Der erste Text hinterfragt, welche Aufgaben Wörterbücher haben, um Fremdsprachenerwerb zu unterstützen. Dabei wird insbesondere auf die Unterschiede zwischen ein- und zweisprachigen Wörterbüchern eingegangen. Welche Vor- und Nachteile sich aus den jeweiligen Nachschlagewerken ergeben, soll thematisiert werden. Ziel dieser Arbeit ist es aufzuzeigen, unter welchen Voraussetzungen Wörterbücher als essentielles Hilfsinstrument für Lernende verstanden werden können und welche Problembereiche sich aus den heutigen Anforderungen an die Nachschlagewerke ergeben.
Die zweite Arbeit beschäftigt sich mit der Grammatik-Übersetzungsmethode im modernen Fremdsprachenunterricht. Sie schafft einen geschichtlichen Überblick zu methodischen Konzepten im Fremdsprachenunterricht mit dem Schwerpunkt der Grammatik-Übersetzungsmethode im frühen Fremdsprachenunterricht. Anschließend folgt eine Darlegung der allgemeinen Lernziele der Methode und deren Bedeutung für den Fremdsprachenunterricht. Ein exemplarisches Unterrichtsschema und mögliche Übungs- beziehungsweise Aufgabenformen der Grammatik-Übersetzungsmethode runden diese Arbeit ab.
Der dritte Text geht der Frage nach, ob es eine kritische Periode beim Fremdspracherwerb gibt, einen sogenannten Cut-off Point, nachdem ein Spracherwerb nicht mehr möglich ist, und wenn ja, wann er stattfindet. Um diesen Fragen nachzugehen, werden drei der bedeutendsten Studien zu diesem Thema betrachtet und miteinander verglichen.
Die vierte Hausarbeit widmet sich der Frage, inwieweit sich die Unterrichtstechniken des „freien Textes“ Freinets und der Korrespondenz auf den Kontext des deutschen Fremdsprachenunterrichts außerhalb der Regelschulzeit übertragen ließen, welche im Hauptteil der Hausarbeit anhand der greifenden didaktisch-methodischen Prinzipien Erläuterung finden. Im anschließenden Fazit wird auf die Rentabilität des Pädagogikmodells in Bezug auf die eigenen Schlussfolgerungen der Lehrpraxis eingegangen.
Die letzte Ausarbeitung gibt zunächst eine kurze Definition der Kompetenzen, welche im Fremdsprachenunterricht geprüft werden. Anschließend werden weitere Funktionen des Testens und Prüfens dargestellt. Außerdem wird das handlungs- und kompetenzorientierte Prüfen betrachtet und veranschaulicht.
Inhaltsverzeichnis
Zum Einsatz von ein- und zweisprachigen Wörterbüchern beim Erwerb einer Fremdsprache von Marco Schindler 2008
1 Einleitung
2 Funktionen von Wörterbüchern
3 Informationstypen in einsprachigen Wörterbüchern
3.1 Definitionstypen in einsprachigen Wörterbüchern
3.2 Gestaltung von Beispielen in einsprachigen Wörterbüchern
4 Zweisprachige Wörterbücher zur Unterstützung des Lernprozesses
4.1 Anforderungen an zweisprachige Wörterbücher
4.2 Problembereiche von zweisprachigen Wörterbüchern
5 Fazit
Die Grammatik-Übersetzungsmethode im Fremdsprachenunterricht von Tobias Molsberger 2011
1. Einführung
2. Definition „Methode“
3. Die Grammatik-Übersetzungsmethode
3.1 Die Geschichte der Unterrichtsmethoden im Fremdsprachenunterricht mit dem Schwerpunkt der Grammatik-Übersetzungsmethode
3.2 Charakteristika, Lernziele und Umsetzung
3.3 Konsequenzen für den Fremdsprachenunterricht
3.3.1 Beispiel für ein mögliches Unterrichtsschema
3.3.2 Übungsformen
3.3.3 Verhältnis Lehrender/Lernender
3.4 Beispiel eines Lehrbuchs für den Englischunterricht von 1914
3.4.1 Versuch einer methodischen Analyse
4. Fazit
Gibt es die kritische Periode beim Fremdsprachenerwerb? Von Ines Wiedmann 2017
1 Einleitung
2 Begriffsabgrenzung
3 Johnson & Newport (1989)
3.1 Die Studie
3.2 Ergebnisse
4 Flege, Munro & MacKay (1995)
4.1 Die Studie
4.2 Ergebnisse
5 DeKeyser (2000)
5.1 Die Studie
5.2 Ergebnisse
6 Zusammenfassung
7 Fazit
Reformpädagogik Freinets im Fremdsprachenunterricht Freier Text und Korrespondenz als reformpädagogische Techniken im Fremdsprachenerwerb von Maria Beyer 2017
1 Ansprüche der Reformpädagogik Freinets
2 „Pädagogik vom Kinde aus“
2.1 Nationale Reformbestrebungen
