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Die Beziehung zwischen den altägyptischen Priesterschaften und den ersten Ptolemäern

Die Entwicklung nach der Regierungsübernahme Ptolemaios II. Philadelphos 283/2 bis zum Ende des großen Aufstandes in der Thebais 186 unter Ptolemaios V. Epiphanes

Titel: Die Beziehung zwischen den altägyptischen Priesterschaften und den ersten Ptolemäern

Seminararbeit , 2009 , 22 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Roxana Romahn (Autor:in)

Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In den klassischen Dynastien des alten, mittleren und neuen Reiches in Ägypten waren Staat und Religion untrennbar miteinander verbunden. Mächtige Priesterschaften nahmen offenkundig großen Einfluss auf die Pharaonen und prägten über sehr lange Zeit Ägyptens politisches Gebaren.
Als die Perser Ägypten eroberten und sich Untertan machten, wendete sich jedoch das Blatt. Die Obrigkeit hatte nun keinen Respekt mehr vor der uralten Kultur und fast mystisch anmutenden Religion. Tempel wurden enteignet, Götterstatuen entwendet und die Priester unterdrückt und ausgebeutet. Es ist daher nicht erstaunlich, dass ganz Ägypten wie befreit jubelte und den neuen Herren Tür und Tor öffnete, als Alexander, der Große, 332 das Land von den Persern befreite und deutlich machte, „daß er [Alexander] ihre Religion und ihre Kultur zu achten gedachte.“ Erst 323 veränderte sich Ägyptens Situation erneut mit Alexanders Tod. Ptolemäos erhielt die Satrapie Ägypten. Es folgten Diadochenkriege, in deren Verlauf sich Ptolemaios als Herr Ägyptens durchsetzte und seine Machtposition behaupten konnte. Am 12. Januar 304 wurde Ptolemäos dann nach altägyptischer Tradition zum Pharao gekrönt. Ägypten hatte also nicht nur wieder einen Herrscher, der sich einen nicht-ägyptischen Königstitel gab, sondern auch wieder einen legitimen Pharao, der Bräuche und religiöse Eigenheiten des Landes achtete. Noch im selben Jahr bekamen die alten Priesterschaften ihren Status als religiöse Machthaber Ägyptens zurück. Offensichtlich hatte das neue ägyptische Regime aus den fatalen Fehlern der persischen Besetzung gelernt. Man wollte sich die Priesterschaften zu Nutze machen.
In welchem Maße den Priesterschaften aus diesem Grund zusätzliche Rechte und Privilegien gewährt wurden, soll in dieser Arbeit genauso zum Thema gemacht werden, wie die Reaktion der Priesterschaften, die teils sehr gut mit der Regierung zusammenarbeiteten und teils auch den nationalen Widerstand unterstützten.
Hierbei wird speziell auf die Rolle der Priesterschaften und ihre Beziehungen zu den ptolemäischen Regierung im ptolemäischen Reich eingegangen, beginnend mit der Zusammenarbeit zwischen Staat und Religion über die Maßnahmen, die Priesterschaften gegen die Ptolemäer ergriffen haben und endend mit den Aufständen der einheimischen Ägypter, an denen auch Priester beteiligt waren.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. EINFÜHRUNG

II. ZUSAMMENARBEIT VON REGIERUNG UND PRIESTERSCHAFTEN

1. LEGITIMIERUNG DER PRIESTERSCHAFT UND DES PHARAONENTUMS

2. KULTISCHE FUNKTIONEN

3. PRIESTERLICHE PRIVILEGIEN

4. FINANZIELLE ZUWENDUNGEN AN DIE PRIESTER UND TEMPEL

5. VERLEIHUNG DES ASYLRECHTS

6. REGELMÄßIGE PRIESTERSYNODEN UND GEISTIGE UNABHÄNGIGKEIT

7. RELIGIONSPOLITIK UND PROPAGANDA

8. RÜCKFÜHRUNG VON GÖTTERSTATUEN

9. STAATLICHE ÜBERWACHUNG

III. OPPOSITIONEN DER PRIESTERSCHAFTEN UND TEMPEL

1. "PRIESTER DES KÖNIGS"

