Eine neue Marketingstrategie für das Projekt „TP2 Talentpool“


Seminararbeit, 2008

22 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Ausgangssituation des Projektes "TP2 Talentpool"

3 Marketinganalyse
3.1 Umfeldanalyse
3.2 Marktanalyse
3.3 Betriebsanalyse

4 Mission Statement

5 Ideen zu einer neuen Marketingstrategie

6 Fazit

7 Anhang

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

„Als Filmemacher hat man viele Jobs gleichzeitig. Man ist Psychiater, Organisator, Buchhalter, Rechtsanwalt, Reiseleiter, Promoter, Architekt, Manipulator, Fotograf, Geschichtenerzähler, Werbefachmann, Sklaventreiber, Autor und noch einiges mehr, was eher nicht so glamourös und kreativ erscheinen mag.“[1] Auf diese vielseitigen Tätigkeitsfelder als Produzent, Drehbuchautor oder Regisseur soll das „TP2 Talentpool“ Förderprogramm junge Talente aus Mitteldeutschland auf ihrem cineastischen Weg vorbereiten.

„TP2 Talentpool“ ist das einzige Förderprojekt für den Filmnachwuchs in Mitteldeutschland. Das Projekt fördert jährlich 10 Teilnehmer, welche dazu befähigt werden sollen, eigene Produktionsunternehmen zu gründen. Bestenfalls siedeln sich diese Firmen am Standort Mitteldeutschland an. Das Projekt ist erfolgreich: Drei Kinofilmproduktionsunternehmen haben sich in drei Jahren in Thüringen und Sachsen-Anhalt angesiedelt - „ostlicht filmproduktion“ Weimar, „42film“ Halle und „Gruppe Weimar“. Die Geschäftsführer bzw. Gesellschafter aller drei Firmen haben das TP2-Programm durchlaufen. Diese positive Entwicklung begrüßt auch die Mitteldeutsche Medienförderung, die dem Projekt einen sehr hohen Stellenwert einräumt.

Diese konkreten Entwicklungen zeigen, dass das „TP2 Talentpool“ Programm das Ziel, die mitteldeutsche Filmproduktionslandschaft langfristig zu stärken, hervorragend erfüllt.[2]

Doch in dieser Entwicklung des TP2-Programms gibt es ein Problem. Seit zwei Jahren bewerben sich, trotz vereinfachter Bewerbungsverfahren, immer weniger Teilnehmer. Zuletzt waren es lediglich 15 Bewerber für das 9-monatige Förderprogramm 2007. Mögliche Folgen sind sinkende Programmqualität, wenig oder kein Output im Sinne der Projektziele bis hin zum Sterben des Projekts.

Dieser Tendenz wollen die Projektleiter entgegenwirken. Aus diesem Grund werden neue Strategien zur Verbesserung der Teilnehmerakquise von dem Projektträger Tradewind Pictures konzipiert und durchgeführt, welche im Folgenden dargestellt sind.

2 Ausgangssituation des Projektes „TP2 Talentpool“

Die Kölner Filmproduktionsfirma Tradewind Pictures GmbH entschließt sich im Jahr 2000 eine Niederlassung in Erfurt zu gründen und in der mitteldeutschen Medienlandschaft[3] aktiv zu werden. Zunächst entwickelt das Unternehmen Filmideen, deren Komplettproduktionen in Mitteldeutschland realisiert werden können. Bereits nach der ersten Filmproduktion in Thüringen, zeigen sich Probleme auf, welche durch die schwache Produktionslandschaft in Thüringen begründet sind. Zu diesem Zeitpunkt ist die Produktionsfirma Tradewind Pictures GmbH eine von zwei Kinofilmproduktionsfirmen am Standort Thüringen.

Ausgehend von dieser Situation entscheidet sich einer der beiden Geschäftsführer, Thomas Springer, ein Projekt zu entwickeln, dass dieser Situation entgegenwirkt und die mitteldeutsche Produktionslandschaft beflügelt. Aus dieser Idee entwickelt sich das Projekt „TP2 Talentpool“ zur Ausbildung junger Talente im Filmgeschäft zu Profis[4], welches 2004 zum ersten Mal durchgeführt wird. Dabei wird die Förderung auf die Bereiche Regie, Drehbuch und Produktion eingeschränkt, um die Ausbildung so hochwertig wie möglich durchzuführen. Neben der Vermittlung von Fachwissen in den oben genannten Bereichen ist die Vermittlung sozialer Kompetenzen ein weiteres wichtiges Programmziel. Dr. Anke Nienkerke-Springer, als zweite Projektleiterin des „TP2 Talentpool“, engagiert sich hier mit Ihrem Beratungsunternehmen Nienkerke-Springer Consulting, um diesem Ziel gerecht zu werden.

