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Caesars Rede zu Ariovist aus dem "Bellum Gallicum". Legitmierte Macht oder Selbstdarstellung?

Title: Caesars Rede zu Ariovist aus dem "Bellum Gallicum". Legitmierte Macht oder Selbstdarstellung?

Seminar Paper , 2010 , 14 Pages , Grade: 3,0

Autor:in: Alexander Reden (Author)

World History - Early and Ancient History
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Der Mythos Caeasar, seine tatsächlichen Errungenschaften und das Imperium Romanum, das erste Weltreich der damals bekannten Welt, sind aus dem heutigen Leben nicht mehr wegzudenken. Städte wie Köln oder Trier zeigen noch heute die Spuren der Römer. Diese Geschichte zu rekonstruieren war schwer, denn es gibt nicht immer ausreichend Nachlass zur Auswertung oder zum besseren Verständnis. Doch auch wenn dieser Nachlass recht lückenhaft und teilweise subjektiv ist, so kann und muss er herangezogen werden. Ein Teil dieses Nachlasses ist Caesars Werk „De Bello Gallico“, welches sich heutzutage in der Weltliteratur etabliert hat und wenigstens dem Namen nach zur Allgemeinbildung gehört.
In dieser Arbeit soll es speziell um Caesars Rede zu Ariovist gehen und der damit verbundenen Frage nach Legitimitätsgeltung und Herrschaft Caesars gegenüber seinen Legion und Ariovist, beziehungsweise dem gallischen Land. Es mag zweifelsohne recht kompliziert sein, vergangene Handlungsweisen nach modernen Gesichtspunkten zu untersuchen, doch es lässt sich nicht von der Hand weisen, dass auch in der Soziologie Gesetzmäßigkeiten existieren. Max Weber soll hier als Vorlage dienen um den Bereich von Legitimität und Herrschaft erläutern zu können.
Strukturell wird als Erstes über Begriffe und Definitionen zu reden sein, um eine Basis für das Verständnis der weiteren Erläuterungen zu schaffen. Dabei werden insbesondere die Begriffe wie Macht, Legitimität und Herrschaft zu erläutern und soziologisch zu begründen sein.
Nach Abschluss dieses Kapitels geht es dann um die Person Caesar, einen Überblick über den Konflikt und die Rede Caesars zu Ariovist. Diese Rede ist dann entsprechend zu interpretieren und zu bewerten. Schon diese Bewertung stellt eine Herausforderung dar, da heute in anderen Kategorien gedacht wird und die demokratische Denkweise in den meisten Fällen doch überwiegt. Aber im römischen Reich von einer Demokratie zu sprechen, ist genauso falsch wie die Bezeichnung der Diktatur zu wählen. Die Römer haben sehr traditionell gedacht und gehandelt und waren ihren Gottheiten sehr verbunden. Bevor die Christianisierung vollzogen wurde, war die römische Gesellschaft polytheistisch strukturiert. Normalerweise beriefen sich auch römische Politiker auf die Abstammung von Gottheiten. Auch Caesar tat dies, doch die genaueren Gründe hierfür werden im Kapitel 3.1. zu erläutern sein.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. DEFINITION UND ERLÄUTERUNG DER BEGRIFFE

2.1. MACHT

2.2. HERRSCHAFT

2.3. LEGITIMITÄT UND LEGITIMITÄTSGELTUNG

3. CAESAR UND DER KONFLIKT MIT ARIOVIST

3.1. ZUR PERSON CAESAR – EIN ABRISS

3.2. DER VERLAUF DES KONFLIKTS MIT ARIOVIST

3.3. CAESARS REDE UND DEREN INTERPRETATION

4. ZUSAMMENFASSUNG

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Caesars Rede gegenüber Ariovist im Kontext des gallischen Krieges und analysiert dabei die soziologische Frage nach Legitimitätsgeltung und Herrschaftsausübung. Ziel ist es, durch die Anwendung Max Weberscher Begrifflichkeiten zu ergründen, ob Caesars Auftreten als legitimierte Machtausübung oder als bloße Selbstdarstellung zu werten ist.

  • Soziologische Definitionen von Macht, Herrschaft und Legitimität nach Max Weber.
  • Biografischer Abriss zu Gaius Julius Caesar und seine politische Herkunft.
  • Detaillierte Darstellung des historischen Konflikts mit Ariovist und den Germanen.
  • Interpretation und rhetorische Analyse der Rede Caesars als Instrument der Machtausübung.

