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Azteken und Spanier

Das Aufeinandertreffen zweier Großmächte

Title: Azteken und Spanier

Scientific Study , 2008 , 46 Pages

Autor:in: Peter Sandmaier (Author)

History - America
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Als Hernándo Cortés 1519 in der Bucht von Campeche auf der Halbinsel Yucatan mit seinem kleinen Expeditionskorps landete, konnten sie gleich ihre Überlegenheit beweisen, denn sie mussten ihre Schusswaffen einsetzen. Der Ablauf dieses Ereignisses prägte die Vorstellungen von dem Aufeinandertreffen der Großmacht Spanien mit den verschiedenen Völkern auf dem Gebiet des heutigen Mexikos. Ganz anders dagegen die zweite Landung in der Nähe des heutigen Vera Cruz. Dort wurden sie von einem Gesandten der Azteken empfangen. Hier fand eher eine Begegnung zwischen zwei Großmächten statt, die durch entwickelte Hochkulturen gekennzeichnet waren. Was ereignete sich also in Jahren nach 1519 auf der mexikanischen Hochebene? Die allgemein verbreitete Anschauung, es wäre eine Geschichte der Eroberung durch die völlig überlegenen Spanier gewesen, kann nicht mehr vertreten werden. War es ein gewaltsames Aufeinandertreffen von zwei Großmächten, der katholischen Schutzmacht Spanien mit dem aztekischen Imperium? Auch diese Vorstellung erfasst nicht die Ereignisse in geeigneter Weise. Eine Rolle spielte auch die Begegnung von zwei Hochkulturen, denn in der Zeit des 16. Jahrhunderts wurde in dem genannten Gebiet nicht nur Krieg geführt, sondern es gab lange Friedenszeiten, in denen sich die beiden Kulturen in einer besonderen Weise vermischten. Dabei spielte die spanischen Vorstellungen natürlich eine dominante Rolle, doch die Rahmenbedingungen entfalteten eine besondere Dynamik, die dann zu einer Vermischung führte.

Es sind also auf den genannten drei Ebenen differenzierte Überlegungen notwendig. Wir sind heute durch die Forschung und die Archäologie in der Lage, den recht komplexen Prozess angemessen darzustellen. Das bedeutet aber nicht, dass es keine offenen Fragen mehr gibt. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Vorbemerkungen

2. Die präkolumbianischen Kulturen in der Hochebene von Mexiko

3. Die spanische Eroberung

4. Die Herrschaft der Spanier in Nueva España

5. Schlussbemerkungen

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist eine differenzierte Analyse des historischen Aufeinandertreffens der spanischen Krone und des aztekischen Imperiums im 16. Jahrhundert, wobei insbesondere die Komplexität der kulturellen Begegnung und die Dynamik der nachfolgenden Herrschaftsstrukturen in Neu-Spanien untersucht werden.

  • Kritische Aufarbeitung der Ereignisse der spanischen Eroberung unter Einbeziehung aktueller archäologischer und historischer Erkenntnisse.
  • Untersuchung der gesellschaftlichen Strukturen, Machtverhältnisse und religiösen Einflüsse im aztekischen Reich.
  • Analyse des "Kommendensystems" (Encomienda) und der wirtschaftlichen Ausbeutungsprozesse in Neu-Spanien.
  • Betrachtung des religiösen Wandels, der Rolle der Bettelorden und der Entstehung des mexikanischen Katholizismus.
  • Diskurs über das historische Selbstverständnis der Mexikaner und den Einfluss kolonialer Vergangenheit auf die Gegenwart.

Auszug aus dem Buch

Die präkolumbianischen Kulturen in der Hochebene von Mexiko

Als die Spanier mit Hernando Córtes am 12.3.1519 in der heutigen Campeche Bay im mexikanischen Bundesstaat Campeche landeten, fanden sie hochentwickelte und differenzierte Gesellschaften vor, die sich über einen längeren Zeitraum entwickelt hatten. Heute geht man von einer ersten Besiedlung seit ca.13 000 a. C. aus und man teilt die Geschichte der Einwanderung in mehrere Abschnitte ein, aber erst ab einer Zeit von 1800 a. C. bzw. 700 a. C. (2.1). Für die Zeit davor hat man nur wenige archäologische Funde, die kein geschlossenes Bild ergeben. Wir wissen aber, dass seit ca. 3500 a. C. Menschen sesshaft wurden und die Landwirtschaft mit Mais und Bohnen entwickelten und die Haustiere Hund bzw. Truthahn kannten. Transporte wurden nur von Menschen durchgeführt. Die frühen Kulturen von Mesoamerika verfügten nicht über das Rad. Mit Funden ist es nur für Kinderspielzeug überliefert (2.2). Pietschmann unterscheidet für Mexiko das Präklassikum (ca. 700 a. C. – 400 p. C.) mit der Kultur der Olmeken in Gebieten der Bundesstaaten Campeche, Tabasco und Veracruz, das Klassikum (ca. 400 – 900 p. C.) mit den Hochkulturen der Maya in Palenque, Tikal, Cobán, Uxmal und Chichén Itzá sowie der Zapoteken in Monte Albán und natürlich von Teotihuacán, außerdem das frühe Postklassikum (900 – 1200 p. C.) bzw. das späte Postklassikum (1200 – 1520 p. C.) (2.3).

