Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den Erfolgsfaktoren einer Transformation zu einer prozessorientierten Organisation. Dynamische Marktentwicklungen verlangen immer kürzere Reaktionszeiten auf Veränderungen und entsprechende Anpassungsfähigkeit von Unternehmen. In der Thesis wird die Frage nach den Erfolgsfaktoren einer Transformation zur prozessorientierten Organisation geklärt, da dieser Ansatz die Anpassungsfähigkeit verbessern soll. Weiterhin wird untersucht welche Aufbauorganisation einer Prozessorientierung entspricht und welche Rollen im Unternehmen implementiert werden müssen. Für die Beantwortung der Forschungsfragen wird eine Literaturrecherche sowie eine empirische Untersuchung des Themas mittels Experteninterviews vorgenommen. Mithilfe einer qualitativen Inhaltsanalyse werden Interviewtranskripte ausgewertet. In der Literatur sind bereits Konzepte zum strategischen, operativen und technischen Prozessmanagement vorhanden, welche im theoretischen Teil der Arbeit ausführlich erläutert werden. Die Experteninterviews zeigen, dass neben den Bestandteilen eines Prozessmanagement weitere Erfolgsfaktoren für die Transformation zur prozessorientierten Organisation vorhanden sind. Nicht die Methoden, Tools oder Systeme sind entscheidend, sondern der Faktor Mensch. Erst wenn alle Beteiligten der Organisation die Notwendigkeit und den Sinn der Transformation verstanden haben, kann eine prozessorientierte Kultur etabliert werden, die wiederum eine erfolgreiche Umsetzung garantiert. Dieser Punkt wird in der Praxis gerne missachtet, da dieser schwer messbar ist und Jahre in der Umsetzung erfordert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Relevanz des Themas
1.2 Zielsetzung und Forschungsfragen
1.3 Aufbau der Arbeit
2. Grundlagen
2.1 Begriffserklärung Prozess
2.2 Prozessorientierte Organisation
2.2.1 Definition
2.2.2 Ziele
2.2.3 Prozessmanagement
2.2.4 Chancen und Herausforderungen einer prozessorientierten Organisation
2.2.5 Abgrenzung prozessorientierte Organisation und Organisation 4.0
3. Ausgestaltung einer prozessorientierten Organisation
3.1 Prozessorientierte Führung
3.2 Kundenzentrierung
3.3 Prozessmanagement
3.3.1 Phasen des Prozessmanagements
3.3.2 Strategisches Prozessmanagement
3.3.3 Operatives Prozessmanagement
3.3.4 Technisches Prozessmanagement
3.4 Aufbauorganisation
3.4.1 Organisationsformen
3.4.2 Bewertung der Organisationsformen
3.4.3 Rollen und Gremien
4. Empirische Untersuchung der Erfolgsfaktoren
4.1 Forschungsdesign
4.2 Auswahl der Experten und Datenerhebung
4.3 Analyse der Interviews
5. Ergebnisse
5.1 Erfolgsfaktoren einer Transformation zur prozessorientierten Organisation
5.1.1 Ende-zu-Ende-Betrachtung
5.1.2 Governance-Framework
5.1.3 Kundenorientierung und Anpassungsfähigkeit
5.1.4 Prozessorientiertes Führungsverständnis
5.1.5 Werte einer prozessorientierten Kultur
5.2 Aufbauorganisation und Rollen
5.2.1 Reifegrade der Organisation
5.2.2 Rollen und Qualifizierung im Prozessmanagement
5.2.3 Zusammenarbeitsmodell funktionale Führungskraft und Prozessrolle
6. Diskussion
6.1 Interpretation der Ergebnisse
6.2 Handlungsempfehlung
7. Fazit
7.1 Zusammenfassung und Implikation
7.2 Limitationen und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Bachelorarbeit identifiziert und analysiert die wesentlichen Erfolgsfaktoren für die Transformation von Unternehmen zu einer prozessorientierten Organisation. Ziel ist es, den notwendigen Paradigmenwechsel von funktionalen Silostrukturen hin zu einer effizienten, kundenorientierten Ablauforganisation theoretisch zu fundieren und durch empirische Experteninterviews praxisnah zu verifizieren, um Unternehmen bei der Steigerung ihrer Anpassungsfähigkeit in dynamischen Märkten zu unterstützen.
- Erfolgsfaktoren für die Transformation zur prozessorientierten Organisation
- Gestaltung einer effizienten prozessorientierten Aufbauorganisation
- Anforderungen an Rollen und Gremien im Prozessmanagement
- Kultureller Wandel und Führung im Kontext der Prozessorientierung
- Empirische Validierung durch qualitative Experteninterviews
Auszug aus dem Buch
3.1 Prozessorientierte Führung
In einer prozessorientierten Organisation spielt die Führung eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung und Umsetzung von Zielsystemen. Die Unternehmensführung verantwortet die langfristige Ausrichtung des Unternehmens. Dazu ist es notwendig eine Vision mit Leitplanken zu definieren, an denen sich die Bereiche und Mitarbeitenden des Unternehmens orientieren können und ihr Handeln darauf ausrichten. Die Führungsebene muss die Grundsätze der Transformation im Unternehmen klar kommunizieren und dafür Sorge tragen, dass das Engagement der Mitarbeitenden zur Umsetzung der Vision gefördert wird. Die Schaffung einer Kultur des Vertrauens und der Offenheit, in der sich Mitarbeiter befähigt fühlen, Verantwortung für ihre Prozesse zu übernehmen, ist ein wichtiger Faktor in der prozessorientierten Organisation. Dies erfordert eine Veränderung der herkömmlichen autoritären Führungsstrukturen hin zu einer unterstützenden und kooperativen Führung, die Mitarbeiter ermutigt sich kontinuierlich zu verbessern und kreative Lösungen zu entwickeln.
