Wie lassen sich Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Kunstunterrichts für Kunstprojekte motivieren?
Diese Hauptfrage wird in der vorliegenden Abschlussarbeit bildungstheoretisch hermeneutisch und qualitativ empirisch erforscht.
Schulischer Kunstunterricht, Ausstellungsbesuch und Ausstellungsgestaltung werden als sich gegenseitig motivierende Komponenten kunstpädagogischer Vermittlung herausgearbeitet.
Am Beispiel der Stoffeinheit zur Gestaltung multifunktionaler Turmmodelle für den Olympiapark in Leipzig 2012 im Rahmen des Kunstunterrichts einer 9. Klasse wird untersucht, ob und wie sich von Lehrern und Schülern ausgehende Motivationshandlungen qualitativ auf den Verlauf und die Ergebnisse des Unterrichts auswirken.
Die Abhandlung mündet abschließend in Thesen zum Einsatz erfolgreicher Motivationshandlungen.
Im Anhang finden sich zahlreiche Abbildungen von Unterrichtsergebnissen sowie didaktische Materialien. Darunter auch Arbeitsblätter zum perspektivischen Zeichnen mit formalen Übungen zu den Arten der Linearperspektive: Froschperspektive, Frontalperspektive und Vogelperspektive.
Inhaltsverzeichnis
1. VORÜBERLEGUNGEN
1.1 Begründung des Themas und Zielsetzung der Arbeit
1.2 Eingliederung in den Lehrplan und Lehrplankritik
1.3 Lernziele
1.4 Diskussion wesentlicher theoretischer Erkenntnisse zur Problemstellung
1.4.1 Motiv, Motivation, Motivationshandlung
1.4.2 Schulischer Kunstunterricht, Ausstellungsbesuch und Ausstellungsgestaltung als sich gegenseitig motivierende Komponenten kunstpädagogischer Vermittlung
1.5 Tabellarische Darstellung der Gesamtplanung der Stoffeinheit „Gestaltung multifunktionaler Turmmodelle für den Olympiapark in Leipzig 2012"
1.6 Variantendiskussion des methodischen Vorgehens
2. DARSTELLUNG DER EMPIRISCHEN UNTERSUCHUNG
2.1 Anthropogene und soziokulturelle Voraussetzungen der Klasse 9b
2.2 Darstellung ausgewählter Motivationshandlungen im Rahmen des Entstehungsprozesses multifunktionaler Turmmodelle
Phase 1: Einstieg ins Thema
Motivationshandlung: Das Architekturbüro der Klasse 9b
Motivationshandlung: Kreiskärtchen bilden die Olympischen Ringe an der Tafel
Phase 2: Ausstellungsbesuch
Motivationshandlung: Besichtigung der Ausstellung „Olympische Visionen...“
Phase 3: Studienblatt
Motivationshandlung: „Welt- und Zeitreise zu verschiedenen Türmen“
Motivationshandlung: Turmähnliche Gegenstände und Overhaedprojektor
Phase 4: Scherenschnitt
Motivationshandlung: Scherenschnitt und Overheadprojektor
Phase 5: Räumlich-perspektivische Zeichnung
Motivationshandlung: Arbeitsblatt zu den Arten der Linearperspektive
Motivationshandlung: Orientierung an Werkbeispielen von Lyonel Feininger
Motivationshandlung: Aktuelle Olympiadiskussion
Phase 6: Bau der Turmmodelle
Motivationshandlung: Turmmodelle auf der Documenta11
Motivationshandlung: Freie Materialwahl
Motivationshandlung: Multifunktionalität als Herausforderung
Motivationshandlung: Gestaltungseinheit als Herausforderung
Phase 7: Ausstellungsgestaltung
Motivationshandlung: Präsentation der Ergebnisse im Museum
Motivationshandlung: Plakatwettbewerb
Motivationshandlung: Ausstellungseröffnung im Museum Taucha
3. RESÜMEE UND AUSBLICK
3.1 Feststellung erreichter Ziele der empirischen Untersuchung
3.2 Thesen für den Einsatz erfolgreicher Motivationshandlungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern gezielte Motivationshandlungen von Lehrern und Schülern die Qualität der Ergebnisse im Kunstunterricht beeinflussen, konkret am Beispiel einer Stoffeinheit zur Gestaltung multifunktionaler Turmmodelle für den Olympiapark in Leipzig 2012.
