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Franziskanische Intention praktische Armut und Besitzvorstellungen des Bettelordens – Realität und Idell

Title: Franziskanische Intention praktische Armut und Besitzvorstellungen des Bettelordens – Realität und Idell

Term Paper , 2008 , 15 Pages

Autor:in: Magistra Artium Catrin Altzschner (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit widmet sich, wie der Titel bereits nahe legt, den Armuts- und Besitzvorstellungen des Franziskanerordens.
Die Franziskaner sind ein Orden, der sich um 1210/ 1220 um den heilig gesprochenen Franziskus von Assisi gruppiert. Die Anerkennung des Ordens, lateinisch "Ordo Fratrum Minorum", "Orden der Minderen Brüder", erfolgte 1223 durch Papst Honorius
III. Das erste Kapitel widmet sich zeitlich dieser frühen Gründungszeit der Franziskaner und damit vor allem dem Gedankengut des Gründers Franziskus selbst. Anhand zwei Quellen bzw. Ausschnitten aus diesen, sollen folgende Fragen geklärt werden: Welche ideelle Größe hat die „propositum paupertatis“ für den franziskanischen Bettelorden? Wie wird sie legitimiert? Mit welcher Radikalität wird ihre praktische Ausführung
gefordert?
Bei den besagten Quellen handelt es sich zum einen um die „legenda trium sociorum.“
des Thomas von Celano auf die ich durch die „Legenda antiqua S. Franciscani“, eine
Untersuchung von Sophronius Clasen über die nachbonaventurischen
Franziskusquellen aufmerksam geworden bin und zum anderen, um einen kurzen Text
von Bonaventura selbst, die „Apologia pauperum“, der ich in „Bonaventura deutsch“
von Kurt Ruh fündig geworden bin.
Über die Quellenarbeit hinausgehend, widmet sich die Hausarbeit im ersten Kapitel der
Armut als Heilspotential und der Armut im Evangelium. Hierbei geht es vornehlich um
die Frage der Legitimierung des Weges der freiwilligen Armut.
Als wichtigste Sekundärliteratur für dieses erste Kapitel, verweise ich auf „In proposito
paupertatis“ herausgegeben von Gert Melville und Annette Kehnel. Selbstverständlich
wurde auf weitere Sekundärliteratur verwand, die aber mindere Wertigkeit für dieses
erste Kapitel hat und bei Bedarf in der Literaturangabe zu erschließen wäre.
Die Geschichtswissenschaft bearbeitet franziskanische Armut meist als ideelle Größe,
deren reale Umsetzung erwiesenermaßen diverse Schwierigkeiten aufwirft. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Franziskanische Intention praktischer Armut und Besitzvorstellungen des Bettelordens

2. 1. „Legenda trium sociorum": Armut als Weg der „imatio Christi“

2. 2. „Apologia pauperum“: Armut als Dogma eines umfassenden Lebensentwurfs

2. 3. Armut als Heilspotential

2. 4. „Imatio Christi“: Armut im Evangelium

2. 5. Vorläufige Ergebnisse

3. Armut zwischen Ideell und Realität

3. 1. Armutsvorstellungen zwischen ideell ausgerichteten Ordensauftrag und städtische Wirklichkeit

3. 2. Radikale Armutsvorstellung versus Rückkehr zum traditionellen Mönchsleben: Observanten und Konventualen

4. Nachwort

5. Literaturangaben

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit analysiert die Diskrepanz zwischen dem radikalen Armutsideal des Franziskus von Assisi und der praktischen Realität des Bettelordens im städtischen Kontext des Mittelalters, wobei die Legitimierung durch das Evangelium sowie die daraus resultierende Ordensspaltung von 1517 im Fokus stehen.

  • Die ideelle Begründung franziskanischer Armut durch die "imatio Christi".
  • Die Auseinandersetzung mit der "propositum paupertatis" in zeitgenössischen Quellen.
  • Die Spannung zwischen dem Armutsgebot und der Abhängigkeit von städtischen Besitztümern.
  • Die Entwicklung und Spaltung in Observanten und Konventualen.

Auszug aus dem Buch

2.1. „Legenda trium sociorum": Armut als Weg der „imatio Christi“

Zunächst zur „Legenda trium sociorum“, sie gilt als zuverlässige Quelle des frühen Franziskanertums und bietet Einblicke in die Vorstellung von Armut bei Franziskus selbst.

