Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht die verschiedenen Aspekte der Persönlichkeitspsychologie, die Einflüsse der Persönlichkeit auf Gesundheit und die Anwendung des Big-Five-Modells in der Personalauswahl.
Ein besonderer Fokus liegt auf den empirischen Gütekriterien von Persönlichkeitstests sowie der Rolle des Kohärenzsinns in der Gesundheitsförderung. Ziel der Arbeit ist es, einen umfassenden Überblick über die Verbindung zwischen Persönlichkeit und Gesundheit zu geben und praktische Handlungsempfehlungen für Führungskräfte zur Stärkung des Kohärenzsinns von Mitarbeitern zu entwickeln.
Inhaltsverzeichnis
1 Teilaufgabe
1.1 Persönlichkeitstest und ihre Gütekriterien
1.1.1 Objektivität
1.1.2 Reliabilität
1.1.3 Validität
1.2 Persönlichkeitsstörungen
1.2.1 Die Borderline-Persönlichkeitsstörung
1.2.2 Diagnosekriterien einer Borderline-Persönlichkeitsstörung
2 Teilaufgabe
2.1 Zusammenhang zwischen Gesundheit und Persönlichkeit
2.2 Die Rolle des Kohärenzsinn in der Gesundheitsförderung
2.3 Handlungsempfehlungen für Führungskräfte zur Stärkung des Kohärenzsinns von Mitarbeitern
3 Teilaufgabe
3.1 Das Big Five Modell
3.2 Das Big-Five-Modell in der Personalauswahl
3.3 Persönlichkeitsmerkmale von Juristen anhand des Big-Five-Modells
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich das Ziel, grundlegende Konzepte der Persönlichkeitspsychologie auf verschiedene Anwendungsbereiche zu übertragen, wobei insbesondere die Qualität von Messinstrumenten, der salutogenetische Ansatz in der Arbeitswelt sowie die Eignungsdiagnostik im juristischen Kontext analysiert werden.
- Wissenschaftliche Grundlagen und Gütekriterien von Persönlichkeitstests
- Klinische Diagnostik der Borderline-Persönlichkeitsstörung
- Wechselwirkungen zwischen Persönlichkeitsmerkmalen und körperlich-psychischer Gesundheit
- Salutogenese und Stärkung des Kohärenzgefühls in der betrieblichen Führung
- Anwendung des Big-Five-Modells in der Personalauswahl und im juristischen Berufsfeld
Auszug aus dem Buch
2.2 Die Rolle des Kohärenzsinn in der Gesundheitsförderung
Aaron Antonovsky beschäftigte sich bereits in den 70er Jahren mit der Frage, was einen Menschen trotz widriger Umstände gesund hält und prägte durch sein Modell der Salutogenese einen neuen Blickwinkel auf Prävention und Gesundheitsförderung innerhalb der Gesundheitspsychologie (Lengning, Mackowiak, Steinhoff & Franke, 2009, S. 151). Vor diesem Hintergrund definierte er den Kohärenzsinn (sense of coherence, SOC), als ein Konstrukt, welches die salutogenen Ressourcen aktivieren soll und somit als eine Art Vermittler zwischen Gesundheitsressourcen und Stressbewältigung dient (Bauer, Vogt, Inauen & Jenny, 2015, S. 21; Mayer, Görlich & Eberspächer, 2003, S. 20). Allgemein lässt sich der Kohärenzsinn als eine grundlegende Lebenseinstellung definieren, die dazu beiträgt, alltägliche Belastungen und Lebenskrisen zu bewältigen. Diese Lebenseinstellung beruht auf der persönlichen Zuversicht, dass Geschehnisse verstehbar, vorhersehbar, strukturiert und auch in irgendeiner Weise von Bedeutung sind und damit auch, ggfs. unter Rückgriff auf eigene oder soziale Ressourcen, bewältigt werden können (Weber, Rammsayer & Bengel, 2005, S. 529). Diese drei Aspekte Verstehbarkeit, Handhabbarkeit und Bedeutsamkeit sind die Kerninhalte, aus denen sich der Kohärenzsinn zusammensetzt. Damit hat der Kohärenzsinn eine wichtige Rolle in der Gesundheitsförderung. Innerhalb des Salutogenese-Modells können bestimmte Faktoren auf dem Gesundheits-Krankheits-Kontinuum in krank machende, neutrale oder gesundheitsfördernde Richtung wirken, abhängig davon wie sie auf die Spannungsbewältigung einwirken. Die zur Verfügung stehenden Widerstandsressourcen (z.B. materielle Voraussetzungen, Selbstidentität, soziale Unterstützung, kulturelle Stabilität