Bedeutung der Arbeit im Nationalsozialismus


Referat (Ausarbeitung), 2007

10 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffserklärung: „Deutsche Arbeit“ im Zusammenhang mit Antisemitismus

3. Geschichte der Konzentrationslager

4. Vernichtung durch Arbeit
4.1 „ Arbeit macht frei“

5. Fazit/ Reflexion

6. Literatur

1. Einleitung

Ich habe mich entschieden bei meinem Referat den Fokus auf den Begriff der „Deutschen Arbeit“ und die daraus resultierende Vernichtung durch die Arbeit zusetzen, da meiner Meinung nach dies die Bedeutung der Arbeit im Nationalsozialismus am Besten trifft.

Sicher gibt es noch weitere Bedeutungen der Arbeit in der Ideologie des Nationalsozialismus, aber aufgrund der Fülle von Informationen habe ich mich für die Vernichtung durch Arbeit und den Arbeitsbegriff in der NS-Zeit im Zusammenhang mit Antisemitismus. In Punkt 2 werde ich den Begriff der „Deutschen Arbeit“ näher erläutern und sine Herkunft darstellen. In Punkt 3 gehe ich auf die Entstehungsgeschichte der Konzentrationslager ein. In Punkt 4 folgt dann die Vernichtung durch Arbeit und am Schluss werde ich in Punkt 5 eine Reflexion zum Thema beziehungsweise meine Auseinandersetzung damit darstellen.

2. Begriffserklärung: „Deutsche Arbeit“ im Zusammenhang mit Antisemitismus

Arbeit ist ein zentraler Begriff in der nationalsozialistischen Ideologie. Die Ursprünge des deutschen Arbeitsbegriffs waren jedoch weit vor dem 16. Jahrhundert. Schon im Mittelalter wurden Juden damit diffamiert, sie würden nur auf dem Rücken anderer ihr Geld verdienen und seien keine ehrliche Arbeit gewohnt. Bereits 1300 gibt es Werke, in denen die Juden als Schmarotzer und Wucherer bezeichnet werden. Auch schon lange davor, hier aber wird auch von Zwangsarbeit gesprochen. Heinrich Heisler schrieb um 1300 in seinem Werk Evangelium Nicodemi: „[…] oder bringt sie [die Juden] in eine Einöde, […] und lasst sie dort roden und graben und sich dort der Mühsal aussetzen, wenn sie etwas zu essen haben wollen […]. Ehe sie Mühsal erdulden, eher tun sie alles, was ihr von ihnen verlangt, damit ihr für sie sorgt. Sonst bleiben sie faul und müßig und können doch des Geldes und Gutes sicher sein“. (vgl. Edith Wenzel: Martin Luther und der mittelalterliche Antisemitismus. In. Alfred Ebenbauer; Klaus Zatloukal(Hg): Die Juden in ihrer mittelalterlichen Umwelt, Wien, Köln 1991, S310. Aus: Holger Schatz, Andrea Woeldike; Freiheit und Wahn deutscher Arbeit Münster 2001, S.16) In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurden diese Anschuldigungen weiterentwickelt. Der Theologe Geiler von Kaiserberg beispielsweise beschuldigte die Juden nicht nur als Müßiggänger, sondern bringt sie in einen systematischen Zusammenhang mit dem Wucher. Andere Theologen dieser Zeit argumentierten ähnlich und bezeichneten die Juden immer wieder als Parasiten und Schmarotzer. (vgl. Leon Poliakov; Geschichte des Antisemitismus. Bd. 2. das Zeitalter der Verteufelung und des Ghettos, Frankfurt/M 1998, S 115.aus: Holger Schatz, Andrea Woeldike, Freiheit und Wahn deutscher Arbeit, Münster 2001, S.17)

Luther konkretisierte diese Vorstellungen und es setzte sich nun endgültig ein Arbeitsbegriff durch, der die „deutsche ehrliche Arbeit dem „ jüdischem Schmarotzertum und Wucher“ gegenüberstellt. Er sah das „deutsche Geld und Gut“ durch den „schmarotzenden und wucherischen Juden“ bedroht. Erprägte aber auch den Begriff der Arbeit neu, indem er in seiner Übersetzung der Bibel den Begriff „Arbeit“ durch „Beruf“, von Berufung, ersetzte. Arbeit war nun nicht mehr Last und Knechtschaft sondern Berufung und göttliche Aufgabe. (vgl., Holger Schatz, Andrea Woeldike, Freiheit und Wahn deutscher Arbeit, Münster 2001, S. 18).

In dem von Luther geprägtem Arbeitsethos gelten Juden als „Nichtarbeitende“ und werden in engen Zusammenhang mit dem Teufel gesetzt. Luther entwarf auch ein Konzept zur Zwangsarbeit für Juden, er war aber skeptisch bezüglich des Erfolges und plädierte für ihre Vertreibung, da sie keine Arbeit gewohnt seien. In seiner Schrift, „von den Juden und ihren Lügen schreibt er: „… dass man ihre Synagoge oder ihre Schule mit Feuer anstecke und was nicht brennen will, mit Erde überhäufe und beschütte, dass kein Mensch einen Stein oder Schlacke davon sehe ewiglich […] Zum anderen, dass man auch ihre Häuser desgleichen zerbreche und zerstöre. Denn sie treiben eben dasselbige drinnen, das sie in ihren Schulen treiben. Dafür mag man sie etwa unter ein Dach oder Stall tun, wie die Zigeuner. […] keiner Arbeit gewohnet, so lasst uns mit ihnen rechnen, was sie uns abgewuchert, und darnach gütlich geteilet, sie aber immer vom Lande ausgetrieben“. (Zit. N. Martin Luther, Von den Juden und ihren Lügen, in: ders.; Ausgewählte Werke. Ergänzungsreihe dritter Band, in: H.H. Borcherdt/ Georg Merz(Hg.), Schriften wider Juden und Türken, Zweite Auflage, Berlin/ München 1936, aus: Jürgen Elsässer, Andrej Markovits, Die Fratze der eigenen Geschichte, Berlin 1999, S.104)

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wird der Begriff der „Deutschen Arbeit“ weiterentwickelt und idealisiert. In Gustav Freitags Roman: „Soll und Haben“, von 1855 werden die Protagonisten mit stereotypen Charaktereigenschaften versehen. Der Unternehmer Anton Wolfahrt gilt als tüchtig, fleißig und ehrlich zudem ist er preußisch- protestantisch. Der Jude Itzig Veitel hingegen, wird als faul, lasterhaft, betrügerisch und unehrlich dargestellt. (Jürgen Elsässer, Andrej Markovits, Die Fratze der eigenen Geschichte, Berlin 1999, S. 108).

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Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Bedeutung der Arbeit im Nationalsozialismus
Hochschule
Evangelische Hochschule Ludwigsburg (ehem. Evangelische Fachhochschule Reutlingen-Ludwigsburg; Standort Ludwigsburg)
Note
1,7
Autor
Jahr
2007
Seiten
10
Katalognummer
V149933
ISBN (eBook)
9783640608713
ISBN (Buch)
9783640608980
Dateigröße
1228 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bedeutung, Arbeit, Nationalsozialismus
Arbeit zitieren
Andreas Eckert (Autor), 2007, Bedeutung der Arbeit im Nationalsozialismus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/149933

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