2. KÖNIGSNAMENSCHREIBUNG

3. INSCHRIFTEN

4. DIE DEMOTISCHE CHRONIK UND DIE LAMM-PROPHEZEIUNG

5. DIE AUFSTÄNDE ALS HÖHEPUNKTE DES WIDERSTANDES

IV. AUSBLICK UND SCHLUSSBETRACHTUNG

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die komplexe Beziehungsdynamik zwischen den altägyptischen Priesterschaften und den ptolemäischen Herrschern im Zeitraum von Ptolemaios II. Philadelphos bis zu Ptolemaios V. Epiphanes, mit dem Ziel, das Spannungsfeld zwischen kooperativer Loyalität und nationalem Widerstand zu erhellen.

  • Politische Legitimierung des ptolemäischen Königtums durch religiöse Institutionen
  • Gewährung und Umfang priesterlicher Privilegien sowie ökonomischer Zuwendungen
  • Die Rolle religiöser Propagandainstrumente wie Orakel und Prophezeiungen
  • Ursachen und Ausdrucksformen des priesterlichen Widerstands gegen die Fremdherrschaft
  • Einfluss der Priester auf die soziale Stabilität und die Vermittlerrolle zwischen Staat und Bevölkerung

Auszug aus dem Buch

3. Priesterliche Privilegien

Um die Priesterschaften noch mehr an sich zu binden und sich ihrer Loyalität wirklich sicher zu sein, entschloss man sich, sie mit besonderen Privilegien auszustatten. Privilegien, die sie einerseits von dem normalen Volk abhoben und sie gleichzeitig mehr an die ptolemäische Regierung band.

Doch auch innerhalb der Priesterschaften gab es Unterschiede, die beachtet werden wollten. Die hierarchische Struktur der einzelnen Priesterschaften wurde bei jeder Gelegenheit unterstrichen. So galten beispielsweise die Priester höherer Ränge gleichzeitig als Staatsbeamte, während niederen Priestern dieses Privileg versagt wurde. Wollte man jedoch in die höhere Priesterlaufbahn eintreten, so war man erneut auf die Zustimmung des Königs oder aber zumindest seiner Vertreter angewiesen. Ein sicheres System den Zugang zum Priestertum zu überwachen und sich so der Loyalität der Priester gewiss zu sein.

Um Neid und Streitigkeiten zwischen den Priesterschaften und Glaubensrichtungen, hier vor allem den ägyptischen und den griechischen, die von vornherein wenig voneinander hielten, vorzubeugen, wurden von Anfang an alle Priester gleich behandelt. Es gab keinen Unterschied, zwischen griechischen und ägyptischen Gottesdienern. Dieses Privileg beinhaltete aber auch, dass Priester nicht von ihresgleichen gerichtet werden durften. Alle Delikte, ob nun privater, politischer oder sakraler Natur wurden ohne Unterschied von weltlichen Beamten verfolgt und gerichtet. Da nun durchaus Belege existieren, die bestätigen, dass ägyptische oder griechische Gottesdiener gleichzeitig auch Staats- und Gemeindeämter übernahmen, ist nicht bekannt, ob die Verfolgung von priesterlichen Verbrechen eher dieser Art von Staatsbeamten übertragen wurde.

Zusammenfassung der Kapitel

I. EINFÜHRUNG: Diese Einleitung skizziert den historischen Kontext des hellenistischen Ägypten und die Bedeutung der Priesterschaften als religiöse Machthaber sowie als Bindeglied zwischen Staat und Volk.

II. ZUSAMMENARBEIT VON REGIERUNG UND PRIESTERSCHAFTEN: Dieses Kapitel untersucht die verschiedenen Mechanismen, durch die das ptolemäische Königshaus die Loyalität der Priesterschaften durch Privilegien, Kultpflege und institutionelle Einbindung sicherte.

