Die Geschichte ist geprägt vom Aufstieg und von den Niedergängen vieler Staaten und Reiche. Spanien und Portugal bieten zwei gute Beispiele dafür. Beide Staaten befanden sich im 16. Jahrhundert auf dem Gipfel ihrer Macht und verfügten über für die damalige Zeit riesige Kolonialreiche. Seitdem hatte in beiden Ländern aber der Niedergang eingesetzt, der sowohl Spanien als auch Portugal ihre Bedeutung für die Weltpolitik entziehen sollte. Zum Ende des für beide Staaten unruhig verlaufenen 19. Jahrhunderts befanden sich Spanien und Portugal in instabilen Verhältnissen. Die anstehenden Probleme innerhalb der Staaten ließen die Zukunft düster erscheinen.
An diesem Punkt will die vorliegende Arbeit ansetzen. Es soll gezeigt werden, wie sich die beiden iberischen Staaten Spanien und Portugal aus dieser schwierigen Lage mittels Revolutionen zu befreien suchten und schließlich mit den Diktaturen unter Franco beziehungsweise Salazar die vielleicht schwärzesten Jahrzehnte ihres Bestehens erleben mussten. Abschließend soll noch kurz auf die Demokratisierungsbestrebungen in beiden Staaten seit dem Ende der Diktaturen 1974/1975 eingegangen werden. Als Ende des Betrachtungszeitraums ist dabei der EG-Beitritt beider Länder im Januar 1986 gewählt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Spanien im 20. Jahrhundert
2.1 Die Ausgangslage um 1900
2.2 Die Krise und das Ende der Monarchie
2.3 Die kurze Phase der Republik
2.4 Der Spanische Bürgerkrieg
2.5 Spanien unter der Diktatur Francos
2.6 Das Ende der Diktatur und die Demokratisierung
3. Portugal im 20. Jahrhundert
3.1 Die Ausgangslage um 1900
3.2 Die Krise und das Ende der Monarchie
3.3 Die kurze Phase der Republik
3.4 Portugal unter der Diktatur Salazars
3.5 Das Ende der Diktatur und die Demokratisierung
4. Zusammenfassung und Vergleich
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die parallele historische Entwicklung Spaniens und Portugals im 20. Jahrhundert, von der Krise der Monarchien über die Etablierung autoritärer Diktaturen bis hin zur erfolgreichen Demokratisierung und dem gemeinsamen Beitritt zur Europäischen Gemeinschaft.
- Historischer Niedergang der ehemaligen Kolonialmächte
- Transformation von der Monarchie zur Republik
- Etablierung und Konsolidierung der Diktaturen unter Franco und Salazar
- Demokratisierungsprozesse nach 1974/1975
- Vergleichende Analyse der politischen und wirtschaftlichen Entwicklung beider Staaten
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Die Geschichte ist geprägt vom Aufstieg und von den Niedergängen vieler Staaten und Reiche. Spanien und Portugal bieten zwei gute Beispiele dafür. Beide Staaten befanden sich im 16. Jahrhundert auf dem Gipfel ihrer Macht und verfügten über für die damalige Zeit riesige Kolonialreiche. Seitdem hatte in beiden Ländern aber der Niedergang eingesetzt, der sowohl Spanien als auch Portugal ihre Bedeutung für die Weltpolitik entziehen sollte. Zum Ende des für beide Staaten unruhig verlaufenen 19. Jahrhunderts befanden sich Spanien und Portugal in instabilen Verhältnissen. Die anstehenden Probleme innerhalb der Staaten ließen die Zukunft düster erscheinen.
An diesem Punkt will die vorliegende Arbeit ansetzen. Es soll gezeigt werden, wie sich die beiden iberischen Staaten Spanien und Portugal aus dieser schwierigen Lage mittels Revolutionen zu befreien suchten und schließlich mit den Diktaturen unter Franco beziehungsweise Salazar die vielleicht schwärzesten Jahrzehnte ihres Bestehens erleben mussten. Abschließend soll noch kurz auf die Demokratisierungsbestrebungen in beiden Staaten seit dem Ende der Diktaturen 1974/1975 eingegangen werden. Als Ende des Betrachtungszeitraums ist dabei der EG-Beitritt beider Länder im Januar 1986 gewählt.
