"Die Mauer – ein Symbol für Grenzsicherung und Flucht?" als Thema einer Unterrichtsstunde im Rahmen der SPS III


Unterrichtsentwurf, 2009
14 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Thema der Unterrichtsreihe

2. Thema der Unterrichtsstunde

3. Anmerkungen zur Lerngruppe

4. Anmerkungen zum Unterrichtsgegenstand (Sachanalyse)

5. Anmerkungen zur didaktischen Reduktion (didaktische Analyse)

6. Anmerkungen zur methodischen Vorgehensweise

7. Zielsetzung der Unterrichtsstunde
7.1 Übergeordnetes Lernziel
7.2 Wesentliche Teillernziele

8. Verlaufsskizze

9. Bibliographie

10. Anhang

1. Thema der Unterrichtsreihe

Gründung der Bundesrepublik, Westintegration und die deutsche Teilung

2. Thema der Unterrichtsstunde

Die Mauer – ein Symbol für Grenzsicherung und Flucht?

3. Anmerkungen zur Lerngruppe

Die hier beschriebene Lerngruppe setzt sich aus 12 Schülern und 15 Schülerinnen im Alter zwischen 16 und 17 Jahren zusammen. Vor der heutigen Unterrichtsstunde habe ich fünfmal in der Klasse 10b hospitiert.

Die Haltung gegenüber dem Unterrichtsfach Geschichte ist als positiv und interessiert zu beschreiben. Die Bereitschaft zur Mitarbeit ist im Allgemeinen groß, nur sehr wenige Jugendliche dieser Klasse verhalten sich in Bezug auf die mündliche Beteiligung im Unterrichtsgeschehen zurückhaltend.

Die Schülerschaft ist mit den verschiedensten Unterrichts- und Sozialformen vertraut und in deren Anwendung geübt.

4. Anmerkungen zum Unterrichtsgegenstand (Sachanalyse)

Nach ihrer Errichtung im Jahr 1961 war die Berliner Mauer das bedeutendste Symbol des bis 1989 geteilten Deutschlands und darüber hinaus die Versinnbildlichung des Ost-West Konflikts. Der so genannte antifaschistische Schutzwall stellte in erste Linie eine Maßnahme des SED-Staates dar, um den bis 1961 angeschwollenen Flüchtlingsstrom versiegen zu lassen. Trotz der seit 1952 ausgebauten Sperrmaßnahmen kehrten Millionen Bürgerinnen und Bürger der DDR den Rücken, allein in der Zeit von 1949 bis 1961 registrierten Bundesbehörden drei Millionen Flüchtlinge.[1] Der Staat drohte wirtschaftlich auszubluten.

Die Gründe, welche die Flüchtlinge veranlassten aus der DDR zu fliehen, waren vielfältig. Sie reichten von der „Aufforderung zu gesellschaftspolitischer Betätigung, rigorose Kollektivierung in der Landwirtschaft und Verstaatlichung von Handel und Gewerbe“[2], hin zum Fehlen der persönlichen Freiheit und dem allgegenwärtigen wirtschaftlichen Mangel.

Rund 40 000 DDR Flüchtlingen gelang es erfolgreich seit dem Mauerbau die Grenzanlagen der Innerdeutschen Demarkationslinie zu überwinden, über 900 von ihnen kostete der Fluchtversuch jedoch das Leben, darunter mehr als 200 allein an der Berliner Mauer.[3] Belobigungen und Auszeichnungen waren der Verdienst der Todesschützen, welche jedoch in der Regel vom Grenzdienst abgezogen wurden.[4]

Die Befugnisse der Grenzer waren zuletzt im Grenzgesetz vom 25. März 1982 festgelegt.[5] Die Anwendung der Schusswaffe gegenüber flüchtigen Personen war durch dieses Gesetz legitimisiert.[6] Als exemplarisch und weltbekannt für den gewaltsamen Gebrauch der Schusswaffe steht der tödliche Fluchtversuch des 18-jährigen Bauarbeiters Peter Fechter. Am 17. August 1962 wird er beim Überqueren der innerdeutschen Grenze erschossen und verblutet Hilfe schreiend im Grenzstreifen, da ihm weder von östlicher noch von westlicher Seite Hilfe geleistet wird.[7]

5. Anmerkungen zur didaktischen Reduktion (didaktische Analyse)

Gemäß dem Kernlehrplan für das Fach Geschichte in Nordrhein-Westfalen ist die heutige Unterrichtsstunde thematisch in das elfte Inhaltsfeld „Neuordnungen der Welt und Situation Deutschlands“[8] verankert. Die Bedeutung der heutigen Unterrichtsstunde „Die Mauer – ein Symbol für Grenzsicherung und Flucht?“ liegt für die Reihe in ihrer Exemplarität und Konkretheit begründet und bildet in den folgenden Unterrichtsstunden, in denen der Film „Die Sonnenallee“ im Klassenplenum angesehen werden soll, einen authentischen Ausgangs- und Bezugpunkt. Der Gegenwartsbezug der heutigen Unterrichtsstunde ist erfüllt, da die Klasse in Kürze eine Fahrt nach Berlin unternimmt, bei der die Schülerschaft mit der allgegenwärtigen Präsenz der einstigen Berliner Mauer konfrontiert sein wird.

