Diese Arbeit untersucht die verschiedenen Typologien der Logistikdienstleister und deren logistische sowie ergänzende Zusatzleistungen. Darüber hinaus wird die Bedeutung der Kontraktlogistik thematisiert, wie dieses Konzept in diesem Zusammenhang zu verstehen ist und welche Merkmale und Herausforderungen sich aus dieser Betrachtungsweise ergeben. Ziel dieser Arbeit ist es damit, den weitläufigen Bereich der Logistik einzugrenzen und im eingegrenzten Rahmen der Mikrologistik, sich auf die Beschreibung und Aufgaben der verschiedenen Logistikdienstleister zu konkretisieren, um in einem zweiten Schritt den Fokus auf die Kontraktlogistik zu werfen. Damit wird den zentralen Aspekten nachgegangen, welche Kernkompetenzen hinter den jeweiligen Logistikdienstleister bzw. der Kontraktlogistik stecken und welche typischen Merkmale, aber auch welche Divergenzen und Herausforderungen sich das Konzept der Kontraktlogistik stellen muss.
Strukturell wird diese Arbeit dazu nach der Einleitung im 1. Kapitel, im Kapitel 2 die terminologischen Grundlagen thematisieren, um im Rahmen der Mikrologistik eine einheitliche Definition der Wertschöpfungskette im Allgemeinen und des Supply Chain Management im Besonderen festzulegen. Im 3. Kapitel werden die verschiedenen Typologien der Logistikdienstleister betrachtet, um diese voneinander abzugrenzen und die Kernmerkmale zu verstehen. Um der Zielsetzung dieser Arbeit gerecht zu werden, wird im 4. Kapitel auf die Kontraktlogistik eingegangen, um im Wesentlichen die charakteristischen Merkmale herauszufiltern und auf die Chancen und Risken des Konzepts eingehen zu können. Zusammengefasst werden die Ergebnisse dieser Arbeit in Kapitel 5, in welchem zudem eine kritische Auseinandersetzung und ein Ausblick folgt.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Terminologischen Grundlagen
- 2.1. Wertschöpfungskette
- 2.2. Supply Chain Management
- 3. Typologien von Logistikdienstleistern
- 3.1. First Party Logistics Provider
- 3.2. Second Party Logistics Provider (2PL)
- 3.3. Third Party Logistics Provider (3PL)
- 3.4. Fourth Party Logistics Provider (4PL)
- 3.5 Lead Logistics Provider (LLP)
- 4. Kontraktlogistik
- 4.1 Kontraktlogistik
- 4.2 Typische Merkmale und Problembereiche der Kontraktlogistik
- 5. Fazit
- 6. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, den weitreichenden Bereich der Logistik einzugrenzen und sich im Rahmen der Mikrologistik auf die Beschreibung und Aufgaben verschiedener Logistikdienstleister zu konzentrieren, um anschließend den Fokus auf die Kontraktlogistik zu legen. Das primäre Ziel ist es, die Kernkompetenzen, typischen Merkmale sowie die Divergenzen und Herausforderungen des Konzepts der Kontraktlogistik zu beleuchten.
- Definition und Abgrenzung von Logistik, Wertschöpfungskette und Supply Chain Management (SCM).
- Darstellung und Klassifizierung der unterschiedlichen Typologien von Logistikdienstleistern (1PL bis LLP).
- Analyse des Konzepts der Kontraktlogistik, inklusive dessen charakteristischer Merkmale.
- Erörterung der Chancen und Risiken, die sich aus dem Konzept der Kontraktlogistik ergeben.
- Betrachtung der Rolle von Outsourcing und individuellen Logistiklösungen zur Schaffung von Wettbewerbsvorteilen.
Auszug aus dem Buch
3. Typologien von Logistikdienstleistern
Nachdem im vorangegangenen Kapitel die terminologischen Grundlagen erläutert wurden, in dessen Bereich Logistikdienstleister tätig sind, widmet sich das folgende Kapitel der verschiedenen Konzepte von Logistikdienstleistern. Es existiert keine einheitliche Klassifizierung für Logistikdienstleistern; auch das Handelsgesetzbuch (HGB) gibt keine hinreichend genauen Aufschlüsse über eine Differenzierung anhand der Geschäftsmodelle und Leistungsangeboten (vgl. Mühlencoert, 2012, S. 13). Ziel wird es sein, bevor auf die Merkmale und Herausforderungen der Kontraktlogistik eingegangen wird, die verschiedenen Grundtypen vorzustellen und voneinander abzugrenzen, um hieraus konkrete Herausforderungen im Bereich der Kontraktlogistik darstellen zu können.
