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Die Rolle und Funktion des Privaten in der Talkshow. Ursache für ein sich wandelndes Verständnis von Privatheit innerhalb der Gesellschaft?

Titel: Die Rolle und Funktion des Privaten in der Talkshow. Ursache für ein sich wandelndes Verständnis von Privatheit innerhalb der Gesellschaft?

Hausarbeit , 2007 , 29 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Mercedes Gundermann (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Rundfunk und Unterhaltung
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Was macht das Interesse an privaten Themen in Talkshows aus? Welche Funktion erfüllen sie oder sollen sie erfüllen – für die Talkgäste, die Produzenten, die Zuschauer, die Gesellschaft? Welche Funktion hat Privatheit im Allgemeinen, und inwieweit wird diese auch in Talkshows aufgegriffen? Und welche Folgen hat das letztlich für unser Verständnis von Privatheit? In dieser Arbeit suche ich nach Antworten und Erklärungen auf diese Fragen und begebe mich auf Spurensuche durch den Alltag der Talkshows.

Es ist weniger geworden innerhalb der letzten Jahre: die alltägliche Berieselung durch Fernseh-Talkshows, speziell Daily-Talkshows. Nicht verändert aber hat sich die Tendenz zur Privatisierung, die sich besonders innerhalb dieser Sendungen offenbart. Denn die meisten Talkshows – seien sie nun von politischer, gesellschaftlicher oder persönlicher Thematik geprägt – kommen heutzutage nicht mehr aus ohne private Momente, Aussagen, Gedanken. Dabei gibt es fast kein (Tabu-)Thema mehr, das nicht Inhalt einer Talkshow wird.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Privatheit/Intimität versus Öffentlichkeit?

2.1 Begriffsdefinition und - abgrenzung

2.2 Historische Wandlung des Privatheitsbegriffs

2.3 Funktion der Privatheit nach staatlicher und individueller Auffassung

3 Die Rolle des Privaten in der Talkshow

3.1 Definition der „Talkshow” und ihrer „Typen”

3.2 Das Massenmedium Fernsehen nach Niklas Luhmann

3.3 Die politische Talkshow

3.4 Die Personality-Talkshow

3.5 Die Daily-Talkshow oder Bekenntnis-Show

4 Funktion und Folgen der Privatisierung in der Talkshow

4.1 Funktion und Folgen für die Talkshow-Gäste

4.2 Funktion und Folgen für die Produzenten/das Mediensystem

4.3 Funktion und Folgen für den Rezipienten/die Gesellschaft

5 Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle und Funktion des Privaten innerhalb verschiedener Talkshow-Formate und analysiert, inwieweit die zunehmende Privatisierung dieser Sendungen zu einem Wandel des gesellschaftlichen Verständnisses von Privatheit führt. Im Fokus steht dabei die Wechselwirkung zwischen dem Mediensystem, den agierenden Gästen und der Wahrnehmung durch die Zuschauer.

  • Historische Entwicklung und Begriffsbestimmung von Privatheit, Intimität und Öffentlichkeit.
  • Differenzierung verschiedener Talkshow-Typen (politische Talkshows, Personality-Talkshows, Daily-Talkshows) und deren unterschiedliche Nutzung des Privaten.
  • Die konstruierende Rolle des Fernsehens gemäß der Systemtheorie von Niklas Luhmann.
  • Analyse der Beweggründe für Talkshow-Teilnahmen sowie der individuellen und gesellschaftlichen Folgen von Privatisierung.

Auszug aus dem Buch

3.1 Definition der „Talkshow” und ihrer „Typen”

Das Genre der Talkshow lässt sich nur noch sehr schwer definieren. Dies liegt vor allem an der starken Ausdifferenzierung, die sich innerhalb der letzten Jahre vollzog, sowie der Hybridisierung, also der Vermischung mit anderen Genres. So enthält die Talkshow mittlerweile auch Elemente von Spiel - oder Beziehungsshows.

Jedoch lassen sich einige konstitutive Merkmale benennen: zum einen wäre da die zentrale Relevanz des Bausteins „Gespräch”, das zum Zwecke der Unterhaltung und Information medial inszeniert ist (weder Studiogäste noch Thema sind beliebig); zweitens die Anwesenheit mehrerer Gäste, die auch miteinander im Gespräch agieren. Der Seriencharakter als drittes Merkmal beinhaltet, dass Talkshows in regelmäßigen Abständen zur jeweils selben Zeit ausgestrahlt werden, um eine Partizipation des Zuschauers zu gewährleisten. Dieser baut sie in seinen Alltag ein. Auf diese Weise wird er an die Show ebenso wie an den Sender gebunden. Der Moderator, der das (häufig personen - und nicht sachbezogene)Gespräch leitet, ist oftmals Sympathieträger, Kritiker, Instanz und Sprachrohr öffentlicher Moralvorstellungen. Als weiteres Merkmal wird das Vorhandensein eines Studiopublikum erwähnt, welches Öffentlichkeit innerhalb des Studios repräsentiert, selbst aber auch in das Gespräch mit einbezogen werden kann. Letzteres nennt man auch „audience partzipation.”

