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Heinrich Heines "Deutschland. Ein Wintermährchen". Methoden der Zensurumgehung

Título: Heinrich Heines "Deutschland. Ein Wintermährchen". Methoden der Zensurumgehung

Trabajo Escrito , 2017 , 28 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Adriana Lütz (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana moderna
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Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Wirkungsweise der Zensur auf das literarische Schaffen eines Autors. Im Allgemeinen wird Zensur als Machtinstrument einer Regierung genutzt, um die Verbreitung von Literatur, von Wissen, zu unterbinden. Die Folge der auf dieser Weise ausgeübten Zensur ist die Hemmung des literarischen Schaffens eines Autors, schlimmstenfalls gar der Tod des Autors.

Dass Zensur nicht allein hemmend, wie von der herrschenden Regierung gewollt, sondern im Gegenteil sogar förderlich für die literarische Produktion sein kann, soll am Beispiel des Dichters Heinrich Heine gezeigt werden. Heine ist sein Leben lang mit der Zensur konfrontiert worden, die an seinen Werken vorgenommene Zensur gilt als getreues Abbild restaurativer Unterdrückungspolitik. Dennoch fand Heine immer wieder Wege, der Zensur an seinen Werken zu entgehen.

Im Folgenden sollen die von Heine durchgeführten Methoden der Zensurumgehung näher untersucht und dabei die Frage beantwortet werden, inwieweit diese Methoden Heines literarische Produktion und vor allem seinen Schreibstil geprägt haben. Grundlage für diese Untersuchung bildet Heines Versepos "Deutschland. Ein Wintermährchen", welches Ende September 1844 im Rahmen der Neuen Gedichte erschienen ist. In Heines "Wintermährchen", von ihm selbst als "versifiziertes Reisebild" bezeichnet, verarbeitet der Dichter die Eindrücke seiner Reise von Paris nach Hamburg, die er im Herbst des Jahres 1843 unternahm, um seine Familie zu besuchen und einen neuen Verlagsvertrag mit seinem Verleger Julius Campe abzuschließen. Er schildert die aus seiner Sicht miserablen politischen Zustände im damaligen Deutschland und appelliert an einen Wandel der restaurativen Verhältnisse.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Heinrich Heine und seine Zeit

3. Heines Methoden der Zensurumgehung

3.1 Heines äußerer Umgang mit der Zensur

3.2 Heines Selbstzensur

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

5.1 Primärliteratur

5.2 Sekundärliteratur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Wirkungsweise der Zensur auf das literarische Schaffen von Heinrich Heine, insbesondere am Beispiel seines Versepos Deutschland. Ein Wintermährchen. Dabei wird der Forschungsfrage nachgegangen, wie Zensurmaßnahmen Heines literarische Produktion, seinen Schreibstil und die Entwicklung neuer literarischer Gattungen beeinflusst haben.

  • Die historische Rolle der Zensur im Vormärz
  • Strategien des Verlagsmanagements zur Umgehung von Zensur
  • Analyse der Selbstzensur als schöpferisches, ironisches Stilmittel
  • Die Funktion von Verschlüsselungen, Metaphern und Symbolen in der politischen Dichtung

Auszug aus dem Buch

3.2 Heines Selbstzensur

Heines Waffe gegen die Zensurbehörde war seine Schreibart, sein Stil. Auf den politischen Druck der Zensur sowie auf die Forderungen seines Verleger bezüglich eines gemäßigten Schreibstils reagierte er mit ironischen Mitteln, die als „Maske, Tarnung und Verstellung“ fungierten. Heines Verfahren beruhte auf dem Prinzip der rhetorischen Umkehrung. Hierbei sind die Forderungen der Zensur so mit dem Text verwoben, dass die tatsächlichen Informationen für den Leser erhalten bleiben. Höhn spricht hierbei von „Gedankenschmuggel“ und beschreibt Heines cleveres stilistisches Verfahren im Wintermährchen folgendermaßen:

„Gleichsam immer auf der Hut vor Zoll und Zensur […] verfährt das eine umfassende Revolution prophezeiende Epos so, daß es die anachronistischen deutschen Zustände kontinuierlich mit den umstürzlerischen Appellen oder mit Bildern des Umsturzes konfrontiert.“

Allerdings setzt Heines Schreibstil einen wachen und reflektierenden Leser voraus, der in der Lage ist, die Intention des Autors in den verschlüsselten ironischen Mitteln und Metaphern zu erkennen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die ambivalente Rolle der Zensur, die nicht nur als hemmendes Machtinstrument, sondern auch als Impulsgeber für die literarische Produktion betrachtet werden kann.

2. Heinrich Heine und seine Zeit: Dieses Kapitel ordnet Heines Schaffen in den historischen Kontext des Vormärzes und der von Preußen dominierten restaurativen Zensurpolitik ein.

