Im Rahmen dieser Arbeit sollen Akteure der Neuen Rechten im deutschsprachigen Raum, deren Strukturen und Netzwerke sowie ihre Strategien in sozialen Medien beleuchtet werden. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf der möglichen Beeinflussung Jugendlicher durch die multimedialen Inhalte. Hierzu werden strukturelle Rahmungen und vornehmlich entwicklungspsychologische Aspekte jugendlicher Lebenswelten umrissen, welche von rechtsextremen Gruppierungen gezielt genutzt werden, um Jugendliche anzusprechen und zu einer potentiellen Zielgruppe zu machen. Hierbei spielen die Strategien in sozialen Medien eine entscheidende Rolle.
Ziel der Arbeit ist es, die Strategien, Narrative und Praktiken der Neuen Rechten in sozialen Medien aufzuzeigen sowie die Anknüpfungspunkte und Schnittmengen jugendlicher Lebensrealitäten darzustellen, worüber sich die Akteure der Neuen Rechten eine Akzeptanz ihrer verbreiteten Inhalte und Ideologien erhoffen. Grundlegend wird sich dieser Thematik über eine Literaturrecherche operationalisiert und durch Studien aus der Medienwissenschaft und Rechtsextremismusforschung textualisiert und ergänzt.
Das Ergebnis der Arbeit zeigt, dass die Akteure der Neuen Rechten versuchen, durch metapolitische Erschließung unbesetzter Felder der Online-Welt, gezielt auf die Lebenswelt von Jugendlichen einzuwirken. Auf digitalen Plattformen werden vermeintlich harmlose Narrative benutzt, um Ideologien und Einstellungen subtil transportieren zu können. Die sozialen Medien tragen durch ihre Beschaffenheit und Systeme zu einer Verstärkung bei.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsdefinition
2.1. Rechtsextremismus
2.2. Rechtspopulismus
3. Die Neue Rechte
3.1. Akteure und Netzwerke
3.1.1. Alternative für Deutschland und Junge Alternative
3.1.2. Die Identitäre Bewegung
3.2. Ideologie
3.2.1. Rassismus
3.2.2. Ethnopluralismus
3.2.3. Antisemitismus
3.3. Agenda und Narrationen
3.3.1. Kulturrevolution und Metapolitik
3.3.2. Der große Austausch
4. Potentielle Zielgruppe: Jugendliche
4.1. Jugendkultur und Gegenkultur
4.2. Identitätsbildung nach Erikson
4.3. Jugendliche und soziale Medien
5. Strategien in sozialen Medien
5.1. Hate Speech und Fake News
5.2. #Hashtags
5.3. Videos, Livestream und Spiele
5.4. Algorithmische Empfehlungssysteme
5.5. Emotionalisierung durch Bilder und „Memes“
6. Fazit und Prognose
Zielsetzung & Forschungsthemen
Die Arbeit analysiert, wie Akteure der Neuen Rechten soziale Medien nutzen, um ihre Ideologien an Jugendliche zu vermitteln und diese als Zielgruppe zu erschließen.
- Struktur und Strategien der Neuen Rechten in sozialen Medien
- Die Rolle völkisch-nationalistischer Ideologien (z. B. "Großer Austausch")
- Identitätsbildungsprozesse bei Jugendlichen als Einfallstor
- Mediale Verbreitungsformen wie Hate Speech, Memes und Algorithmen
- Professionelle Herausforderungen für die Soziale Arbeit
Auszug aus dem Buch
3.1.1. Alternative für Deutschland und Junge Alternative
Die Alternative für Deutschland, kurz AfD, wurde im Jahr 2013 gegründet und ist seit der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland die einzige Partei, die sich am rechten Rand des deutschen Parteisystems etablieren konnte. Wichtigster Akteur hinsichtlich der Gründung und Aushängeschild der AfD, ist der Volkswirtschaftsprofessor Bernd Lucke, der - wie auch Alexander Gauland - vorher als CDU-Mitglied aktiv war. Im Gründungsjahr schaffte die AfD die 4,3% Hürde der Rechtsaußenparteien, welche im Jahr 1969 von der NPD erzielt wurde. (vgl. Decker 2020: o.S.) Nach der Gründung verschaffte sich die AfD große öffentliche Aufmerksamkeit und trug zur Polarisierung der politischen Debatte in Deutschland bei.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Radikalisierung und Sichtbarkeit rechter Akteure in der Mitte der Gesellschaft durch die Nutzung digitaler Medien.
2. Begriffsdefinition: Dieses Kapitel arbeitet die Komplexität und Abgrenzung der Begriffe Rechtsextremismus und Rechtspopulismus auf.
3. Die Neue Rechte: Es werden zentrale Akteure wie AfD und Identitäre Bewegung sowie deren ideologische Grundpfeiler wie Rassismus und Ethnopluralismus analysiert.
4. Potentielle Zielgruppe: Jugendliche: Das Kapitel verknüpft entwicklungspsychologische Grundlagen der Identitätsbildung mit der Mediennutzung Jugendlicher.
5. Strategien in sozialen Medien: Es werden spezifische Mechanismen wie Hate Speech, algorithmische Filterblasen und die emotionale Ansprache mittels Memes untersucht.
6. Fazit und Prognose: Die Arbeit schließt mit einer systemischen Einschätzung der Herausforderungen für die Soziale Arbeit und der Notwendigkeit medienpädagogischer Gegenmaßnahmen.
Schlüsselwörter
Rechtsextremismus, Neue Rechte, soziale Medien, Jugendliche, Identitäre Bewegung, AfD, Ethnopluralismus, Hate Speech, Metapolitik, Radikalisierung, Algorithmen, Memes, Soziale Arbeit, Propaganda, Polarisierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Einflussnahme rechtsradikaler Gruppierungen und Akteure der Neuen Rechten auf Jugendliche im deutschsprachigen Raum unter besonderer Berücksichtigung digitaler Medien.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Neben der Definition ideologischer Begriffe liegt der Fokus auf der Medienstrategie der Neuen Rechten, der Identitätsbildung im Jugendalter und der Funktionsweise sozialer Netzwerke.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit analysiert, welche spezifischen Medienpraxen und -strategien genutzt werden, um Jugendliche als Zielgruppe für rechtsextreme Ideologien zu gewinnen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert primär auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung von Studien aus der Medienwissenschaft und der Rechtsextremismusforschung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Akteure, die inhaltliche Aufarbeitung der Ideologien, die Zielgruppenanalyse und die detaillierte Darstellung digitaler Propagandatechniken.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Rechtsextremismus, Neue Rechte, Soziale Medien, Jugendliche, Metapolitik, Identitätsbildung und algorithmische Manipulation.
Welche Bedeutung haben "Memes" für die rechte Ideologieverbreitung?
Memes werden als niederschwellige, visuelle Kommunikationsmittel genutzt, um komplexe Ideologien zu vereinfachen, Emotionen zu wecken und als "sanfter" Einstieg in extremistische Szenen zu dienen.
Warum sind Jugendliche eine besonders anfällige Zielgruppe?
Die Identitätsfindungsphase im Jugendalter ist geprägt von einer Suche nach Zugehörigkeit und Abgrenzung, was Akteure nutzen, um durch gezieltes Community-Building ideologische Inhalte anschlussfähig zu machen.
- Arbeit zitieren
- Lukas Bauer (Autor:in), 2021, Rechtsextremismus in sozialen Medien. Die Einflussnahme auf Jugendliche, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1499682