Veränderungen im Sozialsystem „Dorf“ durch Flüchtlinge und Vertriebene nach 1945


Hausarbeit (Hauptseminar), 2004
32 Seiten, Note: 2,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Dörfliche Sozialstrukturen vor 1945
1.1 Überblick
1.2 Soziale Schichten im Dorf
1.2.1 Oberschicht
1.2.2 Mittelschicht
1.2.3 Unterschicht
1.3 Kirchen, Vereine und Eliten

2. Vertreibung und Integration in West-Deutschland
2.1 Flucht, Vertreibung und Nachkriegsj ahre
2.2 Sozialpolitik als Eingliederungshilfe
2.3 Politische Integration
2.4 Vertrieb ene im ländlichen Raum

3. Vertriebene und Flüchtlinge in der dörflichen Gesellschaft
3.1 Veränderungen im Dorf nach 1945
3.2 Das Konfliktpotential der Fremden
3.3 Generatives Verhalten
3.4 Politische Mitbestimmung
3.5 Vereinsleben

Schluss

Quellenverzeichnis

Literaturverzeichnis

Einleitung

Die Integration von Millionen heimatvertriebener Menschen ohne soziale Erschütterungen in die deutsche Gesellschaft gilt heute noch als „größtes Nachkriegswunder“[1] der jungen Bundesrepublik. Wie dieser Vorgang insbesondere in den ländlichen Gebieten West-Deutschlands vonstatten ging, soll im Rahmen dieser Arbeit genauer untersucht werden.[2] Besonderes Augenmerk soll dabei auf eventuelle Veränderungen sozialer Hierarchien im Dorf gelegt werden, und wie die Neuankömmlinge aus dem Osten sich in diese einzuordnen versuchten. Es stellt sich dabei die Frage, ob diese auswärtigen sozialen Gruppen die althergebrachten Deutungs­und Handlungsweisen der gebürtigen Dorfbewohner beeinflussten oder ob sie sich diesen anzupassen hatten. Änderungen im generativen Verhalten sollen dabei genauso analysiert werden wie die Partizipation der Vertriebenen in Politik und im Vereinsleben des Dorfes. Die soziale Dimension der Integration soll dabei im Mittelpunkt stehen. Sie kann aber dabei keineswegs isoliert betrachtet werden, so dass auch eine Nennung der Rahmenbedingungen des Themas wichtig erscheint. Letztendlich soll geklärt werden, ob aus den nun sozial, konfessionell und stammesmäßig bunt zusammengewürfelten Dorfbewohnern wirklich eine Gemeinschaft wurde oder die rasche Integration der Vertriebenen in Deutschland ein Mythos war, der lediglich auf städtische Regionen zutraf. Zunächst stellt sich jedoch das Problem der vielfältigen Wirtschafts- und Sozialverfassungen in den verschiedenen Regionen West-Deutschlands. Genauso wenig wie ländlicher Raum als solcher in Deutschland definiert werden kann, ist es gleichsam schwierig, die Eingliederung von Vertriebenen in ländliche Gebiete Deutschlands einheitlich zu charakterisieren. Zu viele lokale und regionale Eigenheiten, hervorgegangen aus historisch begründeten Differenzierungen, lassen selbst bei kleinräumige Vergleiche Kontraste bezüglich Betriebsgrößen, Konfession, oder gewerblich-industrieller Bedeutung erkennen. Aus einzelnen Beispielen darf daher nicht immer auf die gesamte Situation in Deutschland geschlossen werden und umgekehrt. Des weiteren dürfen auch andere, dorfverändernde Prozesse nach 1945 nicht außer Acht gelassen werden, da „die fließenden, aber durchschlagenden Übergänge von der Agrar- zur Industrie- und Städtegesellschaft in den letzten 200 Jahren auch den ländlichen Raum nachhaltig verändert [haben].“[3] Zu nennen wären hierbei etwa die Landflucht oder der Übergang von der arbeitsintensiven zur kapitalintensiven Produktion, verbunden mit einer sinkenden Anzahl landwirtschaftlicher Betriebe und Arbeitskräfte bei gleichzeitig steigender Produktivität durch Mechanisierung und Spezialisierung. All diese Prozesse begannen schon 1945 und verstärkten sich in den Fünfziger Jahren erheblich, was zu einem großen Höfesterben in vielen Regionen Deutschlands führte. Das besondere Bewusstsein und Lebensgefühl der Dorfbewohner ging bei all diesen Vorgängen jedoch nicht verloren, was die besondere Problematik der Integration von Fremden auf dem Dorf im Gegensatz zur Stadt erklärt.

