[...] In meiner Hausarbeit möchte ich wie folgt vorgehen. Nachdem ich einige Rechtsgrundlagen sowohl
von allgemeiner Bedeutung, als auch solche mit einer speziellen Ausrichtung in Bezug auf
Behinderung dargestellt habe, will ich auf den Kinderwunsch von Menschen mit einer geistigen
Behinderung eingehen und auch untersuchen, weshalb er oft versagt wurde und was dies rechtlich
bedeuten kann. Anschließend möchte ich Elternschaft von Menschen mit einer geistigen
Behinderung aus Sicht von deren Kindern betrachten. Im letzen Teil meiner Hausarbeit möchte ich
schließlich Lösungsansätze wiederum aus Sicht der Eltern und auch aus Sicht von deren Kindern
vorstellen und diese ein stückweit untersuchen, um am Ende ein Fazit zu formulieren.
Als Untersuchungsmethode habe ich in der Hauptsache auf die Internetrecherche zurückgegriffen,
da es zu diesem speziellen Gebiet wenig Fachliteratur zu geben scheint. Gleichzeitig habe ich aber
auch auf Erfahrungen und Erkenntnisse meiner Berufspraxis und der speziellen Situation meiner
eigenen Familienkonstellation zurückgreifen und daraus Zusammenhänge herleiten können.
Insofern hat sich mir ein interessantes Bild der beschriebenen Problematik erschlossen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Rechtsgrundlagen
2.1. Rechtsgrundlagen für alle Bürger unseres Landes
2.2. Rechtsgrundlagen für Menschen mit einer geistiger Behinderung
2.3. Rechte von Eltern mit geistiger Behinderung gegenüber denen anderer Eltern
3. Kinderwunsch von Menschen mit geistiger Behinderung und dessen Versagung
3.1. Auseinandersetzung von Menschen mit einer geistigen Behinderung mit dem Thema Kinderwunsch
3.2. Versagung des Kinderwunsches von Menschen mit geistiger Behinderung einschließlich rechtlicher Perspektiven
4. Kinder von Menschen mit geistiger Behinderung
4.1. Anforderungen an Elternschaft
4.2. Entwicklungschancen der Kinder
5. Lösungsansätze im Interesse der Eltern und/oder der Kinder
5.1. Beratungs- und Unterstützungsangebote für Elternschaft von Menschen mit geistiger Behinderung
5.2. Vollzeitpflege unter Beibehaltung des Sorgerechts
5.3. Freigabe zur Adoption
5.4. Entzug des Sorgerechts
6. Fazit und Schluss
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Elternschaft von Menschen mit geistiger Behinderung aus einer ethischen und rechtlichen Perspektive. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Grundrecht auf Elternschaft mit dem Kindeswohl in Einklang gebracht werden kann, wenn Unterstützungsbedarf besteht.
- Rechtliche Rahmenbedingungen für Eltern mit geistiger Behinderung
- Umgang mit dem Kinderwunsch und dessen Versagung
- Anforderungen an Elternschaft und Entwicklungschancen der Kinder
- Lösungsansätze und Beratungsangebote in der Behindertenhilfe
- Spannungsfeld zwischen Elternrechten und Kindeswohl
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Durch meine berufliche Tätigkeit in der Behindertenhilfe bin ich über die Jahre immer wieder mit dem Thema Elternschaft unter den aus einer geistigen Behinderung folgenden Bedingungen konfrontiert worden. Zunächst immer wieder in der theoretischen Diskussion, schließlich aber auch praktisch.
Eine junge Frau mit einer geistigen Behinderung mit dem angenommenen Namen Sybille Wegner wurde nicht zufällig schwanger. Nein, sie wollte ein Kind. Nachdem sie das Kind ausgetragen und geboren hatte, zog sie es auch auf. Viele bewunderten sie, wie sie doch trotz ihrer sehr schwierigen Sozialisation (Heimkind usw.) ein selbständiges Leben, dazu noch mit einem Kind bewältigte.
