Wenn Jugendliche dem Unterricht fernbleiben oder sogar das Schulgebäude nicht mehr betreten, kann das schwerwiegende Folgen für ihren weiteren Lebenslauf haben. Wo aber liegen mögliche Ursachen für diese "Schulunlust"? Dieser Frage möchte das vorliegende Dokument nachgehen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Ursachen für Schulverdrossenheit/ Schulabsentismus
2.1 Mögliche Einflussgrößen
2.2 Schwerpunkt „Schulische Variablen“
2.2.1 Organisationsmerkmale von Schulen
2.2.2 Schulform
2.2.3 Schul- und Klassenklima
2.2.4 Lehrerverhalten
2.2.5 Bewertung von Schulversäumnissen
2.2.6 Eltern-Lehrer-Interaktion
3. Was Lehrkräfte tun können
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die komplexen Ursachen von Schulverdrossenheit und Schulabsentismus, mit einem besonderen Fokus auf schulische Einflussfaktoren, um daraus Handlungsmöglichkeiten für Lehrkräfte zur Prävention und Reduzierung des Fernbleibens vom Unterricht abzuleiten.
- Analyse der Bedingungsfaktoren für Schulunlust
- Einfluss von schulorganisatorischen Merkmalen und Schulklima
- Bedeutung des Lehrerverhaltens und der Lehrer-Schüler-Beziehung
- Präventionsstrategien und Handlungskompetenzen für das pädagogische Personal
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Organisationsmerkmale von Schulen
Ricking vergleicht mehrere Forschungsarbeiten und Studien, die sich alle in dem Punkt einig sind, dass „bedeutsame Einflussgrößen innerhalb des Systems Schule liegen.“ (Ricking, 2006, S. 77)
Die Studie von Reynolds et al., bei der über 6 Jahre neun Sekundarschulen untersucht wurden, zeigt, dass trotz ähnlicher sozio-ökonomischer Voraussetzungen deutliche Unterschiede in den Absentismusraten bestehen können. Am Wenigsten Schulverdrossenheit zeigten die SchülerInnen von Schulen, in denen enge Beziehungen zum Elternhaus gepflegt werden, die SchülerInnen mit Aufgaben innerhalb des Schulbetriebes beauftragt werden und viel gelobt sowie wenig getadelt/ bestraft wird. (Reynolds, 1987)
Ebenso scheint diese Studie zu belegen, dass sich strenge, autoritäre, unfreundliche SchulleiterInnen negativ auf die SchülerInnen auswirken und somit zum Fernbleiben vom Unterricht beitragen.
Ricking stellt weiterhin anhand mehrerer Studien dar, dass es sich positiv auf die SchülerInnen auswirkt, wenn sie in Schulaktivitäten wie Gartengestaltung, Schülerzeitung usw. eingebunden werden. Diese verantwortungsvollen Aufgaben stärken nicht nur das Selbstbewusstsein der/des Einzelnen und schaffen Anerkennung außerhalb von Noten, sie schaffen auch eine bessere Identifikation mit der Schule und eine persönliche Befriedigung. Gerade für leistungsschwächere SchülerInnen scheint es überaus wichtig zu sein, trotzdem etwas zum Schulalltag beizutragen, was dadurch gegeben ist. (Ricking, 2006, S. 78)
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert das Ausmaß von Schulabschlusslosigkeit und Schulabsentismus und definiert den Fokus auf die schulischen Bedingungsfaktoren unter Einbezug der Literatur von Ricking.
2 Ursachen für Schulverdrossenheit/ Schulabsentismus: Dieses Kapitel erläutert die vielschichtigen Risikofaktoren und unterteilt diese in individuelle, schulische, primärmilieubedingte und Peer-Group-Variablen.
2.1 Mögliche Einflussgrößen: Es erfolgt eine Kategorisierung der Ursachen in individuelle, schulische, primärmilieubedingte und Peer-Group-Faktoren sowie zeitstrukturelle Befunde.
2.2 Schwerpunkt „Schulische Variablen“: Hier werden gezielt jene Faktoren innerhalb des Systems Schule isoliert, die als zentral für die Entstehung von Schulabsentismus identifiziert wurden.
