Die hier vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit mit der Literaturkritik, die seit Mitte des 18. Jahrhunderts ihren Höhepunkt erlebt. Seitdem ist es üblich, dass Verlage ihre Neuerscheinungen an Zeitschriften und Rezensionsorgane schicken. Die Literaturkritik interagiert mit Verlagen, Zeitungs-, Hörfunk-, und Radioredaktionen, mit Hochschulen und nicht zuletzt mit SchriftstellerInnen und ihren LeserInnen.
Doch wie unterscheiden sich Laienrezensionen von professionellen, von "ausgebildeten" Literaturkritikern geschriebenen Rezensionen?
Die vorliegende Arbeit soll diese Forschungsfrage beantworten und fokussiert dafür Rezensionen von Annika Büsings Roman "Koller".
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. LITERATURKRITIK
3. EXEMPLARISCHE REZENSIONEN ZU ANNIKA BÜSINGS KOLLER
3.1 REZENSION VON KATJA WEISE
3.2 REZENSION VON DR. KARSTEN HERRMANN
3.3 REZENSION VON NURIA DEMESSIER
3.4 REZENSION VON BRITTA RÖDER
3.5 REZENSION VON „MIMITATI_555“
4. FAZIT
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie das Thema Homosexualität in verschiedenen Rezensionen zu Annika Büsings Roman Koller rezipiert und bewertet wird. Dabei dient ein strukturiertes Wertungsmodell dazu, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Argumentation sowohl bei professionellen Literaturkritikern als auch bei Laienrezensenten herauszuarbeiten.
- Grundlagen der Literaturkritik und ihre gesellschaftliche Funktion
- Einführung in verschiedene Wertungsmodelle und axiologische Wertmaßstäbe
- Analyse und Vergleich von fünf ausgewählten Rezensionen zum Roman Koller
- Untersuchung der Darstellung und Wertung des Themas Homosexualität
- Gegenüberstellung professioneller Kritik und Laienrezensionen
Auszug aus dem Buch
2. Literaturkritik
Nachdem der Begriff Literaturkritik in der Einleitung bereits beleuchtet wurde, soll in diesem Kapitel die Frage beantwortet werden wie man Literatur wertet. Gleichzeitig sollen Wertungsmodelle vorgestellt werden.
Unter Wertung versteht man Konzepte zur Rangbestimmung von Literatur in Verbindung mit einem Bewertungsverfahren. Durch die Erzeugung von Bewertungskriterien wird die Kritik der Kunst ermöglicht (Ruf 2013: S.393). Die Wertung von Literatur hat das Ziel, literarische Texte funktional zu selektieren, zu beschreiben, zu interpretieren sowie zu elaborieren (ebd.). Ein kritisches Konzept kann gleichzeitig die „Reproduktion der Originalproduktion“ (Gebhardt 1996: S.1091) sein. Um Literatur werten zu können, benötigt man eine gewisse Unterscheidungsfähigkeit und ein gewisses Urteilsvermögen, um Urteile über „das Schöne oder Hässliche, das Vollkommene oder Verfehlte eines literarischen Kunstwerks“ (Ruf 2013: S.393) treffen zu können. Damit die Qualität literarischer Texte bewertet werden kann, müssen Indikatoren festgelegt werden. So kann sich bei der Bewertung auf die literaturgeschichtliche Tradition bezogen werden, auf allgemeine literarische Techniken (z.B. rhetorische Mittel, Motive, narratologische Elemente), auf deren Kontext (z.B. Autor) oder auf den potenziellen Mehrwert für den Leser (ebd.).
Bei der Beantwortung der Frage, wie man Literatur werten kann, kommt es zu Problemen mit der intersubjektiven Begründung von Urteilskriterien und Wertmaßstäben. Jede Kritikerin und jeder Kritiker kann für die Bewertung von Literatur eigene Kriterien aufstellen und seine eigenen Urteile fällen. Diese Problematik kann beispielsweise durch den Vergleich mit anderen ähnlichen Werken, z.B. ob die Erfassung einer Gattung gelingt, gelöst werden ((detailreicher bei) Ruf 2013: S.393). Es wird dabei versucht Gemeinsamkeiten bei der literarischen Produktion, literaturkritischer Anwendung und theoretischer Diskussion hervorzuheben (ebd.). Die praktische Wertung der Literatur ist demzufolge ein „konstruktiv mitwirkender Beitrag innerhalb des „Systems“ Literatur (...). [Sie] liefert nicht einfach nur Kriterien und Maßstäbe zur Beurteilung der literarischen Praxis, sondern vollendet das Kunstwerk, indem sie selbst praktisch und substanziell wird“ (ebd.: S.394).
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Das Kapitel führt in die historische Entwicklung der Literaturkritik ein und definiert deren Aufgaben sowie die spezifische Fragestellung in Bezug auf den Roman Koller.
2. LITERATURKRITIK: Hier werden theoretische Grundlagen zur literarischen Wertung sowie verschiedene axiologische Wertmaßstäbe vorgestellt, die als Analyseinstrumentarium dienen.
3. EXEMPLARISCHE REZENSIONEN ZU ANNIKA BÜSINGS KOLLER: In diesem Kapitel erfolgt die praktische Analyse von fünf ausgewählten Rezensionen unter besonderer Berücksichtigung der Darstellung von Homosexualität.
4. FAZIT: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert die Unterschiede in der Wertung zwischen professionellen Kritikern und Laienrezensenten.
Schlüsselwörter
Literaturkritik, Koller, Annika Büsing, Homosexualität, Wertungsmodelle, axiologische Werte, Literaturwissenschaft, Laienrezension, Identifikation, gesellschaftliche Bedeutung, Rezensionsanalyse, Entautomatisierung, Kulturkritik, Wertung von Literatur, Romananalyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der literaturkritischen Rezeption des Romans Koller von Annika Büsing und untersucht, wie Literaturkritik funktioniert.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind die theoretischen Grundlagen der literarischen Bewertung und deren praktische Anwendung auf das Thema Homosexualität in Literaturrezensionen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu klären, wie das Thema Homosexualität in professionellen und nicht-professionellen Rezensionen zum Roman Koller aufgegriffen und bewertet wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein Wertungsmodell angewandt, das auf axiologischen Kategorien basiert, um die Qualität und die Art der in den Rezensionen verwendeten Argumente zu untersuchen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Betrachtung der Literaturkritik und die empirische Analyse von fünf spezifischen Rezensionsbeispielen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die zentralen Begriffe sind Literaturkritik, Homosexualität, Wertungsmaßstäbe, Rezensionsanalyse und der Roman Koller.
Worin bestehen die Unterschiede zwischen professioneller Kritik und Laienrezensionen im Hinblick auf den Roman?
Die Arbeit stellt fest, dass sich die Grenzen zwischen professioneller Kritik und Laienrezensionen teilweise verwischen und auch professionelle Kritiker oft emotionale oder weniger tiefgründige Maßstäbe ansetzen.
Welche Rolle spielt der axiologische Wert der "Entautomatisierung" bei der Bewertung von Koller?
Die Entautomatisierung wird als wichtiger Wert identifiziert, da sie den Lesern hilft, durch die Darstellung homosexueller Lebensentwürfe herkömmliche Denk- und Normmuster im Alltag zu hinterfragen.
- Citar trabajo
- Anonym (Autor), 2023, Literaturkritik und Gegenwartsliteratur, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1498971