Veränderungen in Landwirtschaft und ländlicher Gesellschaft fanden durch die Wirtschafts- und Sozialgeschichte lange Zeit keine große Beachtung. Während die Industrialisierung in urbanen Zentren wesentlich besser erforscht wurde, fielen die „Wandlungsprozesse auf dem Lande [...] weitgehend vom Schreibtisch der Historiker,“[4] obwohl ländlicher Raum und Agrarsektor lange Zeit wichtigster Lebensraum und Ernährungsgrundlage der Bevölkerung waren. Themen wie die Integration neuer Bewohner (z.B. Flüchtlinge und Vertriebene nach dem Zweiten Weltkrieg) wurden nur selten behandelt. Dies ist umso erstaunlicher, da das Thema „Vertreibung und Eingliederung“ in Deutschland bereits in den Fünfziger Jahren aufgearbeitet wurde und bis heute eine Vielzahl von Literatur dazu erschienen ist. Arbeiten wie Exners Monographie sind daher unerlässlich zum Themenkomplex der Vertriebenenintegration in den ländlichen Gebieten West-Deutschlands.

1. Dörfliche Sozialstrukturen vor 1945

1.1 Überblick

Sozialstruktur meint den inneren Aufbau einer Gesellschaft oder eines kleineren Gebildes. Auf die ländliche Gesellschaft Westdeutschlands bezogen ergibt sich jedoch das Problem einer verallgemeinerten Darstellung. So gab es weder „das“ Dorf vor 1945 noch danach, da die Prozesse, welche die dörfliche Sozialstruktur veränderten, sich je nach Region mehr oder weniger stark auswirkten.[5] Die ländliche Gesellschaft Deutschlands war in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts von einer starren sozialen Schichtung geprägt. Lebens- und Arbeitsweise wurden von Land- und Forstwirtschaft bestimmt. Weitere Merkmale waren konfessionelle Homogenität sowie ein Mangel an räumlicher und sozialer Mobilität. Das damalige System „Dorf“ kann somit als relativ geschlossen angesehen werden.[6] Die Sozialverbindungen untereinander waren unmittelbar und spielten sich in einem übersichtlichen lokalen Rahmen ab. Dazu zählten eine intensive Nachbarschafts-, Bekannten- und Verwandtenhilfe, Altenpflege sowie ein enger Verbund aller Generationen innerhalb einer Familie.[7] Nicht zuletzt war man auch wirtschaftlich aufeinander angewiesen. Die sozialen Netze der Dorfbewohner waren folglich besonders eng und dauerhaft geknüpft. Die vielzitierte Dorfgemeinschaft schien jedoch keine ideale Gemeinschaft gewesen zu sein, sondern vielmehr ein andauernder Konflikt zwischen Besitzenden und Besitzlosen, wie anhand der einzelnen Dorfschichten im folgenden gezeigt werden soll. Weitere Elemente der dörflichen Sozialstruktur waren zum einen Werte wie Ordnung, Besitz, Bedürfnislosigkeit und Fleiß. Des weiteren waren dies auch Normen wie Sitten, Gebräuche und insbesondere Tradition als zentrales Element der ländlichen Gesellschaft.[8] Als oberstes Wirtschaftsziel galt die Erhaltung des eigenen Hofes, die sogenannte „Hofidee“. Ähnliches dürfte für die dörflichen Handwerksbetriebe gegolten haben. Ländliche Gemeinden, die von der Industrialisierung erfasst wurden oder im Umkreis städtischer Zentren lagen und eine Verkehrsanbindung besaßen, wiesen darüber hinaus auch erste Fabrikarbeiter auf. In solchen Dörfern konnte die industriell-gewerbliche Prägung auch auf die soziale Schichtung abfärben. Bei einem entsprechend hohen Arbeiteranteil führte dies gelegentlich zu Mitbestimmung durch die SPD in den Gemeinderäten.[9] Durch die Abgeschiedenheit der meisten Dörfer bis weit in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts hinein blieb dies jedoch eine unbedeutende Ausnahme.

