Quellenverzeichnis
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit befasst sich mit der Entstehung der Wutachtalbahn im 19. Jahrhundert und untersucht die zivilen und militärischen Intentionen, die zu ihrem Bau führten. Die Arbeit analysiert die Rolle der badischen Staatsbahn und die Pläne des Großen Generalstabs des Deutschen Reichs im Kontext der strategischen Bedeutung der Eisenbahnlinie.
- Die badische Idee einer Nord-Süd-Bahn und die Bedeutung des Staatsvertrags von 1852
- Die militärische Bedeutung der Wutachtalbahn im Kontext der Aufmarschpläne des Generalstabs
- Die Rolle der Wutachtalbahn im Gesamtkonzept der strategischen Eisenbahnlinien im deutschen Südwesten
- Die Veränderungen der Aufmarschpläne nach Fertigstellung der Wutachtalbahn, insbesondere unter Alfred Schlieffen
- Der tatsächliche Nutzen der Wutachtalbahn für den zivilen und militärischen Verkehr
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in die Thematik der Wutachtalbahn ein und beleuchtet die Besonderheiten ihrer Linienführung und die späte Eröffnung im Vergleich zu anderen Eisenbahnlinien im Gebiet. Die Arbeit stellt die Zielsetzung dar, die Entstehung der Wutachtalbahn im Kontext der Pläne des Generalstabs zu untersuchen und die ursprünglichen Absichten der badischen Staatsbahn zu berücksichtigen.
Kapitel 1 beleuchtet die ursprünglichen Eisenbahnpläne des Großherzogtums Baden im Wutachtalgebiet und die Entwicklung der Eisenbahnlinien am Hochrhein bis 1876. Der Staatsvertrag von 1852 zwischen Baden und der Schweiz wird analysiert, der die badische Staatsbahn zum Eisenbahnbau durch die Kantone Basel-Stadt und Schaffhausen ermächtigte. Die Bedeutung des Vertrags für die spätere Entwicklung der strategischen Eisenbahnlinien wird hervorgehoben.
Kapitel 2 befasst sich mit dem militärischen Eisenbahnbau unter Moltke bis 1890. Die Arbeit untersucht die Bedeutung der Eisenbahn für die Kriegsführung und die Rolle des Generalstabs bei der Planung und Umsetzung von strategischen Eisenbahnlinien.
Kapitel 3 analysiert den Bau der strategischen Wutachtalbahn und die Gründe für ihre Entstehung. Die Arbeit beleuchtet die militärische Bedeutung der Bahn im Kontext der Aufmarschpläne des Generalstabs und die Rolle der Wutachtalbahn im Gesamtkonzept der strategischen Eisenbahnlinien im deutschen Südwesten.
Kapitel 4 untersucht die Veränderungen der Aufmarschpläne des Generalstabs nach Fertigstellung der Wutachtalbahn, insbesondere unter Alfred Schlieffen. Die Arbeit analysiert den sogenannten "Schlieffenplan" und dessen Auswirkungen auf die strategische Bedeutung der Wutachtalbahn.
Schlüsselwörter
Die Schlüsselwörter und Schwerpunktthemen des Textes umfassen die Wutachtalbahn, strategische Eisenbahnlinien, militärischer Eisenbahnbau, Generalstab, Aufmarschpläne, Moltke, Schlieffenplan, Badische Staatsbahn, Nord-Süd-Bahn, Hochrhein, Gotthardbahn, Schweiz, Deutschland, 19. Jahrhundert.
Häufig gestellte Fragen
Was ist die Sauschwänzlebahn?
Die Sauschwänzlebahn ist der volkstümliche Name für die Wutachtalbahn, eine Eisenbahnstrecke zwischen Hintschingen und Oberlauchringen, die für ihre kurvenreiche Linienführung bekannt ist.
Warum wurde die Wutachtalbahn ursprünglich gebaut?
Im Gegensatz zu vielen anderen Strecken wurde die Wutachtalbahn primär aus rein militärischen Gründen als strategische Bahnlinie zur Unterstützung von Aufmarschplänen gebaut.
Welche Rolle spielte der Schlieffenplan für die Bahnstrecke?
Der Schlieffenplan und die Pläne des preußischen Generalstabs sahen die Bahn als Teil eines Mosaiks für den Truppenaufmarsch gegen Frankreich vor, was die eigenwillige Streckenführung beeinflusste.
Was war der Staatsvertrag von 1852?
Dies war ein Vertrag zwischen Baden und der Schweiz, der die Badische Staatsbahn ermächtigte, Eisenbahnlinien durch Schweizer Kantone wie Basel-Stadt und Schaffhausen zu bauen.
Wer war Helmuth von Moltke im Kontext des Eisenbahnbaus?
Helmuth von Moltke war Chef des Generalstabs und trieb den Bau strategischer Eisenbahnlinien voran, da er die Bedeutung der Bahn für die schnelle Truppenbewegung in der Kriegsführung erkannte.
Hatte die Wutachtalbahn auch zivile Nutzen?
Obwohl sie militärisch motiviert war, diente sie auch dem zivilen Verkehr, wobei ihre Bedeutung hier aufgrund der komplizierten Streckenführung oft hinter den Erwartungen zurückblieb.
- Quote paper
- Simon Gonser (Author), 2002, Eisenbahnbau im Wutachtal - Zivile und militärische Intentionen am Ende des 19. Jahrhunderts im Großherzogtum Baden und dem Deutschen Reich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/149120