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Tertullians "De baptismo" und die Tauftheologie der Alten Kirche. Ein kritischer Blick auf die Gründe für den Taufaufschub

Titel: Tertullians "De baptismo" und die Tauftheologie der Alten Kirche. Ein kritischer Blick auf die Gründe für den Taufaufschub

Hausarbeit , 2019 , 31 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Katharina Schröders (Autor:in)

Theologie - Historische Theologie, Kirchengeschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Tauftheologie des frühchristlichen Theologen Tertullian, insbesondere seinem Werk "De baptismo". Das Sakrament der Taufe, obwohl heute als zentraler Bestandteil der christlichen Glaubenspraxis angesehen, weist eine komplexe historische Entwicklung auf, deren Rekonstruktion durch den zeitlichen Abstand und die fragmentarische Quellenlage erschwert wird. Tertullian, der die westliche Theologiegeschichte maßgeblich beeinflusst hat, bietet durch seine Schriften wertvolle Einblicke in die Praxis und Bedeutung der Taufe in der frühen Kirche, insbesondere in Karthago.

Im Mittelpunkt der Arbeit steht das Kapitel XVIII von Tertullians "De baptismo", in dem er für einen Aufschub der Taufe plädiert. Ziel ist es, die Gründe für Tertullians Haltung zu untersuchen und die theologischen und praktischen Implikationen dieses Taufaufschubs herauszuarbeiten. Die Untersuchung erfolgt durch eine historisch-kritische Analyse der Quelle sowie durch die Kontextualisierung der Taufpraxis in Karthago.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Quellenkritik

2.1. Verfasser

2.2. Gattung

2.3. Entstehungszeit

2.4. Entstehungsort

2.5. Überlieferungskritik

2.6. Adressat

2.7. Anlass

2.8. Inhaltliche Struktur

2.9. Stil

2.10.Rezeptionsgeschichte

3. Sitz im Leben

3.1. Die Gemeinde in Karthago

3.2. Das Taufsakrament in Karthago

4. Die Tauftheologie Tertullians in De baptismo

5. Taufaufschub in De baptismo XVIII

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Tauftheologie des Kirchenschriftstellers Tertullian anhand seines Werkes "De baptismo". Ziel ist es, die Gründe für sein Plädoyer für einen Taufaufschub historisch-kritisch zu analysieren und in den Kontext der frühchristlichen Gemeinde in Karthago einzuordnen.

  • Historisch-kritische Quellenkritik zu "De baptismo"
  • Analyse des "Sitz im Leben" der karthagischen Christengemeinde
  • Systematische Darstellung der Tauftheologie Tertullians
  • Untersuchung der Argumente für einen Taufaufschub (insbesondere Kap. XVIII)

Auszug aus dem Buch

5. Taufaufschub in De baptismo XVIII

Das Kapitel 18 hat den Zweck, für einen Aufschub bzw. gegen eine vorschnelle und leichtherzige Erteilung der Taufe zu plädieren und dies durch zahlreiche Argumente zu untermauern.

Zunächst widerlegt Tertullian drei Aussagen, die eine schnelle Erteilung der Taufe befürworten. Zum einen führt er das Gebot Jesu, „Gib jedem, der dich bittet“, auf die Almosengabe zurück. Es sei also für die Taufe nicht gültig.

Zum anderen entkräftet er im Anschluss zwei Gegenbeispiele aus dem Neuen Testament, wo die Taufe spontan und rasch erteilt wurde: Die Taufe des Eunuchen durch Philippus und die Taufe des Paulus. Beide sieht er als Ausnahmefälle an, denn Paulus sei ein besonderes „Gefäße der Auserwählung“, und bei Philippus werde die schnelle Taufe gerechtfertigt durch das besondere Wirken Gottes und die göttliche Fügung der Situation. Beispielsweise sei Philippus vom Heiligen Geist geleitet gewesen, sich dem Wagen des Eunuchen anzunähern, eine Wasserstelle sei zur richtigen Zeit vorhanden gewesen, und am Schluss sei Philippus entrückt worden. All diese Dinge weisen auf einen besonderen Eingriff Gottes hin, meint Tertullian.

