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Dienstleistungen in der Erlebnisgesellschaft. Das Kulturzentrum Bahnhof Langendreer

Title: Dienstleistungen in der Erlebnisgesellschaft. Das Kulturzentrum Bahnhof Langendreer

Seminar Paper , 2009 , 22 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Martin Philipp Wiesert (Author)

Sociology - Habitation and Urban Sociology
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Im Rahmen des Seminars besuchte der Kurs am 06. Juli 2009 das Kulturzentrum Bahnhof Langendreer in Bochum. Seit den 1970er Jahren wurden im Ruhrgebiet viele ehemalige Industrieanlagen unter anderem zu kulturellen Einrichtungen wie dieser umgewandelt. Es entstand die sogenannte Industriekultur. Basierend auf der Kompensation der untergehenden industriellen Struktur des Ruhrgebiets, wurde und wird damit versucht den nicht mehr genutzten Ruinen des sekundären Sektors einen neuen Verwendungszweck zu geben. Ebenso wollte man den Abriss alter industrieller, aber architektonisch wertvoller Gebäude möglichst verhindern. Sie sollten unter Denkmalschutz gestellt werden. Auch wenn der Bahnhof Langendreer keine industrielle Anlage im eigentlichen Sinne ist, reiht er sich doch aufgrund seiner industriellen Architektur des Jugendstils und damaligen Nutzung für den Güterverkehr in die Kategorie Industriedenkmal ein.
Allerdings werden die ehemaligen Industrieanlagen nicht nur auf die Art und Weise für Kunst und Kultur genutzt, wie es im Bahnhof Langendreer der Fall ist. An vielen Orten entstanden deutlich erlebnisorientiertere Räume für große Massen. Beispielsweise wurde nach dem Abriss der meisten Teile des Oberhausener Stahlwerks Gutehoffnungshütte die Turbinenhalle zur Großraumdiskothek umfunktioniert.
Der Soziologe Gerhard Schulze prägte Anfang der 1990er Jahre schließlich den Begriff Erlebnisgesellschaft. Schulze beschreibt damit eine Gesellschaft, bei der innerorientierte Lebensauffassungen eine relativ große Rolle spielen. Durch zunehmende Nachfrage nach und steigendem Angebot an Erlebnissen entsteht ein Erlebnismarkt.
Die Industrie- wird also von einer Dienstleistungsgesellschaft abgelöst, welche sich vor allem auf Aspekte wie Glück, Spaß oder Erlebnis konzentriert. Der Strukturwandel des Ruhrgebiets scheint sich als praktisches Beispiel dafür besonders zu eignen.
Die Einordnung von Kulturzentren wie dem Bahnhof Langendreer in das Gefüge Erlebnisgesellschaft scheint allerdings nicht ganz unproblematisch. Der Bahnhof Langendreer versteht sich als linksalternative soziokulturelle Einrichtung mit spezifischen Themen und Veranstaltungen, die weniger massentauglich ausgerichtet sind.
Das Thema dieser Seminararbeit kann somit auch gleichzeitig als Hauptfragestellung betrachtet werden. Kann man den soziokulturellen Veranstaltungsort Bahnhof Langendreer überhaupt als Bestandteil der Schulze’schen Erlebnisgesellschaft bezeichnen?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Erlebnisgesellschaft

2.1 Der Erlebnismarkt

2.2 Die neue Segmentierung der Gesellschaft

2.2.1 Alltagsästhetische Schemata

2.2.2 Soziale Milieus

2.2.3 Szenen

2.3 Kulturpolitik

3. Der Bahnhof Langendreer

3.1 Entstehung

3.2 Selbstverständnis

3.3 Programm

3.3.1 Kabarett

3.3.2 Konzerte

3.3.3 Politik

3.3.4 Kino

3.3.5 Partys

3.4 Publikum

3.5 Finanzierung

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwiefern das soziokulturelle Kulturzentrum „Bahnhof Langendreer“ als Bestandteil der von Gerhard Schulze geprägten Erlebnisgesellschaft eingeordnet werden kann. Dabei wird analysiert, wie das Programm und die Struktur des Zentrums mit den theoretischen Konzepten des Erlebnismarktes und spezifischer Lebensmilieus korrespondieren.

  • Strukturwandel im Ruhrgebiet und Industriekultur
  • Theorie der Erlebnisgesellschaft nach Gerhard Schulze
  • Soziokulturelle Arbeit und alternative Milieubildung
  • Dienstleistungen und Programmgestaltung im Bahnhof Langendreer
  • Spannungsfeld zwischen kommerziellem Erlebnisanspruch und intellektuellem Bildungsauftrag

Auszug aus dem Buch

3.1 Entstehung

Ein Bahnhof für Personen- und Güterverkehr existierte in Langendreer schon seit 1860. Danach erlebte dieser eine ständige Erweiterung. Nach und nach wurde er zu einem wichtigen Knotenpunkt der ehemaligen deutschen Reichsbahn in der Ruhrregion. 1907 und 1908 baute man die Empfangshalle im Jugendstil. Ab den 1950er Jahren verlor der Bahnhof zunächst für den Güterverkehr an Bedeutung. Dies war vor allem durch die damalige Welle von Zechenschließungen im Ruhrgebiet bedingt. 1984 gab die Deutsche Bahn den Bahnhof schließlich auch für den Personenverkehr auf. In Langendreer wurden zwei S-Bahnhaltestellen gebaut und der alte Bahnhof sollte abgerissen werden.

