Macht als zentraler Begriff der internationalen Beziehungen


Essay, 2009

7 Seiten, Note: 3,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung in den Machtbegriff
1.1 Definitionen von Macht nach Max Weber und Michael Mann
1.2 Macht in internationalen Beziehungen

2. Machtverteilung und Machtgleichgewicht

3. Hegemoniale und nicht-hegemoniale Systeme

4. Fazit

5. Quellen

1. Einführung in den Machtbegriff

In diesem Essay soll eine Beantwortung der Frage statt finden, ob Macht der zentrale Begriff in internationalen Beziehungen sei? Es ist grundlegend die Art beziehungsweise die Form der Macht zu definieren. Da der Machtbegriff sehr vielschichtig ist, will ich mich in der Beantwortung der Frage an Max Webers und Michael Manns Definitionen von Macht halten um eine adäquate Plattform zur Bearbeitung zu haben. Weiterhin sind die 2 Hauptströmungen Realismus und Neorealismus zu beachten. Der klassische Realismus ist durch Hans J. Morgenthau in dem Werk „Politics Among Nations“ begründet worden. Der Vertreter des Neorealismus ist Kenneth N. Waltz mit seinen Ausführungen in dem Werk „Theory of International Politics“.

1.1 Definitionen von Macht nach Max Weber und Michael Mann

Max Weber hat seine Definition von Macht in einem Satz zusammengefasst, der lautete: „Macht bedeutet jede Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel worauf diese Chance beruht.“ Webers Definition von Macht ist zwar allgemein und gerade deshalb auf alle sozialen Beziehungen anwendbar. Erst Raymond Aaron hat Webers Machtdefinition auf den Kontext von Macht in internationalen Beziehungen umgesetzt und dabei den Willensbegriff zur Ausübung von Macht eingeführt. Es ist also eine Handlungsmacht die auf Akteure in den internationalen Beziehungen anzusetzen ist. Als „mächtiger“ Akteur in internationalen Beziehungen, kann man anderen Akteuren den eigenen Willen aufzwingen.

Michael Mann unterscheidet vier verschiedene Machtquellen, welche alle in entsprechender Anwendung Handlungsfreiheit erzeugen.

I. Ideologische Macht: Macht kann durch Kollektivierung und Politisierung einer Ideologie ausgeübt werden.
II. Ökonomische Macht: Monopole in wirtschaftlichen Strukturen erzeugen kollektive und distributive Macht.
III. Militärische Macht: Durch das Sicherheitsbedürfnis der Akteure, in diesem Falle Staaten, wird eine physische Verteidigungsmöglichkeit geschaffen.
IV. Politische Macht: Durch eine gesetzliche Reglementierung und von sozialen und politischen Organistationen wird Macht erzeugt. Innen- und

außenpolitische Macht sind in National-Staaten zu trennen.

Macht kann aber auch durch bestimmte Faktoren wie zum Beispiel der Verfügungsgewalt über knappe Ressourcen entstehen. In der heutigen Zeit trifft das auf die OPEC-Staaten zu.

Macht ist im politischen Sinne also Handlungsmacht, beziehungsweise die Möglichkeit politische Prozesse und Akteure nach eigenem Willen zu beeinflussen.

1.2 Macht in internationalen Beziehungen

Für die Politikwissenschaft ergibt sich in Bezug auf politische Macht in internationalen Beziehungen eine Kontroverse in Form von Gewaltätigkeit versus staatlichem Machtmonopol.

Da die internationalen Beziehungen einem anarchischem System unterliegen, sind die einzelnen Akteure darauf bedacht wenigstens Ihre außenpolitische Macht, also den Status Quo zu erhalten oder im Idealfall ein Machtzuwachs zu erlangen. Ein aktuelles Beispiel dafür, ist der erfolgreiche Atombombentest von Nord Korea. Der Fall Nord Korea zeigt auf, dass also dem Ringen um Macht immer das Sicherheitsdilemma zugrunde liegt. Dabei geht es um den Verlust der Autonomie und einem permanenten Gefühl der Bedrohung durch andere Staaten. Jeder Staat unterliegt deshalb dem ununterbrochenem Zwang Macht an zu häufen, um im internationalen System zu bestehen.

Die Unterschiede in der Macht der Akteure regeln den Entscheidungsprozess in den internationalen Beziehungen und zwingen die Staaten Machtdifferenzen aufzubauen und zu erhalten. Es entsteht also ein Teufelskreis bei dem militärische Macht potenziert wird um die eigene Sicherheit zu gewährleisten. Es geht darum eigene Ansprüche auf das staatliche Territorium zu festigen und gegen andere Staaten zu sichern. Das Sicherheitsdilemma entsteht. Die Sicherung der eigenen Autonomie bedarf zweierlei Fakten, zum ersten der Steigerung von Macht und zum zweiten der Erzielung von relativen Gewinnen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 7 Seiten

Details

Titel
Macht als zentraler Begriff der internationalen Beziehungen
Hochschule
Universität Potsdam  (Institut für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften )
Veranstaltung
Einführung in die Internationale Politik - Proseminar
Note
3,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
7
Katalognummer
V149883
ISBN (eBook)
9783640607983
Dateigröße
478 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Macht, Begriff, Beziehungen
Arbeit zitieren
Alexander Reden (Autor), 2009, Macht als zentraler Begriff der internationalen Beziehungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/149883

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