- Theoretische Grundlagen zur Lernmotivation im Kunstunterricht
- Bedeutung von Ausstellungsbesuchen als alternativer Lernort
- Integration von Produktions-, Rezeptions- und Reflexionsprozessen
- Empirische Analyse von Motivationshandlungen im schulischen Alltag
- Entwicklung von Thesen zur Förderung erfolgreicher Lernmotivation
Auszug aus dem Buch
Motivationshandlung: Besichtigung der Ausstellung „Olympische Visionen...“
Am Beginn der Stoffeinheit stand der Besuch der Ausstellung „Olympische Visionen auf dem Weg zur Realität“ auf dem alten Messegelände Leipzig, Halle 16, zur Identifizierung mit der Thematik (Abb. 3 und 4). Dabei stand die Motivierung der Schüler im Hinblick auf die eigene praktische Arbeit – verbunden mit der Präsentation der Ergebnisse in einer eigenen Ausstellung – im Mittelpunkt.
Im Zentrum der besuchten Ausstellung standen die beiden Modelle des Olympiastadions von Peter Eisenman/New York (Abb. 5a) und Peter Kulka/Dresden (Abb. 5b). Im Rahmen dieser Ausstellung wurde auch die Einbettung der Entwürfe in den zukünftigen Olympiapark am Elster-Flutbeckens verdeutlicht. Während des Ausstellungsbesuches wurden die Architekturmodelle des Olympiaparkes mit Olympiastadion von Eisenman und Kulka genauer untersucht und miteinander verglichen.
Eisenman plant ein sich spiralförmig in die Höhe schraubendes Olympiastadion auf dessen höchsten Punkt die Olympische Flamme thronen soll und das den Aufstieg des Landes symbolisieren könne (vgl. Eisenman zit. n. Leipziger Volkszeitung vom 15.11.2002, S. 13). Während dieser Stadionentwurf von einer klar strukturierten Formenstrenge gekennzeichnet ist setzt Kulka einen dynamischen und organisch anmutenden Stadionentwurf entgegen, das eine von Stützen getragenen textilen Dachkonstruktion erhalten soll (vgl. Abb. 7). Die Grundkonzepte setzen sich auch formal in der geplanten Brückengestaltung über das Elster-Flutbecken fort.
Zusammenfassung der Kapitel
1. VORÜBERLEGUNGEN: Theoretische Herleitung der Bedeutung von Motivationshandlungen im Kunstunterricht und Einbettung in den Lehrplan sowie didaktische Zielsetzungen.
2. DARSTELLUNG DER EMPIRISCHEN UNTERSUCHUNG: Detaillierte Dokumentation und Analyse verschiedener Motivationsphasen während der Gestaltung der Turmmodelle und der Ausstellungsvorbereitung.
3. RESÜMEE UND AUSBLICK: Reflexion der Untersuchungsergebnisse und Ableitung allgemeingültiger Thesen für die erfolgreiche Gestaltung von Motivationshandlungen im Kunstunterricht.
Schlüsselwörter
Kunstunterricht, Motivation, Motivationshandlung, Kunsterziehung, Turmmodelle, Olympiapark Leipzig 2012, Ausstellungsgestaltung, Museumspädagogik, Schüleraktivierung, didaktische Trias, kreativer Prozess, bildnerisches Gestalten, Lernmotivation, Kunstpädagogik, Schülerarbeiten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen spezifischen Motivationshandlungen im Kunstunterricht und der Qualität der daraus resultierenden künstlerischen Ergebnisse von Schülern einer 9. Klasse.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Motivationsforschung im schulischen Kontext, dem körperhaft-räumlichen Gestalten, der Museumspädagogik sowie der Einbindung außerschulischer Lernorte.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Lehrer durch gezielte Maßnahmen (Motivationshandlungen) die Motivation und damit die Qualität der Lernergebnisse und des Schaffensprozesses nachhaltig steigern können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer empirischen Untersuchung, die Beobachtungen des Unterrichtsgeschehens sowie die Analyse der entstandenen Schülerarbeiten und deren Entstehungsprozesse umfasst.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Phasen: vom Einstieg über den Ausstellungsbesuch, die Ideenfindung mittels Studienblättern, die perspektivische Zeichnung und den Bau der Turmmodelle bis hin zur Gestaltung einer eigenen Schülerausstellung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Kunstunterricht, Motivation, Schülerausstellung, Olympiapark Leipzig, Gestaltungsaufgabe und didaktische Vermittlung.
Welche Rolle spielt der Ausstellungsbesuch?
Der Besuch dient als Motivationsquelle und alternativer Lernort, um den Schülern Einblicke in architektonische Konzepte zu geben und sie für die eigene Ausstellungsgestaltung zu sensibilisieren.
Welche Bedeutung haben die "Motivationshandlungen"?
Motivationshandlungen sind vom Lehrer initiierte oder begleitete Maßnahmen, die vorhandene Motive der Schüler aktivieren oder aktualisieren, um die Auseinandersetzung mit dem Unterrichtsgegenstand freiwillig und selbsttätig zu fördern.
- Arbeit zitieren
- Stefan Spengler (Autor:in), 2003, Motivation im Kunstunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/149234