Armut wird in diesem Text als die Form der „imatio Christi“ schlechthin geschildert. So entscheidet sich Franziskus für ein Leben in Armut und somit für das Leben eines Armen („vita pauperis hominis“), um die Liebe Jesu zu bekommen, welcher selbst arm geboren ist, noch ärmer gelebt hat, arm und nackt am Kreuz starb und in einem fremden Grab bestattet wurde ( „amore illius qui paper natus pauperrimus vixit in saeculo ac remansit nudus et pauper in patibulo sepultusque in alieno sepulcro“).

Die Franziskaner verstanden sich dem Beispiel ihres Ordensgründers Franziskus von Assisi folgend- in der Tradition der direkten Nachfolge Christi. Der Armutsgedanke im Rahmen der kontemplativen und praktischen Zuwendung zur Erlösergestalt, der „imatio Christi“, als eine schwierige und opfervolle Lebensintention. Eben darin kommt jedoch die Entschiedenheit der Zuwendung zum Ausdruck. „Wir haben es also oft mit einer Einheit zu tun- die Armut ist der Ausdruck der Legitimierung der Zuwendung- und der Ursprung dieser Einheit von Armut und hingebungsvoller Lebenszuwendung liegt offensichtlich schon in der Erlebnisweise von Franziskus.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Einleitung in die Thematik der Armuts- und Besitzvorstellungen des Franziskanerordens und Vorstellung der genutzten Quellen.

2. Franziskanische Intention praktischer Armut und Besitzvorstellungen des Bettelordens: Untersuchung der radikalen Armutsideale des Gründers durch die Analyse zentraler Quellen wie der „Legenda trium sociorum“.

3. Armut zwischen Ideell und Realität: Analyse des Konflikts zwischen der angestrebten Armut und der ökonomischen Notwendigkeit des Bettelordens in der mittelalterlichen Stadt.

4. Nachwort: Zusammenfassende Reflexion über die Schwierigkeiten bei der Umsetzung des Armutsdogmas und die historische Spaltung des Ordens.

5. Literaturangaben: Verzeichnis der verwendeten wissenschaftlichen Fachliteratur.

Schlüsselwörter

Franziskaner, Franziskus von Assisi, Bettelorden, Armut, Besitzlosigkeit, imatio Christi, Mittelalter, Ordensgeschichte, Observanten, Konventualen, Kirchengeschichte, Sozialgeschichte, Legenda trium sociorum, Apologia pauperum, Askese.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das radikale Armutsideal der Franziskaner und wie dieses Ideal mit den ökonomischen Realitäten des mittelalterlichen Stadtlebens kollidierte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die frühfranziskanische Spiritualität, die biblische und heilsgeschichtliche Begründung von Armut sowie die sozio-ökonomische Abhängigkeit von Klöstern.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Widerspruch zwischen der geforderten absoluten Besitzlosigkeit und der tatsächlichen Lebensführung der Ordensmitglieder in städtischen Strukturen aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine quellenkritische Analyse spezifischer franziskanischer Schriften sowie die Auswertung historischer Sekundärliteratur zu Bettelorden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine quellenbasierte Erarbeitung des Armutsideals und eine Untersuchung der Spannungsfelder zwischen Ordensregel und der städtischen Wirtschaftspraxis.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Begriffe wie Armut, imatio Christi, Franziskus, Bettelorden, Observanten und soziale Abhängigkeit beschreiben den Kern der Untersuchung.

Warum kam es zur Spaltung des Ordens?

Die Spaltung resultierte aus der Unvereinbarkeit des strikten Armutsideals der Observanten mit dem praktizierten, gemilderten Mönchsleben der Konventualen.

Welche Rolle spielte Berthold von Regensburg in der Argumentation?

Berthold von Regensburg verdeutlicht die bewusste Auseinandersetzung einzelner Ordensmitglieder mit der Diametralität zwischen christlichem Armutsideal und bürgerlichem Besitzstreben.

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Details

Title
Franziskanische Intention praktische Armut und Besitzvorstellungen des Bettelordens – Realität und Idell
College
University of Duisburg-Essen
Author
Magistra Artium Catrin Altzschner (Author)
Publication Year
2008
Pages
15
Catalog Number
V149672
ISBN (eBook)
9783640604197
ISBN (Book)
9783640604258
Language
German
Tags
praktische Armut Franziskaner Bettelorden Besitzvorstellung Mittelalter
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magistra Artium Catrin Altzschner (Author), 2008, Franziskanische Intention praktische Armut und Besitzvorstellungen des Bettelordens – Realität und Idell, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/149672
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