2.2 „L’Ecole moderne“ - Die moderne Schule
3 Unterrichtspraktiken im Fremdsprachenunterricht
3.1 Freier Text
3.2 Korrespondenz
4 Schlussfolgerungen für die Lehrpraxis
Testen und Prüfen von Kompetenzen von Sara Zschiesche-Calvo 2018
1 Einleitung
2 Definition von Kompetenz
3 Testen und Prüfen
3.1 Funktionen des Testens und Prüfens
3.2 Handlungs- und Kompetenzorientiertes Prüfen
4 Resümee
Zielsetzung & Themen
Die in diesem Ebook versammelten Aufsätze untersuchen grundlegende Aspekte der Fremdsprachendidaktik und Spracherwerbsforschung. Das zentrale Ziel ist es, verschiedene methodische Ansätze und theoretische Fragestellungen – vom Einsatz von Wörterbüchern und der Grammatik-Übersetzungsmethode über die Debatte zur kritischen Periode beim Spracherwerb bis hin zur reformpädagogischen Freinet-Pädagogik und kompetenzorientiertem Prüfen – wissenschaftlich zu beleuchten, deren Wirksamkeit für den modernen Sprachunterricht zu evaluieren und Konsequenzen für die Lehrpraxis abzuleiten.
- Wörterbuchgebrauch und Informationstypen im Sprachenerwerb.
- Historische Entwicklung und Kritik der Grammatik-Übersetzungsmethode.
- Neurologische und linguistische Ansätze zur kritischen Periode.
- Reformpädagogische Ansätze von Célestin Freinet im Kontext des Fremdsprachenunterrichts.
- Handlungs- und kompetenzorientierte Formen der Leistungsbewertung.
Auszug aus dem Buch
Die Grammatik-Übersetzungsmethode
Die Geschichte des Fremdsprachenunterrichts geht weit bis in die Antike zurück. Ein Beispiel hierfür waren die Römer, die bereits kurz nach der Besetzung Griechenlands griechische Gelehrte, unter ihnen beispielsweise Aristoteles, nach Rom „entführten“, um diese dort ihre Kinder in der griechischen Sprache, Literatur und Philosophie unterrichten zu lassen. Zu jener Zeit, als eben diese als besonders vorbildhaft galt, lehrten somit griechische Gelehrte die lateinsprachigen Kinder römischer Aristokraten. Allerdings kann zu jener Zeit kaum von theoretischen, methodischen Ansätzen des Fremdsprachenunterrichts die Rede sein. Laut Hernig (2005: 164) geht die früheste Form des Fremdsprachenunterrichts auf antike Rhetorikschulen zurück.
Im Mittelalter liegt der Fokus des Fremdsprachenlehrens und -lernens wohl auf der praktischen Anwendung an Latein- und Rhetorikschulen (ibid.), welche fast ausschließlich im kirchlichen Kontext zu finden waren. Diese Schulungen befähigten folglich die angehenden Geistlichen durch die Vermittlung von Latein-, Griechisch- und Hebräischkenntnissen, die Bibel, damals noch in keine entsprechende moderne Sprache übersetzt, verstehen und interpretieren zu können. Letzteres gestaltete sich beim Zelebrieren der Heiligen Messe, die lange ausschließlich auf Latein gehalten wurde, als unerlässlich.
In der Renaissance im ausgehenden Mittelalter und der anbrechenden Neuzeit im 15. Und 16. Jahrhundert trat der praktische Nutzen der alten Sprachen wieder stärker in den Hintergrund und Regellernen und Sprachanalyse traten in den Vordergrund des Fremdsprachenunterrichts. Diese entsprechende Tendenz war ebenfalls zum Ende des 18. und Beginn des 19. Jahrhunderts erneut zu vermachen, als der Fremdsprachenunterricht aus der kirchlichen Obhut allmählich in staatliche Hände geriet. Hierbei entstand die Grammatik-Übersetzungsmethode für den Fremdsprachenunterricht. Erst im 20. Jahrhundert wurde laut Hernig der Fremdsprachenunterricht wieder kommunikativer, beginnend von direkten Ansätzen bereits Ende des 19. Jahrhunderts, über die audiolinguale und audiovisuelle Methode, der kommunikativen Methoden, letztere ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, „bis hin zum interkulturellen Ansatz und alternativen Methoden“ (ibid.: 165)
Zusammenfassung der Kapitel
Zum Einsatz von ein- und zweisprachigen Wörterbüchern beim Erwerb einer Fremdsprache: Die Arbeit analysiert die Funktionen verschiedener Wörterbuchtypen und diskutiert unter Abwägung von Vor- und Nachteilen, wie diese den Spracherwerb unterstützen können.
