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Body in Islam – A Source of Sin and Shame?

Ein Appell für die Befreiung des Körpers von Sünde und Schamhaftigkeit im Islam

Titre: Body in Islam – A Source of Sin and Shame?

Dossier / Travail , 2009 , 20 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Katharina Fülle (Auteur)

Orientalisme / Sinologie - Sciences de l'Islam
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Résumé Extrait Résumé des informations

„The body in the Arab world. A source of sin and shame” ist die These mit der Ahmed
El Attar seinen Artikel in der Zeitschrift „Ballettanz“ überschreibt und die auch
dieser Arbeit in leicht abgewandelter Form, als Titel dient. Mit ihr soll die Behauptung
des ägyptischen Regisseurs Attar, der den Grundgedanken der Sündhaftigkeit
und Schambehaftung des Körpers in arabisch-islamischen Ländern auf die Tabuisierung
insbesondere des Frauenkörpers in der Öffentlichkeit, der Kunst, des Films und
des Tanzes postuliert, grundsätzlich hinterfragt werden. Weil es jedoch eine Vielzahl
an unterschiedlichen Zugängen zum Körper innerhalb der islamischen Welt gibt und
eine Annäherung an ein homogenes Körperbild, ganz abgesehen von einer einheitlichen
Körperkonzeption unmöglich wäre, wird die Bedeutung und Funktion des Körpers
im Islam anhand weniger elementarer Glaubensartikel über die in der Mehrheit
der islamischen Welt Konsens herrscht, herausgearbeitet. Die Arbeit zielt mit Hilfe
dieser ausgesuchten, elementaren Glaubensartikel des Islams darauf ab, die Ausweisung
des Körpers als Ursprung von Sünde zu widerlegen. Stattdessen soll die positive
Konnotation des Körpers im muslimischen Glauben zum Ausdruck kommen. Die
Darstellung islamischer Grundannahmen, sowohl in der Anthropologie, als auch in
der Eschatologie, ist dazu unerlässlich, denn Aspekte der Menschwerdung, des Todes
und der Jenseitsvorstellungen legen die Grundlagen zum islamischen Körperverständnis
(Kapitel 2). Anschließend soll im dritten Kapitel gezeigt werden, dass der
restriktive Umgang mit dem Körper im diesseitigen Leben nicht etwa ein Indiz für
seine Sündhaftigkeit oder Schambehaftung ist. Vielmehr ist er durch Passivität gekennzeichnet,
da er lediglich als Aushandlungsort der jenseitigen Existenz instrumentalisiert
wird.
Die spärliche Berücksichtigung des Körperbegriffs im islamischen Schrifttum könnte
eine Ursache für das fehlende allgemeingültig-islamische Körperkonzept sein. So
wird der Körper in den wichtigsten islamischen Quellen dem Koran (arab. qurÞān),
der sunna und der šarīÝa lediglich innerhalb anderer, ihn betreffender Themenbereiche
berücksichtigt. Die Quellen geben beispielsweise Auskunft über Vorschriften
bezüglich des Essens, Trinkens, Waschens, der Körpergestaltung und Schönheitspflege,
sowie zum Umgang mit Toten und der Festlegung von Körperstrafen durch das islamische Strafrecht. [...]

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Bedeutung und Funktion des Körpers im Leben und im Tod

2.1 Genese des Menschen als Entstehung seines Körpers

2.2 Einheit von Körper und Seele im Islam

2.3 Der Tod - das Ende der leiblichen Integrität?

2.4 Körpervorstellung im Jenseits

3. Restriktiver Umgang mit dem Körper im Islam

4. Schlussbemerkung

5. Quellen- und Literaturverzeichnis

5.1 Quellen

5.2 Literatur

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht kritisch die verbreitete These von der Sündhaftigkeit und Schambehaftung des menschlichen Körpers im Islam. Das Ziel ist es, durch eine Analyse zentraler islamischer Glaubensartikel nachzuweisen, dass der Körper im muslimischen Verständnis als von Gott geliehenes Gut und als Aushandlungsort für die jenseitige Existenz fungiert, nicht aber als intrinsische Quelle von Sünde.

