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(Gedicht-)Interpretationen im Literaturunterricht. Eine Falldiskussion zu Eichendorffs "Das zerbrochene Ringlein"

Título: (Gedicht-)Interpretationen im Literaturunterricht. Eine Falldiskussion zu Eichendorffs "Das zerbrochene Ringlein"

Estudio de caso , 2022 , 15 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Anonym (Autor)

Didáctica de la asignatura Alemán - Literatura, Obras
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Resumen Extracto de texto Detalles

Der in dieser Arbeit thematisierte Fall steht im Kontext des Literaturunterrichts und wurde im Rahmen eines Seminars zu problematischen Fällen des Deutschunterrichts ausführlich mit Blick auf mögliche Ursachen und etwaige Handlungsalternativen diskutiert. Die aus der Fallbesprechung gewonnenen Erkenntnisse werden im Folgenden dargelegt und unter Zuhilfenahme von literaturdidaktischer und fachwissenschaftlicher Literatur um zentrale Aspekte ergänzt. Die kritische Auseinandersetzung mit dem eigenen Fall ermöglicht es, individuelle Praxiserfahrungen und Handlungsentscheidungen nachträglich zu reflektieren sowie alternative Handlungsoptionen zu betrachten.

Der spezifische Fall, der dieser Arbeit zugrunde liegt, ist vor allem in Bezug auf die Antinomien des Lehrkrafthandelns exemplarisch, die im Unterrichtsalltag vieler Lehrpersonen eine typische Herausforderung darstellen. Mit Blick auf die zukünftige Lehrpraxis ist eine vertiefende Auseinandersetzung mit dem eigenen Fall auch insofern gewinnbringend, als es gewissermaßen auf den Umgang mit diesen Herausforderungen vorbereitet. Der in dieser Arbeit dargelegte Fall trug sich im Rahmen eines digitalen Praktikums im Fach Deutsch zu und ereignete sich in einer Unterrichtsstunde zum Thema Gedichtinterpretation, an der ein Schüler der neunten Klasse einer Oberschule sowie zwei Schülerinnen einer elften Klasse des Gymnasiums teilnahmen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Fallbeschreibung

3. Analyse und Diskussion des Falls

3.1 Mögliche Ursachen

3.2 Handlungsalternativen

4. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Ziel dieser Arbeit ist die didaktische Analyse und Reflexion eines Fallbeispiels aus dem Literaturunterricht, konkret einer Gedichtinterpretation von Eichendorffs „Das zerbrochene Ringlein“. Dabei steht die Untersuchung von Missverständnissen im Unterrichtsgespräch – insbesondere im Hinblick auf Schülerwissen und fachübergreifende Antinomien – sowie die Ableitung von Handlungsempfehlungen für Lehrkräfte im Zentrum der Forschungsfragen.

  • Analyse unterrichtskommunikativer Prozesse nach Christoph Bräuer
  • Untersuchung literaturdidaktischer Antinomien beim Interpretieren
  • Bedeutung von epochenspezifischem Vorwissen für das Textverstehen
  • Didaktische Konzepte zur Kohärenzherstellung bei der Textanalyse
  • Reflexion über professionelles Lehrerhandeln in unvorhergesehenen Unterrichtssituationen

Auszug aus dem Buch

A) Lokales Begriffsverständnis

Die wortgetreue Übersetzung des Begriffes „Spielmann“ ins Englische lässt sich möglicherweise auf ein Wortschatzproblem zurückführen. Der „Spielmann“ – wobei es sich im Kontext des Gedichts um eine historische Berufsbezeichnung handelt – wird mit der englischen Bezeichnung „Playboy“ übersetzt, die sich im modernen Sinne eher auf junge Männer bezieht, die zahlreiche Liebesaffären führen. Der Grund für diese Fehldeutung lässt sich daher vermutlich auf der Ebene der sprachlichen Oberfläche finden. Denn schwierige, antiquierte und ungebräuchliche Wörter – darunter zählen durchaus auch historische Bezeichnungen – erschweren eindeutig das Textverstehen, sodass ein unbekanntes Wort von dem Leser oder der Leserin aus dem Kontext des jeweiligen literarischen Textes erschlossen werden muss (vgl. Sander, Rosebrock 2016, S. 146). Wahrscheinlich war Tom der Begriff des „Spielmanns“ nicht bekannt, weshalb er zur Deutung des Verses auf Muster seiner alltäglichen Wahrnehmung beziehungsweise zeitgemäße Kontexte zurückgegriffen hat. Diese lassen sich auch durchaus im Gedicht erkennen. Der Wunsch des lyrischen Ichs nach Freiheit und Unabhängigkeit, der in Toms Interpretationsvorschlag zum Ausdruck kommt, ist mit dem Thema des Gedichts zweifellos kohärent. Insofern ist Toms Gedankengang zwar durchaus plausibel und nachvollziehbar, mit der historischen Bedeutung des Begriffes „Spielmann“ allerdings nicht vereinbar.

