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Zweitspracherwerb und Zweisprachigkeit als biographische Erfahrung

Eine Analyse narrativen Interviews mit einer moldawisch/rumänischen Schülerin

Título: Zweitspracherwerb und Zweisprachigkeit  als biographische Erfahrung

Trabajo Escrito , 2010 , 45 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Maxim Miller (Autor)

Pedagogía - Pedagogía intercultural
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1 Einleitung
Die Vielfältigkeit und Unterschiedlichkeit der Gesellschaft spiegelt sich in der mehr-sprachigen und multikulturellen Situation in Bildungseinrichtungen oder Arbeitsplätzen. Mehrsprachigkeit wird aber in unserer Gesellschaft auf verschiedenster Weise angese-hen und bewertet. Einerseits wird sie als individuelle oder gesellschaftliche Bereiche-rung betrachtet, andererseits gilt sie für ein Hindernis bzw. es wird ein Zusammenhang zwischen der Mehrsprachigkeit und Sprachstörungen gesehen. Einsprachigkeit wird oft als Normalzustand der Gesellschaft bewertet und zeigt somit die Vorstellung der Ge-sellschaft von ihrem sprachhomogenen Nationalstaates, die in der Zeit der Globalisie-rung eine längst veraltete Vorstellung sein könnte.

Es gibt verschiedene Gründe warum Menschen eine andere Sprache sprechen. Sie ha-ben z.B. einen Migrationshintergrund, sie waren zeitweise im Ausland oder das Land ist offiziell zweisprachig und bietet den Schulen die Möglichkeit, beide Landessprachen zu lehren. Da es in der Wissenschaft viele Fallbeispiele über die Zweisprachigkeit in einer monolinguistischen Gesellschaft gibt, möchte ich die Mehrsprachigkeit am Beispiel ei-ner Person betrachten, die in einer diglossischen Gesellschaft aufgewachsen ist und so-mit mehr als eine Sprache beherrschen musste. Außerdem befindet sich das Land und seine Sprachenpolitik in einer besonderen Situation, die den Spracherwerb auf verschie-denster Weise lenken.

Mit dieser Fallstudie möchte ich aufzeigen, dass Mehrsprachigkeit nicht negativ be-trachtet werden sollte bzw. dass Einsprachigkeit nicht die Normalität in der Gesellschaft bildet, an der man sich orientieren soll.
Zu beachten ist, dass dies meine erste Fallstudie ist und ich das erste Mal eine empiri-sche Untersuchung durchführe. Des Weiteren werde ich versuchen die von mir erhobe-nen Daten so objektiv wie möglich zu analysieren und zu bewerten, obwohl das Bewer-ten schon eine relative Objektivität fast ausschließt.

Der Aufbau der vorliegenden Arbeit sieht wie folgt aus: Nach einer kurzen Beschrei-bung der Erhebungsmethode, wobei ich auch auf die Schwierigkeiten die mir bei der Untersuchung begegnet sind eingehen werde, wird im Kapitel drei die von mir unter-suchte Person vorgestellt und näher beschrieben. Im Anschluss daran widmet sich das vierte Kapitel der umgebenden Gesellschaft, einem kurzen geschichtlichen Hintergrund sowie der Sprachenpolitik des Landes, damit der Erwerb der Zweitsprache besser ver-standen werden konn

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Narratives Interview als Erhebungsmethode

3 Biographische Erfahrung

3.1 Kurzbiographie

3.2 Welches Volk sind wir?

4 Entwicklungspfad der Sprachen

4.1 Moldawisch/Rumänisch

4.2 Russisch

4.3 Englisch

4.4 Andere Sprachen

5 Schluss

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, den individuellen Spracherwerb und die Mehrsprachigkeit einer 19-jährigen moldawisch/rumänischen Schülerin mittels narrativer Interviews biographisch zu untersuchen. Im Zentrum steht dabei die Analyse, wie sich soziale, politische und persönliche Identitätskonflikte sowie familiäre Prägungen auf den Erwerb und die Einstellung zu verschiedenen Sprachen auswirken.

  • Biographische Rekonstruktion individueller Spracherwerbsverläufe
  • Einfluss soziopolitischer Identitätskonflikte auf die Spracheinstellung
  • Rolle persönlicher Beziehungen bei der Zweitsprachenaneignung
  • Bedeutung von Sprachkontakterscheinungen und Sprachmischungen
  • Vergleich von formalem schulischem Lernen und informeller Sprachaneignung

Auszug aus dem Buch

3.2 Welches Volk sind wir?

Die heutige Republik Moldova, oder in Deutschland eher unter Moldawien bekannt, ist eine ehemalige sowjetische Republik, die nach dem Zerfall der UdSSR 1991 zum zweiten Mal in ihrer Geschichte ihre Selbständigkeit erlangen konnte. Jedoch weist der Prozess der Nationalstaatsbildung in der Republik Moldova seit Ende der 1980er Jahre einige Besonderheiten auf, die ihn von der großen Mehrheit der Prozesse anderer postsowjetischer Republiken unterscheiden. Zwei Bewegungen haben sich herausgebildet: der „Moldowanismus“ und der „Rumänismus“. Die erste Bewegung postuliert die Existenz einer eigenständigen moldawischen Nation, die nicht mit der rumänischen identisch ist, und favorisiert einen unabhängigen Nationalstaat. Der Rumänismus dagegen versteht die rumänischsprachige Bevölkerung als Teil der rumänischen Nation und bestrebt somit eine Wiedervereinigung mit dem rumänischen Staat nach dem Vorbild der Jahre 1918-1940. Dieser Konflikt hat sich nicht nur auf das politische System in Moldova, sondern auch auf alle andere Bereiche des Landes sowie der Gesellschaft, ausgebreite, unter anderem auch auf den Sprachkonflikt und die Sprachenpolitik des Landes. Es wird bis heute diskutiert und heftig gestritten ob die Verkehrssprache der moldawischen Bevölkerung Rumänisch oder doch Moldawisch sei.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Vielfältigkeit und Bewertung von Mehrsprachigkeit in der Gesellschaft und skizziert das Anliegen der Fallstudie anhand einer Schülerin aus einer diglossischen Gesellschaft.

