Die Schweiz stand im Zeitpunkt des Aufkommens der Fibeln in einem geografisch und kulturell vielgestaltigen Raum, der bereits in vorgeschichtlicher Zeit verschiedenen Kulturprägungen und
–einflüssen ausgesetzt war.
Die damaligen Gebiete der Schweiz standen mit den angrenzenden Regionen, Süddeutschland, Tirol, Nord-Italien und Franche-Comté/Savoye in engem Kontakt und Wechselbeziehungen.
Die Entwicklung der Fibel, und wie sie den Weg in die Schweiz gefunden hat, soll in einem erweiterten Kontext untersucht werden, wodurch die Entwicklung der Fibeln in Griechenland, Bulgarien, Jugoslawien, Ungarn, Tschechien, etc. mit berücksichtigt wurden.
Der Zeitrahmen der Untersuchung umfasst die späte Bronzezeit ab BzD1 und reicht bis in die frühe Hallstattzeit HaC – nach absoluter Datierung vom 13. bis ins 8. Jh. v. Chr..
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Kulturelle Veränderungen
III. Typologisierung, Verbreitung und Datierung
IV. Fibeltypen
V. Fibelfunde aus heutigen Gebieten der Schweiz mit Hinweis auf andere Fundorte
VI. Versuch einer Chronologie für die heutigen Gebiete der Schweiz
VII. Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Aufkommen und die Entwicklung der Fibel in der Schweiz von der späten Bronzezeit bis zum Beginn der Eisenzeit. Ziel ist es, die Verbreitungswege, die kulturelle Bedeutung und die chronologische Einordnung dieser Funde im Kontext der umliegenden Regionen wie Süddeutschland, Tirol und Norditalien zu analysieren.
- Evolution der Fibel als Schmuck- und Statussymbol
- Kulturelle Einflüsse und Handelsbeziehungen in der Bronzezeit
- Typologisierung und morphologische Klassifikation
- Chronologische Einordnung der Schweizer Fibelfunde
Auszug aus dem Buch
IV. Fibeltypen
Die Art und Weise, wie bei den Fibeln Bügel und Nadel in der Bronzezeit miteinander verbunden wurden, lässt zwei Hauptgruppen unterscheiden: einteilige Form, mehrteilige Form.
Die einteiligen Fibeln sind aus einem einzigen Stück Draht geformt. Das eine Ende bildet die Nadel, die nach einer ein- oder mehrfach gewundenen Federspirale in den Bügel übergeht, welcher vielfältig gestaltet sein kann.
Neben einfachen und gestreckten, oder halbkreisförmigen Bügeln aus dünnem, glattem oder trodiertem Draht, gibt es Stücke, deren Bügel in mehr oder weniger kunstvollen und komplizierten Schlingen und Windungen verlaufen; diesen einteiligen Fibeln kamen daher in steigendem Masse eine Zier- und Schmuckfunktion zu.
Es gibt einteilige Fibeln, deren Bügel verdickt oder zu flachen Scheiben ausgehämmert und mit mehr oder weniger reichen Ritz- und Punzverzierungen versehen ist. Das Bügelende geht in den Nadelhalter über, in welchem sich die Nadel durch den Druck der Federspirale fest verankert. Der Nadelhalter besteht aus dem hakenförmig gebogenen Bügelende oder – bei Fibeln mit Fussspirale – aus einer aufgebogenen Drahtschlaufe oder –schlinge.
Bei den zweiteiligen Fibeln sind Bügel und Nadel getrennt gearbeitet. Die Nadel ist am Kopfende durchbohrt oder zu einer Öse umgebogen und am Bügelende frei beweglich eingehängt. Die Gestaltung des Bügels gleicht in Form und Verzierung weitgehend den einteiligen Fibeltypen, ebenso diejenige des Nadelhalters und des Fussendes, was auf eine enge Verbindung der Metallhandwerker und Werkstättenkreise schliessen lässt, die diese Formen herstellten und weiterentwickelten.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Diese Einleitung skizziert den zeitlichen und geografischen Rahmen der Untersuchung von der späten Bronzezeit bis zur frühen Hallstattzeit.
