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Das Europäische Sozialmodell – ein bestärkendes Element für den europäischen Integrationsprozess?

Title: Das Europäische Sozialmodell –  ein bestärkendes Element für den europäischen Integrationsprozess?

Term Paper (Advanced seminar) , 2010 , 26 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Elisa Minossi (Author)

Politics - Topic: European Union
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Seit den Verträgen von Rom und Paris in den 1950er Jahren der Nachkriegszeit entwickelte sich vor allem eine wirtschaftliche Integration in Europa. Erst seit dem Vertrag von Maastricht 1992 wurde verstärkt auch auf eine politische Integration gesetzt. So wurde der Begriff des Europäischen Sozialmodells von Jacques Delors Mitte der 1990er Jahre geprägt. Die Vorstellung eines einheitlichen Europäischen Sozialmodells war und ist das Leitbild zu einer vertiefenden Integration innerhalb Europas.
In der folgenden Arbeit wird daher der Frage nachgegangen, ob das europäische Sozialmodell für den europäischen Integrationsprozess ein bestärkendes Element darstellt oder ob das Europäische Sozialmodell aus verschiedenen Gründen keinen relevanten Beitrag für den Integrationsprozess leisten kann. Daraus lässt sich auch die Frage ableiten, ob das Europäische Sozialmodell positiven Einfluss auf das europäische Solidaritätsgefühl ausübt. Die Arbeitshypothese zu dieser Fragestellung lautet momentan, dass das Europäische Sozialmodell kein bestärkendes Element für den europäischen Integrationsprozess darstellen kann. Wie sich in der ersten Lektüre gezeigt hat, wird die Existenz und „Leistung“ des Europäischen Sozialmodells bezweifelt und auch seine zukünftige Entwicklung ist offen.
Zunächst bietet es sich an, der Entstehung des Europäischen Sozialmodells nachzugehen. Welche historischen Voraussetzungen das Modell mit sich bringt, wird hier erörtert.
Anschließend wird der Versuch unternommen eine Definition des Europäischen Sozialmodells zu formulieren. Einige Forscher auf diesem Gebiet meinen, eine Definition wäre nicht möglich, da die Existenz eines einzigen Europäischen Sozialmodells nicht eindeutig geklärt werden könne. Andere wiederum versuchen eine Definition indem sie sich auf gemeinsame Elemente berufen.
Daran anschließend ist es sinnvoll sich mit der Entwicklung und dem aktuellen Stand der Sozialpolitik der Europäischen Union auseinanderzusetzen. Dabei werden die wichtigsten Schritte zu einer Annäherung hin zu einem Europäischen Sozialmodell dargestellt. Auch die wichtigsten Politikfelder für das Europäische Sozialmodell und die Wirkungsmöglichkeiten der EU-Politik finden in diesem Kapitel Erläuterungen. Das letzte Kapitel im Hauptteil dieser Arbeit beschäftigt sich mit dem Vergleich des Europäischen Sozialmodells mit anderen, westlich orientierten, Sozialmodellen wie denen der USA oder Japan.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil

2.1 Die Entstehung des Europäischen Sozialmodells

2.2 Definition

2.3 Wie können die EU-Mitgliedstaaten die Ziele für die Sozialpolitik erreichen?

2.4 Die Sozialpolitik der Europäischen Union – Entwicklung und aktueller Stand

2.5 Das europäische Sozialmodell im Vergleich mit anderen westlich orientierten Sozialmodellen

3. Das europäische Sozialmodell: realistisch oder nur normatives Leitbild?

4. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, ob das europäische Sozialmodell tatsächlich ein bestärkendes Element für den europäischen Integrationsprozess darstellt oder ob es aufgrund mangelnder Einheitlichkeit und institutioneller Defizite keinen substanziellen Beitrag zur Integration leisten kann.

  • Historische Entstehung und Entwicklung des europäischen Sozialmodells
  • Definitionsproblematik und aktuelle Herausforderungen in der EU-Sozialpolitik
  • Vergleichende Analyse des Sozialmodells mit anderen globalen Systemen (USA, Japan)
  • Rolle supranationaler Instanzen und die Wirksamkeit politischer Steuerung
  • Debatte um das Modell als realistisches Konstrukt versus normatives Leitbild

Auszug aus dem Buch

2.1 Die Entstehung des Europäischen Sozialmodells

Innerhalb der Entwicklung des Binnenmarktes und der Währungsunion im Prozess der europäischen Integration und aber auch seit der krisenhaften Wirtschaftsentwicklung ab den 1980er Jahren wurde das Konzept des Europäischen Sozialmodells entwickelt. Seit den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts hat sich der Begriff des Europäischen Sozialmodells eingebürgert und ist in den offiziellen Regierungsjargon eingegangen. Sowohl in den Verträgen der Europäischen Union als auch in den Verlautbarungen des Europäischen Rates wird das Europäische Sozialmodell seitdem als ein wichtiges Element des europäischen Integrationsprozesses anerkannt und findet sich Mitte der 90er Jahre als fester Bestandteil der Selbstbeschreibung der Europäischen Union darüber hinaus auch im Munde der Europäischen Kommission wieder (Vgl. Aust/ Leitner/ Lessenich 2000: 7 f).