Die Wohnform des Ambulant betreuten Wohnens gab es in unserer Einrichtung Anfang der neunziger Jahre noch nicht. Nur eine beherzte Mitarbeiterin, selber Mutter von mehreren inzwischen ausgeflogenen Kindern, unterstütze Frau Wegner in der Erziehung ihres Kindes. Acht Jahre später war Frau Wegner jedoch die Herausforderung der Erziehung ihres Sohnes Georg über ihr Vermögen hinausgewachsen und sie suchte Hilfe beim Jugendamt. Sie erhielt Unterstützung durch eine Tagesmutter, unterstütze die selber Kinder hatte und die Georg am Nachmittag aufnahm. Nebenbei half sie ihm bei den Hausaufgaben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Darstellung der persönlichen Motivation und der Fragestellung im Hinblick auf das Spannungsfeld zwischen Elternrechten und dem Wohl der Kinder.
2. Rechtsgrundlagen: Erörterung der verfassungsrechtlichen und gesetzlichen Bestimmungen, die Elternschaft für alle Bürger schützen und für Menschen mit geistiger Behinderung spezifizieren.
3. Kinderwunsch von Menschen mit geistiger Behinderung und dessen Versagung: Analyse der persönlichen Auseinandersetzung mit dem Kinderwunsch und der rechtsethischen Problematik bei dessen staatlicher Versagung.
4. Kinder von Menschen mit geistiger Behinderung: Beleuchtung der Anforderungen an die Elternrolle sowie der Entwicklungsperspektiven der Kinder aus pädagogischer Sicht.
5. Lösungsansätze im Interesse der Eltern und/oder der Kinder: Vorstellung internationaler Beratungsmodelle sowie rechtlicher Alternativen zur Sicherung des Kindeswohls und der Eltern-Kind-Beziehung.
6. Fazit und Schluss: Zusammenfassende Einschätzung, dass es keine pauschalen Lösungen gibt und das Dilemma eine Einzelfallprüfung erfordert, um beide Interessen zu wahren.
Schlüsselwörter
Geistige Behinderung, Elternschaft, Grundrechte, Kindeswohl, Sorgerecht, Behindertenhilfe, Familienunterstützung, Erziehungskompetenz, Entwicklungspsychologie, Betreuungsrecht, Selbstbestimmung, Teilhabe, Lebensgestaltung, Beratungsangebote, Eltern-Kind-Bindung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der komplexen Thematik, dass Menschen mit geistiger Behinderung Kinder bekommen und wie Gesellschaft, Recht und Hilfesysteme darauf reagieren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentral sind die juristischen Rahmenbedingungen, die ethische Legitimation des Kinderwunsches sowie praktische Ansätze zur Unterstützung der Eltern-Kind-Beziehung.
Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?
Der Autor möchte aufzeigen, wie die Rechte von Eltern mit geistiger Behinderung gestärkt werden können, ohne dabei die Bedürfnisse und das Wohl der Kinder zu vernachlässigen.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Untersuchung zugrunde?
Es wurde eine Internetrecherche durchgeführt, die mit eigenen Erfahrungen und Erkenntnissen aus der beruflichen Praxis des Autors verknüpft wurde.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in rechtliche Grundlagen, die Analyse des Kinderwunsches, die Anforderungen an die Elternschaft sowie spezifische Lösungsansätze wie Beratung oder Vollzeitpflege.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit am besten?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Elternschaft, Kindeswohl, Geistige Behinderung, Sorgerecht und Unterstützungsangebote maßgeblich geprägt.
Warum ist das Thema der "Versagung des Kinderwunsches" so kontrovers?
Es berührt den Konflikt zwischen dem Recht auf Selbstbestimmung des Einzelnen und der staatlichen Schutzpflicht gegenüber Kindern, wobei oft Vorurteile eine Rolle spielen.
Welche Rolle spielt das Jugendamt in diesem Kontext?
Das Jugendamt agiert als Instanz, die bei Überforderung der Eltern eingreifen muss, wobei die Arbeit zeigt, dass hierbei eine Balance zwischen Unterstützung und notwendiger Intervention gefunden werden muss.
Wie werden die "Entwicklungschancen der Kinder" bewertet?
Der Autor argumentiert, dass Kinder von Eltern mit geistiger Behinderung trotz möglicher Herausforderungen eine positive Entwicklung nehmen können, sofern geeignete Unterstützungssysteme greifen.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor für die Praxis?
Es gibt keine einfache Lösung; jede Konstellation erfordert eine individuelle Entscheidung, die das Ziel verfolgt, das Beste für die Eltern und insbesondere für das Kind zu erreichen.
- Quote paper
- Friedemann Göppel (Author), 2009, Elternschaft von Menschen mit geistiger Behinderung aus ethischer und rechtlicher Perspektive, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/149664