oder Gesundheitsbewusstsein) können durch das Kohärenzgefühl aktiviert werden. Der Kohärenzsinn fungiert damit als eine Art Aktivator um geeignete Ressourcen rekrutieren und aktivieren zu können. Der Kohärenzsinn kann sich somit durch das Aktivieren der Widerstandsressourcen positiv auf die Gesundheit auswirken und ist deshalb ein zentraler Faktor, der bei der Gesundheitsförderung nicht unbeachtet bleiben sollte. Menschen mit einem starken Kohärenzsinn können schneller und effektiver ihre Widerstandsressourcen in Stresssituationen aktivieren und nutzen und leben damit, durch das Herstellen eines gesunden dynamischen Gleichgewichts deutlich gesünder als Menschen mit einem schwachen Kohärenzgefühl (Blättner, 2007, S. 68; Born, Crackau & Thomas, 2008, S. 53).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Teilaufgabe: Dieses Kapitel erläutert die empirischen Gütekriterien (Objektivität, Reliabilität, Validität) für Persönlichkeitstests sowie die klinische Symptomatik und Diagnostik der Borderline-Persönlichkeitsstörung.
2 Teilaufgabe: Hier wird der Zusammenhang zwischen Persönlichkeit und Gesundheit diskutiert, das Konzept des Kohärenzsinns nach Antonovsky vorgestellt und Ansätze zur Stärkung dieses Sinns durch Führungskräfte abgeleitet.
3 Teilaufgabe: Das Kapitel behandelt das Fünf-Faktoren-Modell der Persönlichkeit, dessen Nutzen bei der Personalauswahl und die spezifischen Anforderungen an die Persönlichkeitsstruktur von Juristen.
Schlüsselwörter
Persönlichkeitspsychologie, Gütekriterien, Borderline-Persönlichkeitsstörung, Salutogenese, Kohärenzsinn, Stressbewältigung, Gesundheitsförderung, Big-Five-Modell, Personalauswahl, Juristen, Neurotizismus, Extraversion, Verträglichkeit, Gewissenhaftigkeit, Offenheit für Erfahrungen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit zentralen Aspekten der Persönlichkeitspsychologie, insbesondere mit der Qualitätssicherung in der Diagnostik, der psychischen Gesundheit am Arbeitsplatz und der Eignungsbeurteilung in spezifischen Berufsgruppen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf psychologischen Testgütekriterien, der Borderline-Störung, dem salutogenetischen Modell von Aaron Antonovsky und dem Big-Five-Modell der Persönlichkeit.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die theoretische Aufarbeitung verschiedener psychologischer Konzepte und deren praktische Anwendung in den Bereichen klinische Diagnostik, betriebliche Gesundheitsförderung und Personalmanagement.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse wissenschaftlicher Fachpublikationen und etablierter Modelle der Persönlichkeitspsychologie basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in drei Teilaufgaben: die Gütekriterien von Tests, die Rolle des Kohärenzgefühls für die Mitarbeitergesundheit und die Anwendung des Big-Five-Modells im Recruiting-Prozess.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Persönlichkeitsdiagnostik, Salutogenese, Kohärenzsinn, Big-Five-Modell und Arbeitspsychologie charakterisieren.
Welche Kriterien sind bei der Diagnostik einer Borderline-Störung nach ICD-10 entscheidend?
Für eine Diagnose müssen mindestens drei Kriterien der Impulsivität, Affektinstabilität oder mangelnden Handlungsplanung erfüllt sein, ergänzt durch spezifische Merkmale wie Identitätsunsicherheit oder Selbstschädigung.
Welche Persönlichkeitsfaktoren sind für den Beruf des Juristen besonders relevant?
Besonders relevant sind hohe Ausprägungen in Extraversion und Gewissenhaftigkeit sowie niedrige Werte in Neurotizismus und Verträglichkeit, um Konkurrenzkämpfe bestehen und Strategien zielstrebig umsetzen zu können.
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- Anonym (Author), 2021, Aspekte der Persönlichkeitspsychologie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1494504