2 Narratives Interview als Erhebungsmethode: Dieses Kapitel begründet die Wahl des narrativen Interviews als Methode der biographischen Forschung, um soziale Regelmäßigkeiten im individuellen Lebenslauf zu rekonstruieren.

3 Biographische Erfahrung: Es wird die Kurzbiographie der Informantin vorgestellt und der komplexe Identitätskonflikt der moldawischen Bevölkerung zwischen moldawischer und rumänischer Zugehörigkeit erörtert.

4 Entwicklungspfad der Sprachen: Dieses zentrale Kapitel analysiert detailliert den Spracherwerb und die Einstellung der Informantin zu Moldawisch/Rumänisch, Russisch, Englisch und anderen Sprachen im Kontext ihrer Lebensgeschichte.

5 Schluss: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass der Spracherwerb der Informantin eng mit ihrer Identitätsbildung und ihren sozialen Beziehungen verwoben ist und eine Mischform sukzessiver, natürlicher und kultureller Zweisprachigkeit darstellt.

Schlüsselwörter

Mehrsprachigkeit, Zweitspracherwerb, Narratives Interview, Moldawien, Rumänien, Identitätskonflikt, Sprachbiographie, Russisch, Englisch, Spracherwerb, Identitätsbildung, Sprachkontakte, Sprachmischung, Sprachpolitik, Biographieforschung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht anhand einer Fallstudie den individuellen Spracherwerb und die Mehrsprachigkeit einer 19-jährigen Schülerin aus Moldawien/Rumänien unter Einbeziehung ihrer biographischen Hintergründe.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Auswirkungen soziopolitischer Identitätsdebatten, der Einfluss persönlicher Beziehungen auf den Spracherwerb sowie die Rolle von Bildungseinrichtungen und Medien bei der Sprachaneignung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Spracherwerb nicht nur unter funktionalen Aspekten zu betrachten, sondern aufzuzeigen, wie er tiefgreifend mit dem Identitätsbewusstsein und der Familienbindung der Informantin verknüpft ist.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Der Verfasser verwendet das narrative Interview, um die Lebensgeschichte und die damit verbundenen sprachlichen Erfahrungen der Informantin in einer Stegreiferzählung zu rekonstruieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine biographische Einführung, die Analyse des soziopolitischen Kontextes in Moldawien sowie eine detaillierte Auswertung der einzelnen Entwicklungspfade der verschiedenen erlernten Sprachen.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die wichtigsten Schlagworte sind Mehrsprachigkeit, Identitätskonflikt, Sprachbiographie, Zweitspracherwerb und Narratives Interview.

Wie beeinflusst der Identitätskonflikt zwischen Moldowanismus und Rumänismus den Spracherwerb der Informantin?

Der Konflikt führt zu einer kritischen Reflexion der eigenen Sprachbezeichnung („Moldawischer Dialekt“ vs. „Rumänisch“) und beeinflusst, wie die Informantin ihre Muttersprache im Vergleich zur rumänischen Hochsprache bewertet.

Welche Rolle spielen persönliche Beziehungen für den Erwerb des Russischen?

Die Arbeit verdeutlicht, dass Russisch für die Informantin eine „Liebes- und Gefühlssprache“ wurde, besonders durch Freundschaften und die Beziehung zu einem russischsprachigen Partner, was ihre positive Einstellung zur Sprache trotz politischer Spannungen festigte.

Wie hat sich die Einschätzung des Englischen durch den Umzug nach Rumänien verändert?

Während Englisch in ihrer Kindheit ein hohes Prestige genoss, zeigt die Analyse, dass die Motivation durch den Wegfall der intensiven außerschulischen Förderung und das neue Umfeld in Rumänien sank, obwohl das Sprachniveau hoch blieb.

Final del extracto de 45 páginas  - subir

Detalles

Título
Zweitspracherwerb und Zweisprachigkeit als biographische Erfahrung
Subtítulo
Eine Analyse narrativen Interviews mit einer moldawisch/rumänischen Schülerin
Universidad
University of Koblenz-Landau  (Institut für Bildung im Kindes- und Jugendalter)
Curso
Zweitspracherwerb und Zweisprachigkeit
Calificación
1,0
Autor
Maxim Miller (Autor)
Año de publicación
2010
Páginas
45
No. de catálogo
V149467
ISBN (Ebook)
9783640602803
ISBN (Libro)
9783640602346
Idioma
Alemán
Etiqueta
interkulturelle pädagogik zweitspracherwerb zweisprachigkeit
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Maxim Miller (Autor), 2010, Zweitspracherwerb und Zweisprachigkeit als biographische Erfahrung , Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/149467
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