III. OPPOSITIONEN DER PRIESTERSCHAFTEN UND TEMPEL: Hier werden die Formen des Widerstands analysiert, die von subtilen Akten wie der Namensverweigerung bis hin zur direkten Beteiligung an Aufständen reichten.

IV. AUSBLICK UND SCHLUSSBETRACHTUNG: Das Fazit fasst die Ambivalenz der ptolemäisch-priesterlichen Beziehung zusammen und betont, dass trotz einzelner Widerstände ein weitgehender Konsens zur Sicherung der ptolemäischen Herrschaft bestand.

Schlüsselwörter

Ptolemäer, Priesterschaften, Ägypten, Hellenismus, Pharaonentum, Religion, Tempel, Legitimität, Privilegien, Widerstand, Propaganda, Asylrecht, Synoden, Kanoposdekret, Staatsreligion

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die wechselseitige Beziehung zwischen dem ptolemäischen Königshaus und den einheimischen ägyptischen Priesterschaften im hellenistischen Ägypten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die politische Instrumentalisierung von Religion, die Vergabe von Privilegien an Tempel und Priester sowie die Reaktionen der Priesterschaften auf die ptolemäische Herrschaft.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu verstehen, wie das ptolemäische Regime versuchte, die enorme Macht der Priesterschaften zu legitimieren und zu kontrollieren, und wo die Grenzen dieser Zusammenarbeit lagen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung basiert auf einer historischen Analyse von Quellenmaterial, inklusive Inschriften, priesterlichen Dekreten und zeitgenössischen literarischen Zeugnissen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil beleuchtet die Maßnahmen zur Einbindung der Priester durch den Staat sowie die oppositionellen Tendenzen, die sich unter anderem in Inschriften, Prophezeiungen und aktiven Aufständen manifestierten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie ptolemäische Herrschaft, Priesterschaft, religiöse Legitimation, ägyptische Tempelpolitik und kultureller Austausch zwischen Griechen und Ägyptern geprägt.

Welche Rolle spielten die Priester in der ptolemäischen Verwaltung?

Priester fungierten oft als Bindeglied zur Bevölkerung, genossen Privilegien, wurden jedoch durch staatliche Überwachung und königliche Ernennungen eng in das ptolemäische System eingebunden.

Warum war das Asylrecht für die Ptolemäer von Bedeutung?

Es diente als Instrument der staatlichen Kontrolle, da der Staat den Zugang zum Asylrecht in Tempeln steuern konnte, um Priesterschaften gegeneinander auszuspielen.

Wie reagierten Priester auf die ptolemäische Fremdherrschaft?

Die Reaktion reichte von einer weitgehenden Kooperation und Integration in den Staatsapparat bis hin zu subtilem oder offenem Widerstand bei Konflikten oder wirtschaftlichem Druck.

Was war der Hintergrund der "Lamm-Prophezeiung"?

Sie diente als oppositionelles Narrativ, das den Niedergang des Landes und eine zukünftige Erlösung durch ein göttliches Eingreifen oder einen ägyptischen Retter prophezeite.

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Details

Titel
Die Beziehung zwischen den altägyptischen Priesterschaften und den ersten Ptolemäern
Untertitel
Die Entwicklung nach der Regierungsübernahme Ptolemaios II. Philadelphos 283/2 bis zum Ende des großen Aufstandes in der Thebais 186 unter Ptolemaios V. Epiphanes
Hochschule
Universität Mannheim  (Historisches Institut)
Veranstaltung
Ägypten unter den Ptolemäern
Note
2,0
Autor
Roxana Romahn (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
22
Katalognummer
V149297
ISBN (eBook)
9783640597819
ISBN (Buch)
9783640597970
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ägypten Ptolemaios Priester Hellenismus Antike antike Religion Altägypten
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Roxana Romahn (Autor:in), 2009, Die Beziehung zwischen den altägyptischen Priesterschaften und den ersten Ptolemäern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/149297
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  22  Seiten
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