  • Anthropologische Grundlagen der Menschwerdung und Körpergenese im Islam
  • Die eschatologische Bedeutung von Körperlichkeit im Leben und im Tod
  • Die spirituelle Einheit von Körper und Seele
  • Analyse des restriktiven Umgangs mit dem Körper als Form der Disziplinierung
  • Widerlegung des Vorwurfs der inhärenten Körperfeindlichkeit im Islam

Auszug aus dem Buch

2.1 Genese des Menschen als Entstehung seines Körpers

Im Islam gelten das Leben und der Tod als von Gott gegeben. Bevor Gott jedoch dem Menschen seinen Geist und damit das Leben einhaucht und so gleichzeitig seinen Tod und seine Auferstehung festgelegt, schafft er den Träger seines Geistes, den menschlichen Körper. Im Koran heißt es dazu:

„12 Wir haben doch den Menschen (ursprünglich) aus einer Portion (?) Lehm (oder: aus einem Extrakt (?) aus Lehm) geschaffen. 13 Hierauf machten wir ihn zu einem Tropfen (Sperma) in einem festen Behälter (d.h. im Mutterleib). 14 Hierauf schufen wir den Tropfen zu einem Embryo, diesen zu einem Fötus und diesen zu Knochen. Und wir bekleideten die Knochen mit Fleisch. Hierauf ließen wir ihn als neues (w. anderes) Geschöpf entstehen. […] 15 Hierauf, nachdem dies (alles) vor sich gegangen ist (und ihr ins Leben gerufen worden seid), habt ihr zu sterben. 16 Hierauf, am Tag der Auferstehung, werdet ihr (vom Tod) erweckt werden.“ (Sure 23, 12-16)

Die Schaffung des Menschen aus Erde (vgl. Sure 18,37; 22,5), Lehm (vgl. Sure 23,12) oder feuchter Tonmasse (vgl. Sure 15, 26) wird in zahlreichen weiteren Suren in unterschiedlicher Ausführlichkeit beschrieben. Gott habe den Körper des Menschen in bester Form (vgl. Sure 95, 4), ebenmäßig (vgl. Sure 82,7) und mit einer schönen Gestalt (vgl. Sure 64,3) geschaffen und ihn mit Gehör, Gesicht (Sehvermögen) und Verstand (vgl. Sure 32,9; 67,23 usw.), sowie mit zwei Augen, zwei Lippen und einer Zunge (vgl. Sure 90, 8-9) angemessen ausgestattet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Forschungsfrage und die These zur Hinterfragung der vermeintlichen Sündhaftigkeit des Körpers im Islam auf und erläutert die methodische Vorgehensweise.

2. Die Bedeutung und Funktion des Körpers im Leben und im Tod: Das Kapitel untersucht die anthropologischen und eschatologischen Grundlagen des islamischen Körperverständnisses, von der Erschaffung bis zur Jenseitsvorstellung.

2.1 Genese des Menschen als Entstehung seines Körpers: Hier wird anhand koranischer Texte die Erschaffung des menschlichen Körpers durch Gott als ein wertgeschätzter Prozess dargestellt.

2.2 Einheit von Körper und Seele im Islam: Dieses Kapitel analysiert das Zusammenspiel von Geist, Seele und Körper und die Frage, inwieweit diese Einheit eine Sündhaftigkeit des Körpers ausschließt.

2.3 Der Tod - das Ende der leiblichen Integrität?: Hier wird erörtert, wie der Islam den Tod als Heimkehr zu Gott definiert und welche respektvollen Umgangsformen mit dem Leichnam aus dem Erhalt der Würde folgen.

2.4 Körpervorstellung im Jenseits: Das Kapitel befasst sich mit der Vorstellung, dass Körper und Seele im Jenseits wiedervereint werden und der Körper als Zeuge der diesseitigen Taten fungiert.

3. Restriktiver Umgang mit dem Körper im Islam: Dieses Kapitel diskutiert Disziplinierungsmaßnahmen wie das Gebet und sportliche Betätigung als Formen der Kontrolle und Ökonomisierung, ohne diese als Indiz für Körperfeindlichkeit zu werten.