Den methodischen Schwerpunkt bildet die Gruppenarbeit in Form des Gruppenpuzzles, anhand derer die Lerngruppe vier Aspekte des Stundenthemas erarbeiten soll. Dabei bietet die arbeitsteilige Bearbeitung des Quellenmaterials zum einem Authenzität und gleichzeitig eröffnet die methodische Vorgehensweise das Prinzip der Multiperspektivität. Des Weiteren erlaubt die Gruppenarbeit die Förderung der Schülerautonomie in einer kooperativen Lernsituation. Durch die interaktive Auseinandersetzung mit dem gebotenen Quellenmaterial im Sinne der Aufgabenbearbeitung in der Expertengruppe und schließlich der Präsentation der zuvor erarbeiteten Ergebnisse in der Stammgruppe wird die Aufgaben und Handlungsorientierung erzielt.

Das ausgewählte Quellenmaterial wurde nur im Fall des Grenzgesetzes einer didaktischen Reduktion im Sinne einer Kürzung unterzogen. Der verständliche Inhalt, sowie die Länge der jeweiligen anderen Quellen machte eine Kürzung nicht notwendig.

6. Anmerkungen zur methodischen Vorgehensweise

Mithilfe der Fotografie des erschossenen Peter Fechters („Peter Fechter, erschossen an der Berliner Mauer: Hilflos im Todesstreifen verblutend“, 17. August 1962; Foto: Polizeihistorische Sammlung/ Der Polizeipräsident in Berlin) soll der Einstieg in die Stunde ermöglicht werden. Diese ist zunächst als stummer Impuls geplant. Nachdem die Schülerinnen und Schüler die Wirkung des Fotos auf den Betrachter wiedergegeben haben, werden sie in der Lage sein Fragen zu formulieren, welche im Verlauf der heutigen Unterrichtsstunde beantwortet werden sollen. Diese sollten zum einen die Identität des Mannes und seine Fluchtmotive beinhalten, zum anderen sollten sie die gesetzliche Legitimation der Tat und das Vorgehen gegen die Täter hinterfragen.

Die folgende Gruppenarbeit, der verschiedene Quellen über ingsesamt vier Aspekte des Stundenthemas zugrunde liegen, dient der inhaltlichen Erarbeitung der Antworten auf die an der Tafel gesammelten Fragen der Lerngruppe. Die Ergebnisse der jeweiligen Arbeitsaufträge sollen innerhalb der Expertengruppe erarbeitet und diskutiert werden und schließlich in den Stammgruppe vorgestellt werden.

Die Sicherung der Erarbeitung erfolgt jeweils auf dem Arbeitsblatt “Die Mauer – Grenzsicherung und Flucht”. Dasselbige dient als Overheadfolie einer thesenartigen Zusammenfassung im Klassenplenum. Diese Zusammenfassung zentraler Aspekte soll dazu dienen, die eingangs gestellten Fragen abschließend zu beantworten und falls der zeitlichen Rahmen es erlauben sollte, Anknüpfungspunkt für eine folgende Diskussion bieten.

7. Zielsetzung der Unterrichtsstunde

7.1 Übergeordnetes Lernziel

Die Schülerinnen und Schüler sollen vor allem den Fall „Peter Fechter“ historisch kontextualisieren, indem sie ihn in einen Sinnzusammenhang mit den Fluchtgründen von DDR Bürgerinnen und Bürgern sowie der gesetzlichen Legitimation der Grenzsicherung und der Konsequenzen der handelnden Grenzer bringen.

[...]


[1] Judt, Matthias (Hrsg.). DDR-Geschichte in Dokumenten. Bonn, 1998, S. 437.

[2] Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.). Geschichte der DDR. Bonn, 1991, S. 55.

[3] Judt, S. 437.

[4] Ebd.

[5] Judt, S. 436.

[6] Judt, S. 473.

[7] Hertle, Hans-Hermann. Die Berliner Mauer. Monument des Kalten Krieges. Bonn, 2009,Seite 71.

[8] Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen (Hrsg.). Kernlehrplan für das Gymnasium – Sekundarstufe I (G8) in Nordrhein-Westfalen – Geschichte. Düsseldorf, Frechen, 2007, S.31.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
"Die Mauer – ein Symbol für Grenzsicherung und Flucht?" als Thema einer Unterrichtsstunde im Rahmen der SPS III
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Note
1,3
Autor
Jahr
2009
Seiten
14
Katalognummer
V149440
ISBN (eBook)
9783640635108
ISBN (Buch)
9783640635641
Dateigröße
717 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mauer, Symbol, Grenzsicherung, Flucht, Thema, Unterrichtsstunde, Rahmen
Arbeit zitieren
Bianca Müller (Autor), 2009, "Die Mauer – ein Symbol für Grenzsicherung und Flucht?" als Thema einer Unterrichtsstunde im Rahmen der SPS III , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/149440

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