2.2.1 Organisationsmerkmale von Schulen: Dieses Kapitel analysiert, wie Schulkultur, Lob, Strafe und Schulleitungsverhalten die Absentismusraten beeinflussen.
2.2.2 Schulform: Die Problematik des Absentismus wird in Bezug auf verschiedene Schulformen diskutiert, wobei insbesondere Haupt- und Sonderschulen betrachtet werden.
2.2.3 Schul- und Klassenklima: Es wird dargestellt, wie die Atmosphäre in der Schule durch das Verhalten aller Beteiligten das Fernbleiben beeinflussen kann.
2.2.4 Lehrerverhalten: Dieses Kapitel beleuchtet den negativen Einfluss mangelnder Bindung, mangelnder Unterrichtskontrolle und wahrgenommener Unfreundlichkeit durch Lehrkräfte.
2.2.5 Bewertung von Schulversäumnissen: Die Schwierigkeit einer objektiven Erfassung von Fehlzeiten und die Notwendigkeit von Grenzwerten für präventives Handeln werden thematisiert.
2.2.6 Eltern-Lehrer-Interaktion: Hier wird die Bedeutung einer engen Kooperation zwischen Elternhaus und Schule zur Senkung der Absentismusquoten hervorgehoben.
3. Was Lehrkräfte tun können: Dieses Kapitel bietet konkrete Handlungsempfehlungen für Lehrkräfte zur Gestaltung eines motivierenden Unterrichts und zur Etablierung eines positiven Schulklimas.
4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Lehrkräfte durch Beziehungsarbeit, Kooperation mit Eltern und methodische Vielfalt maßgeblich dazu beitragen können, Schulverweigerung vorzubeugen.
Schlüsselwörter
Schulverweigerung, Schulabsentismus, Schulverdrossenheit, Schulklima, Lehrerverhalten, Prävention, Schulunlust, Eltern-Lehrer-Interaktion, Unterrichtsgestaltung, Motivationsförderung, Schulkultur, Erziehungspartnerschaft, Schulform, Verhaltensauffälligkeiten, Schulerfolg.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den vielfältigen Ursachen für Schulunlust und Schulabsentismus bei Jugendlichen und untersucht, welche Faktoren innerhalb des Systems Schule zu diesem Verhalten beitragen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen schulorganisatorische Merkmale, die Bedeutung des Schulklimas, die Qualität der Lehrer-Schüler-Beziehung sowie die Rolle der Eltern-Lehrer-Interaktion.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, auf Basis theoretischer Erkenntnisse, insbesondere von Ricking, konkrete Handlungsoptionen für Lehrkräfte aufzuzeigen, um der Entstehung von Schulverweigerung präventiv entgegenzuwirken.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und dem Vergleich verschiedener empirischer Studien zum Thema Schulabsentismus, um Bedingungsfaktoren und Interventionsmöglichkeiten zu synthetisieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert "schulische Variablen" wie Organisationsmerkmale, Schulformen, das Klima in Klassen, das spezifische Verhalten von Lehrkräften sowie die Wichtigkeit der Elternarbeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schulabsentismus, Schulklima, Prävention, Lehrer-Schüler-Bindung und Kooperation zwischen Eltern und Schule sind die entscheidenden Begriffe.
Welche Rolle spielt die Schulleitung laut der Arbeit?
Die Arbeit verweist auf internationale Vergleiche, wonach die Auswahl und Qualifikation von Schulleitungen sowie deren Führungsstil einen signifikanten Einfluss auf die Qualität des Schulklimas und damit auf die Absentismusraten haben.
Warum ist die Eltern-Lehrer-Interaktion so bedeutsam?
Viele Schüler, die der Schule fernbleiben, werden von den Eltern unbemerkt außerhalb der Schule angetroffen; eine engere Kooperation ermöglicht eine schnellere Reaktion und präventive Unterstützung bei ersten Anzeichen von Schulverdrossenheit.
- Citation du texte
- Jessica Brückner (Auteur), 2009, Schulunlust, Schulverweigerung - Wo liegen die Ursachen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/149538