Die Hausarbeit befasst sich mit dem journalistisch inspirierten Projekt zur Erstellung einer Zeitung zu einem ausgewählten Thema im Geschichtsunterricht. Diesem Projekt "Geschichtszeitung" kommt im Rahmen des handlungsorientierten Geschichtsunterrichts eine mögliche Bedeutung zu, da hier für die Schülerinnen und Schüler das selbstständige Gestalten und das Schreiben eigener Texte im Vordergrund stehen.
Das erste Kapitel gibt einen allgemeinen Überblick, was eine Geschichtszeitung ist und woraus sie besteht. Im darauffolgenden Kapitel wird behandelt, wie die Arbeit mit dem Medium "Geschichtszeitung" im Unterricht abläuft und welche Rolle der Lehrkraft dabei zukommt. Das letzte Kapitel geht nochmal anhand von Beispielen genauer auf den möglichen Aufbau und die Umsetzung des Projektes ein. Letztendlich soll sich herausstellen, ob sich die Arbeit mit Geschichtszeitungen im Geschichtsunterricht lohnt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Klassenzimmer als Redaktion – Das Projekt „Geschichtszeitung“
2.1 Eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart – Die Geschichtszeitung
2.2 Schüler werden zu Redakteuren – Die Umsetzung des Projekts
2.3 Das Beispiel „Patriote français“
3. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das didaktische Potenzial des Projekts „Geschichtszeitung“ als eine Methode des handlungsorientierten Geschichtsunterrichts. Das primäre Ziel ist es zu analysieren, inwiefern die Erstellung einer journalistisch inspirierten Zeitung zu historischen Themen zur Kompetenzentwicklung der Schülerinnen und Schüler beiträgt und ob sich der hohe Zeitaufwand für dieses Unterrichtsvorhaben rechtfertigt.
- Handlungsorientierter Geschichtsunterricht
- Entwicklung historischer Urteils- und Narrativkompetenz
- Kriterien für die Gestaltung einer Geschichtszeitung
- Multiperspektivität durch historische Simulation
- Rolle der Lehrkraft bei der Projektumsetzung
Auszug aus dem Buch
2.1 Eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart – Die Geschichtszeitung
Bei der Geschichtszeitung handelt es sich um ein Medium, das den Anschein erwecken soll, es handle sich um eine zeitgenössische Berichterstattung vergangener Ereignisse, welches jedoch meist in der Manier einer aktuellen Zeitung gestaltet ist. Sie soll sich in erster Linie an die allgemeine Leserschaft von Zeitungen richten, bei welcher historisches Methodenbewusstsein nicht in gleicher Weise vorausgesetzt werden kann wie bei historischem Fachpersonal.2 Als vertrautes Medium „Zeitung“ können Geschichtszeitungen dabei helfen, die Aktualität von Geschichte zu betonen, indem sie das Interesse der Leser für Geschichte verstärken und mögliche Parallelen zwischen historischen und heutigen Umständen erkennbar machen können. Dadurch kann das Bewusstsein der Leser für die Vergangenheit verbessert und die Gegenwart durch die gewonnenen Kenntnisse über Geschichte für die Leser begreifbarer werden.3 Diese „Gegenwartsorientierung“ ist nach der Ansicht vieler Lehrkräfte eine der wichtigsten Fähigkeiten, welche auch mit dem Geschichtsunterricht geschult werden.4 Dies kann auf verschiedene Weisen erfolgen. Ein bekanntes Konzept ist der „Handlungsorientierte Geschichtsunterricht“. Nach der Ansicht der Ludwigsburger Geschichtsdidaktikerin Bärbel Völkel ist die Handlungsorientierung sinnvoll, da die Schüler das, was sie handelnd erarbeitet haben, besser verstehen und bewahren würden. Handlungsorientierter Unterricht ist durch Eigenaktivität und das selbstständige Arbeiten der Lernenden gekennzeichnet.5 Am Ende dieses Unterrichts steht meistens ein Produkt6 und um ein solches Produkt handelt es sich bei der Geschichtszeitung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert das Projektthema „Geschichtszeitung“ im Rahmen des handlungsorientierten Unterrichts und begründet die Relevanz der Untersuchung aufgrund spärlicher wissenschaftlicher Forschung.
2. Das Klassenzimmer als Redaktion – Das Projekt „Geschichtszeitung“: Das Hauptkapitel erläutert das theoretische Fundament der Geschichtszeitung, die praktische Umsetzung durch Schülerredaktionen sowie Anforderungen an die historische Simulation am Beispiel des „Patriote français“.
3. Schluss: Das Fazit bestätigt den didaktischen Wert der Geschichtszeitung für die Förderung von Motivation, historischem Fachwissen und Medienkompetenz trotz des hohen organisatorischen Aufwands.
Schlüsselwörter
Geschichtszeitung, Handlungsorientierter Geschichtsunterricht, Multiperspektivität, Historische Simulation, Urteilskompetenz, Narrative Kompetenz, Methodenkompetenz, Historisches Lernen, Schülerredaktion, Zeitungsgestaltung, Medienkompetenz, Geschichtsdidaktik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem didaktischen Projekt der „Geschichtszeitung“, bei dem Schülerinnen und Schüler historische Ereignisse in Form einer zeitgenössisch wirkenden Zeitung aufbereiten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Fokus stehen die Verknüpfung von historischem Fachwissen mit journalistischen Darstellungsformen sowie der Mehrwert handlungsorientierter Methoden im Geschichtsunterricht.
Welches Ziel verfolgt der Autor mit dieser Arbeit?
Das Ziel ist es, den Nutzen der „Geschichtszeitung“ als Lernprodukt zu evaluieren und die methodisch-didaktischen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umsetzung im Unterricht zu beleuchten.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Der Autor stützt sich auf eine Analyse fachdidaktischer Literatur und reflektiert die theoretischen Konzepte anhand von praktischen Beispielen wie dem „Patriote français“.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Überlegungen zur „Gegenwartsorientierung“, die konkreten Schritte der redaktionellen Arbeit durch Schüler sowie eine detaillierte Analyse der Gestaltungsmöglichkeiten einer solchen Zeitung.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Handlungsorientierung, Multiperspektivität, historische Urteilskompetenz und die Simulation vergangener Lebenswelten aus.
Warum wird die „französische Revolution“ als Beispiel für das Projekt erwähnt?
Sie gilt als „dramatische Zeit des Umbruchs“, die sich besonders gut eignet, um Schüler in die Situation von Zeitgenossen zu versetzen und verschiedene politische Perspektiven multiperspektivisch darzustellen.
Welche Rolle nimmt die Lehrkraft während der Projektarbeit ein?
Die Lehrkraft fungiert als Organisatorin für die technische Ausstattung, beratende Begleiterin während des Schreibprozesses und gibt Impulse für die Themenwahl und Materialsuche.
Ist die „Geschichtszeitung“ für alle Altersstufen gleichermaßen geeignet?
Der Autor merkt an, dass sich das Projekt besonders für die frühzeitige Mittelstufe oder die Oberstufe eignet, da die Schülermotivation in der neunten Klasse altersbedingt oft einen Tiefpunkt erreicht.
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- Oliver Kamm (Author), 2019, Das Klassenzimmer als Redaktion. Das Projekt "Geschichtszeitung", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1494670