Es lassen sich drei Bedeutungen des Europäischen Sozialmodells aufzeigen. Zunächst gibt es eine sehr breite Bedeutung. Damit sind alle gegenwärtigen gesellschaftlichen Besonderheiten in Europa gemeint. Diese erste Bedeutung des Europäischen Sozialmodells enthält unter anderen die europäische Familie oder die europäische Arbeit. Zu dieser weiten Geltung gibt es bereits seit der frühen Neuzeit eine Diskussion unter den Europäern, auch wenn der Begriff des Europäischen Sozialmodells noch nicht geprägt war. Die zweite Bedeutung umfasst in einem schon engeren Sinne die soziale Sicherung in Europa. Dazu gehört vor allem eine europäische Politik, welche die soziale Gerechtigkeit vor Augen hat, die soziale Umverteilung und die Schaffung von Arbeitsplätzen. In der dritten Bedeutung geht es um die Besonderheiten des europäischen Wohlfahrtsstaats mit beispielsweise sozialer Sicherung gegen Krankheit oder Altersarmut. Auch wenn bei dieser dritten Bedeutung des Europäischen Sozialmodells meist zuerst die nationalen Wohlfahrtsstaaten verantwortlich sind, trägt die Politik der Europäischen Union ebenfalls Verantwortung. Diese drei Bedeutungen können sich gegenseitig ergänzen und bedingen (Vgl. die drei Bedeutungen des europäischen Sozialmodells: Kaelble 2004: 31 f).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Kontroverse um das europäische Sozialmodell ein und formuliert die zentrale Fragestellung, ob das Modell den Integrationsprozess stärkt.

2. Hauptteil: Der Hauptteil beleuchtet die historische Genese, versucht eine Begriffsdefinition, analysiert die Zielerreichung der Mitgliedstaaten, beleuchtet die EU-Sozialpolitik und vergleicht das Modell mit anderen westlichen Systemen.

3. Das europäische Sozialmodell: realistisch oder nur normatives Leitbild?: Dieses Kapitel diskutiert kritisch, ob das Sozialmodell ein greifbares Konzept oder lediglich ein politisches Wunschbild darstellt, welches an der Realität der nationalen Unterschiede scheitert.

4. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass ein einheitliches Sozialmodell momentan nicht existiert, aber als normativer Idealzustand für den europäischen Zusammenhalt weiterhin von Bedeutung ist.

Schlüsselwörter

Europäisches Sozialmodell, Europäische Integration, Sozialpolitik, Wohlfahrtsstaat, Europäische Union, soziale Gerechtigkeit, Lissabon-Strategie, Offene Methode der Koordinierung, soziale Sicherung, Binnenmarkt, europäische Identität, Strukturreformen, Systemvergleich, soziale Ungleichheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Rolle des europäischen Sozialmodells innerhalb des Integrationsprozesses der Europäischen Union und hinterfragt dessen praktische Relevanz.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Felder umfassen die historische Entwicklung, die Definition des Modells, den Vergleich mit anderen Sozialsystemen sowie die Effektivität europäischer Sozialpolitik.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, ob das Europäische Sozialmodell ein bestärkendes Element für den europäischen Integrationsprozess darstellt oder ob es aufgrund seiner Uneinheitlichkeit keinen Beitrag dazu leisten kann.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie die Auswertung von Sozialindikatoren und politikwissenschaftlichen Modellen zur Wohlfahrtsstaatenanalyse.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in fünf Abschnitte, die von der Entstehung des Modells über die Definition und Zielerreichung bis hin zum internationalen Vergleich und der normativen Einordnung reichen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Untersuchung?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie europäische Integration, Sozialstaatlichkeit, soziale Gerechtigkeit und den Vergleich europäischer Systeme mit den USA oder Japan geprägt.

Warum wird die Definition des europäischen Sozialmodells als problematisch erachtet?

Da es kein einheitliches Referenzbeispiel für den europäischen Kontinent gibt, entbrennt sowohl in der Forschung als auch in der Politik ein andauernder Streit über den Inhalt und die Reichweite des Begriffs.

Welche Rolle spielt der Vergleich mit anderen westlichen Systemen wie den USA?

Der Vergleich dient dazu, das "europäische" Profil durch die Herausstellung von Unterschieden in der sozialen Sicherung und staatlichen Regulierung im Gegensatz zum "Kapitalismus pur" der USA zu schärfen.

Wie bewertet die Autorin die Zukunft des europäischen Sozialmodells?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass das Modell zwar kein einheitliches Gebilde darstellt, aber als Zielbestimmung und normativer Leitwert für eine harmonisierte soziale Ordnung in Europa weiterhin von hoher Bedeutung bleibt.

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Details

Title
Das Europäische Sozialmodell – ein bestärkendes Element für den europäischen Integrationsprozess?
College
European University Viadrina Frankfurt (Oder)  (Kulturwissenschaftliche Fakultät)
Course
Europäisierung und Europa-Kritik
Grade
2,3
Author
Elisa Minossi (Author)
Publication Year
2010
Pages
26
Catalog Number
V149893
ISBN (eBook)
9783640609376
ISBN (Book)
9783640609611
Language
German
Tags
Europäische Sozialmodell Element Integrationsprozess
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Elisa Minossi (Author), 2010, Das Europäische Sozialmodell – ein bestärkendes Element für den europäischen Integrationsprozess?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/149893
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