Das Kulturzentrum konnte schließlich 1986 in die Räumlichkeiten einziehen. Nach Protesten gegen den Abriss und für ein neues autonomes Kulturzentrum in Bochum, wurde das Empfangsgebäude unter Denkmalschutz gestellt und die Errichtung eines Zentrums durch Fördermittel vom Land Nordrhein-Westfalen unterstützt. Der Bahnhof Langendreer verdankt seine Existenz also einerseits verschiedenen sozialen und oppositionellen Bewegungen der frühen 1980er Jahre, die soziale Räume und selbstverwaltete Zentren forderten, welche abseits der etablierten politischen und kulturellen Institutionen installiert werden sollten. Andererseits stellte die damalige neue Kulturpolitik eine günstige Chance für dessen Entstehung dar.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einführung erläutert den Hintergrund des Seminarbesuchs im Bahnhof Langendreer und verknüpft die Entstehung der Industriekultur im Ruhrgebiet mit der soziologischen Theorie der Erlebnisgesellschaft.

2. Die Erlebnisgesellschaft: Dieses Kapitel definiert den theoretischen Rahmen der Arbeit durch die Begriffe Erlebnismarkt, alltagsästhetische Schemata, soziale Milieus und Szenen.

3. Der Bahnhof Langendreer: Der Hauptteil beschreibt detailliert die Entstehung, das ideologische Selbstverständnis, die verschiedenen Programmbereiche, die Publikumsstruktur und die finanzielle Situation des Kulturzentrums.

4. Fazit: Das Fazit stellt die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und reflektiert das Spannungsfeld zwischen dem Selbstverständnis des Bahnhofs als soziokultureller Raum und den Mechanismen der Erlebnisgesellschaft.

Schlüsselwörter

Erlebnisgesellschaft, Bahnhof Langendreer, Industriekultur, Soziokultur, Erlebnismarkt, Selbstverwirklichungsmilieu, Kulturpolitik, Neue Kulturszene, Kulturladenszene, Basisdemokratie, Publikum, Strukturwandel, Soziale Milieus, Dienstleistungen, Veranstaltungsmanagement.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Kulturzentrum „Bahnhof Langendreer“ im Kontext der soziologischen Theorie der „Erlebnisgesellschaft“ von Gerhard Schulze.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Fokus stehen der gesellschaftliche Strukturwandel des Ruhrgebiets, die soziokulturelle Programmarbeit und die Frage, wie ein linksalternatives Zentrum in marktwirtschaftlichen Erlebensstrukturen agiert.

Welches primäre Ziel verfolgt die Untersuchung?

Das Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, ob der soziokulturelle Veranstaltungsort Bahnhof Langendreer als Bestandteil der Schulze’schen Erlebnisgesellschaft klassifiziert werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse soziologischer Konzepte sowie auf empirischen Erkenntnissen aus einem Seminarbesuch und einem Experteninterview mit dem Geschäftsführer Gerd Spiekermann.

Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historische Entstehung, das Selbstverständnis als soziokulturelle Einrichtung, die Analyse der Programmbereiche (Kabarett, Konzerte, Politik, Kino, Partys) sowie die Herausforderungen hinsichtlich Finanzierung und Publikum.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind Erlebnisgesellschaft, Industriekultur, Soziokultur, Selbstverwirklichungsmilieu und Strukturwandel.

Wie unterscheidet sich der Bahnhof Langendreer von kommerziellen Veranstaltern?

Im Gegensatz zu rein kommerziellen Anbietern der Erlebnisgesellschaft verfolgt der Bahnhof Langendreer eine basisdemokratische und soziokulturelle Ideologie, die den Intellekt anspricht und sich bewusst abseits des Mainstreams bewegt.

Wie reagiert das Kulturzentrum auf finanzielle Engpässe?

Der Bahnhof sichert sein Überleben durch das persönliche Engagement der Mitarbeiter, eine hohe inhaltliche Spezialisierung auf bestimmte Szenen und eine bewusste Begrenzung der Flexibilität, um sich gegen ein wandelndes Umfeld zu immunisieren.

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Details

Title
Dienstleistungen in der Erlebnisgesellschaft. Das Kulturzentrum Bahnhof Langendreer
College
Ruhr-University of Bochum  (Sozialwissenschaft)
Course
Kundenbeziehungen in personenbezogenen Dienstleistungen
Grade
1,0
Author
Martin Philipp Wiesert (Author)
Publication Year
2009
Pages
22
Catalog Number
V150032
ISBN (eBook)
9783640614967
ISBN (Book)
9783640615445
Language
German
Tags
Dienstleistungen Dienstleistungsgesellschaft Erlebnisgesellschaft Gerhard Schulze Bahnhof Langendreer Kulturzentrum Soziokultur soziokulturelle Zentren
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Martin Philipp Wiesert (Author), 2009, Dienstleistungen in der Erlebnisgesellschaft. Das Kulturzentrum Bahnhof Langendreer, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150032
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