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Die Hexenverfolgung in der Stadt Münster

Title: Die Hexenverfolgung in der Stadt Münster

Term Paper (Advanced seminar) , 2000 , 19 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: M.A. Martina Kleinau (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Die Hexenverfolgung stellt eines der dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte dar. In ganz Deutschland fielen dem (Aber-) Glauben an vermeintliche Hexen und Zauberer unzählige Männer, Frauen und auch Kinder zum Opfer. Die Motive, die oft genug zu wahren Verfolgungswellen mit hunderten von Hinrichtungen führten, waren vielschichtig, aber auch der Verlauf der Hexenverfolgung und der Hexenprozesse unterschied sich von Stadt zu Stadt, von Region zu Region.

Um das Phänomen „Hexenverfolgung“ zu verstehen, sind daher sowohl Einzelstudien als auch vergleichende Studien wichtig. Die bei dieser Arbeit im Vordergrund stehende westfälische Stadt Münster bietet den Vorteil, dass für die dortigen Prozesse ein relativ lückenloses Quellenmaterial vorliegt. Somit lassen sich Aussagen über den Ablauf der Verfahren, aber auch über die Betroffenen und ihren sozialen Hintergrund machen. Auch von Interesse ist die Frage nach der Verlaufsstruktur der Hexereiprozesse, ob es sich um Einzelprozesse oder Verfolgungswellen handelte, und wie sich die Situation in Münster im Vergleich zu den zeitgleichen Ereignissen in der Region darstellt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Hexereiprozesse in der Stadt Münster

2.1 Die Gerichtsbarkeit in Münster

2.2 Verlauf eines Hexenprozesses in der Stadt Münster

2.3 Die Rechtsgrundlage der Münsteraner Hexereiprozesse

2.4 Die Verlaufsstruktur der Münsteraner Hexereiprozesse

2.5 Die Hexenverfolgung im regionalen Vergleich

2.6 Der demographische Hintergrund der Münsteraner Hexereiprozesse

2.7 Die Hintergründe der Hexenverfolgung in Münster

2.8 Die Rolle des Landesherren bei der Münsteraner Hexenverfolgung

3 Zusammenfassung

4 Quellen- und Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die historischen Hexenverfolgungen in der Stadt Münster unter Berücksichtigung der rechtlichen Rahmenbedingungen, der prozessualen Abläufe und des sozio-demographischen Umfelds der Betroffenen, um zu klären, warum es trotz der Krisensituation der Frühen Neuzeit zu keinen massenhaften Verfolgungswellen wie in den Umlandregionen kam.

  • Analyse der städtischen Gerichtsbarkeit und des Einflusses der "Carolina".
  • Untersuchung der sozialen Herkunft und Merkmale der verfolgten Personen.
  • Vergleich der Münsteraner Verhältnisse mit den Nachbarregionen (Osnabrück, Westfalen).
  • Bewertung des Einflusses der Obrigkeit und des Landesherrn auf den Prozessverlauf.

Auszug aus dem Buch

2.2 Verlauf eines Hexenprozesses in der Stadt Münster

Das Hexereiverfahren verlief in der Stadt Münster auf folgende Weise: Wenn es zu Verdächtigungen gegen eine Person gekommen war, wurden zumeist erst Zeugen vernommen. Erschienen die Verdächtigungen handfest genug, wurde die betreffende Person verhaftet. Auch noch nach der Verhaftung und auch während des weiteren Verfahrens wurden häufig noch weitere Zeugen vernommen, um Unklarheiten zu beseitigen oder die Verdachtsmomente zu erhärten. Nach der Festnahme erfolgte fast immer erst ein gütliches Verhör und auch wenn dieses nicht zu einem Geständnis führte, wurde nicht sofort zur Folter geschritten. Während des gütlichen Verhörs wurden zunächst die Personalien (Name, Alter, Herkunft, Beruf, Stand der Eltern) festgestellt, dann folgten Fragen zu den Beschuldigungen. Dabei trugen die Richtherren den Beschuldigten die gegen sie vorliegenden Indizien und Beweise vor, um so ein Geständnis zu erlangen. Wichen die Angaben von Zeugen und Beklagten von einander ab, nahm man eine ‚Konfrontation‘ vor, stellte die beiden also gegenüber.