Die relative Überschaubarkeit des Sozialraums Dorf sowie die starke Ortsbezogenheit seiner Einwohner boten den Rahmen sowohl für eine identitätsstiftende Geborgenheit als auch für eine intensive gegenseitige soziale Kontrolle. Gerade wegen seiner Enge gab es ausreichend Stoff für Konflikte zwischen den einzelnen Gruppen und Schichten.[10] Das Dorf darf deshalb nicht idealisierend oder romantisierend als harmonisches und organisches Ganzes angesehen werden

Diese vereinfachende und idealtypische Charakteristik eines Dorfes kam in vielen verschiedenen sozialen Spielarten vor, da die einzelnen ländlichen Regionen Deutschlands in mancherlei Hinsicht beträchtliche Unterschiede aufzeigten. So wiesen bereits die Agrarverfassungen Deutschlands erhebliche Differenzen untereinander. Während in Süddeutschland Realteilung und Gemengelage mit einer durchschnittlichen Betriebsgröße von 5-10 ha vorherrschten, waren in Nord- und Westdeutschland hauptsächlich geschlossene Hofgüter mit 5-120 ha und Anerbenrecht vorzufinden. Hier gab es die typisch deutsche Landwirtschaft mit Erbhofbauern, Höfen mittlerer Größe und einem Dorf als Zentrum der ländlichen Gesellschaft. Auf die besonderen Verhältnisse östlich der Elbe mit über 1000 ha großen Gutshöfen und dem Vorkommen von Junkern und Landarbeitern braucht im Rahmen dieser Arbeit nicht genauer eingegangen zu werden.

1.2 Soziale Schichten im Dorf

Soziale Schichten gliedern und ordnen eine Bevölkerung hierarchisch nach sozialen Rollen und Positionen, in ein „Übereinander sozialer Gruppierungen“.[11] Die Rangordnung wird dabei mit Ober-, Mittel-, und Unterschicht ausgedrückt und kann darüber hinaus noch weiter unterteilt werden. Die ländliche Gesellschaft Deutschlands wies jedoch bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts insgesamt weniger soziale Schichten auf als die städtische. Darüber hinaus lag das gesamte Schichtniveau tiefer als in der Stadt.[12]

Die lange in Deutschland vorherrschende feudale Sozialschichtung verlor im 19. Jahrhundert durch Industrialisierung, Bauernbefreiung, Gewerbefreiheit sowie durch die Aufhebung letzter feudaler Rechte (1848 bzw. endgültig 1918) zunehmend an Bedeutung. Die Eigentums- und Nutzungsrechte für Land- und Forstwirtschaft waren nun in der Hand der Bauern. Der allgemeine Umbruch der Agrar- zur Industriegesellschaft brachte stetig neue Errungenschaften wie Mechanisierung und Kunstdüngung auf das Land. „Aus der großen Masse wirtschaftlich, politisch und persönlich abhängiger Bauern entwickelte sich allmählich ein freier und selbstbewusster Berufsstand.“[13]

Die traditionelle Rangordnung und damit die soziale Differenzierung auf dem Land war im Wesentlichen abhängig von Herkunft, Alter, Familienstand, Konfession, Geschlecht und Bildung.[14] Primäres Schichtungsmerkmal war jedoch der Besitz von Grund und Boden sowie dessen selbstständige Verfügbarkeit. Dörfliches Handwerk und Gewerbe galten lediglich als Ersatz für mangelndes Bodeneigentum. Grundbesitz stellte die eigentliche Beständigkeit der Dorfgesellschaft dar. Besitzer konnten wechseln, der Boden selbst jedoch war unersetzlich. Umfangreicher Grundbesitz war darüber hinaus die Quelle lokaler politischer Macht und letztlich das entscheidende Kriterium für die eigene Stellung im Sozialverband Dorf. Folglich ergab die Einteilung der Betriebe und damit der Besitzer in Größenklassen die entsprechende Zuweisung in die einzelnen dörflichen Schichten. Nach einer Klassifikation des Statistischen Reichsamts von 1919 verfügten Kleinbetriebe über 5 ha Boden, Mittelbetriebe über 5 bis 20 ha und Großbetriebe über mehr als 20 ha. Die Trennung zwischen haupt- und nebenberuflichem Betrieb lag dabei bei 2 ha. Zu den Letzteren zählten Handwerker, Gewerbetreibende, Kleinhändler oder die bereits erwähnten pendelnden Arbeiterbauern. Dörfliches Handwerk und Gewerbe war dabei vor allem in Regionen mit Realteilung z.B. in Süddeutschland zu finden, da hier ein gewisser Zwang zu einer Neben- oder Zuerwerbstätigkeit wie etwa der Heimarbeit bestand. Schließlich verfügte jedes Dorf über einen Pfarrer und einen Lehrer, die jedoch aufgrund ihrer Ortsfremde nur bedingt in die dörflichen Schichten eingepasst werden konnten. Die Dorfgesellschaft beruhte also im Wesentlichen auf einer ökonomisch-rationalen Grundlage. Des weiteren waren Familie und Verwandtschaft lebensprägendes und gesellschaftliches Ordnungsmuster aller dörflichen Schichten. Entsprechend großen Einfluss hatte die Familie bei der Heirat, die als wesentliches Mittel zum Ausbau und zur Weitergabe des eigenen materiellen und sozialkulturellen Kapitals wahrgenommen wurde. Die beiden Determinanten des generativen Verhaltens im Dorf waren folglich Besitz und Familie. Diese waren untrennbar miteinander verknüpft, da Besitz ein Bestandteil der Familie war.[15] Besonders in der Oberschicht herrschte daher eine nahezu exklusive Schichtkonsistenz, also das Vorkommen von Verbindungen innerhalb der gleichen Schicht.

