Diese Bachelorarbeit beschäftigt sich mit der institutionellen Diskriminierung von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem. Von besonderer Bedeutung sind dabei die Mechanismen und Folgen dieser Form der Diskriminierung, weshalb sich die Bachelorarbeit mit folgender Frage befasst: Welche Mechanismen der institutionellen Diskriminierung wirken auf SchülerInnen mit Migrationshintergrund und welche Folgen resultieren aus dieser Form der Diskriminierung?
Seit Beginn der humanistischen Kulturgeschichte wandern Menschen aus und haben sich in neuen Gebieten niedergelassen. Vor allem im 20. und frühen 21. Jahrhundert flohen Menschen vor Gewalt und Tod und kämpften ums Überleben. Aufgrund der dadurch entstehenden strukturellen Veränderungen in der internationalen Politik, die ebenso durch „moderne“ Kriegsführung und internationale Interdependenzen verursacht werden, verändert sich die Welt in einer beispiellosen Geschwindigkeit und auf globaler Ebene. Angesichts dieser Tatsache wurde in den letzten Jahren auch dem Bildungsstatus von Kindern und Jugendlichen aus Migrantenfamilien große Aufmerksamkeit geschenkt.
Dabei haben laut dem SVR-Forschungsbericht diese Kinder und Jugendlichen im Durchschnitt weniger Bildungschancen als ihre Altersgenossen. Sie gehen seltener in die Kindertagesstätte, wechseln seltener von der Grundschule auf die weiterführende Schule und erzielen während ihrer gesamten Schulzeit schlechtere Ergebnisse in den Bereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften. Die Ursachen werden jedoch meist auf die Merkmale der betroffenen SchülerInnen, den familiären Hintergrund und die Bildungsentscheidungen der Eltern zurückgeführt. Den Schulen selbst als institutionellen und sozialen Orten, an denen soziale Ungleichheiten konstruiert und umstrukturiert werden, wurde relativ wenig Aufmerksamkeit geschenkt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Einwanderungsland Deutschland
3. Bildungssystem in Deutschland
3.1 Bildungsbenachteiligung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund
3.1.1 Außerschulische Faktoren
3.1.2 Innerschulische Faktoren
4. Institutionelle Diskriminierung im Kontext der Schule
4.1 Mechanismen der institutionellen Diskriminierung
4.2 Folgen von institutioneller Diskriminierung
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Bachelorarbeit untersucht die Mechanismen und Folgen institutioneller Diskriminierung von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem, um die strukturellen Ursachen für Bildungsungleichheiten aufzudecken. Die zentrale Forschungsfrage lautet: „Welche Mechanismen der institutionellen Diskriminierung wirken auf SchülerInnen mit Migrationshintergrund und welche Folgen resultieren aus dieser Form der Diskriminierung?“
- Theoretische Grundlagen zur Einwanderungssituation in Deutschland
- Analyse des deutschen Bildungssystems und Bildungsbenachteiligung
- Unterscheidung zwischen innerschulischen und außerschulischen Faktoren
- Strukturelle Betrachtung der Mechanismen institutioneller Diskriminierung
- Psychische und soziale Folgen von Diskriminierungserfahrungen für Schülerinnen und Schüler
Auszug aus dem Buch
Mechanismen der institutionellen Diskriminierung
Bisher wurden einige Beispiele der Benachteiligung und institutioneller Diskriminierung im deutschen Bildungssystem aufgegriffen, welche jedoch noch nicht konkret in Mechanismen unterteilt wurden. Aufgrund dessen werden im Folgenden die Mechanismen institutioneller Diskriminierung strukturell dargestellt. In einer Forschungsreihe wurde untersucht, ob und wie diskriminierende Mechanismen in den organisatorischen und erzieherischen Strukturen und Kulturen von Bildungseinrichtungen eingebaut sind (Gomolla, 2018, S.256).
Die Schwierigkeit bei der Untersuchung ursächlicher Mechanismen besteht jedoch darin, dass diese in die normale, alltägliche Kultur von Institutionen und den darin arbeitenden Fachkräften verwurzelt sind (Gomolla, 2006, S.99 f.). Laut Stuart Hall werden sie „auf informellen und unausgesprochenen Wegen durch ihre Routinen und täglichen Verfahren als ein unzerstörbarer Teil des institutionellen Habitus weitergegeben” (Hall, 2001, S.165, zitiert nach Gomolla, 2006, S.100).