Eine weitere Schwierigkeit stellen in diesem Zusammenhang offensichtlich die lokalen Zusammenhänge dar, was sich im Folgenden auch auf die globale Kohärenzherstellung auszuwirken scheint. Die Ebene der lokalen Kohärenz bezieht sich darauf, wie deutlich die Zusammengehörigkeit einzelner Passagen im Text sichtbar gemacht wird. Da besonders literarische Texte oft Inkohärenzen aufweisen, erhöht es die Textverständlichkeit, wenn der Zusammenhang zwischen einzelnen Gedichtzeilen explizit erkennbar ist (vgl. ebd.). Tom betrachtet die betreffende Versstelle offensichtlich isoliert vom Rest der Strophe, was dazu beigetragen haben könnte, dass er den „Spielmann“ nicht im thematischen Kontext des gesamten Gedichts interpretiert hat. Der globale Textzusammenhang wird von Tom scheinbar nicht erschlossen. Die Probleme bei der lokalen Kohärenzbildung und dem differierenden Begriffsverständnis führen dazu, dass Tom über ein anderes mentales Modell verfügt, als durch die Auseinandersetzung mit dem Gedicht angestrebt wurde.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die methodische Grundlage der Unterrichtsrahmenanalyse ein und steckt den Kontext der Fallstudie zur Gedichtinterpretation ab.

2. Fallbeschreibung: Hier wird die konkrete Unterrichtssituation des Blockpraktikums geschildert, in der der Schüler Tom während der Behandlung von Eichendorffs Gedicht einen abweichenden Interpretationsansatz präsentiert.

3. Analyse und Diskussion des Falls: In diesem Hauptteil wird das Missverständnis durch die Kategorien Begriffsverständnis, gegenstandsbezogene Rahmung und fehlendes Epochenwissen theoretisch fundiert analysiert und anschließend Handlungsalternativen für Lehrkräfte diskutiert.

4. Fazit: Das Fazit resümiert, dass die Differenzierung an die individuellen Lernvoraussetzungen sowie kontinuierliche Aushandlungsprozesse essentiell für den Literaturunterricht sind, um professionell mit Antinomien umzugehen.

Schlüsselwörter

Literaturunterricht, Gedichtinterpretation, Joseph von Eichendorff, Das zerbrochene Ringlein, Unterrichtsrahmenanalyse, fachdidaktische Antinomien, Epochenwissen, Lesekompetenz, Textverstehen, mentale Modelle, Kohärenzbildung, Lehrerhandeln, Fallanalyse, Deutschunterricht, Praxiserfahrung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert eine konkrete Unterrichtssituation, in der eine Gedichtinterpretation durch die abweichende Deutung eines Schülers zu einer fachdidaktischen Herausforderung führt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die fachdidaktische Analyse von Gedichten, die Rolle des Vorwissens beim Textverstehen und die professionelle Reflexion von Lehrerhandeln in Kommunikationsprozessen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Ursachen für die Entstehung von Fehlinterpretationen oder abweichenden Deutungen im Unterricht zu ergründen und methodische Handlungsoptionen für zukünftige Lehrkräfte aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt die Unterrichtsrahmenanalyse nach Christoph Bräuer, um das kommunikative Geschehen zu beschreiben, sowie Konzepte zur Adäquatheitsprüfung von literarischen Texten nach Thomas Zabka.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Ursachenanalyse – basierend auf Begriffsverständnis, Rahmung und Epochenwissen – und eine Diskussion über alternative didaktische Vorgehensweisen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Literaturdidaktik, Gedichtinterpretation, romantische Epoche und reflektierende Praxis.

Inwiefern beeinflusst das Alter des Schülers Tom die Interpretation?

Die Arbeit zeigt auf, dass der Schüler aufgrund seines Schultyps (Oberschule) kein epochenspezifisches Vorwissen zur Romantik besitzt, was seine moderne, aber historisch unzutreffende Interpretation des Begriffs „Spielmann“ als „Playboy“ erklärt.

Welche Handlungsempfehlungen gibt die Autorin für ähnliche Situationen?

Empfohlen wird eine kritischere inhaltliche Vorbereitung der Unterrichtsstunden, die explizite Klärung schwieriger Begriffe vorab sowie der gezielte Vergleich verschiedener Deutungsansätze im Plenum, anstatt abweichende Lesarten direkt als falsch abzutun.

Final del extracto de 15 páginas  - subir

Detalles

Título
(Gedicht-)Interpretationen im Literaturunterricht. Eine Falldiskussion zu Eichendorffs "Das zerbrochene Ringlein"
Universidad
Dresden Technical University  (Institut für Germanistik)
Curso
Deutschunterricht als Fall – Analyse und Reflexion von Fällen des Deutschunterrichts
Calificación
1,0
Autor
Anonym (Autor)
Año de publicación
2022
Páginas
15
No. de catálogo
V1497952
ISBN (PDF)
9783389060490
ISBN (Libro)
9783389060506
Idioma
Alemán
Etiqueta
Fallstudie Falldiskussion Deutschunterricht Deutschdidaktik Gedichtinterpretation Interpretation Eichendorff
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Anonym (Autor), 2022, (Gedicht-)Interpretationen im Literaturunterricht. Eine Falldiskussion zu Eichendorffs "Das zerbrochene Ringlein", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1497952
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