II. Kulturelle Veränderungen: Hier wird der Übergang von der frühbronzezeitlichen Nadel zur Fibel als kulturelles Phänomen und Ausdruck veränderter Trachtgewohnheiten diskutiert.
III. Typologisierung, Verbreitung und Datierung: Dieses Kapitel erläutert die methodischen Herausforderungen bei der Typenbildung sowie die Schwierigkeiten der zeitlichen Datierung aufgrund lückenhafter Fundkontexte.
IV. Fibeltypen: Die systematische Einteilung der Fibeln in einteilige und mehrteilige Konstruktionen sowie die detaillierte Vorstellung spezifischer Fibelgruppen stehen hier im Zentrum.
V. Fibelfunde aus heutigen Gebieten der Schweiz mit Hinweis auf andere Fundorte: Dieses Kapitel bietet eine tabellarische Übersicht über die Fundhäufigkeit und regionale Verbreitung verschiedener Fibeltypen.
VI. Versuch einer Chronologie für die heutigen Gebiete der Schweiz: Es wird der Versuch unternommen, die archäologischen Funde anhand einer Zeittafel chronologisch einzuordnen.
VII. Schlussfolgerung: Die Autorin fasst den aktuellen Forschungsstand zusammen und betont die Rolle der Fibel als modisches Accessoire und Indikator für Handelskontakte.
Schlüsselwörter
Fibel, Bronzezeit, Hallstattzeit, Schweiz, Typologie, Archäologie, Handelswege, Schmuck, Tracht, Metallhandwerk, Chronologie, Urnenfelderkultur, Fundort, Artefakt, Sicherheitsnadel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Seminararbeit behandelt die Herkunft, Entwicklung und Verbreitung von Fibeln in der Schweiz von der späten Bronzezeit bis zum Beginn der Eisenzeit.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Fokus stehen die morphologische Typologisierung der Fibeln, ihr Aufkommen als modische Accessoires und ihre Funktion als Indikatoren für kulturelle Handelsbeziehungen im Alpenraum.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, den Forschungsstand zur Fibelentwicklung in der Schweiz kritisch zu hinterfragen, die Funde chronologisch einzuordnen und Tendenzen in den kulturellen Einflüssen aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine typologische Analyse von Fundstücken vorgenommen, ergänzt durch die Auswertung archäologischer Fundkontexte und den Vergleich mit überregionalen Typologien.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Typendifferenzierung, eine Darstellung der Verbreitung in der Schweiz und den Versuch einer chronologischen Einordnung in die ur- und frühgeschichtlichen Kulturstufen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Fibel, Bronzezeit, Typologie, Handelswege, Urnenfelderkultur und archäologische Chronologie.
Wie sicher ist die Datierung der behandelten Fibelfunde?
Die Datierung ist aufgrund zahlreicher fehlender oder schlecht dokumentierter Fundkontexte oft erschwert, weshalb die Arbeit nur Tendenzen aufzeigen kann.
Welche Rolle spielt das Tessin für die Fibelgeschichte in der Schweiz?
Dem aktuellen Forschungsstand zufolge wird vermutet, dass die Fibel erstmals im Seengebiet der Westschweiz und im Tessin auftritt und sich von dort aus verbreitet hat.
Inwiefern hat sich die Fibel im Laufe der Zeit verändert?
Von einer anfangs sehr zierlichen Sicherheitsnadel für leichte Gewänder entwickelte sich die Fibel zu einem kräftigeren, modischen Schmuck- und Statussymbol für Männer und Frauen.
- Citation du texte
- Dominique Oppler (Auteur), 2010, Aufkommen der Fibeln in der Schweiz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150007