Auszug aus dem Buch

3.3. Caesars Rede und deren Interpretation

Es soll hier nicht um die Rede Caesars an sein Heer gehen, sondern die Rede an Ariovist ist Gegenstand. Als Ariovist nun von der Ankunft Caesars erfährt, scheint er zu Verhandlungen bereit. Als die Entsendung und der Empfang von Gesandten zwischen beiden Lagern ihren Fortlauf nehmen, verlangt Ariovist eine Unterredung mit Caesar. Allerdings werden von Seiten des Germanen Forderungen für Sicherheitsvorkehrungen gestellt, denen der Römer nachkommt. Wörtlich heißt es: „...Cäsar solle keinen Mann zu Fuß zur Unterredung mitbringen; er fürchte er werde von ihm hinterlistiger Weise umzingelt werden. Beide sollten nur mit Reiterei kommen; andere Weise werde er nicht kommen.“11 Diese Unterredung findet nun in der Rheinebene gleich weit entfernt von beiden Lagern statt. Caesar beginnt mit der Erinnerung Ariovists an seine und des Senats Wohltaten. Speziell zielt er auf die Verleihung des Königstitels ehrenhalber ab und verweist darauf, dass Ariovist keinen gültigen Rechtsanspruch auf diesen Titel habe. Im zweiten Teil erörtert der Römer das Verhältnis zwischen Rom und den Häduern und zeigt die Rechtsgültigkeit dieses Bündnisses auf. Weiterhin hätten die Häduer schon vorher eine Vormachtstellung in Gallien gehabt.

Dies entspricht jedoch nicht den historischen Tatsachen. „Im 6. Jahrhundert v. Chr. hatte der Primat den Biturigen gehört. […] Nach den Biturigern ging die Führungsrolle seit 218 v. Chr. an die Averner über, welche Hannibal und den Karthagern gegen Rom zu Hilfe kamen. Darauf folgte Streit um die Vorherrschaft zwischen Avernern und Häduern.“12 Die Freundschaft zwischen Rom und den Häduern ist auf die Jahre 122-121 v. Chr. zurück zuführen. Caesar stellt desweiteren auf die gewohnheitsmäßige Verteidigung von Bundesgenossen ab, da mit ihrer Niederlage auch Rom an Einfluss und Besitz verlöre. Abschließend weist der Römer explizit darauf hin, dass niemand das Recht habe, Rom oder den Bundesgenossen ursprünglichen Besitzstand zu entreißen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die historische Bedeutung Caesars ein und definiert die soziologische Fragestellung hinsichtlich Macht und Legitimität im antiken Kontext.

2. DEFINITION UND ERLÄUTERUNG DER BEGRIFFE: Dieses Kapitel liefert die theoretische Basis durch die soziologische Herleitung der Begriffe Macht, Herrschaft und Legitimität auf Grundlage von Max Weber.

3. CAESAR UND DER KONFLIKT MIT ARIOVIST: Hier wird der historische Kontext beleuchtet, einschließlich der Biografie Caesars, des Konflikts mit Ariovist und einer detaillierten Interpretation der Rede Caesars.

4. ZUSAMMENFASSUNG: Die Zusammenfassung führt die theoretischen und historischen Analysen zusammen und bewertet die Machtausübung Caesars als traditionell legitimierte Herrschaft.

Schlüsselwörter

Caesar, Ariovist, Max Weber, Macht, Herrschaft, Legitimität, De bello Gallico, Römische Republik, Gallien, Politische Soziologie, Rhetorik, Imperium Romanum, Klientelwesen, Geschichte, Antike.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Verhalten und die Rede Caesars gegenüber dem Germanenführer Ariovist unter soziologischen Gesichtspunkten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen die Konzepte von Macht, Herrschaft und Legitimität sowie deren praktische Anwendung im antiken römischen Kontext.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, ob Caesars Handeln und seine Rede als Ausdruck legitimierter Macht oder als reine Selbstdarstellung zu interpretieren sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die soziologische Theorie von Max Weber zur Definition von Herrschaftsformen und wendet diese auf historische Quellen an.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung, einen biografischen Abriss zu Caesar und eine detaillierte Analyse des Konflikts mit Ariovist.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Caesar, Macht, Legitimität, Herrschaft, Ariovist und das antike römische Staatsverständnis.

Wie bewertet der Autor den Königstitel von Ariovist?

Der Autor betont, dass Caesar Ariovist durch den Hinweis auf dessen (von den Römern ehrenhalber verliehenen) Titel bewusst auf seine Machtstellung verwies und sich so über den Germanen stellte.

Welche Rolle spielt das römische Klientelwesen in der Argumentation?

Das Klientelwesen wird als zusätzliche Machtquelle identifiziert, da es eine dauerhafte Bindung und wechselseitige Abhängigkeit zwischen Patron und Klienten schuf.

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Details

Title
Caesars Rede zu Ariovist aus dem "Bellum Gallicum". Legitmierte Macht oder Selbstdarstellung?
College
University of Potsdam  (Historisches Institut)
Course
Proseminar Caesar
Grade
3,0
Author
Alexander Reden (Author)
Publication Year
2010
Pages
14
Catalog Number
V149881
ISBN (eBook)
9783640609772
ISBN (Book)
9783640610013
Language
German
Tags
Caesars Rede Ariovist Macht Selbstdarstellung Bellum Gallicum
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Alexander Reden (Author), 2010, Caesars Rede zu Ariovist aus dem "Bellum Gallicum". Legitmierte Macht oder Selbstdarstellung?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/149881
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