Roemische Fibeln in der Schweiz


Essay, 2010

9 Seiten


Leseprobe

1. Aufkommen

Die Fibel löste die frühbronzezeitlichen Nadeln ab, welche vereinzelt noch bis in die HaC-zeitlichen Nekropolen und den entsprechenden Siedlungsfunden zu finden sind. Das Auftauchen der Fibel hat vermutlich mit kulturellen Einflüssen und mit der Veränderung der Tracht zu tun. Die ersten Fibeln weisen in die mykenische Kultur, und es kann angenommen werden, dass sie über die griechischen Provinzen in Italien, zu den oberitalienischen, schweizerischen und österreichischen Alpenregionen gefunden haben.

Es waren anfänglich sehr zierliche Fibeln, die nur ein leichtes Gewand festhalten konnten. Erst später wurden die Fibeln kräftiger und vermochten mehr und schwereren Stoff zu halten.

Die Entwicklung der Fibeltypologien zeigt auf, dass diese anfänglich einfache und praktische Sicherheitsnadel, sich zu einem schmucken, modischen Accessoire mauserte, das in späterer Zeit auch als Statussymbol von Mann und Frau stolz getragen wurde.

2. Typologisierung, Verbreitung und Datierung

Die Fibeln tragen zur Typologisierung meist den Namen des ersten Fundortes oder der Region, in der man einer hohen Fundrate desselben Typs begegnet. Die Typologisierung folgt zwar einer Morphologie, die eine gewisse Ordnung in die Fertigungs- und Veredelungsarten bringt. Es bleibt aber meist ungewiss, ob der Fibeltyp in der Fundortregion selbst entwickelt, oder ob nach einer importierten Vorlage gearbeitet wurde; so wie auch ungewiss bleibt, ob die Fibeln in der Fundregion selbst hergestellt worden sind, oder ob es sich um fertige oder halbfertige Importware handelte.

Die Verbreitung der Fibeltypen können Anhaltspunkte geben über Handelswege und Handelsbeziehungen der damaligen Zeit. Sie geben auch Hinweis auf militärische Anwesenheit und Verschiebungen, auf ethnische Populationen, Urbanisationen, Verkehrswege, Tourismus, Reisende, etc..

Diese Annahmen stützen sich jedoch auf eine meist spärliche Fundzahl, die statistisch noch unbefriedigend signifikante Interpretationen zulassen und daher höchstens Tendenzen aufzeigen können.

Einiges Kopfzerbrechen geben die Datierungsversuche. Eine Schwierigkeit ist, dass der Fundkomplex zahlreicher Funde unbekannt geblieben ist, sei es, dass er sich über die Jahrtausende nicht erhalten hat, oder aus einer älteren Grabung stammt, bei welcher diese Zusammenhänge noch zuwenig beachtet wurden.

Auch kommt es häufig vor, dass einige Funde zwar dokumentiert sind, das Artefakt selbst aber verschollen ist und für Nachuntersuchungen nicht mehr zur Verfügung steht. Schwierigkeit besteht auch in der unterschiedlichen relativen Datierungsmethode, welche leicht zu gegensätzlichen Aussagen führt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Zu dem gilt zu bedenken, dass die Datierung der Fibeln auch wegen ihrer langen Haltbarkeit problematisch ist. Man kann oft nicht eruieren, über wie viele Generationen ein Objekt in Gebrauch blieb.

3. Die erste Fibel der „Schweiz“

Nach meinen Recherchen[1] ist die älteste, datierbare Fibel der „Schweiz“ jene von Corcelettes (VD), eine einteilige Drahtbügelfibeln vom Typ Peschiera/Gardasee. Ein Importprodukt, welches vermutlich vom Peloponnes her über den Golf von Tarent Richtung Oberitalien seinen Weg nach Corcelette gefunden hat. Die Datierung weist in die spät-mykenische Zeit, also ca. 13. Jh. v. Chr.. Es handelt sich auch um die früheste Form Italiens.

Diese zierliche Fibel wird im SPM III allerdings nicht erwähnt und das Artefakt ist verschollen.

[...]


[1] Betzler Paul, 1974 (Betzler bezieht sich auf Tafeln nach R. Forrer, Antiqua 1886, die mir bisher leider nicht zur Verfügung standen.)

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten

Details

Titel
Roemische Fibeln in der Schweiz
Hochschule
Université de Fribourg - Universität Freiburg (Schweiz)
Autor
Jahr
2010
Seiten
9
Katalognummer
V150010
ISBN (eBook)
9783640613885
ISBN (Buch)
9783640614097
Dateigröße
510 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Fibeln, römisch, provinz-römisch, Schweiz
Arbeit zitieren
Dominique Oppler (Autor:in), 2010, Roemische Fibeln in der Schweiz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150010

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