1. Thema der Unterrichtsreihe
Gründung der Bundesrepublik, Westintegration und die deutsche Teilung
2. Thema der Unterrichtsstunde
Die Mauer – ein Symbol für Grenzsicherung und Flucht?
Inhaltsverzeichnis
1. Thema der Unterrichtsreihe
2. Thema der Unterrichtsstunde
3. Anmerkungen zur Lerngruppe
4. Anmerkungen zum Unterrichtsgegenstand (Sachanalyse)
5. Anmerkungen zur didaktischen Reduktion (didaktische Analyse)
6. Anmerkungen zur methodischen Vorgehensweise
7. Zielsetzung der Unterrichtsstunde
7.1 Übergeordnetes Lernziel
7.2 Wesentliche Teillernziele
8. Verlaufsskizze
9. Bibliographie
10. Anhang
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Unterrichtsstunde besteht darin, den Fall des 18-jährigen Bauarbeiters Peter Fechter historisch zu kontextualisieren, indem die Schülerinnen und Schüler ihn in einen Sinnzusammenhang mit den Fluchtgründen von DDR-Bürgern, der gesetzlichen Legitimation der Grenzsicherung durch die DDR-Führung und den konkreten Konsequenzen für die handelnden Grenztruppen bringen.
- Analyse der Beweggründe für Fluchten aus der DDR
- Multiperspektivische Betrachtung des Mauerbaus und der Grenzsicherung
- Untersuchung der gesetzlichen Rahmenbedingungen (Grenzgesetz der DDR)
- Reflexion über das Schicksal des Maueropfers Peter Fechter
- Förderung der Methodenkompetenz durch kooperatives Lernen (Gruppenpuzzle)
Auszug aus dem Buch
Auf der Flucht zusammengeschossen
Ost-Berlin, 17. August 1962: Peter Fechter fährt morgens um sechs Uhr zur Baustelle Unter den Linden im ehemaligen Kaiser-Wilhelm-Palais. Der Maurer verabschiedet sich wie immer. Seine Familie ahnt nichts. Nur sein Kollege Helmuth Kulbeik weiß, dass der 18-Jährige seit Monaten überlegt, nach West-Berlin zu flüchten. Die beiden haben regelmäßig an der Sektorengrenze nach Schlupflöchern gesucht. Zwei Tage zuvor haben sie schließlich eine geeignete Stelle am Checkpoint Charly entdeckt: Eine alte Tischlerei in der Zimmerstraße. In der Mittagspause betreten sie das Gebäude, um die Lage zu sondieren. Sie finden ein kleines Fenster Richtung Grenze, das nur mit einem dünnen Brett vernagelt ist. Aus der zufälligen Entdeckung wird ein spontaner Fluchtversuch: Sie vergraben sich in einem Berg Sägespäne und warten ab.
"Nach circa zwei Stunden hörten wir in unmittelbarer Nähe Stimmen", erinnert sich Betonbauer Kulbeik. "Wir verabredeten, wenn sich die Stimmen entfernt haben, durch das kleine Fenster zu springen und über die Mauer zu klettern." Fechter springt zuerst, Kulbeik folgt. Sie klettern über den ersten Stacheldrahtzaun und überwinden den zehn Meter breiten Todesstreifen. Als Fechter die Mauer erreicht, fallen Schüsse. Rolf F., Unteroffizier der DDR -Grenztruppen, feuert : Ohne Warnschuss, ungezielt und unter Schock. Als sein Posten "da flitzt einer" brüllt, drückt er ab. So erzählt er es 35 Jahre später vor Gericht. Im Bericht der ersten Grenzbrigade steht: "Insgesamt gab der Postenführer 17 und der Posten sieben Schuss ab." Weitere Schüsse fallen. Getroffen bricht Fechter zusammen und schreit um Hilfe. Doch nichts passiert. Die Grenzsoldaten sehen nur zu. Augenzeugen auf der Westseite, die auf Podesten stehend über die Grenze gucken, sind machtlos. Fechter verblutet langsam. Als er nach fast einer Stunde kein Lebenszeichen mehr von sich gibt, wird er von den Soldaten weggetragen. Er stirbt gegen 15.15 Uhr im Krankenhaus - als 39. Maueropfer. Der Chefkommentator des DDR-Fernsehens Karl Eduard von Schnitzler höhnt später: "Soll man von unserer Staatsgrenze wegbleiben, dann kann man sich Blut, Tränen und Geschrei ersparen." …
Zusammenfassung der Kapitel
1. Thema der Unterrichtsreihe: Definiert den inhaltlichen Kontext der Reihe als Gründung der Bundesrepublik, Westintegration und die deutsche Teilung.
