Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Begriff des Abenteuers in dem Roman "Wilhelm Meisters Lehrjahre" von Johann Wolfgang von Goethe. Bei Betrachtung von Goethes Roman fällt auf, dass der Begriff "Abenteuer", gemessen an seiner häufigen Verwendung, einen hohen Stellenwert besitzt und dabei verschiedene Bedeutungsfacetten offenbart.
Um die verschiedenen Bedeutungen des "Abenteuers" innerhalb Goethes "Wilhelm Meister" darzulegen, wird zunächst die Begriffsgeschichte des Wortes "Abenteuer" erläutert, dessen ursprüngliche Verwendung im Artusroman in Form der "âventiure" zu finden ist. Darauf aufbauend werden anhand exemplarischer Textbelege die Bedeutungen des Begriffs "Abenteuer" in Goethes Roman untersucht. Dabei soll hinterfragt werden, ob sich anhand der festgemachten Bedeutungen des Begriffs "Abenteuer" bei "Wilhelm Meister" Bezüge zum Artusroman festmachen lassen.
Inhaltsverzeichnis
1. Zum Begriff „Abenteuer“ in Goethes Wilhelm Meisters Lehrjahre
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende wissenschaftliche Arbeit untersucht die semantische und strukturelle Entwicklung des Begriffs „Abenteuer“ und dessen mittelalterliche Wurzeln im Vergleich zu Goethes Roman „Wilhelm Meisters Lehrjahre“, um die Transformation des Abenteuerbegriffs vom mittelalterlichen Artusroman bis zur modernen Erzählung aufzuzeigen.
- Etymologische Herleitung des Begriffs „aventure“
- Die Funktion des „Abenteuers“ als ritterliche Bewährungs- und Strukturprobe
- Transformation des Begriffs im Kontext von Goethes Werk
- Vergleich von mittelalterlichen Konzepten mit bürgerlichen Lebensentwürfen
- Die Bedeutung von Zufall und gelenktem Geschehen im Roman
Auszug aus dem Buch
Zum Begriff „Abenteuer“ in Goethes Wilhelm Meisters Lehrjahre
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Begriff „Abenteuer“ in dem Roman Wilhelm Meisters Lehrjahre von Johann Wolfgang von Goethe. Bei Betrachtung von Goethes Roman fällt auf, dass der Begriff „Abenteuer“, gemessen an seiner häufigen Verwendung, einen hohen Stellenwert besitzt und dabei verschiedene Bedeutungsfacetten offenbart. Um die verschiedenen Bedeutungen des „Abenteuers“ innerhalb Goethes Wilhelm Meister darzulegen, wird zunächst die Begriffsgeschichte des Wortes „Abenteuer“ erläutert, dessen ursprüngliche Verwendung im Artusroman in Form der aventure zu finden ist. Darauf aufbauend werden anhand exemplarischer Textbelege die Bedeutungen des Begriffs „Abenteuer“ in Goethes Roman untersucht.
Der Begriff „Abenteuer“ ist von dem mittelhochdeutschen Wort aventure abgeleitet, welches wiederum aus dem Altfranzösischen, von dem Wort aventure als allgemeine Bezeichnung für „etwas Außergewöhnliches, das jemanden widerfährt“, stammt. Der mittelhochdeutsche Begriff aventure umfasst eine Vielzahl von Bedeutungen, wie der Blick in ein Wörterbuch zeigt. Beate Hennig macht in aventure unter anderem die Bedeutungen Erzählung, Geschichte, Quelle, Vergnügen, ritterliche Heldentat, Wagnis, Herausforderung, Schicksal, Zufall, Glück fest. Seinen Ursprung hat aventure in der höfischen Dichtung, wobei der Begriff vor allem in der Artusepik zu finden ist. Nach der Ansicht von Peter Strohschneider stellt aventure ein „unverzichtbares wie zentrales Konstitutionsmoment des Hofes“ dar. Volker Mertens betrachtet den Begriff aventure zunächst als ritterliche Bewährungsprobe, welche zugleich ein strukturelles Element des Artusromans verkörpert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Zum Begriff „Abenteuer“ in Goethes Wilhelm Meisters Lehrjahre: Diese Passage führt in das Thema ein, erläutert die etymologische Herkunft des Begriffs „Abenteuer“ aus dem altfranzösischen „aventure“ und legt den theoretischen Grundstein durch den Bezug zur ritterlichen Artusepik sowie Goethes spezifischer Verwendung im Roman.
Schlüsselwörter
Abenteuer, Aventure, Wilhelm Meisters Lehrjahre, Goethe, Artusroman, Höfische Dichtung, Semantik, Ritterliche Bewährung, Wagnis, Schicksal, Erzählstruktur, Literaturwissenschaft, Mittelhochdeutsch, Handlungsverlauf, Figurenanalyse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Bedeutung und den Wandel des Begriffs „Abenteuer“ ausgehend von dessen mittelalterlichen Ursprüngen („aventure“) hin zur Verwendung in Goethes Roman „Wilhelm Meisters Lehrjahre“.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Begriffsgeschichte, die Funktion von Abenteuern als Bewährungsprobe, das Verhältnis von Mensch und Schicksal sowie die narrativen Strukturen im Artusroman und bei Goethe.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Begriffsverwendung aufzudecken und zu klären, inwiefern Goethes „Abenteuer“ noch als strukturelles Element in der Tradition des Artusromans stehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse angewandt, die primär auf Begriffsgeschichte, Textinterpretation und dem komparativen Vergleich zwischen mittelalterlicher Dichtung und dem Roman der Moderne basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zentrale Textstellen aus „Wilhelm Meisters Lehrjahre“ untersucht, in denen der Begriff „Abenteuer“ vorkommt, und diese werden in Bezug zu den Erkenntnissen aus der Artusepik gesetzt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie „Aventure“, „Ritterliche Bewährung“, „Goethe“, „Artusroman“ und „Semantik“ definiert.
In welchem Zusammenhang steht das „Puppenspiel“ im Roman zum Abenteuer?
Das Puppenspiel verwandelt alltägliche Gegenstände in etwas Geheimnisvolles, was den Abenteuerbegriff Goethes mit den „wundersamen Begebenheiten“ und einem magischen Charakter verknüpft.
Warum unterscheidet sich das Abenteuer bei Goethe von der ritterlichen aventure?
Während es im Artusroman um Ruhm und Ehre (êre) in einer kollektiven Welt geht, fokussiert sich Goethe auf das Individuum und dessen Erfahrung von Zufall, Wagnis und persönlicher Reifung.
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- Adriana Lütz (Autor), 2017, Zum Begriff Abenteuer in Goethes "Wilhelm Meisters Lehrjahre", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1495714