Aufgrund zunehmender Anforderungen in der Logistik im Wandel der Zeit, wurden nicht nur logistische Aufgaben, wie im Fall der 2PL, outgesourct, sondern gesamte komplexe Dienstleistungen. Diese Aufgaben wurden nunmehr von externen Unternehmen in ihrer Gesamtheit übernommen, der sogenannten Systemdienstleister (auch Third Party Logistics Provider, 3PL). Diese übernehmen zudem den kompletten Informations- und Warenfluss der Kunden (vgl. Borchert et al., 2011, S. 130).
Bei dem Logistikkonzept der Fourth Party Logistics (4PL) übernehmen die externen Unternehmen die gesamte Wertschöpfungskette für ihre Kunden. Im Unterschied zu den 3PL werden von den 4PL weitere bzw. andere Subunternehmen beauftragt, um dem Kunden eine optimale Gesamtlösung zu ermöglichen (vgl. Borchert et al., 2011, S. 130). Bei diesem Konzept kann man vielmehr von einem Supply Chain Manager sprechen, der seine eigenen strategischen und planerischen Fähigkeiten mit den Wünschen seiner Kunden sowie den Ressourcen und Kapazitäten der beteiligten Dritt-Dienstleister zusammenführt (vgl. Zadek, 2004, S. 24). Damit fungiert der 4PL als unternehmensübergreifender Akteur, der selbst keine operativen logistischen Tätigkeiten wahrnimmt, sondern durch eine gewissen Neutralität und Unabhängigkeit eine für den Kunden optimale ganzheitliche Lösung entlang der Supply Chain bieten kann (vgl. Mühlencoert, 2012, S. 16).
Der Lead Logistics Provider (LLP) stellt eine Mischform zwischen dem 3PL und dem 4PL dar. Entsprechend der Voraussetzungen der 4PL benötigt der LLP eine leistungsstarke IT-Struktur, um auch globale Lieferketten koordinieren zu können. Gleichzeitig verzichtet der LLP dabei nicht auf die eigene operative Kompetenz (ähnlich dem 3PL). Damit konzentriert der LLP mehr auf die Bereitstellung der geforderten Qualität und der Koordination der verfügbaren Kapazitäten (vgl. Mühlencoert, 2012, S. 16f).
Insgesamt lassen sich mit den vier Grundtypen der Logistikkonzepte die jeweiligen Charakteristika der einzelnen Anbieter definieren. In der Praxis sind die Übergänge jedoch fließend. Abseits der Theorie lassen sich oftmals nur schwer Logistikdienstanbieter nur einer Klassifizierung zuordnen, da gerade größere Logistikanbieter je nach Branche mit unterschiedlichen Funktionen auftreten (vgl. Mühlencoert, 2012, S. 17).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung hebt die wachsende Bedeutung der Logistik, insbesondere im Kontext der Covid-19-Pandemie, hervor und begründet die Notwendigkeit, einen genaueren Blick auf Logistikdienstleister und das Konzept der Kontraktlogistik zu werfen, um deren Merkmale und Herausforderungen zu beleuchten.
2. Terminologischen Grundlagen: Dieses Kapitel definiert die grundlegenden Begriffe der Logistik, der Wertschöpfungskette und des Supply Chain Managements, um eine einheitliche Begriffsbasis für die weitere Arbeit zu schaffen und die Logistik in Makro-, Mikro- und Metalogistik zu unterteilen.
3. Typologien von Logistikdienstleistern: Hier werden die verschiedenen Klassifizierungen von Logistikdienstleistern (1PL, 2PL, 3PL, 4PL, LLP) vorgestellt und voneinander abgegrenzt, um ihre spezifischen Leistungsangebote und organisatorischen Merkmale zu verstehen.