Außerdem habe der Eunuch einen frommen Lebensstil gehabt, da er sich ja auf dem Weg zum Tempel befand, um anzubeten, und sei zu besagtem Zeitpunkt in der Heiligen Schrift vertieft gewesen, was ihm bereits die adäquate Herzenshaltung, die Tertullian von den Taufbewerbern verlangt, bescheinigt. Diese Ausnahmen schlagen also nicht die allgemeinen Bestimmungen für den Umgang mit der Taufe nieder, denn Gott stehe es frei, sich gegebenenfalls über diese Regeln zu erheben, ohne sie abzuschaffen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung der karthagischen Taufpraxis ein und formuliert die Leitfrage nach den Gründen für Tertullians Taufaufschub.

2. Quellenkritik: Dieses Kapitel behandelt die Entstehung, Verfasserschaft, Gattung, Überlieferungsgeschichte sowie den inhaltlichen und stilistischen Kontext der Schrift.

3. Sitz im Leben: Hier wird der historische Kontext der Gemeinde in Karthago sowie die praktische Gestaltung des Taufsakraments im dritten Jahrhundert beleuchtet.

4. Die Tauftheologie Tertullians in De baptismo: Eine systematische Untersuchung der theologischen Aussagen Tertullians zur Taufe als Mittel zur Sündenvergebung und Neugeburt.

5. Taufaufschub in De baptismo XVIII: Detaillierte Analyse von Tertullians Argumentation, warum bestimmte Gruppen wie Kinder und unverheiratete Frauen die Taufe aufschieben sollten.

6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass die Notwendigkeit geistiger Reife und die Vermeidung von Rückfällen in die Sünde zentrale Beweggründe für Tertullian waren.

Schlüsselwörter

Tertullian, De baptismo, Taufe, Taufaufschub, Karthago, Frühes Christentum, Tauftheologie, Sündenvergebung, Katechumenat, Kirchengeschichte, Montanismus, Erbsünde, Buße, Liturgie, Initiation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert Tertullians Verständnis der Taufe und seinem spezifischen Plädoyer für einen Taufaufschub in seinem Werk "De baptismo".

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die frühchristliche Taufpraxis in Karthago, die theologischen Begründungen von Sakramenten sowie die ethischen Lebensanforderungen an Christen der damaligen Zeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, die theologische Motivation Tertullians nachzuvollziehen, warum er in bestimmten Fällen von einer sofortigen Taufe abriet.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin verwendet eine historisch-kritische Methode, um die Quelle "De baptismo" in ihren historischen, soziologischen und theologischen Kontext einzuordnen.

Was umfasst der inhaltliche Hauptteil?

Der Hauptteil deckt eine detaillierte Quellenkritik, die Analyse der christlichen Gemeinde in Karthago sowie eine systematische Ausarbeitung der Tauftheologie Tertullians ab.

Welche Keywords prägen die Untersuchung?

Die Arbeit wird durch zentrale Begriffe wie Sakrament, Dogmatik, Katechumenat, Sündenverständnis und die Rolle der Kirche in der Spätantike charakterisiert.

Warum spielt der "Sitz im Leben" für die Argumentation eine Rolle?

Der "Sitz im Leben" zeigt, dass die karthagische Gemeinde unter starkem Verfolgungsdruck stand und Tertullian deshalb eine hohe moralische Integrität von Täuflingen einforderte.

Wie begründet Tertullian den Aufschub für Kinder und Frauen konkret?

Der Aufschub für Kinder begründet er mit der fehlenden kognitiven Mündigkeit für das Taufgelöbnis; bei unverheirateten Frauen fürchtete er die spezifischen Versuchungen des ledigen Standes.

Sieht Tertullian die Taufe eher als automatischen Akt oder moralische Verpflichtung?

Tertullian lehnt ein "magisches" Verständnis ab; für ihn ist die Taufe untrennbar an persönlichen Glauben und eine lebenslange moralische Verpflichtung gebunden.

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Details

Titel
Tertullians "De baptismo" und die Tauftheologie der Alten Kirche. Ein kritischer Blick auf die Gründe für den Taufaufschub
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg  (Institut für Bibelwissenschaft und Kirchengeschichte)
Veranstaltung
Proseminar Taufe in der Alten Kirche
Note
2,3
Autor
Katharina Schröders (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
31
Katalognummer
V1494906
ISBN (PDF)
9783389054482
ISBN (Buch)
9783389054499
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Tertullian Säuglingstaufe De baptismo 18
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Katharina Schröders (Autor:in), 2019, Tertullians "De baptismo" und die Tauftheologie der Alten Kirche. Ein kritischer Blick auf die Gründe für den Taufaufschub, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1494906
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Leseprobe aus  31  Seiten
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