Alle Völker von Mesoamerika haben gemeinsame Kulturtechniken entwickelt, wie die recht differenzierte Landwirtschaft, eine Schrift, fundierte Kalender- und Zahlensysteme und Religionen mit einem breiten Pantheon. In der weiteren Entwicklung erkennen wir auch gegliederte Gesellschaften mit einer klaren, abgegrenzten Hierarchie. Die genannten Zentren waren immer auch von Krisen betroffen, die zu einem Niedergang und nach einer Übergangzeit zum Verlassen derselben führte. Die Neugründung von Zentren war dann auch die Folge. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen ist dies zurückzuführen auf „Klimaanomalien, Kriege, Wanderungsbewegungen und Überbevölkerung“ (2.4). Die mexikanische Hochebene war auch immer ein Ziel von einwandernden Ethnien, die sicherlich auch einen Beitrag dieser Dynamik auslösten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorbemerkungen: Einführung in die Thematik des Zusammentreffens von zwei Großmächten und die Notwendigkeit einer differenzierten Betrachtung abseits vereinfachender Eroberungsmythen.

2. Die präkolumbianischen Kulturen in der Hochebene von Mexiko: Beschreibung der Entwicklung hochkomplexer mesoamerikanischer Gesellschaften und ihrer kulturellen Errungenschaften vor der Ankunft der Spanier.

3. Die spanische Eroberung: Analyse des Eroberungszuges durch Hernán Cortés, unter Berücksichtigung der diplomatischen, militärischen und soziokulturellen Faktoren der Interaktion mit indigenen Gruppen.

4. Die Herrschaft der Spanier in Nueva España: Untersuchung des Aufbaus der kolonialen Machtstruktur, des Encomienda-Systems und der Rolle der christlichen Missionierung im neu geformten Neu-Spanien.

5. Schlussbemerkungen: Reflexion über das historische Erbe der Eroberung und deren anhaltende Bedeutung für das moderne mexikanische Selbstverständnis.

Schlüsselwörter

Azteken, Spanier, Hernán Cortés, Neu-Spanien, Encomienda, Mesoamerika, Konquista, Missionierung, Moctezuma, Tenochtitlán, Kolonialgeschichte, Indigenas, Kulturkontakt, Geschichte Mexikos, Quetzalcoatl

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der komplexen historischen Interaktion zwischen dem aztekischen Imperium und den spanischen Eroberern sowie den daraus resultierenden gesellschaftlichen und politischen Veränderungen in Mexiko.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten zählen die präkolumbianischen Hochkulturen, der Prozess der spanischen Eroberung, die Etablierung des kolonialen Herrschaftssystems (Encomienda) und der Einfluss der katholischen Kirche auf die indigene Bevölkerung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist eine wissenschaftlich fundierte Darstellung des Aufeinandertreffens der beiden Großmächte, die über veraltete Eroberungsmythen hinausgeht und die Dynamik der Vermischung sowie der Konflikte beleuchtet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine interdisziplinäre Auswertung historischer Quellen, archäologischer Befunde und kulturwissenschaftlicher Ansätze, um den historischen Prozess in Nueva España zu rekonstruieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die sozialen Strukturen der Azteken, den Eroberungszug unter Cortés, die Mechanismen der spanischen Herrschaftsausübung und die Rolle religiöser Orden im Transformationsprozess.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind unter anderem Azteken, Spanier, Encomienda, Konquista, Missionierung, Mesoamerika und koloniale Identitätsbildung.

Welche Rolle spielte Moctezuma II. bei der Eroberung?

Moctezuma II. agierte als aztekischer Herrscher in einer für sein Reich äußerst kritischen Phase; sein diplomatisches, aber oft rätselhaftes Verhalten gegenüber den spanischen Invasoren bleibt Gegenstand historischer Debatten.

Wie funktionierte das Encomienda-System in Neu-Spanien?

Es handelte sich um ein System zur Verteilung von Land und Arbeitskräften an spanische Eroberer, das zur wirtschaftlichen Einbindung und Ausbeutung der indigenen Bevölkerung diente.

Warum war der Untergang der aztekischen Hauptstadt Tenochtitlán 1521 so entscheidend?

Der Fall des Machtzentrums markierte den Zusammenbruch des aztekischen Imperiums und den Beginn einer neuen Ära, in der die spanische Verwaltung schrittweise die Kontrolle übernahm.

Welche Bedeutung hat das Symbol der "Virgen de Guadalupe"?

Sie gilt als zentrale Figur des mexikanischen Katholizismus und dient bis heute als Symbol der spirituellen Brückenbildung zwischen der indianischen Kultur und dem Christentum.

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Details

Title
Azteken und Spanier
Subtitle
Das Aufeinandertreffen zweier Großmächte
Author
Peter Sandmaier (Author)
Publication Year
2008
Pages
46
Catalog Number
V149733
ISBN (eBook)
9783640604869
ISBN (Book)
9783640605118
Language
German
Tags
Spanien Mexiko Hernan Cortes Montezuma Moctezuma Azteken spanische Eroberung des Aztekenreiches Tenochtitlán Teotihuacán Quetzalcoatl Kukulcán Maya aztekisches Imperium Juan de Gijalba Jerónimo de Aquilar Malinche la noche triste Nueva España encomienda encomenderos Kaziken Hidalgos Bartolomé de Las Muerte a los galupines Schwarze Madonna von Guadalupe Virgen de Guadelupe Mexikanität historisches Bewusstsein der Mexikaner nación mexicana
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Peter Sandmaier (Author), 2008, Azteken und Spanier, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/149733
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