4. Kontraktlogistik: Dieses Kapitel widmet sich detailliert dem Konzept der Kontraktlogistik, definiert dessen Merkmale wie die Übernahme komplexer Funktionen, hohe Individualisierung und langfristige Verträge, und analysiert die typischen Problembereiche und Herausforderungen.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse über die Logistikdienstleister-Typologien und das Konzept der Kontraktlogistik zusammen, hebt die finanziellen und strategischen Vorteile für Unternehmen hervor, thematisiert aber auch Risiken wie opportunistisches Verhalten und Datenmissbrauch und betont die Wichtigkeit von Vertrauen.
Schlüsselwörter
Logistik, Supply Chain Management, Kontraktlogistik, Logistikdienstleister, Wertschöpfungskette, Outsourcing, First Party Logistics Provider, Second Party Logistics Provider (2PL), Third Party Logistics Provider (3PL), Fourth Party Logistics Provider (4PL), Lead Logistics Provider (LLP), Mikrologistik, Vertragsmanagement, Risikomanagement, Kundenorientierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Diese Arbeit befasst sich mit dem weitreichenden Feld der Logistik, konzentriert sich dabei auf die Mikrologistik und analysiert verschiedene Typologien von Logistikdienstleistern sowie das Konzept der Kontraktlogistik, deren Merkmale und Herausforderungen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themenfelder sind die Definition und Abgrenzung von Logistikbegriffen, die Klassifizierung von Logistikdienstleistern (1PL bis LLP), die detaillierte Betrachtung der Kontraktlogistik und die damit verbundenen Chancen und Risiken.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, den Bereich der Logistik auf die Mikrologistik einzugrenzen, die Aufgaben und Typen von Logistikdienstleistern zu konkretisieren und sich im Speziellen auf die Kontraktlogistik zu konzentrieren, um deren Kernkompetenzen, Merkmale, Divergenzen und Herausforderungen zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit verfolgt einen deskriptiven und analytischen Ansatz, indem sie auf Basis von Literaturstudien terminologische Grundlagen definiert, Typologien darstellt und das Konzept der Kontraktlogistik sowie dessen Merkmale und Problembereiche beleuchtet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die terminologischen Grundlagen der Logistik, die Wertschöpfungskette und das Supply Chain Management, stellt die verschiedenen Typologien von Logistikdienstleistern vor und geht detailliert auf das Konzept der Kontraktlogistik, dessen Merkmale und typische Problembereiche ein.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird charakterisiert durch Schlüsselwörter wie Logistik, Supply Chain Management, Kontraktlogistik, Logistikdienstleister, Wertschöpfungskette, Outsourcing, 1PL, 2PL, 3PL, 4PL, LLP, Mikrologistik, Vertragsmanagement, Risikomanagement und Kundenorientierung.
Welche Vorteile ergeben sich für Unternehmen aus der Kontraktlogistik?
Unternehmen profitieren von einer Reduzierung des Anlagevermögens, da Kosten für Infrastruktur wegfallen, einer Konzentration auf Kernkompetenzen und potenziell verbesserten Logistikleistungen bei gleichbleibenden oder geringeren Kosten durch Outsourcing.
Welche Risiken birgt die Zusammenarbeit mit Kontraktlogistikdienstleistern?
Risiken umfassen opportunistisches Verhalten beider Akteure, potenziellen Informationsmissbrauch sensibler Daten, Inkompatibilitäten in der IT-Schnittstelle sowie Herausforderungen im Personalwesen durch die Übernahme ganzer Logistiksysteme.
Wie unterscheidet sich ein 3PL von einem 4PL?
Ein 3PL (Third Party Logistics Provider) übernimmt komplexe, oft kundenspezifische Logistikdienstleistungen inklusive Informations- und Warenfluss, während ein 4PL (Fourth Party Logistics Provider) als übergeordneter Supply Chain Manager agiert, strategische und planerische Aufgaben übernimmt und weitere Subunternehmen beauftragt, ohne selbst operative logistische Tätigkeiten auszuführen.
Welche Rolle spielt Vertrauen in Kontraktlogistik-Geschäftsbeziehungen?
Vertrauen stellt den fundamentalen Grundstein stabiler Kontraktlogistik-Geschäftsbeziehungen dar. Es hilft, trotz vertraglicher Regelungen, unvorhergesehene Situationen und Informationsdefizite zu managen und ist entscheidend für gemeinsame Entscheidungsfindung und frühzeitigen Informationsaustausch.
- Arbeit zitieren
- Felix Dittrich (Autor:in), 2021, Supply Chain Management und Kontraktlogistik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1495707