Eimeren/Gerhard haben ihre Definition allerdings breiter angelegt. Sie bezeichnen eine Talkshow als „Gesprächssendung, in der einer oder mehrere Moderatoren sich mit mehreren Gästen mit oder ohne Studiopublikum über ein beliebiges Thema unterhalten.”

Nach Bente/Fromm arbeiten Talkshows zudem mit bestimmten Stilmitteln: Personalisierung, Authentizität, Intimisierung und Emotionalisierung. Personalisierung meint, dass die Darstellung unmittelbar auf das Schicksal einer nicht-prominenten Einzelperson (bewirkt Authentizität beim Zuschauer) gerichtet wird, die über intime und private Themen aus ihrem Leben berichtet (Intimisierung), so dass beim Zuschauer durch Betonung auf die emotionalen Aspekte der Geschichten starke Gefühle evoziert werden (Emotionalisierung).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der zunehmenden Privatisierung in Talksendungen ein und erläutert die Forschungsfrage sowie das Ziel der Arbeit.

2 Privatheit/Intimität versus Öffentlichkeit?: Das Kapitel klärt theoretische Begrifflichkeiten und beleuchtet die historische Wandlung der Sphären vom antiken Griechenland bis zur bürgerlichen Öffentlichkeit.

3 Die Rolle des Privaten in der Talkshow: Hier werden Merkmale von Talkshows definiert, die medientheoretische Basis nach Luhmann dargelegt und die drei Talkshow-Typen nach Plake unterschieden.

4 Funktion und Folgen der Privatisierung in der Talkshow: Dieses Kapitel analysiert die spezifischen Auswirkungen und Funktionen der Privatisierung für Gäste, Produzenten sowie die Gesellschaft und deren Moralverständnis.

5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert die Komplexität der Thematik sowie die Zukunft der Privatisierung im Lichte neuer virtueller Formate.

Schlüsselwörter

Privatheit, Öffentlichkeit, Talkshow, Daily-Talkshow, Intimität, Mediensystem, Niklas Luhmann, Selbstdarstellung, Authentizität, Inszenierung, Privatisierung, Gesellschaft, Voyeurismus, Medienethik, Kommunikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, welche Rolle und Funktion das Private in Talkshows spielt und wie dieser Trend das Verständnis von Privatheit in der Gesellschaft beeinflusst.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die theoretische Abgrenzung von Öffentlichkeit und Privatheit, die mediale Konstruktion von Wirklichkeit durch Fernsehen sowie die Auswirkungen der Inszenierung von Privatem auf Gäste und Rezipienten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Funktionswirkung des Privaten in deutschen Talksendungen umfassend auf alle beteiligten Komponenten der Mediengesellschaft und des Mediensystems hin zu beleuchten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine theoriegestützte Analyse, die unter anderem auf Ansätze von Niklas Luhmann (Medientheorie), Beate Rössler (Privatheitsbegriff) und Klaus Plake (Talkshow-Typologie) zurückgreift.

Was genau wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Definitionsphase der Begriffe, die mediale Systemtheorie, eine Typisierung der Talkshows und eine detaillierte Untersuchung der Folgen der Privatisierung für Gäste, Produzenten und Zuschauer.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Privatheit, Öffentlichkeit, Talkshow, Inszenierung, Authentizität, Medienethik und Kommunikation beschreiben.

Warum nutzen Politiker laut der Arbeit Talkshows für ihre Selbstdarstellung?

Politiker nutzen diese Plattformen zur Vermenschlichung, zur Emotionalisierung ihrer Inhalte und zur direkten Ansprache, um gegen Politikverdrossenheit anzukämpfen und ihre eigene Prominenz zu steigern.

Was ist das Kernproblem bei sogenannten Bekenntnis-Shows?

Das Kernproblem liegt in der Inszenierung des Intimbereichs, die oft zur Degradierung der Teilnehmer führt, während gleichzeitig eine Doppelmoral entsteht, bei der Tabus für Einschaltquoten instrumentalisiert werden.

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Rolle und Funktion des Privaten in der Talkshow. Ursache für ein sich wandelndes Verständnis von Privatheit innerhalb der Gesellschaft?
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg  (Philosophisches Institut)
Veranstaltung
Vom Tagebuch zum Web 2.0 – Die Mediengeschichte der Privatsphäre
Note
2,0
Autor
Mercedes Gundermann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
29
Katalognummer
V1500983
ISBN (PDF)
9783389064306
ISBN (Buch)
9783389064313
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Talkshows Fernsehen Mediengeschichte Medien Privatsphäre
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Mercedes Gundermann (Autor:in), 2007, Die Rolle und Funktion des Privaten in der Talkshow. Ursache für ein sich wandelndes Verständnis von Privatheit innerhalb der Gesellschaft?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1500983
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Leseprobe aus  29  Seiten
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