Erstaunlich ist dabei, dass alle diese Entwicklungsphasen in Spanien und Portugal von der Monarchie bis hin zur Demokratisierung annähernd parallel in beiden Staaten abzulaufen scheinen (Abb. 1). Lediglich der Spanischen Bürgerkrieg von 1936 bis 1939 bildet hierbei eine Ausnahme, die der portugiesischen Bevölkerung als nationales Trauma erspart blieb.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Ausgangslage Spaniens und Portugals zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein und umreißt die Zielsetzung der Arbeit, die parallelen Entwicklungsphasen beider Staaten bis zum EG-Beitritt 1986 zu analysieren.
2. Spanien im 20. Jahrhundert: Das Kapitel zeichnet den Weg Spaniens von der schwachen konstitutionellen Monarchie über die krisengeschüttelte Republik und den verheerenden Bürgerkrieg bis zur langjährigen Diktatur Francos und dem anschließenden Übergang zur parlamentarischen Demokratie nach.
3. Portugal im 20. Jahrhundert: Dieser Abschnitt beschreibt die Entwicklung Portugals, von der Krise der Monarchie über die instabile republikanische Phase bis zur Errichtung des autokratischen "Estado Novo" unter Salazar, gefolgt von der Nelkenrevolution 1974 und der anschließenden Demokratisierung.
4. Zusammenfassung und Vergleich: Das Kapitel vergleicht die historischen Entwicklungen beider Staaten und stellt fest, dass Spanien und Portugal trotz länderspezifischer Unterschiede, insbesondere hinsichtlich des Spanischen Bürgerkriegs, erstaunlich ähnliche Transformationsprozesse durchlaufen haben.
Schlüsselwörter
Spanien, Portugal, 20. Jahrhundert, Monarchie, Republik, Diktatur, Franco, Salazar, Demokratisierung, EG-Beitritt, Kolonialreiche, Iberische Halbinsel, politischer Wandel, Autarkie, Nelkenrevolution
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die vergleichende politische und historische Geschichte Spaniens und Portugals im 20. Jahrhundert.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentral sind der Niedergang der Monarchien, die Krisen der jungen Republiken, die Ära der autoritären Diktaturen sowie die Prozesse der Demokratisierung und europäischen Integration.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie sich beide iberischen Staaten annähernd parallel von instabilen Verhältnissen zu demokratischen Systemen entwickelten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historisch-vergleichende Analyse unter Nutzung von Fachliteratur, die die Phasen beider Länder chronologisch gegenüberstellt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil ist in die Kapitel zu Spanien und Portugal untergliedert, die jeweils die Ausgangslage, das Ende der Monarchie, die republikanische Phase, die Diktaturen sowie den Übergang zur Demokratie detailliert untersuchen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Spanien, Portugal, Diktatur, Demokratisierung, Franco, Salazar und Europäische Gemeinschaft geprägt.
Inwiefern unterschied sich der Verlauf in Spanien von dem in Portugal?
Ein wesentlicher Unterschied war der Spanische Bürgerkrieg (1936-1939), der eine tiefe gesellschaftliche Spaltung in Spanien verursachte, während Portugal ein solches nationales Trauma erspart blieb.
Was war die Bedeutung der Kolonien für beide Länder?
Der Verlust der Kolonialreiche war ein treibender Faktor für die Instabilität. Insbesondere für Portugal wurden die Kolonialkriege in den 1960er Jahren zu einer massiven Belastung, die schließlich den Zusammenbruch des Salazar-Regimes mit auslöste.
Wie endeten die Diktaturen in beiden Staaten?
Die Diktaturen endeten durch den Tod der Herrscher (Franco 1975) bzw. durch einen Militärputsch (Nelkenrevolution 1974 in Portugal), gefolgt von einer schnellen Demokratisierung.
- Quote paper
- Simon Gonser (Author), 2005, Der lange Weg nach Europa - Spanien und Portugal im 20. Jahrhundert, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/149172