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Die geteilte deutsche Eisenbahn - Schienenverkehrsströme von 1945 bis 1989 in BRD und DDR

Title: Die geteilte deutsche Eisenbahn - Schienenverkehrsströme von 1945 bis 1989 in BRD und DDR

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 24 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Simon Gonser (Author)

History of Europe - Newer History, European Unification
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Summary Excerpt Details

„Alles ist in Fluß geraten. Wir stehen im Moment vor einem Berg von Aufgaben, deren Umfang noch gar nicht überschaubar ist, insbesondere weil es nicht allein um Deutschland geht.“

Mit diesen Worten beschreibt Hans-Joachim Fricke die Situation der deutschen Eisenbahnen vor dem Hintergrund der sich abzeichnenden Wiedervereinigung Deutschlands zu Beginn der Neunziger Jahre. Dieselbe Aussage kann aber auch für die Ursache des von Fricke genannten Aufgabenberges zutreffend angewandt werden: Die Spaltung des deutschen Eisenbahnnetzes infolge der Teilung Deutschlands und Europas durch den „Eisernen Vorhang“ nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Dieser Einschnitt quer durch das in hundert Jahren gewachsene Schienennetz musste zwangsläufig Auswirkungen auf die Verkehrsströme in den beiden neuen deutschen Staaten haben. An diesem Punkt soll diese Arbeit ansetzen. Insbesondere soll der Frage nachgegangen werden, wie sich diese Schienenverkehrsströme in den Jahren 1945 bis 1989 veränderten und welche Maßnahmen die Eisenbahngesellschaften in der BRD und in der DDR zur Anpassung ihrer Schienennetze unternahmen. Problematisch scheint dabei die genaue Charakterisierung der Umpolung eines Eisenbahnnetzes. Während 15 Jahre nach der Wiedervereinigung inzwischen eine Vielzahl an Literatur zum Thema Eisenbahn und deutsche Teilung erschienen ist, beschränken sich Autoren wie Rossberg oder Bock im wesentlichen auf den Transitverkehr oder das Schicksal einzelner Strecken entlang der innerdeutschen Grenze. Weit wichtiger erscheinen aber die Planungen und Vorgänge der Eisenbahn in der ganzen Bundesrepublik beziehungsweise in der ganzen DDR im Zusammenhang mit der Teilung Deutschlands.
Zuerst soll ein kurzer Blick auf die allgemeine Situation der Eisenbahn in Deutschland nach Kriegsende vorgenommen werden. Im dritten Teil folgen dann genauere Untersuchungen der Eisenbahnverkehrsströme im Westen und im Osten Deutschlands. Eine Untersuchung der Schienenverkehrsverhältnisse der DDR scheint ohne die Betrachtung der Situation in Berlin unvollständig. Aufgrund der engen eisenbahntechnischen Verflechtung der DDR mit Ost- als auch West-Berlin erfolgt die Abhandlung dieses Abschnitts im DDR-Kapitel. Abschließend soll noch kurz auf die Eisenbahn in den Zonenrandgebieten und auf die dort entstandenen Veränderungen von Schienenverkehrströmen eingegangen werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zerschnittene Verkehrsachsen

2.1 Die Deutsche Reichsbahn nach Kriegsende

2.2 Die Teilung der deutschen Eisenbahn

3. Schienenverkehrsströme in West und Ost im Wandel

3.1 Die Situation in der BRD

3.2 Die Situation in der DDR und in Berlin

3.2.1 Der Sonderfall Berlin

4. Eisenbahn und Zonenrandgebiete

5. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der deutschen Teilung auf das Schienennetz und die Schienenverkehrsströme zwischen 1945 und 1989. Dabei wird analysiert, wie die ehemals auf Ost-West-Verbindungen ausgelegte Infrastruktur auf die neue geopolitische Situation und die Notwendigkeit verstärkter Nord-Süd-Verbindungen reagierte und welche Anpassungsmaßnahmen die Eisenbahngesellschaften in BRD und DDR trafen.

