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Chancengleichheit in der Tertiärbildung Deutschlands. Studieren als Privileg?

Titel: Chancengleichheit in der Tertiärbildung Deutschlands. Studieren als Privileg?

Hausarbeit , 2023 , 14 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Selina Marschhausen (Autor:in)

Soziologie - Politik, Majoritäten, Minoritäten
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit untersucht die Effekte der sozialen Herkunft auf den Zugang zu höherer Bildung in Deutschland und die damit verbundene Chancenungleichheit. Trotz besserer Berufsaussichten für Hochschulabsolventen, bleibt der Zugang zu einem Studium stark von der sozialen Herkunft geprägt. Primäre und sekundäre Herkunftseffekte sowie die Ablenkungsthese erklären, warum Kinder aus benachteiligten Familien seltener ein Studium aufnehmen. Empirische Daten zeigen, dass Arbeiterkinder trotz Bildungsexpansion und Reformen weiterhin geringere Chancen haben, ein Studium zu beginnen, verglichen mit Kindern aus privilegierten Schichten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Studium – Ein Privileg?

2.1 Die primären und sekundären Herkunftseffekte

2.2 Die Ablenkungsthese

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Mechanismen der Bildungsungleichheit in Deutschland mit dem Ziel zu klären, ob Studienberechtigte aus sozioökonomisch benachteiligten Schichten durch spezifische Ablenkungsprozesse von einem universitären Studium abgehalten werden. Zentrale Frage ist dabei, inwiefern der „soziale Status“ die Entscheidung gegen das Studium und für eine nicht-akademische Berufsausbildung beeinflusst.

  • Primäre und sekundäre Herkunftseffekte nach Boudon
  • Die Ablenkungsthese des deutschen Bildungssystems
  • Kosten-Nutzen-Kalkulation und Investitionsrisiko bei der Studienwahl
  • Empirische Entwicklung der Studienanfängerquoten (1969–2000)
  • Soziale Selektion beim Hochschulzugang

Auszug aus dem Buch

2.1 Die primären und sekundären Herkunftseffekte

Um die Mechanismen, die zur sozialen Bildungsungleichheit führen, besser nachvollziehen und aufzeigen zu können, entwickelte der französische Soziologe Raymond Boudon in den 1970er-Jahren die Theorie der primären und sekundären Herkunftseffekte (vgl. Maaz/Nagy 2009: 154). Die theoretischen Überlegungen Boudons sind insbesondere wichtig, um zu verstehen, wie soziale Ungleichheit im Bildungssystem entsteht und aufrechterhalten wird. Hinsichtlich der Forschungsfrage – Werden Studienberechtigte mit niedrigem sozioökonomischen Status in Deutschland von einem Studium abgelenkt? – ist die Theorie Boudons vor allem relevant, da sie eine Erklärungsmöglichkeit für die Ausgangssituation der Bildungsungleichheit vor dem Studium bietet. Die Schulzeit dient somit als Weichenstellung für den weiteren Bildungsverlauf der Schüler*innen und ist daher von elementarer Bedeutung für die Betrachtung der Chancengleichheit beim Hochschulzugang. Nicht ungeachtet soll an dieser Stelle bleiben, dass Müller et al. (2017: 349) darauf hinweisen, „dass die komplexe Verbindung zwischen Bildungsweg zur Hochschulreife, Abiturtyp und den nachfolgenden Bildungsentscheidungen es außerordentlich schwierig macht, präzise zwischen primären und sekundären Effekten zu unterscheiden“.

Nichtsdestotrotz dient die Theorie Boudons als Erklärungsgrundlage für den ungleichen Ausgangspunkt von Kindern aus unterschiedlichen sozialen Schichten im Bildungsverlauf und dem Zugang zu einem universitären Studium.