6 bis 10 junge Filmschaffende aus Mitteldeutschland werden ein halbes Jahr mittels 5 dreitägigen Workshops in den Bereichen Projektmanagement, Drehbuch, Stoffentwicklung, Arbeitsmethodik, Zeitmanagement, Filmrecht, Verhandlungsführung, Selbstmotivation, Teambildung, Mitarbeiterführung, Regie, Schauspielerführung, Filmverleih, Filmvertrieb und Marketing, Einzelcoachings und Gruppenseminaren begleitet. Sie bekommen einen Tutor aus dem Filmgeschäft, welcher auf den Bereich des jeweiligen Teilnehmers zugeschnitten ist. Der Bereich ermittelt sich aus den Filmprojekten, welche die Teilnehmer in das TP2-Programm mitbringen. Ziel des „TP2 Talentpools“ ist es, die Filmprojekte der jungen Talente so zu begleiten und zu entwickeln, dass die Teilnehmer einen überdurchschnittlichen Ehrfahrungszuwachs bekommen und nicht zuletzt befähigt werden, eigene Produktionsfirmen gründen zu können. Daraus resultiert die Hoffnung der Organisatoren sowie der Mitteldeutschen Medienförderung als Hauptförderer dieses Projekts, neue Unternehmen und Projekte am Standort Thüringen bzw. in mitteldeutschen Raum zu etablieren.

An den bislang abgeschlossenen Jahrgängen haben insgesamt 23 junge Filmschaffende teilgenommen. Zurzeit läuft der vierte Jahrgang mit weiteren 7 Teilnehmern.[5] Die Teilnehmer durchlaufen vorher ein Bewerbungsverfahren, welches nach und nach vereinfacht wurde. So müssen die Teilnehmer des Programms von 2004 umfangreiche Motivationsschreiben und Arbeitsproben abliefern. Heute reicht eine einseitige Bewerbung mit einem tabellarischen Lebenslauf und einer Arbeitsprobe eines bereits durchgeführten Filmprojekts. Grund für die Vereinfachung ist die Befürchtung, dass der Aufwand für potentielle Teilnehmer zu hoch sei.[6] So ist auch die finanzielle Eigenleistung der Teilnehmer von 795,00 Euro (netto) auf 500,00 Euro (netto) gesenkt worden.

Gegenläufig dazu verlängert sich die Dauer des Projekts im Jahr 2007 von 6 auf 9 Monate und 2008 auf 12 Monate. Nach einer freien Analyse der Kenntnisse der Absolventen, haben die Organisatoren eine Verlängerung angestrebt und beantragt. Damit soll erreicht werden, dass sich die Teilnehmer-Projekte noch weiter als bisher entwickeln lassen und die Betreuung der Teilnehmer durch die Tutoren intensiviert werden. Darüber hinaus soll Raum für eine noch umfassendere Vermittlung von filmspezifischem Fachwissen und überfachlichen Kompetenzen geschaffen werden.[7]

3 Marketinganalyse

3.1 Umfeldanalyse

Das „TP2 Talentpool“ Programm findet jährlich in der Landeshauptstadt Thüringens statt. Erfurt befindet sich im Prozess, neben Halle und Leipzig, Medienstadt in Mitteldeutschland zu werden. In und um Erfurt haben sich im Laufe der letzten Jahre zahlreiche Medienunternehmen zusammengefunden. Von Produktion und Postproduktion für Rundfunk, Fernsehen, Kino, Theater, Printmedien und Neue Medien über den Vertrieb, begleitende Dienstleistungen bis hin zu Aus- und Fortbildung sind mittlerweile kompetente Partner vor Ort. Eine besondere Anziehungskraft geht natürlich vom aus Erfurt sendenden Kinderkanal KI.KA aus. Erfurt hat diese Chance ergriffen und die Nische der „Kindermedien“ besetzt. Der KI.KA ist dabei Kristallisationspunkt für Unternehmensansiedlungen sowie ergänzende Aktivitäten in Schule und Freizeit. Er rückt Erfurt mehr in das Licht der Öffentlichkeit und der Investoren – ein Leuchtturm in einem kreativen Umfeld, in dem sich mehr und mehr Firmen versammeln, die speziell im Bereich Kindermedien arbeiten. Ergebnis dessen ist zum Beispiel, dass sich der „Goldene Spatz“ im letzten Jahr entschloss, auch in Erfurt zu landen.[8]