  • Strukturelle Auswirkungen der deutsch-deutschen Grenze auf das Eisenbahnnetz
  • Veränderungen der Verkehrsströme von der Ost-West- zur Nord-Süd-Ausrichtung
  • Unterschiedliche Anpassungsstrategien von Bundesbahn und Deutscher Reichsbahn
  • Der Berliner Außenring als verkehrs- und machtpolitisches Instrument
  • Herausforderungen für den Eisenbahnverkehr in den Zonenrandgebieten

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Der Sonderfall Berlin

Für die Anpassung des Eisenbahnknotenpunkts Berlin an die neue Situation des geteilten Deutschlands waren besonders hohe Investitionen notwendig. Durch die Aufteilung Berlins in vier Sektoren durch die Alliierten waren eine Vielzahl von eisenbahnpolitischen Problemen in diesem Gebiet entstanden. Zunächst bestand noch Einigkeit über einen einheitlichen Verkehr in allen vier Sektoren durch die Reichsbahn. Anders schien dies auch gar nicht möglich, da Berlin zu klein und das Eisenbahnnetz in der Stadt zu eng verflochten war. Die Sektorengrenzen nahmen auf die Streckenführungen allerdings keine Rücksicht, was sich besonders für die spätere DDR als Nachteil herausstellen sollte, da fast alle SBZ-Binnenzüge im Bereich Berlins auch die Westsektoren durchqueren mussten. Hinzu kam, dass die wenigen Bahnhöfe im Osten der Stadt viel zu geringe Kapazitäten aufwiesen und Binnenzüge daher auch Westberliner Bahnhöfe benutzen mussten. Die Westmächte hätten, durch Sperrung der Sektorengrenzen, auf diese Weise einen Großteil des DDR-Eisenbahnverkehrs blockieren können. Hinzu kam die einfache Möglichkeit zur Flucht nach Westen für viele DDR-Bürger mittels der Eisenbahn.

Aufgrund dieser Situation und aufgrund ihrer Angst vor weiteren Berlin-Krisen entschloss sich die SED-Führung zur eisenbahntechnischen Isolation Westberlins und zum Bau des 180 km langen sogenannten Außenrings um die West-Sektoren herum, um die „hohe verkehrstechnische Abhängigkeit von West-Berlin“ zu beenden. Die Idee zur Umfahrung war bereits in den Zwanziger Jahren entstanden und entbehrte auch nicht vollkommen einer verkehrsökonomischen Logik. Doch die konkrete Streckengestaltung des Außenrings war nun eindeutig politisch motiviert. Dies zeigte sich in einer aufwendigen Trassierung mit künstlichen Streckenverlängerungen, die wirtschaftlich und verkehrstechnisch nicht zu rechtfertigen gewesen wären. Doch um auf Ost-Berliner- und DDR-Territorium zu bleiben, wurden solche Umwege, wie z.B. die Überquerung des Templiner Sees mit Brücken und Dämmen, in Kauf genommen, die stark an den partikularistischen Eisenbahnbau der deutschen Kleinstaaten im 19. Jahrhundert erinnerten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Spaltung des deutschen Eisenbahnnetzes infolge der Teilung Deutschlands und definiert das Ziel der Arbeit, die Veränderungen der Verkehrsströme sowie Anpassungsmaßnahmen zwischen 1945 und 1989 zu untersuchen.

2. Zerschnittene Verkehrsachsen: Dieses Kapitel behandelt den Zustand der Deutschen Reichsbahn nach Kriegsende, die ersten Schritte zur Teilung des Netzes durch die Besatzungsmächte und die daraus resultierenden langfristigen Folgen für den Eisenbahnverkehr.

3. Schienenverkehrsströme in West und Ost im Wandel: Das Kapitel analysiert die spezifischen Herausforderungen und Anpassungen der Schienennetze in der BRD und der DDR, wobei der Nord-Süd-Verkehr sowie der Berliner Außenring als Sonderfall detailliert betrachtet werden.

4. Eisenbahn und Zonenrandgebiete: Hier wird der Einfluss der Grenzziehung auf die Regionen entlang der innerdeutschen Grenze thematisiert, insbesondere die Stillegung von Stichstrecken und die wirtschaftlichen Auswirkungen auf betroffene Gebiete.