4. Schlussbemerkung: Die Autorin fasst zusammen, dass der Körper im Islam lediglich als ein der Seele geliehenes, instrumentalisiertes Gefäß dient und daher nicht als Ursprung von Sünde angesehen werden kann.

5. Quellen- und Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primärquellen und Sekundärliteratur.

5.1 Quellen: Verzeichnis der herangezogenen religiösen Quellentexte.

5.2 Literatur: Wissenschaftliches Verzeichnis der für die Arbeit konsultierten Fachliteratur.

Schlüsselwörter

Islam, Körperkonzeption, Sünde, Schamhaftigkeit, Anthropologie, Eschatologie, Seele, Geist, rituelle Waschung, Körperintegrität, Jenseits, Bioethik, Körpererziehung, Leib-Seele-Einheit, Islamische Ethik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der islamischen Bewertung des menschlichen Körpers und hinterfragt die These, dass der Körper im Islam als sündhaft oder schambehaftet betrachtet wird.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der Menschwerdung, der Einheit von Seele und Körper, der Bedeutung des Todes und der körperlichen Aspekte im Jenseits sowie auf der Rolle des Körpers im diesseitigen religiösen Alltag.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage zielt darauf ab zu klären, ob der Körper im islamischen Glauben tatsächlich als Ursprung von Sünde gilt oder ob er lediglich ein instrumentalisiertes Gefäß der Seele darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine Analyse elementarer Glaubensartikel des Korans und der Sunna sowie auf den Diskurs verschiedener Fachwissenschaften wie der Theologie, Bioethik und den Gender Studies.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Entstehung des Körpers, die philosophische und theologische Debatte um Leib und Seele sowie eine Analyse restriktiver Körperdisziplinen wie Gebet und Sport.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Islam, Körperkonzeption, Sündhaftigkeit, Anthropologie, Leib-Seele-Einheit und Jenseitsvorstellungen.

Wie wird das Verhältnis von Körper und Seele im Islam beschrieben?

Die Arbeit führt aus, dass Geist, Seele und Körper eine Einheit bilden, in der der Körper als von Gott geliehenes, wertvolles Gefäß fungiert, das der Seele für die Prüfung im Diesseits dient.

Warum wird der Körper nicht als Quelle der Sünde angesehen?

Da der Körper nach islamischer Auffassung keine eigenständige Handlungsfreiheit besitzt, sondern nur als Instrument für die Taten der Seele dient, kann er nach Ansicht der Autorin nicht die Quelle der Sünde sein.

Welche Bedeutung haben die Beerdigungsriten für die Körperkonzeption?

Die Rituale, wie die Totenwaschung und das Verbrennungsverbot, unterstreichen den kontinuierlichen Schutz der körperlichen Integrität und Würde, auch nach dem Eintreten des Todes.

Inwiefern beeinflusst Foucaults Disziplinartheorie die Untersuchung?

Die Arbeit nutzt Foucaults Konzepte zur Kontrolle und Effizienz des Körpers, um religiöse Praktiken wie das rituelle Pflichtgebet als Form der Disziplinierung und Unterwerfung zu deuten, ohne dabei die religiöse Bedeutung zu verleugnen.

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Résumé des informations

Titre
Body in Islam – A Source of Sin and Shame?
Sous-titre
Ein Appell für die Befreiung des Körpers von Sünde und Schamhaftigkeit im Islam
Université
Free University of Berlin  (Islamwissenschaft)
Cours
Vorstellungen von Wettkampf und Sport in der islamischen Welt
Note
1,0
Auteur
Katharina Fülle (Auteur)
Année de publication
2009
Pages
20
N° de catalogue
V149250
ISBN (ebook)
9783640597468
ISBN (Livre)
9783640597161
Langue
allemand
mots-clé
Körper Islam Jenseitsvorstellung Köperbild Religion Restriktion Muslim Muslime
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Katharina Fülle (Auteur), 2009, Body in Islam – A Source of Sin and Shame?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/149250
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Extrait de  20  pages
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