Warum geben wir uns Namen?
Zur Beantwortung dieser Frage ist es nötig, bis an die Anfänge der Menschheit zurück zu gehen. Es lag schon immer in der Natur des Menschen zu kommunizieren. Man kommunizierte über die Welt und ist bzw. war ein Teil von ihr. Da wir als Lebewesen ein Teil der Welt sind, müssen wir uns auch gegenseitig benennen und definieren. Dies geschieht über Namen. Namen sollen uns einzigartig machen, uns vom Rest der Welt individualisieren und abheben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Gattungsnamen und Eigennamen
3. Merkmale von Namen
3.1. Namen als sprachliche Zeichen
3.2 Eigennamen sind nicht übersetzbar
4. Klassifizierung von Personennamen
5. Einnamigkeit und Zweinamigkeit
6. Familiennamen
7. Gruppen von Familiennamen
7.1. Patronyme (Personen, die nach dem Rufnamen ihres Vaters genannt werden)
7.2. Personen, die nach ihrem Herkunftsort benannt werden
7.3 Personen, die nach dem Wohnort benannt werden
7.4 Personen, die ihren Namen aufgrund charakterlicher oder biographischer Merkmale erhalten haben
7.5. Personen, deren Namen von Berufen abgeleitet sind
8. Allgemeine Informationen über Familiennamengruppen
9. Berufsnamen
9.1 direkte und indirekte Berufsnamen
9.2. Familiennamen aus Amtsbezeichnungen
9.2.1 Der Name Kuster
9.2.2. Der Name Momper
9.2.3. Der Name Vogt
9.2.4. Der Name Meier
9.2.5. Der Name Schulze
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung und die verschiedenen Kategorisierungsformen von Familiennamen im deutschsprachigen Raum mit einem besonderen Fokus auf berufsbezogene Herleitungen.
- Unterscheidung zwischen Gattungsnamen und Eigennamen
- Historische Notwendigkeit von Einnamigkeit zu Zweinamigkeit
- Klassifizierung von Familiennamen nach sozialen und biographischen Kriterien
- Etymologische Analyse ausgewählter Familiennamen aus Amtsbezeichnungen
Auszug aus dem Buch
3.2 Eigennamen sind nicht übersetzbar
Eigennamen sind, wenn sie anderen Sprachen entlehnt wurden, nicht übersetzbar, weil diese Übersetzung nicht mehr der Maxime der „Bedeutungslosigkeit“ entsprechen würde. Namen bezeichnen nur, sie bedeuten nicht, durch eine Übersetzung in die eigene Muttersprache würde man der Bedeutungsseite Vorrang gewähren.
Um dieses zu verdeutlichen, führe ich als Beispiel den Namen des ehemaligen britischen Premierministers Churchill an. Um zu wissen, wer durch diesen Namen bezeichnet wird muss man nicht zwingend die englische Sprache beherrschen. Man weiß, dass dieses Lexem eine Person der Zeitgeschichte bezeichnet und bringt Churchill nicht mit der Übersetzung Kirchenhügel in Verbindung. Auch wenn man dem Englischen nicht mächtig ist, dann man den Namen auf die Person beziehen, da für Namen, wie oben erwähnt, nicht die Wortbedeutung entscheidend ist, sondern die Bezeichnungsfunktion.
Es ist demnach nicht so wichtig, womit jemand bezeichnet wird, wichtig ist, dass diese Einteilung allgemein anerkannt ist und dadurch von allen gleich gebraucht wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beleuchtung der menschlichen Notwendigkeit, durch Namen zu kommunizieren und sich als Individuum vom Rest der Welt abzuheben.
2. Gattungsnamen und Eigennamen: Definition und Abgrenzung von "nomen appellativum" (Gattungsname) und "nomen proprium" (Eigenname).
3. Merkmale von Namen: Analyse von Namen als sprachliche Zeichen mit Ausdrucks- und Inhaltsseite sowie Erörterung der Unübersetzbarkeit von Eigennamen.
4. Klassifizierung von Personennamen: Versuch einer systematischen Ordnung von Namen, insbesondere unter Einbeziehung von Familiennamen und Übernamen.
5. Einnamigkeit und Zweinamigkeit: Darstellung der demografischen Notwendigkeit, durch Zusatznamen im Mittelalter eine eindeutige Unterscheidung von Personen zu ermöglichen.
6. Familiennamen: Beschreibung der Entstehung vererblicher Familiennamen und deren Funktion als Unterscheidungsmerkmal über Generationen hinweg.
7. Gruppen von Familiennamen: Unterteilung der Entstehungsweisen von Namen in Patronyme, Herkunftsnamen, Wohnortnamen, charakterbezogene Namen und Berufsnamen.
8. Allgemeine Informationen über Familiennamengruppen: Untersuchung der geografischen Verteilung von Namengruppen und die Differenzierung zwischen städtischen und ländlichen "Namenlandschaften".
9. Berufsnamen: Detaillierte Analyse von Familiennamen, die auf Ämter und Berufe zurückzuführen sind, inklusive spezifischer Etymologien wie Kuster, Vogt, Meier und Schulze.
Schlüsselwörter
Familiennamen, Eigennamen, Gattungsnamen, Namenforschung, Onomastik, Patronyme, Herkunftsnamen, Berufsnamen, Amtsbezeichnungen, Historische Sprachwissenschaft, Namensgebung, Zweinamigkeit, Etymologie, Personenbezeichnung, Sprachgeschichte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung, Struktur und Kategorisierung von Familiennamen im germanischen Sprachraum.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Themenfelder umfassen die linguistischen Grundlagen von Eigennamen, den historischen Wandel von Einnamigkeit zu Zweinamigkeit sowie die systematische Klassifizierung von Familiennamen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Entwicklung vererblicher Familiennamen nachzuvollziehen und insbesondere den Ursprung von Namen, die auf Berufe und Amtsbezeichnungen zurückgehen, zu erläutern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse der Namenkunde und onomastische Grundlagenwerke, um die etymologischen Herleitungen der Namen zu begründen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen (Zeichentheorie bei Namen), die historische Notwendigkeit von Familiennamen sowie eine detaillierte Aufschlüsselung der Namensgruppen wie Patronyme und Berufsnamen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Onomastik, Familiennamen, Berufsnamen und die historische Entwicklung der Namengebung.
Wie unterscheiden sich die Namenslandschaften von Stadt und Land?
In Städten überwogen historisch bedingt Herkunfts- und Berufsnamen aufgrund des Zuzugs aus verschiedenen Regionen, während auf dem Land Patronyme und Übernamen stärker vertreten waren.
Warum ist der Familienname "Schulze" so verbreitet?
Die Verbreitung wird durch die Bedeutung des Amtes des Dorfschulzen erklärt, welches mit gesellschaftlichem Ansehen und Prestige verbunden war, wodurch der Name auch dann beibehalten wurde, wenn das Amt nicht mehr ausgeübt wurde.
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- Kristin Schulze (Author), 2006, Geschichte von Namen , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/149341