Beim Erlernen oder Lehren einer Fremdsprache sind unterschiedliche Arten von Prü-fungen ein unentbehrlicher Teil des Unterrichts. Grundsätzlich werden die Prüfungen bzw. die sogenannten Tests im Fremdsprachenunterricht zum Zwecke der Überprüfung der Lernfortschritte, wie Lernfortschrittstests, oder der Feststellung des erreichten Kenntnisstandes, wie Leistungs- oder Sprachstandstests, gebraucht. Eine andere Art der Sprachtests, die sogenannten Einstufungstests, werden verwendet, wenn der Frage nachgegangen werden muß, was ein Lernender an Voraussetzungen für ein erfolgreiches Erlernen einer Fremdsprache mitbringt oder ob es Möglichkeiten gibt, den Lernerfolg in gewissem Maße vorauszusagen (vgl. Albers 1995:15f).
Das eigentliche Forschungsobjekt der vorliegenden Arbeit sind allgemeine Sprachstandstests oder auch Abschlußtests, die durchweg eine größere Verbreitung bei der Leistungsmessung aufweisen als die anderen Tests. Die allgemeinen Sprachstandstests überprüfen den Sprachstand der lernenden Person in Hinblick auf ein vorab festgelegtes Leistungsniveau. Dieses Leistungsniveau gilt meistens überregional und institutionenübergreifend. Die allgemeinen Sprachstandstests sind außerdem unabhängig von bestimmten Sprachkursen oder Lehrbüchern. In der vorliegenden Arbeit werden zwei allgemeine Sprachstandstests aus dem Bereich Deutsch als Fremdsprache (DaF) verglichen, und zwar der relativ „junge“ Sprachstandstest DaF und der Sprachstandstest des Goethe-Instituts - die Zentrale Mittelstufen-Prüfung.
Inhaltsverzeichnis
0. Einleitung
1. Gütekriterien
1.1 Validität
1.2 Reliabilität
1.3 Objektivität
2. Aufgabentypen
3. TestDaF
4. Die Zentrale Mittelstufenprüfung des Goethe-Instituts
5. Leseverstehen
5.1 Die Leseverstehenprüfung des TestDaF
5.2 Die Leseverstehenprüfung der Zentralen Mittelstufenprüfung
6. Hörverstehen
6.1 Die Hörvestehenprüfung des TestDaF
6.2 Die Hörvestehenprüfung der Zentralen Mittelstufenprüfung
7. Schriftlicher Ausdruck
7.1 Die Prüfung schriftlichen Ausdrucks des TestDaF
7.2 Die Prüfung schriftlichen Ausdrucks der Zentralen Mittelstufenprüfung
8. Mündlicher Ausdruck
8.1 Die Prüfung mündlichen Ausdrucks des TestDaF
8.2 Die Prüfung mündlichen Ausdrucks der Zentralen Mittelstufenprüfung
9. Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit vergleicht zwei verbreitete allgemeine Sprachstandstests im Bereich Deutsch als Fremdsprache (DaF), den TestDaF und die Zentrale Mittelstufenprüfung des Goethe-Instituts, im Hinblick auf die Objektivität ihrer Aufgaben. Ziel ist es, die Eignung der verschiedenen Aufgabentypen in Bezug auf eine objektive Leistungsmessung zu bewerten.
- Klassische Testtheorie und ihre Gütekriterien (Validität, Reliabilität, Objektivität)
- Kategorisierung von Aufgabentypen in der Fremdsprachendidaktik
- Analyse und Vergleich der Testformate (TestDaF vs. Zentrale Mittelstufenprüfung)
- Untersuchung der Teilbereiche Leseverstehen, Hörverstehen, schriftlicher und mündlicher Ausdruck
- Bewertung der Objektivität bei offenen, halboffenen und geschlossenen Aufgaben
Auszug aus dem Buch
1.3 Objektivität
Die dritte Forderung an die Tests betrifft die Objektivität der Bewertung. Das heißt, die Ergebnisse des gegebenen Tests müssen unabhängig vom Prüfer, von den Durchführungsbedingungen und von den Auswertungsbedingungen sein (vgl. Esser 1991:173). Das Kriterium der Objektivität bezieht sich bei Sprachstandstests hauptsächlich auf die Bewertung der sprachlichen Leistungen, wobei angenommen wird, daß die gleiche sprachliche Leistung von allen Prüfern gleich bewertet wird. Dabei fallen die qualitativen Urteile über die sprachlichen Leistungen, wie die freie mündliche oder die freie schriftliche Produktion, bis zu einem gewissen Grad subjektiv aus, da bei Beurteilungen Unabhängigkeit vom Prüfer per se nicht gegeben ist. Die Subjektivität bei der Bewertung der mündlichen oder der schriftlichen Produktion kann reduziert werden, indem die Prüfer die Testnoten mit Hilfe der gleichen Bewertungsanleitung vergeben. Die Bewertungsanleitung soll genau festlegen, welche Punktzahl welcher Leistungsstufe entspricht.