Jedoch sollte an dieser Stelle erwähnt werden, dass Erfurt eine bisher sehr kurze Mediengeschichte hat. Das begründet sich darin, dass es in der ehemaligen DDR keine Medienkunst gegeben hat. Auch die Pendants der westlichen Vorläufer – Experimentalfilm und Videokunst – fehlten völlig. Neben den hohen Anschaffungskosten von Videokameras und PCs mögen auch politische Kontrollmaßnahmen eine Rolle gespielt haben.[9] Das macht sich heute bemerkbar: lokale Medienstudiengänge entwickeln sich seit Ende der neunziger Jahre und neben der Bauhaus Universität Weimar, kann die Thüringische Hochschullandschaft nicht auf historische Medienstudiengänge zurückgreifen. Ein Unterschied zu Köln, München und Berlin wird schnell klar. Warum ist ein Vergleich zu diesen Städten wichtig? Die Filmwirtschaft konzentriert sich im Wesentlichen auf vier Standorte: In 2000 waren zwei Drittel aller Beschäftigten in Berlin, Hamburg, Köln und München tätig. Gleichzeitig hatten dort 76 % aller Produktionsbetriebe ihren Sitz, auf die 88 % des Gesamtumsatzes in 2000 entfielen.[10]

[...]


[1] Wim Wenders: Ich habe einen Traum. In: DIE ZEIT, Ausgabe 41, 2003, http://zeus.zeit.de/text/2003/41/Traum_2fWenders, 12.12.2007.

[2] Thomas Springer: TP2 Talentpool – Resultate der Jahrgänge 2004-2007. Erfurt 2007, Seite 6.

[3] In Deutschland begrenzen sich Filmförderungen auf Unternehmen und Filmproduktionen in speziellen Gebieten. So zum Beispiel Medienboard Brandenburg auf Brandenburg und die Filmstiftung NRW auf Nordrheinwestfahlen. Die Filmförderung in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt wird durch die Mitteldeutsche Medienförderung realisiert, so dass hier von der Produktions- bzw. Medienlandschaft Mitteldeutschland ausgegangen wird.

[4] Vgl. Thomas Springer. Interview, Köln 19.11.2007.

[5] Springer: TP2 Talentpool – Resultate der Jahrgänge 2004-2007. Seite 4.

[6] Vgl. Springer. 2007.

[7] Thomas Springer: TP2 Talentpool - Konzept zur Weiterentwicklung des Spitzenqualifikationsprogramms für den mitteldeutschen Filmnachwuchs. Erfurt 2007, Seite 2

[8] Martin Jacob: Erfurter Medienhandbuch. Erfurt 2003, Seite 6

[9] Peter Zorn: Die wahre Geschichte der Werkleitz Gesellschaft oder: Wie man den pragmatischen Utopismus lieben lernt, In: Das tätowierte Schwein - 10 Jahre Werkleitz, Werkleitz Gesellschaft e.V., Tornitz 2003, Seite 10

[10] Katja Kühnel: Filmwirtschaft - Branchenfakten mit Fokus auf Berlin. Berlin 2003, Seite 4

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Eine neue Marketingstrategie für das Projekt „TP2 Talentpool“
Hochschule
Hochschule Zittau/Görlitz; Standort Görlitz
Note
2,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
22
Katalognummer
V149973
ISBN (eBook)
9783640617920
ISBN (Buch)
9783640617692
Dateigröße
582 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Marketing, SWOT, Projekt, Öffentlichkeitsarbeit, Seminar, Seminarprogramm, Fortbildung, TP2, TP2 Talentpool, Filmnachwuchs, Mitteldeutschland, Marketingkonzept, Kulturmarketing
Arbeit zitieren
Marcus Rüssel (Autor), 2008, Eine neue Marketingstrategie für das Projekt „TP2 Talentpool“, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/149973

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