Darüber hinaus müssen bestehende Zielsysteme auf Vereinbarkeit mit dem prozessorientierten Ansatz überprüft und eventuell angepasst werden (Niebisch 2022, S. 50). Stehen die aktuellen Anreizsysteme im Widerspruch zur neuen prozessorientierten Ausrichtung, kann dies die Verwirklichung der Vision blockieren. Es ist wichtig klare Ziele und Kennzahlen für Führungskräfte und Mitarbeitende festzulegen, um sicherzustellen, dass alle Aktivitäten darauf abzielen, das übergeordnete Unternehmensziel zu erreichen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beleuchtet die Relevanz der Prozessorientierung angesichts einer komplexen VUCA-Welt sowie die Zielsetzung und Struktur der Arbeit.
2. Grundlagen: Definiert zentrale Begriffe wie Prozess, Prozessmanagement und grenzt die prozessorientierte Organisation von der Organisation 4.0 ab.
3. Ausgestaltung einer prozessorientierten Organisation: Detailliert die notwendigen Komponenten wie Führung, Kundenzentrierung, verschiedene Management-Ebenen und die Aufbauorganisation.
4. Empirische Untersuchung der Erfolgsfaktoren: Beschreibt das wissenschaftliche Forschungsdesign, die Expertenauswahl und die qualitative Analysemethode der Interviews.
5. Ergebnisse: Präsentiert die identifizierten Erfolgsfaktoren, wie die Ende-zu-Ende-Betrachtung und das Governance-Framework, sowie notwendige Rollenbilder.
6. Diskussion: Interpretiert die gewonnenen Erkenntnisse und leitet konkrete Handlungsempfehlungen für die Praxis ab.
7. Fazit: Fasst die Kernergebnisse zusammen, reflektiert die Limitationen der Studie und gibt einen Ausblick auf zukünftigen Forschungsbedarf.
Schlüsselwörter
Prozessmanagement, Prozessorientierte Organisation, Transformation, Unternehmenskultur, Erfolgsfaktoren, Aufbauorganisation, Prozessführung, Digitalisierung, Kundenzentrierung, Prozessarchitektur, Rollenkonzept, Strategisches Prozessmanagement, Operatives Prozessmanagement, Prozesscontrolling, Führungswandel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie Unternehmen ihre Prozesse und Organisationsstrukturen umwandeln können, um in einem dynamischen Geschäftsumfeld anpassungsfähiger und erfolgreicher zu agieren.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Thesis?
Der Fokus liegt auf den Erfolgsfaktoren der Transformation, der prozessorientierten Führung, der Rolle des Faktors Mensch in der Unternehmenskultur sowie der Gestaltung von Aufgaben und Verantwortlichkeiten innerhalb der Aufbauorganisation.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, relevante Erfolgsfaktoren für die prozessorientierte Gestaltung eines Unternehmens zu identifizieren und aufzuzeigen, wie Theorie und Praxis erfolgreich miteinander verbunden werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit kombiniert eine fundierte Literaturrecherche mit einer empirischen Untersuchung durch qualitative Experteninterviews, die mittels Inhaltsanalyse ausgewertet wurden.
Was steht im inhaltlichen Mittelpunkt des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Ausgestaltung prozessorientierter Strukturen und eine empirische Analyse, aus der spezifische Erfolgsfaktoren wie die Ende-zu-Ende-Betrachtung und Governance-Modelle hervorgehen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Zentrale Begriffe sind Prozessmanagement, Prozessorientierte Organisation, Transformation, Unternehmenskultur und Aufbauorganisation.
Warum ist der "Faktor Mensch" laut den Experten so entscheidend?
Die Experten betonen, dass Methoden und Strukturen wirkungslos bleiben, solange die Mitarbeitenden und Führungskräfte den Sinn der Transformation nicht verstehen oder Widerstände aufgrund von Besitzstandswahrung aufbauen.
Welche Rolle nimmt der "Chief Process Officer" in einer prozessorientierten Organisation ein?
Der CPO ist auf C-Level angesiedelt und verantwortet den strategischen Rahmen des Prozessmanagements, um eine kontinuierliche Weiterentwicklung der Geschäftsprozesse sicherzustellen, ohne jedoch direkt für einzelne operative Prozesse zuständig zu sein.
- Arbeit zitieren
- Daniel Falkner (Autor:in), 2024, Erfolgsfaktoren für eine Transformation zur prozessorientierten Organisation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1499434