Das Kriterium der Durchführungsobjektivität betrifft die Durchführung von Tests und Prüfungen. Ein Test ist dann vollkommen objektiv, wenn alle Testpersonen unter den gleichen, vorher festgelegten Bedingungen geprüft werden. Die Testinstruktionen müssen möglichst schriftlich exakt und für die Prüfungsteilnehmer verständlich formuliert werden, die Prüfungssituation muß soweit wie möglich standardisiert sein und die soziale Interaktion sollte auf ein Minimum reduziert sein. Es müssen also Bedingungen geschaffen werden, die die Bewertung der sprachlichen Leistungen unabhängig von systematischen oder zufälligen Einflußfaktoren machen, um Verhaltensänderungen bei den Prüfungsteilnehmern zu vermeiden (vgl. Esser 1991:173).
Zusammenfassung der Kapitel
0. Einleitung: Die Arbeit führt in die Bedeutung von Sprachstandstests ein und stellt den TestDaF sowie die Zentrale Mittelstufenprüfung als Untersuchungsobjekte vor.
1. Gütekriterien: Es werden die drei klassischen Hauptkriterien der Testtheorie erläutert, wobei der Schwerpunkt auf der Definition und Bedeutung der Objektivität liegt.
2. Aufgabentypen: Dieses Kapitel differenziert Aufgabentypen nach dem Grad ihrer Offenheit und deren direkter Auswirkung auf die objektive Auswertbarkeit.
3. TestDaF: Das Kapitel bietet eine Vorstellung des TestDaF hinsichtlich seiner Entwicklung, Zielgruppen und der allgemeinen Struktur.
4. Die Zentrale Mittelstufenprüfung des Goethe-Instituts: Es wird die Zentrale Mittelstufenprüfung als ein weiteres etabliertes Instrument zur Messung von Deutschkenntnissen auf fortgeschrittenem Niveau beschrieben.
5. Leseverstehen: Der Vergleich der Leseverstehenprüfungen zeigt die unterschiedliche Gewichtung geschlossener versus halboffener Aufgabentypen auf.
6. Hörverstehen: Es wird analysiert, wie die beiden Tests die Fertigkeit Hörverstehen messen und welche Rolle der Medieneinsatz sowie die Aufgabengestaltung dabei spielen.
7. Schriftlicher Ausdruck: Die Prüfung des schriftlichen Ausdrucks wird hinsichtlich ihrer Anforderungen an die Textproduktion und der Kriterien für die Bewertung untersucht.
8. Mündlicher Ausdruck: Dieses Kapitel betrachtet die verschiedenen Ansätze zur Prüfung mündlicher Kommunikationsfähigkeit, vom simulierten Interview bis zum Gespräch.
9. Fazit: Die Ergebnisse werden zusammengeführt und es wird prognostiziert, dass der TestDaF aufgrund seiner hohen Objektivität künftig eine zentrale Rolle einnehmen wird.
Schlüsselwörter
Sprachstandstests, TestDaF, Zentrale Mittelstufenprüfung, Objektivität, Testtheorie, Gütekriterien, Fremdsprachendidaktik, Deutsch als Fremdsprache, Aufgabentypen, Leseverstehen, Hörverstehen, Schriftlicher Ausdruck, Mündlicher Ausdruck, Performanztest, Kompetenztest
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit einem objektiven Vergleich zweier bedeutender Deutsch-Sprachstandstests: dem TestDaF und der Zentralen Mittelstufenprüfung.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Testgütekriterien (insbesondere Objektivität), verschiedene Aufgabentypen sowie die spezifischen Prüfungsformate der beiden untersuchten Tests.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, zu analysieren, welcher der beiden Tests eine objektivere Bewertung der sprachlichen Leistungen ermöglicht, basierend auf der Art der eingesetzten Testaufgaben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptive und analytische Arbeit, die auf Basis der klassischen Testtheorie eine Aufgabentypologie auf die konkreten Strukturen des TestDaF und der Zentralen Mittelstufenprüfung anwendet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die vier Fertigkeiten (Leseverstehen, Hörverstehen, schriftlicher und mündlicher Ausdruck) beider Tests detailliert gegenübergestellt und auf ihre Objektivität hin bewertet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Testobjektivität, Sprachtests, DaF-Prüfungen, Validität und Reliabilität sowie die konkreten Testformate TestDaF und Zentrale Mittelstufenprüfung charakterisieren.
Warum schneidet der TestDaF im Hinblick auf die Objektivität laut der Arbeit besser ab?
Der TestDaF nutzt im Vergleich zur Zentralen Mittelstufenprüfung einen deutlich höheren Anteil an geschlossenen Aufgaben, was die Bewertung standardisiert und die Subjektivität der Korrektoren minimiert.
Welcher Nachteil ergibt sich aus einer zu starken Fokussierung auf Objektivität?
Die Arbeit weist darauf hin, dass eine Überinterpretation der Objektivität dazu führen kann, dass individuelle sprachliche Fähigkeiten und die Performanz der Testteilnehmer in den Hintergrund gedrängt werden.
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- Oxana Karpenko (Author), 2003, Vergleich ausgewählter Sprachtests in bezug auf die Objektivität ihrer Aufgaben, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/14930