1.2.1 Oberschicht

Die ländliche Oberschicht bestand lange Zeit nur aus Adel und Klerus, die als Grundherren das Leben all ihrer Untertanen oft bis ins Kleinste hinein bestimmten und auch über Fortzug und Heirat zu entscheiden hatten. In diesem jahrhundertlang währenden Feudalsystem hatte dieser kleine Personenkreis außerdem die grundherrliche Gerichtsbarkeit inne. Nach der Bauernbefreiung im 19. Jahrhundert und dem Ende der Grundherrschaften übernahmen die Großbauern und, sofern vorhanden, die Gutsbesitzer aufgrund ihrer großen materiellen Basis in Form von umfangreichem Grundbesitz die soziale Rolle der Oberschicht. Zu ihren weiteren Merkmalen zählte die Tatsache, dass sie ihren Lebensunterhalt ausschließlich durch Landwirtschaft verdienten und sie im Besitz politischer Macht im Dorf waren. Die lokalen Führungspersonen wie Bürgermeister und Gemeinderäte rekrutierten sich noch weit in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts hinein zum Großteil aus der Oberschicht, so dass mit Recht von einer Kontinuität der Eliten gesprochen werden kann. Dabei darf nicht vergessen werden, dass diese Dorfgruppe immer in der absoluten Minderheit war. Henkel schätzt ihren Anteil auf maximal 10 % in Deutschland,[16] wobei der Anteil in den norddeutschen Dörfern mit geschlossener Hofvererbung weit höher gelegen haben dürfte als in den Realteilungsgebieten Süddeutschlands.[17] In letzten übernahm daher auch die Mittelschicht einen Teil der gesellschaftlichen Führungsrollen.

1.2.2 Mittelschicht

Die ländliche Mittelschicht stellte eine vielfältige Übergangsschicht zwischen Ober­und Unterschicht dar. Ihr gehörten vor allem landbesitzende Bauern mit Höfen mittlerer Größe an. Durch teilweise erhebliche Differenzierungen der Betriebsgrößen ergaben sich jedoch innerhalb dieser Schicht ökonomisch-soziale Abstufungen vom Großbauern bis zum Klein- und Kleinstbauern.[18] Letztere gehörten allerdings häufig bereits zur Unterschicht. Schichttypisch waren die mittelgroßen Hofbauernbetriebe, die das Bild der mitteleuropäischen Landwirtschaft bis heute prägen. Darüber hinaus gab es in der Mittelschicht auch selbständige Kleingewerbetreibende wie Handwerksmeister, Kleinhändler und Kaufleute. Diesen betrieben im Nebenerwerb eine kleine Landwirtschaft, um ihr Auskommen zu sichern. Im Verlauf des 20. Jahrhunderts entstand durch in die Städte pendelnden Angestellten ein neuer Mittelstand.[19]

1.2.3 Unterschicht

Der größte Teil der ländlichen Bevölkerung wurde von der Unterschicht gestellt. Die Angehörigen dieser Schicht besaßen zu wenig Grundbesitz für eine vollbäuerliche Existenz und waren daher am unteren Ende der Sozialhierarchie des Dorfes angesiedelt. Durch Verknappung von Siedlungsland, hervorgerufen durch Bevölkerungswachstum und Realteilung, waren sie zu einer beruflichen Doppelexistenz gezwungen worden. Vor der Industrialisierung geschah dies meist als Tagelöhner oder Landarbeiter auf größeren Höfen, wobei zwischen Landbesitzenden und Landlosen unterschieden werden muss. Erstere besaßen einen eigenen Hausstand mit etwas Ackerland und wurden je nach Region als „Häusler“, „Kätner“, „Heuerlinge“ oder „Brinksitzer“ bezeichnet. Im Gegensatz dazu mussten sich die Landlosen als Gesinde (Knechte und Mägde) auf größeren Höfen verdingen.[20] Durch Industrialisierung und Verkehrserschließung wurde die Unterschicht ab etwa 1900 durch den neuen Typus des Arbeiterbauern ergänzt. Diese hatten eine Zwitterstellung durch ihre industrielle Erwerbstätigkeit bei gleichzeitiger agrarischer Selbstversorgung inne und konnten sich somit von industriellen Konjunkturschwankungen unabhängig machen. Diese Art der Absicherung hielt sich etwa in Württemberg bis weit in die Achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts hinein. Gerade Württemberg und Ostwestfalen können als Regionen der klassischen Arbeiterbauern bezeichnet werden. Die Nebenerwerbslandwirtschaft kann außerdem als ein Festhalten an bäuerlichen Orientierungs- und Verhaltensmustern trotz Beeinflussung durch industrielle Tätigkeit und urbanes Umfeld angesehen werden.[21] Die Nebenerwerbslandwirte trugen auf diese Weise dazu bei, erstmals städtische Ideen und Werte dauerhaft ins Dorf zu bringen.

