Die vorliegende Hausarbeit thematisiert die Frage, inwieweit ein Instrument wie die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson zur Stressbewältigung eingesetzt werden kann.
Zum besseren Verständnis wird im folgenden Kapitel zunächst der Begriff Stress, Auslöser und Folgen genauer durchleuchtet. Darauf aufbauend skizziert das Stressmodell nach Lazarus exemplarisch ein Handlungsmuster für den Ablauf von Stressreaktionen. Mit dieser Einsicht wird in Kapitel 3 mit der Progressiven Muskelentspannung nach Jacobson ein Training vorgestellt, welches in dieses Handlungsmuster eingreift und zur Stressreduzierung beziehungsweise zur Stressbewältigung beitragen soll. Dabei werden neben der Wirkungsweise auch die Einsatzmöglichkeiten und Indikationen beschrieben. In Kapitel 4 erfolgt ein persönliches Resümee und die Antwort auf die oben aufgestellte Frage.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Was ist Stress
2.1 Definition
2.2 Stressoren
2.3 Transaktionales Stressmodell nach Lazarus
2.4 Symptome
3 Progressive Muskelentspannung nach Jacobson
3.1 Biografie
3.2 Grundlagen und Wirkungsweise
3.3 Weiterentwicklung nach Wolpe und Bernstein & Borkovec
3.4 Trainingsbeschreibung
3.5 Einsatzmöglichkeiten
3.6 Evaluierung
4 Persönliches Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Relevanz der Progressiven Muskelentspannung nach Edmund Jacobson als Instrument zur psychologischen Stressbewältigung in Zeiten zunehmender psychischer Belastung.
- Grundlagen der Stressforschung und das transaktionale Stressmodell nach Lazarus
- Biografie und theoretische Herleitung der Progressiven Muskelentspannung
- Methodische Weiterentwicklungen der Entspannungstechnik (Wolpe, Bernstein & Borkovec)
- Praktische Anwendungsbereiche und klinische Indikationen
- Evaluation der Wirksamkeit in der Gesundheitsprävention
Auszug aus dem Buch
3.2 Grundlagen und Wirkungsweise
Wie bereits angeführt beginnt Jacobson sehr früh die Verbindung zwischen körperlichen- und seelischen Störungen und Anspannung zu untersuchen. 1. Ergebnisse seiner Forschung dokumentiert er 1910 in seiner Doktorarbeit mit dem Titel Hemmung. (Vgl. Jacobson, 2019, S. 47 Abs. 2)
Zur Untersuchung inwieweit die Reaktion auf einen Schreckimpuls vom Grad der Entspannung, genauer der Muskelentspannung des Probanden abhängig ist, erzeugt er durch das Knallen einer Holzlatte auf den Tisch einen Schreckimpuls. Jacobson weist dabei nach, dass die Reaktion auf das Geräusch deutlich geringer ausfällt, wenn sich der Versuchsteilnehmer in entspanntem Zustand befindet. (Vgl. Jacobson, 2019, S. 47 Abs. 3)
Um die Stärke der Muskelspannung und Nervenimpulse nachweisen zu können, entwickelt Jacobson ein Neurovoltmeter, mit dem es ihm möglich ist, neuromuskuläre Aktivität bis zu einem zehnmillionstel Volt zu messen (vgl. Jacobson, 2019, S. 34 Abs. 2). Er ist damit der Pionier im Bereich der Elektromyografie (vgl. Krampen, 2013, S. 90 Abs. 2).
Jacobson zeigt auf, dass bereits Denken zu einer Veränderung des Muskeltonus führt. Die „(...) Verbindung von Denken, Psyche und Muskulatur veranlasste ihn zu der Auffassung, dass Hirnzentren und Willkürmuskulatur wie in einem „Verstärkerkreislauf“ zusammenwirken (Reziprozitätsthese).“ (Helmer, 2008, S. 92 Abs. 3).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Entwicklung von Stressreaktionen und aktuelle psychosoziale Belastungsfaktoren als Ausgangslage für die Arbeit.
2 Was ist Stress: Dieses Kapitel definiert Stress als physiologischen und psychischen Prozess und erläutert Stressoren sowie Coping-Strategien anhand des transaktionalen Modells nach Lazarus.
3 Progressive Muskelentspannung nach Jacobson: Hier werden die biografischen Hintergründe von Edmund Jacobson sowie die wissenschaftlichen Grundlagen und verschiedenen praktischen Implementierungen seines Entspannungstraining detailliert dargestellt.
4 Persönliches Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Methode ein wissenschaftlich fundiertes Instrument zur Stressbewältigung darstellt, betont jedoch die Notwendigkeit von Disziplin und Kontinuität bei der Anwendung.
Schlüsselwörter
Stressbewältigung, Progressive Muskelentspannung, Edmund Jacobson, transaktionales Stressmodell, Lazarus, Entspannungstherapie, Neurovoltmeter, Elektromyografie, Stressoren, Gesundheitsprävention, psychische Gesundheit, Coping, Körperwahrnehmung
Häufig gestellte Fragen
Was ist das zentrale Thema dieser Arbeit?
Die Arbeit fokussiert sich auf die stressreduzierende Wirkung und die Anwendungsmöglichkeiten der Progressiven Muskelentspannung, begründet durch Edmund Jacobson.
Welche Forschungsfrage wird verfolgt?
Die zentrale Frage lautet, inwieweit die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson ein geeignetes Instrument zur effektiven Stressbewältigung darstellt.
Welches psychologische Modell wird zur Erklärung von Stress herangezogen?
Es wird das transaktionale Stressmodell nach Richard Lazarus verwendet, welches Stress als das Ergebnis von Bewertungsprozessen zwischen Individuum und Umwelt definiert.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Erarbeitung genutzt?
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Theorienanalyse der bestehenden wissenschaftlichen Forschung zu Stresspsychologie und Entspannungsverfahren.
Wer ist Edmund Jacobson?
Edmund Jacobson war ein US-amerikanischer Mediziner und Pionier auf dem Gebiet der Elektromyografie, der die Methode der systematischen Muskelentspannung entwickelte.
Wie unterscheidet sich die ursprüngliche Methode von späteren Entwicklungen?
Während Jacobson eine sehr zeitintensive klassische Methode entwickelte, zeichnen sich spätere Versionen (z. B. durch Wolpe oder Bernstein & Borkovec) durch eine höhere Praktikabilität durch Reduktion der Muskelgruppen aus.
Warum betont die Autorin die Bedeutung von "systematischem Training"?
Die Autorin stellt fest, dass Entspannung keine passive Eigenschaft ist, sondern eine erlernbare Fähigkeit, die durch regelmäßiges Training gefestigt werden muss, da der Trainingseffekt bei längeren Pausen abnehmen kann.
Welcher Stellenwert wird der Selbstdisziplin eingeräumt?
Die Selbstdisziplin wird als entscheidender Faktor genannt, da es im stressigen Alltag oft einfacher erscheint, auf Medikamente zurückzugreifen, als sich die notwendige Zeit für Entspannungsübungen zu nehmen.
- Quote paper
- Lisa Krause (Author), 2020, Stressbewältigung am Beispiel der "Progressiven Muskelentspannung" nach Jacobson, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1499610