2. Thema der Unterrichtsstunde: Legt den Fokus der Stunde auf die symbolische Bedeutung der Berliner Mauer als Instrument der Grenzsicherung und das Phänomen der Flucht.
3. Anmerkungen zur Lerngruppe: Beschreibt die Zusammensetzung und das Lernverhalten einer 10. Klasse, die im Fach Geschichte als interessiert und methodisch versiert gilt.
4. Anmerkungen zum Unterrichtsgegenstand (Sachanalyse): Analysiert die historische Bedeutung der Mauer als Symbol des Ost-West-Konflikts und beleuchtet die Ursachen für die DDR-Fluchtbewegung sowie die Rolle der Grenztruppen.
5. Anmerkungen zur didaktischen Reduktion (didaktische Analyse): Begründet die Wahl des Themas im Rahmen des Kernlehrplans und erläutert die methodische Entscheidung für ein Gruppenpuzzle zur Förderung der Schülerautonomie.
6. Anmerkungen zur methodischen Vorgehensweise: Skizziert den Einstieg über ein Foto von Peter Fechter sowie den Ablauf der Gruppenarbeitsphasen zur schrittweisen Erarbeitung der historischen Zusammenhänge.
7. Zielsetzung der Unterrichtsstunde: Formuliert das übergeordnete Lernziel sowie spezifische Teillernziele im Bereich Methoden- und Handlungskompetenz.
8. Verlaufsskizze: Bietet einen tabellarischen Zeitplan für die einzelnen Unterrichtsschritte von der Einstiegsphase bis zur Ergebnissicherung.
9. Bibliographie: Listet die verwendeten Quellen und didaktischen Materialien für den Unterrichtsentwurf auf.
10. Anhang: Enthält ergänzende Arbeitsmaterialien für die Schülergruppen.
Schlüsselwörter
Berliner Mauer, DDR, Grenzgesetz, Fluchtversuch, Peter Fechter, SED-Staat, Kalter Krieg, Todesstreifen, Grenztruppen, Multiperspektivität, Gruppenpuzzle, Geschichte, Zeitgeschichte, Fluchtgründe, Grenzsicherung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Unterrichtsentwurf grundsätzlich?
Der Entwurf befasst sich mit der Konzeption einer Geschichtsstunde für die 10. Jahrgangsstufe zum Thema „Die Mauer – ein Symbol für Grenzsicherung und Flucht“.
Was sind die zentralen Themenfelder der Unterrichtsstunde?
Die Stunde deckt die Fluchtursachen aus der DDR, die gesetzliche Legitimation des Grenzschutzes durch das DDR-Grenzgesetz von 1982 sowie das beispielhafte Schicksal des Maueropfers Peter Fechter ab.
Was ist das primäre Ziel der Stunde?
Die Schülerinnen und Schüler sollen den Fall Peter Fechter historisch kontextualisieren und in Beziehung zur staatlichen Willkür und den Lebensbedingungen in der DDR setzen.
Welche wissenschaftliche Methode wird im Unterricht eingesetzt?
Es wird eine kooperative Lehrmethode in Form eines Gruppenpuzzles angewandt, bei der die Schüler in Experten- und Stammgruppen arbeitsteilig historische Quellen auswerten.
Was wird im Hauptteil des Dokuments thematisiert?
Der Hauptteil gliedert sich in eine sachanalytische Einordnung, didaktische Begründungen und eine detaillierte Verlaufsskizze für den Unterricht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie DDR, Berliner Mauer, Flucht, Grenzgesetz und die historische Aufarbeitung durch Multiperspektivität.
Warum wurde der Fall Peter Fechter als zentrales Beispiel gewählt?
Er dient als authentischer und emotionaler Anker, um das abstrakte Thema „Grenzsicherung“ durch ein konkretes Schicksal für die Lernenden greifbar zu machen.
Welche Rolle spielt die „Multiperspektivität“ in der Planung?
Sie ist zentral, um durch verschiedene Quellentypen (Fluchtberichte, SED-Mitteilungen, Gesetzestexte) ein umfassendes Bild der DDR-Diktatur zu vermitteln, statt nur eine einseitige Sichtweise zuzulassen.
Warum ist der Bezug zur anstehenden Berlin-Fahrt in der Didaktik wichtig?
Der Gegenwartsbezug erhöht die Motivation der Schülerschaft, da sie die behandelten historischen Fakten unmittelbar mit ihrem eigenen bevorstehenden Besuch an den authentischen Orten in Berlin verknüpfen können.
- Citation du texte
- Bianca Müller (Auteur), 2009, "Die Mauer – ein Symbol für Grenzsicherung und Flucht?" als Thema einer Unterrichtsstunde im Rahmen der SPS III , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/149440