Waren die Indizien in den Augen der Richtherren ausreichend, wurde der oder die Beschuldigte dem peinlichen Verhör unterzogen. Dieses wurde gewöhnlich frühmorgens zwischen fünf und sieben Uhr im Niesingturm oder im Ludgeritor vom Scharfrichter vollzogen, wobei die Richtherren, der Gerichtsschreiber und mehrere Botmeister (Bedienstete, die den Bürgern die „Gebote“ und Befehle des Rates zu überbringen hatten), mitunter auch ein Geistlicher, anwesend waren. Die Verletzungen der Gefolterten behandelte die Frau des Scharfrichters, die in einem Fall auch versuchte, eine Gefangene zu einem Geständnis zu überreden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die geschichtliche Bedeutung der Hexenverfolgungen und definiert das Ziel, den Ablauf und die Hintergründe der Prozesse in Münster zu untersuchen.

2 Die Hexereiprozesse in der Stadt Münster: Dieser Hauptteil analysiert die städtische Gerichtsbarkeit, die prozessualen Abläufe und die demographische Zusammensetzung der Beschuldigten.

3 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert, dass das maßvolle Vorgehen des Rates und die strikte Einhaltung rechtlicher Standards Verfolgungswellen in Münster verhinderten.

4 Quellen- und Literaturverzeichnis: Dieses Kapitel listet die verwendeten Primärquellen wie die „Carolina“ sowie die wissenschaftliche Fachliteratur auf.

Schlüsselwörter

Hexenverfolgung, Stadt Münster, Peinliche Gerichtsordnung, Stadtrat, Hexenprozesse, Folter, Gerichtsbarkeit, Frühe Neuzeit, Demographie, soziale Schichten, Lynchjustiz, Westfalen, Osnabrück, Rechtssicherheit, Aberglaube

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der Hexenverfolgung in der Stadt Münster, ihrer rechtlichen Einbettung und den Gründen für den relativ milden Verlauf im Vergleich zu anderen Regionen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die städtische Gerichtsbarkeit, der tatsächliche Ablauf von Hexenprozessen, die soziale Demographie der Angeklagten sowie der Vergleich mit den Verfolgungspraktiken in Osnabrück und dem Herzogtum Westfalen.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, warum die Obrigkeit in Münster maßvoll agierte und wie es dazu kam, dass trotz der allgemeinen Krisensituation der Epoche keine Massenverfolgungen stattfanden.

Welche wissenschaftlichen Methoden finden Anwendung?

Die Arbeit stützt sich primär auf die Auswertung historischer Monographien und Dissertationen sowie auf die Analyse von Prozessakten, um eine statistische und inhaltliche Aufarbeitung der Fälle zu ermöglichen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Untersuchung der Gerichtsbarkeit, die Verlaufsstruktur der Prozesse, einen regionalen Vergleich zur Einordnung der Münsteraner Ereignisse und eine Betrachtung der Rolle der Landesherren.

Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Hexenverfolgung, Stadtrat, Peinliche Gerichtsordnung, soziale Schichten und Rechtssicherheit charakterisiert.

Welche Rolle spielte die "Carolina" für die Münsteraner Prozesse?

Die "Carolina" diente als verbindlicher Rechtsrahmen, an den sich der Stadtrat weitgehend hielt, was die Anwendung der Folter und die Verhängung von Todesstrafen auf ein moderates Maß begrenzte.

Wie unterschied sich die Situation in Münster von der im Herzogtum Westfalen?

Während in Westfalen fanatische Hexenkommissare und eine extensive Folterpraxis zu zahlreichen Hinrichtungen führten, blieb der Münsteraner Rat in seiner Vorgehensweise zurückhaltend und verhinderte durch eigene gerichtliche Unabhängigkeit radikale Auswüchse.

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Details

Title
Die Hexenverfolgung in der Stadt Münster
College
University of Münster
Grade
1,7
Author
M.A. Martina Kleinau (Author)
Publication Year
2000
Pages
19
Catalog Number
V149717
ISBN (eBook)
9783640607099
ISBN (Book)
9783640606924
Language
German
Tags
Hexenverfolgung Hexenprozesse Münster Osnabrück Carolina
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Martina Kleinau (Author), 2000, Die Hexenverfolgung in der Stadt Münster, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/149717
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