Die Grammatik-Übersetzungsmethode im Fremdsprachenunterricht: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung und die methodischen Charakteristika der Grammatik-Übersetzungsmethode nach und analysiert deren Konsequenzen sowie Einsatzmöglichkeiten im Unterricht anhand konkreter Lehrbuchbeispiele.
Gibt es die kritische Periode beim Fremdsprachenerwerb?: Die Autorin vergleicht drei bedeutende wissenschaftliche Studien, um die umstrittene Hypothese einer biologisch determinierten kritischen Periode beim Spracherwerb kritisch zu hinterfragen.
Reformpädagogik Freinets im Fremdsprachenunterricht: Dieser Aufsatz untersucht, wie die Techniken des „freien Textes“ und der Korrespondenz aus der Freinet-Pädagogik auf den modernen Fremdsprachenunterricht außerhalb regelschulischer Strukturen übertragen werden können.
Testen und Prüfen von Kompetenzen: Das Kapitel erläutert die verschiedenen Funktionen von Tests im Fremdsprachenunterricht und stellt dar, wie eine handlungs- und kompetenzorientierte Leistungsbewertung gestaltet sein sollte.
Schlüsselwörter
Fremdsprachenunterricht, Wörterbücher, Grammatik-Übersetzungsmethode, Spracherwerb, Kritische Periode, Maturational Hypothesis, Reformpädagogik, Freinet-Techniken, Freier Text, Korrespondenz, Kompetenzorientierung, Handlungsfähigkeit, Sprachtests, Sprachpaten, Evaluierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Publikation grundsätzlich?
Das Ebook bietet eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit verschiedenen didaktischen Ansätzen und Lerntheorien im Bereich des Fremdsprachenunterrichts.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Es werden methodische Instrumente wie Wörterbücher und die Grammatik-Übersetzungsmethode, lernpsychologische Fragestellungen zur kritischen Periode beim Spracherwerb sowie reformpädagogische und kompetenzorientierte Ansätze in der Leistungsmessung behandelt.
Was ist das primäre Ziel der Arbeiten?
Die Autoren zielen darauf ab, theoretische Konzepte mit der Unterrichtspraxis zu verknüpfen, um die Effektivität des Spracherwerbs in unterschiedlichen Kontexten zu reflektieren und zu verbessern.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Beiträge basieren größtenteils auf Literaturanalysen, der kritischen Auswertung von empirischen Studien und der exemplarischen Untersuchung von Lehrwerken oder pädagogischen Konzepten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit von Tobias Molsberger behandelt?
Dieser Abschnitt widmet sich der historischen Entwicklung der Grammatik-Übersetzungsmethode, ihren Lernzielen, der Rolle des Lehrers sowie einer konkreten Analyse eines Sprachlehrbuchs aus dem Jahr 1914.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Fremdsprachenunterricht, Spracherwerb, Reformpädagogik, Kompetenzorientierung und Methodik beschreiben.
Wie bewertet Ines Wiedmann die Debatte um die kritische Periode?
Sie kommt zu dem Schluss, dass die Forschungsergebnisse uneinheitlich sind und die Bedeutung biologischer Faktoren bei der Sprachlernfähigkeit oftmals überschätzt wurde, wodurch Motivation und die richtigen Lernmittel an Bedeutung gewinnen.
Wie überträgt Maria Beyer die Freinet-Techniken auf den Fremdsprachenunterricht für Erwachsene?
Sie schlägt vor, Techniken wie den „freien Text“ oder die Korrespondenz in institutionellen Kursen oder durch tandembasierte Ansätze wie Sprachpatenschaften zur Förderung einer authentischen Sprachverwendung einzusetzen.
- Citar trabajo
- GRIN Verlag (Hrsg.) (Editor), Marco Schindler (Autor), Tobias Molsberger (Autor), Ines Wiedmann (Autor), Maria Beyer (Autor), Sara Zschiesche-Calvo (Autor), 2024, Theorie und Methode des Fremdsprachenerwerbs, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1491560