5. Schluss: Das Schlusskapitel fasst zusammen, dass die Umpolung der Verkehrsströme auf Nord-Süd-Verbindungen in beiden Staaten Spuren hinterlassen hat und kritisiert die langfristige Planungsausrichtung beider Bahngesellschaften im Hinblick auf eine mögliche Wiedervereinigung.

Schlüsselwörter

Deutsche Eisenbahn, Teilung Deutschlands, Schienenverkehrsströme, Deutsche Bundesbahn, Deutsche Reichsbahn, innerdeutsche Grenze, Nord-Süd-Verkehr, Zonenrandgebiete, Berliner Außenring, Infrastruktur, Transitverkehr, Wiedervereinigung, Elektrifizierung, Verkehrsplanung, Ost-West-Verkehr

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die tiefgreifenden Veränderungen des deutschen Eisenbahnnetzes und der Verkehrsströme als direkte Folge der politischen Teilung Deutschlands in BRD und DDR zwischen 1945 und 1989.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen zählen die Zerschneidung traditioneller Ost-West-Verkehrsachsen, der notwendige Ausbau von Nord-Süd-Verbindungen, die spezifische Situation in Berlin und die Auswirkungen auf die Zonenrandgebiete.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich die Schienenverkehrsströme in vier Jahrzehnten Teilung veränderten und welche Maßnahmen Bundesbahn und Reichsbahn ergriffen, um ihre Netze an die neuen geographischen und politischen Gegebenheiten anzupassen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Untersuchung, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und der Auswertung verkehrshistorischer Quellen basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Situation nach Kriegsende, die Netzwerkanpassungen der Bundesbahn in der BRD, die Umstrukturierung bei der Deutschen Reichsbahn der DDR sowie den besonderen Fall Berlin und die Problematik in den Zonenrandgebieten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Deutsche Eisenbahn, Schienenverkehrsströme, innerdeutsche Grenze, Nord-Süd-Verkehr, Bundesbahn, Reichsbahn und Infrastrukturanpassung.

Welche Rolle spielte der Berliner Außenring?

Der Berliner Außenring war ein politisch motiviertes Prestigeobjekt der DDR, das dazu diente, die eisenbahntechnische Abhängigkeit von West-Berlin zu beenden und eine Blockade durch die Westmächte zu verhindern.

Warum war die Anpassung der Schienennetze so schwierig?

Die Anpassung war schwierig, da das ursprüngliche Netz auf Ost-West-Verbindungen ausgelegt war, während die Teilung einen massiven Bedarf an neuen Nord-Süd-Kapazitäten schuf, bei gleichzeitigem Mangel an Ressourcen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten.

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Details

Title
Die geteilte deutsche Eisenbahn - Schienenverkehrsströme von 1945 bis 1989 in BRD und DDR
College
University of Freiburg  (Historisches Seminar)
Course
Aufstieg und Fall der Mauer. Die Geschichte der innerdeutschen Grenze
Grade
1,3
Author
Simon Gonser (Author)
Publication Year
2004
Pages
24
Catalog Number
V149156
ISBN (eBook)
9783640596393
ISBN (Book)
9783640596003
Language
German
Tags
DDR BRD Deutschland Deutsche Einheit Eisenbahn Eisenbahngeschichte Zweiter Weltkrieg Deutsche Teilung Innerdeutsche Grenze Bundesrepublik Deutschland Deutsche Demokratische Republik Verkehrsgeschichte Deutsche Bundesbahn Deutsche Reichsbahn Wiedervereinigung Eisenahnnetz Wirtschaftsgeschichte Kalter Krieg Schienennetz Streckennetz Verkehrsgeographie Transit Berlin Potsdamer Konferenz Alliierte Besatzungszone Reichbahndirektion S-Bahn Zonenrandgebiet Eiserner Vorhang Oberleitung Elektrifizierung ICE Intercity Intercity-Netz Neubaustrecke Hochgeschwindigkeitsverkehr Städte-Express SBZ Sowjetische Besatzungszone Verkehrsprojekt Deutsche Einheit
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Simon Gonser (Author), 2004, Die geteilte deutsche Eisenbahn - Schienenverkehrsströme von 1945 bis 1989 in BRD und DDR, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/149156
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