Boudons Modell besagt, dass Akteure im Sinne der Werterwartungstheorie, eine Kosten-Nutzen Kalkulation hinsichtlich der Bildungsentscheidungen vornehmen (vgl. Maaz/Nagy 2009: 155). Demnach wägen Individuen mutmaßliche Risiken und Gewinne hinsichtlich des Bildungswegs und möglicher Bildungsabschlüsse ab. Jene Kalkulationen sind jedoch stets von einem „sozialschichtabhängige[n] Entscheidungsverhalten“ (ebd.) geprägt. Eltern aus der Arbeiterklasse würden demnach andere Bildungsentscheidungen für ihre Kinder treffen, als Eltern höherer Dienstklassen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung von Bildung als Faktor für Lebenschancen und führt in die Problemstellung der sozialen Selektivität und Bildungsungleichheit in Deutschland ein.

2. Das Studium – Ein Privileg?: Diese Kapitel setzen sich theoretisch mit den Ursachen für ungleiche Bildungsbiografien auseinander, indem sie Boudons Herkunftseffekte auf die Studienwahl anwenden und die spezifische „Ablenkungsthese“ in den Kontext des deutschen Berufsbildungssystems stellen.

3. Fazit: Das Fazit fasst die theoretischen und empirischen Befunde zusammen und bestätigt, dass trotz gestiegener Bildungsbeteiligung das Studium weiterhin mit sozialen Privilegien korreliert.

Schlüsselwörter

Bildungsungleichheit, Soziale Herkunft, Hochschulzugang, Ablenkungsthese, Primäre Herkunftseffekte, Sekundäre Herkunftseffekte, Arbeiterklasse, Kosten-Nutzen-Kalkulation, Bildungsentscheidung, Bildungssystem, Statusreproduktion, Studienberechtigung, Investitionsrisiko, soziale Selektion, Bildungsaspirationen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, warum Kinder aus der Arbeiterklasse trotz allgemeiner Bildungsexpansion seltener ein Studium aufnehmen und inwieweit soziale Herkunft als Barriere beim Hochschulzugang fungiert.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themenfelder umfassen die Soziologie der Bildung, insbesondere die Theorie der primären und sekundären Herkunftseffekte sowie die Mechanismen der Bildungsbenachteiligung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Forschungsfrage zu beantworten, ob Studienberechtigte mit niedrigem sozioökonomischem Status in Deutschland gezielt von einem universitären Studium „abgelenkt“ werden.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse soziologischer Konzepte (Boudon, Müller/Pollak) und verknüpft diese mit einer empirischen Auswertung von Daten zur Bildungshistorie von 1969 bis 2000.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst das Modell der Herkunftseffekte nach Boudon erläutert und anschließend die Ablenkungsthese analysiert, wobei der Fokus auf den Kosten-Nutzen-Erwägungen der Akteure liegt.

Welche Keywords charakterisieren die Publikation?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Bildungsungleichheit, primäre und sekundäre Herkunftseffekte, Ablenkungsthese und soziale Statusreproduktion.

Was besagt die erwähnte Ablenkungsthese konkret?

Sie beschreibt, wie institutionelle Strukturen des deutschen Bildungssystems Anreize schaffen, die Arbeiterkinder eher in eine nicht-akademische Berufsausbildung lenken als in ein universitäres Studium.

Wie interpretieren die Daten in Abbildung 1 die Bildungsungleichheit?

Die Daten zeigen, dass der Zuwachs der Anfängerquoten bei Kindern aus Beamtenfamilien historisch deutlich stärker angestiegen ist als bei Kindern aus Familien der Arbeiterklasse, was das Gefälle dauerhaft verdeutlicht.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Chancengleichheit in der Tertiärbildung Deutschlands. Studieren als Privileg?
Hochschule
Universität Bremen  (Institut für Soziologie)
Veranstaltung
Bildung und soziale Ungleichheit
Note
1,7
Autor
Selina Marschhausen (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2023
Seiten
14
Katalognummer
V1493536
ISBN (PDF)
9783389051955
ISBN (Buch)
9783389051962
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bildung soziale Ungleichheit Studium Tertiärbildung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Selina Marschhausen (Autor:in), 2023, Chancengleichheit in der Tertiärbildung Deutschlands. Studieren als Privileg?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1493536
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Leseprobe aus  14  Seiten
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