[...]


[1] In: Morsey, Rudolf, Die Bundesrepublik Deutschland. Entstehung und Entwicklung bis 1969 (Oldenbourg-Grundriß der Geschichte Bd. 19), 4. überarb. und erw. Auflage München 2000, S. 192.

[2] Die Begriffe „Dorf“ und „ländlicher Raum“ werden im Rahmen dieser Arbeit synonym gebraucht. Eine Unterscheidung im Sinne der Siedlungsgeografie erfolgt dabei nicht. Entsprechend werden die Bezeichnungen „Flüchtlinge“ und „Vertriebene“ gleichbedeutend für die zugezogenen Dorfbewohner nach 1945 verwendet.

[3] In: Henkel, Gerhard, Der Ländliche Raum. Gegenwart und Wandlungsprozesse in Deutschland seit dem 19. Jahrhundert, Stuttgart 1999, S. 17.

[4] In: Exner, Peter, Ländliche Gesellschaft und Landwirtschaft in Westfalen 1919-1969, Paderborn 1997, S. 2.

[5] Vgl. Henkel, Ländlicher Raum, S. 63.

[6] Vgl. Ebd., S. 67.

[7] Vgl. Ebd., S. 30ff.

[8] Vgl. Ebd., S. 74ff.

[9] Vgl. Exner, Ländliche Gesellschaft, S. 78.

[10] Vgl. Ebd., S. 20.

[11] In: Henkel, Ländlicher Raum, S. 66.

[12] Vgl. Ebd., S. 67.

[13] In: Ebd., S. 71.

[14] Vgl. Ebd., S. 66.

[15] Vgl. Exner, Ländliche Gesellschaft, S. 22ff.

[16] Vgl. Henkel, Ländlicher Raum, S. 68.

[17] Vgl. Exner, Ländliche Gesellschaft, S. 22ff.

[18] Vgl. Henkel, Ländlicher Raum, S. 68.

[19] Vgl. Exner, Ländliche Gesellschaft, S. 24ff.

[20] Vgl. Henkel, Ländlicher Raum, S. 68.

[21] Vgl. Exner, Ländliche Gesellschaft, S. 22ff.

Ende der Leseprobe aus 32 Seiten

Details

Titel
Veränderungen im Sozialsystem „Dorf“ durch Flüchtlinge und Vertriebene nach 1945
Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg  (Historisches Seminar)
Veranstaltung
Landwirtschaft und ländliche Gesellschaft im 20. Jahrhundert. Deutschland im internationalen Kontext.
Note
2,7
Autor
Jahr
2004
Seiten
32
Katalognummer
V149127
ISBN (eBook)
9783640596379
ISBN (Buch)
9783640595952
Dateigröße
531 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Heimatvertriebene, Flüchtlinge, Vertriebene, Zweiter Weltkrieg, Landwirtschaft, Ländliche Gesellschaft, Dorf, Sozialgeschichte, Alltagsgeschichte, Nachkriegszeit, Gesellschaftsgeschichte, Integration, Bundesrepublik Deutschland, Ostdeutschland, Wirtschaftswunder, Ländlicher Raum, Soziale Konflikte, Vertreibung, Flucht, Eingliederung, Sozialstruktur, Soziales Netz, Dorfgemeinschaft, Westdeutschland, Adenauer, Tradition, Soziale Kontrolle, Bevölkerung, Soziale Schichtung, Fremde, Konfession, Potsdamer Konferenz, Sudetenland, Ostpreußen, Schlesien, Pommern, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Sozialpolitik, Entschädigung, Bayern, Konflikt, Dialekt, Verein, Vereinsleben, Gesellschaft, Sozialisation, Strukturwandel
Arbeit zitieren
Simon Gonser (Autor), 2004, Veränderungen im Sozialsystem „Dorf“ durch Flüchtlinge und Vertriebene nach 1945, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/149127

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