Bislang haben jedoch einige Studien die Diskriminierungstheorie mit dem Verhalten innerhalb von Institutionen verknüpfen und speziell die in Schulorganisationen verankerten Diskriminierungsmechanismen untersuchen können (Gomolla, 2015, S.207).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die globale Migrationsentwicklung und führt das Konzept der institutionellen Diskriminierung als Erklärungsansatz für Bildungsungleichheiten ein.
2. Einwanderungsland Deutschland: Dieses Kapitel liefert eine statistische Darstellung der Einwanderungsbewegungen und definiert den Begriff des Migrationshintergrunds im demografischen Kontext.
3. Bildungssystem in Deutschland: Es werden die theoretischen Grundlagen des deutschen Bildungssystems, inklusive gesetzlicher Menschenrechte, erörtert und ein Vergleich zum Schweizer System gezogen.
3.1 Bildungsbenachteiligung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund: Dieser Abschnitt analysiert die Bildungsungleichheiten, basierend auf sozioökonomischen Faktoren und den Folgen der sozialen Herkunft.
3.1.1 Außerschulische Faktoren: Das Kapitel betrachtet die Theorie von Boudon sowie Bourdieus Kapitalkonzept, um zu erklären, wie familiäre Ressourcen den Bildungserfolg beeinflussen.
3.1.2 Innerschulische Faktoren: Hier werden schulsystemische Aspekte beleuchtet, die durch Routinen und diskriminierende Kriterien zu Benachteiligungen im Bildungsverlauf führen.
4. Institutionelle Diskriminierung im Kontext der Schule: Das Kapitel diskutiert die Rolle der Schule als Ort der Sortierung und die diffizilen Wirkmechanismen diskriminierender Praktiken.
4.1 Mechanismen der institutionellen Diskriminierung: Es werden die spezifischen organisatorischen Mechanismen wie die Änisierung und Zurückstellung detailliert strukturell dargestellt.
4.2 Folgen von institutioneller Diskriminierung: Dieser Teil befasst sich mit den geistigen, körperlichen und psychosomatischen Auswirkungen auf betroffene Kinder und Jugendliche.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Analyse zusammen und betont, dass institutionelle Diskriminierung ein persistentes Problem darstellt, das einen Paradigmenwechsel in bildungspolitischen Standards erfordert.
Schlüsselwörter
Institutionelle Diskriminierung, Migrationshintergrund, Bildungssystem, Bildungsbenachteiligung, Sozialisationsfaktoren, Schulerfolg, Chancengleichheit, Bildungsungleichheit, institutioneller Rassismus, Stigmatisierung, Übergangsempfehlungen, Bildungsforschung, Integration, soziale Herkunft, Diskriminierungsmechanismen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie strukturelle Mechanismen innerhalb des deutschen Bildungssystems zu einer Benachteiligung von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund führen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind institutionelle Diskriminierung im Schulalltag, der Einfluss des sozialen Hintergrunds auf den Bildungserfolg und die Folgen von Ausgrenzung auf die psychische Gesundheit.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die spezifischen Mechanismen institutioneller Diskriminierung zu identifizieren und aufzuzeigen, welche negativen Folgen diese für die betroffenen Kinder und Jugendlichen haben.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Forschungsberichte, Studien (z.B. OECD, SVR) und theoretischer Konzepte zu institutioneller Diskriminierung und Migrationspädagogik.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Verortung des Bildungssystems, die Analyse von Bildungsbenachteiligung (unterteilt in innerschulische und außerschulische Faktoren) sowie die detaillierte Darstellung diskriminierender Mechanismen und deren Folgen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Begriffe sind institutionelle Diskriminierung, Bildungsbenachteiligung, Migrationshintergrund, soziale Herkunft und Bildungsungleichheit.
Wie unterscheidet sich die institutionelle Diskriminierung von individuellem Rassismus?
Institutionelle Diskriminierung beschreibt keine individuelle Intention, sondern diskriminierende Wirkungen durch routinierte organisatorische Abläufe und tradierte Regeln innerhalb einer Institution wie der Schule.
Welche Rolle spielen die Übergangsempfehlungen bei der Schullaufbahn?
Übergangsempfehlungen fungieren oft als Filter, durch die Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund verstärkt in Schulformen mit geringeren Qualifikationsmöglichkeiten, wie Haupt- oder Förderschulen, gelenkt werden.
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- Anonym (Author), 2023, Mechanismen und Folgen institutioneller Diskriminierung von SchülerInnen mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1493156