3. Heines Methoden der Zensurumgehung: Der Hauptteil untersucht die operativen und ästhetischen Strategien, mit denen Heine und sein Verleger Campe versuchten, die Zensur zu umgehen oder durch Selbstzensur zu unterlaufen.

3.1 Heines äußerer Umgang mit der Zensur: Es werden die organisatorischen und verlegerischen Maßnahmen thematisiert, darunter die taktische Textwahl und die Zusammenarbeit mit liberalen Zensurinstanzen.

3.2 Heines Selbstzensur: Dieser Abschnitt analysiert die stilistischen Verschlüsselungen, wie Ironie und Metaphorik, als bewusste Reaktion des Autors auf den Zensurdruck.

4. Fazit: Das Fazit bestätigt, dass Zensur bei reflektierten Autoren wie Heine zu einer innovativen "Zensur-Ästhetik" führen kann, die das Werk bereichert.

5. Literaturverzeichnis: Hier werden sämtliche verwendeten Quellen, unterteilt in Primär- und Sekundärliteratur, gelistet.

5.1 Primärliteratur: Verzeichnis der Primärwerke und Briefwechsel.

5.2 Sekundärliteratur: Zusammenstellung wissenschaftlicher Fachliteratur.

Schlüsselwörter

Heinrich Heine, Zensur, Vormärz, Deutschland. Ein Wintermährchen, Selbstzensur, Zensur-Ästhetik, Metaphorik, Ironie, Julius Campe, politische Dichtung, restaurative Politik, Literarische Strategien, Widerstand, Schreibstil, Literaturwissenschaft.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das grundlegende Thema dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert, wie die Zensurdruck-Situation im Vormärz das literarische Werk Heinrich Heines, speziell das Versepos Deutschland. Ein Wintermährchen, beeinflusst und zur Entwicklung eines spezifischen Schreibstils geführt hat.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Zensurgesetzgebung des Deutschen Bundes, die Strategien des Verlegers Julius Campe und die rhetorischen Verschlüsselungstechniken Heines.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, dass Zensur nicht nur hemmend wirkt, sondern für Heine als bewussten Autor eine Quelle für neue kreative Gattungen und ironische Ausdrucksformen war.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Textanalyse durchgeführt, die den Text des Werkes mit den historischen Bedingungen der Zensur und der Forschungsliteratur vergleicht.

Welche inhaltlichen Schwerpunkte setzt der Hauptteil?

Der Hauptteil gliedert sich in äußere Umgehungsstrategien, wie Verlags- und Drucktaktiken, sowie innere Strategien wie Selbstzensur, Ironie und die Verwendung von Traummotiven.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit kennzeichnen?

Besonders prägende Begriffe sind Heine, Zensurgeschichte, Selbstzensur, Zensur-Ästhetik, Ironie, Allegorie und politisches Manifest.

Warum spielt das "Wolfs-Caput" eine so besondere Rolle in der Analyse?

Das Kapitel ist ein Paradebeispiel für Heines Spiel mit Vieldeutigkeit, bei dem der Autor seine eigene politische Position hinter der Metapher der "Wölfe" verschleiert.

Wie interpretierte Heine seine "Selbstzensur" im Vergleich zum Leben Jesu?

Heine stellt das paradoxe Szenario aus, dass ihm die Zensur als Schutz vor dem "Gekreuzigtwerden" dient, während er gleichzeitig die Freiheit des Schreibens ironisch gegen die staatliche Kontrolle ausspielt. Ist es als eine Form des Schutzes oder als ein notwendiges Übel zu verstehen, um im Vormärz überhaupt publizieren zu können?

Welche Bedeutung haben die "Gedankenstriche" im Werk?

Die Gedankenstriche im Text fungieren als Erinnerung an verbotene Zensurstriche und eröffnen gleichzeitig dem Leser einen Freiraum für eigene Reflexionen über das Ausgelassene.

Final del extracto de 28 páginas  - subir

Detalles

Título
Heinrich Heines "Deutschland. Ein Wintermährchen". Methoden der Zensurumgehung
Universidad
LMU Munich
Calificación
1,3
Autor
Adriana Lütz (Autor)
Año de publicación
2017
Páginas
28
No. de catálogo
V1495717
ISBN (PDF)
9783389054017
ISBN (Libro)
9783389054024
Idioma
Alemán
Etiqueta
Zensur Heinrich Heine Deutschland. Ein Wintermährchen Zensurumgehung Neue Gedichte Restauration Versepos restaurative Unterdrückungspolitik Machtinstrument Schreibstil literarische Produktion
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Adriana Lütz (Autor), 2017, Heinrich Heines "Deutschland. Ein Wintermährchen". Methoden der Zensurumgehung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1495717
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